FILMDETAILS | Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers
Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers
Thriller,
Action,
Abenteuer
| USA 2008
WERBUNG
| Produktion: Dreharbeiten in Montreal
Mit einer packenden Szene, die im Shanghai Museum spielt, begannen die Dreharbeiten in Mel’s Cite du Cinema in Montreal. Rick und Evy O’Connell wurden überredet, das Auge von Shangri-La zurück nach China zu bringen, was jedoch schwerwiegende Folgen hat…
Die Szenen wurden an einem wunderbaren Set gedreht, entworfen von Produktionsdesigner Nigel Phelps. Natürlich gibt es darin einen ausgefeilten Stunt, und der Designer musste seine Arbeit auf diese Vorgabe abstimmen. Phelps erklärt: „Wir mussten einen Weg finden, wie Alex und Lin eintreffen können ohne gesehen zu werden. Das war schwer zu bewerkstelligen, denn die Kutsche (die vom Drachenkaiser gelenkt wird) war noch nicht entworfen. Also haben wir viele Anpassungen vorgenommen, um diese Szene hinzukriegen.“
Dann zog die Produktion an das Außen-Set der Stupa, des Eingangstores zu Shangri-La, dass direkt neben dem Gateway-Set errichtet worden war, einer riesigen Bergkette, die das Himalaya-Gebirge darstellt und das geheimnisvolle Portal zur sagenumwobenen Quelle des ewigen Lebens in Shangri-La verbirgt. Das Gelände war mit Kunstschnee ausgestattet, der vom Team des für die Spezialeffekte zuständigen Bruce Steinheimer erschaffen worden war. „Rob gab ganz spezifische Anweisungen für die Art Schnee, die er wollte“, erklärt Steinheimer. „Für die Schneedecke am Boden haben wir 160 Tonnen Magnesiumsulfat verwendet.“
Im Herbst ist das Wetter in Montreal sehr unbeständig, und eines Nachts traf ein schwerer Sturm das Set und vernichtete den gesamten Kunstschnee. Unter Einsatz der dem Filmbusiness eigenen Zauberkunst wurde das Team noch in der Nacht zusammengetrommelt, um den Schaden zu beheben – und bereits beim Eintreffen der Filmemacher um sieben Uhr morgens war das Set wieder perfekt.
Einige Setdesigns wurden ebenfalls angepasst, nachdem Phelps, Duggan und Cohen die Modelle analysiert und die besten Kamerawinkel festgelegt hatten. In Szenen mit der Stupa im Hintergrund stellen sich die O’Connells, Jonathan und Lin dem Drachenkaiser, worauf ein ohrenbetäubender Schusswechsel – mit der Hilfe eines Yetis – folgt.
Action Unit-Regisseur Vic Armstrong choreographierte eine komplexe Sequenz am Gateway-Set, doch anschließend sollten dort auch der heldenhafte Yeti und Schneeberge platziert werden. In dieser Szene sind die O’Connells von General Yangs Armee eingekesselt, werden aber von Helfern gerettet. „Yang wird auf die Hängebrücke geschleudert, und eine riesige Lawine bricht los“, erzählt Armstrong. „Diese Lawine wird von einem unserer Helden absichtlich ausgelöst, um die Armee auszulöschen; der Schnee-Tsunami verschlingt alles und die Brücke stürzt ein.“
Nachdem die Filmemacher dem schlechten Wetter meist erfolgreich ausgewichen waren, zogen sie ans ADF-Stage, rund 40 Meilen von Mel’s. Dort erschufen Phelps und sein Team eines der atemberaubendsten Sets des Films: das Grabmal. Während der Ausgrabungen hat Alex das Grab des Kaisers entdeckt. Als er die Kypta betritt, stößt er auf ein unglaubliches Mausoleum mit tausenden von Terrakotta-Kriegern. Während er mit seinen Begleitern durch die Reihen schreitet, geraten sie immer wieder in tödliche Fallen.
„Als ich über die echte Terrakotta-Armee recherchierte, stellte ich fest, dass sie immer in Vierer-Reihen stehen“, meint Phelps. „Eine weitere Überraschung war, dass ich sie mir als kleine Figuren vorgestellt hatte - aber in Wirklichkeit sind sie fast 1,80 groß und jeder sieht anders aus. Setdekorateurin Anne Kuljian legte ein besonderes Augenmerk auf die Details bei den Soldaten. Wir haben 20 unterschiedliche Köpfe angefertigt, die man untereinander austauschen konnte.“
Das Team musste auch Waffen erschaffen, die vor hunderten von Jahren von Grabräubern gestohlen worden waren. „Wir haben einen Soldaten und ein Pferd in China gekauft und sie dann in Serienfertigung in einer Werkstatt in Montreal nachgebaut“, erklärt Kuljian. „Sämtliche Waffen, Rüstungen und andere notwendigen Gerätschaften, wie z.B. das Zaumzeug der Pferde und die Ornamente des Mausoleums, wurden vom Team des PROPMASTER Kim Wai Chung in China gefertigt und dann nach Montreal geschickt.“
Zurück bei Mel’s arbeiteten die Filmemacher dann in der geheimnisvollen Welt der unterirdischen Grundmauern-Kammer, dem Schauplatz des brutalen Kampfes zwischen dem Drachenkaiser und Rick O’Connell. Es war die erste Szene unter Mitwirkung von Jet Li.
„Im Drehbuch wird der Innenaufbau der Chinesischen Mauer sehr betont“, meint Phelps. „Dahinter steckt die Vorstellung, dass während des Baus der Großen Mauer die Feinde Lebend in die Fundamente eingemauert wurden. Im Mittelpunkt befand sich ein Tempel, und die Decke der unterirdischen Kammer reflektiert eine Welt, die all diese Körper und Seelen in sich birgt. Hier liegt der Kern der sogenannten „Foundation Army“, die wiederaufersteht, um gegen die Terrakotta-Armee zu kämpfen.“
Von der Brutalität der Schlacht zogen die Filmemacher in die Geborgenheit der Höhle von Shangri-La. Hier findet die anrührende Begegnung von Zi Yuan mit ihrer Tochter statt, die zwei Jahrtausende lang voneinander getrennt waren. „Rob hat voll ins Schwarze getroffen… denn er wollte unterschiedliche Reaktionen nach einer über 2000 Jahre währenden Trennung“, meint Yeoh. „Es war die reine Freude, meine Tochter wieder zu sehen. Aber für Lin kam hier große Trauer zum Ausdruck, über all die Jahre in der Ferne, in denen sie auf sich alleine gestellt war. Sie hat es großartig gemeistert.“
Die Höhle schimmerte im Kerzenlicht, das den herrlichen schlafenden Buddha erstrahlen ließ, der längs platziert war. In den Alkoven standen wunderschöne geschnitzte Statuen, am Eingang befand sich eine atemberaubende Pagode. Die Zielsetzung des Teams war ganz einfach: Shangri-La sollte so groß, offen, üppig und magisch wie nur irgend möglich sein.
Am 15. Oktober waren die Dreharbeiten in Montreal abgeschlossen und man bereitete sich auf ein noch größeres Abenteuer vor: die Dreharbeiten in China.