FILMDETAILS | Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers
Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers
Thriller,
Action,
Abenteuer
| USA 2008
WERBUNG
| Produktion: Action-Kostüme
„DIE MUMIE 3 - DAS GRABMAL DES DRACHENKAISERS“ ist die dritte Zusammenarbeit von Kostümdesignerin Sanja Milkovic Hays und Regisseur Cohen. Zu den größten Herausforderungen zählten hier die Kostüme für den Beginn des Films. „Wir hatten kaum Anhaltspunkte“, erklärt Hays. „Es gab einige Anmerkungen zu Schmuck, ein paar Zeichnungen, einige Stücke Stoff und bekannte Mumien. Die meisten Ideen habe ich durch Recherchen in Museen und Büchern ausgearbeitet. Am nützlichsten war die archäologische Stätte von Xi’an; wir haben die Terrakotta-Armee vor Ort besucht.“
Zusammen mit zwei Zeichnern arbeitete Hays vier Monate lang ununterbrochen, um die Kostüme für den Film zu erschaffen. „Nachdem ein Entwurf abgesegnet wird, beginnt der zweite Teil des kreativen Prozesses“, erklärt die Kostümbildnerin. „Man sucht nach Materialien und Details in aller Welt – aus Hongkong, China, Thailand und Indien bis nach New York und Europa. Ich habe hunderte Meter Stoff gebraucht, und vieles davon in Montreal erstanden.“ Viele Sorten von Seide – die sich wunderbar einfärben lässt – wurden verwendet, um das asiatische Thema des Films abzurunden.
Die Designerin leitete ein großes Team auf zwei Kontinenten. Ein Atelier arbeitete in Mel’s Cite du Cinema, wo sie verschiedene Fachleute beschäftigte: Zeichner, Schneider, Stickerinnen und Goldschmiede. Auch die Firma Film Illusions wurde mit einbezogen; das Unternehmen ist spezialisiert auf die Herstellung von Filmgewändern und zeichnete für die Rüstung des Kaisers verantwortlich.
Hays entwarf für Rick einen neuen Look; Fraser bekam John-Wayne-artige Outfits. Sie sagt: „Brendan trägt jetzt auch Anzüge und sieht im Stil der 40er ganz toll aus; er ist jetzt so muskulös. Sobald die Action beginnt, stecken wir ihn in eine Bomberjacke, damit er tougher aussieht, und gegen Ende des Films trägt er wieder seinen „Mumien“-Jäger-Look: Hosen, Hemden und große Waffen… er wird also wieder der Rick O’Connell, den alle kennen.“
Die Entwürfe für Luke Ford waren amüsant: „Am Anfang des Films ist Luke abgerissen und schmutzig; er sieht aus wie ein unrasierter Marlboro-Mann mit einer Lederjacke aus dem Jahr 1946. Diesen Look trägt er mit Gelassenheit, denn er ist groß und hat viel Charisma. Später ist er frisch geduscht und trägt einen weißen Anzug im Bogart-Stil. Alex wirkt wie ein Hip-Hopper der 40er, trägt weite Pilotenhosen, große alte Schuhe, weite Jacketts. Alles passt zur damaligen Epoche, aber die Silhouette ist etwas moderner und ansprechender.“
Isabella Leongs Figur ist zu Anfang eine anonyme Killermaschine. Cohen und Hays entschieden sich, sie in eine Tunika zu kleiden, die den sich bewegenden Schatten verbergen sollte… und jeden Beobachter dazu verleiten würde zu glauben, Lin sei ein Mann. „Für die Szene im Museum, in der sie versucht, Rick und Evy zu retten, habe ich ihr für die chinesische Neujahrsfeier einen Mantel angezogen – im Stil von „Matrix“. Sie sollte bereit sein für die Action, also trug sie darunter Hosen. Es ist ein lang geschnittener Mantel, und wenn sie durch die Luft fliegt, fliegt er mit ihr.“
Für Lis lange Reise zurück nach Shangri-La stattete die Kostümbildnerin sie mit einem warmen Outfit aus, das sich an der tibetischen Nationaltracht orientiert.
Für Michelle Yeoh entwarf die Designerin neun atemberaubende Kostüme, die sich nicht ausschließlich an die jeweiligen Epochen halten. Hays meint: „Sie ist eine Zauberin, das gab mir mehr Gestaltungsfreiheit. Durch Michelle wurden die Kostüme lebendig, denn sie ist überaus anmutig. Wie sie die Kleidung trägt, sich bewegt und ihren Kopf hält – sie scheint zu schweben.“
Eines der Kostüme für Yeoh war an den Trachten einer chinesischen Minderheit inspiriert. Hays berichtet: „Für den großen Schwertkampf mit Jet Li trägt sie einen Faltenrock. Ich hatte für mich selbst einen solchen knielangen Rock in Shanghai gekauft; als ich ihn schwenkte, bewegte er sich auf wundervolle Weise. Wir haben eine lange Version davon geschneidert, und eines der Mädchen, Malika, musste durch die Hölle gehen, um das richtige Schnittmuster herauszufinden. Jede einzelne Falte war von Hand gelegt, aber wir haben es schließlich hingekriegt. Wenn Michelle steht, fällt der Rock ganz gerade - aber wenn sie tritt, kämpft und sich dreht, bläht er sich wunderbar auf. Ich kann es kaum erwarten, das auf der Leinwand zu sehen.“
Auch die Rüstung für Jet Li brauchte viel Zeit; Hays begann schon Monate vor den Dreharbeiten daran zu arbeiten. Es war ihr erster Entwurf für den Film, denn viele Beteiligte mussten wissen, wie die Rüstung aussehen würde – besonders die Verantwortlichen für die visuellen Effekte und das Art Department.
Hays musste etliche Versionen der Rüstung entwerfen, denn jede sollte einem anderen Zweck dienen. „Für die Szenen, in denen er schreitet und majestätisch aussieht, haben wir die schwereren Outfits gemacht, bei denen Jade-Nachbildungen eingesetzt sind. Für die Kampfszenen brauchten wir eine weitaus leichtere Version, damit er sich angemessen bewegen kann. Schließlich brauchten wir noch eine Version für die Spezialeffekte, wenn er sich in Terrakotta verwandelt und mit Schlamm bedeckt ist.“
„Anfangs führte ich mit Rob diese philosophischen Gespräche über den Kaiser und seine Suche nach der Unsterblichkeit“, meint Hays abschließend. „Wir haben festgestellt, dass Jade im alten China für das ewige Leben stand, und dass der Kaiser kurz von seinem Tod in Jade gekleidet gewesen sein könnte. Rob und ich waren sehr aufgeregt, denn eine Rüstung aus Jade hatte es noch nie gegeben. Dann begann die Suche nach dem perfekten Jadestein, um die richtige Farbe und Herstellungsart zu finden. Jedes einzelne Teil wurde individuell gefertigt und dann mit den anderen verbunden.“