FILMDETAILS | Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers
Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers
Thriller,
Action,
Abenteuer
| USA 2008
WERBUNG
| Produktion: Dreharbeiten in China
Von Beginn an war den Filmemachern sehr wichtig, die Authentizität der jeweiligen Epochen zu wahren. Ducsay erläutert: „Obwohl diese Filme großartige Fantasiewelten beinhalten, die sich auch viele kreative Freiheiten gestatten, sind sie doch auch sehr wahrhaftig, denn wir haben wirklich an den Orten gedreht, wo sich die Ereignisse abspielen sollen.“
Glücklicherweise verlief der Umzug nach China reibungslos. Cohen erinnert sich: „Unser ausführender Produzent Chris Brigham, die chinesischen Produzenten Chiu Wah Lee und Doris Tse Karwai sowie die in China zuständigen Produktionsleiter Mitch Dauterive und Er Dong Liu haben wirklich Wunder gewirkt. 200 Abendländer an einem Freitag eintreffen zu lassen, um bereits am Dienstag die Arbeit aufzunehmen, schien unmöglich –aber sie haben es geschafft.“
Die Entscheidung, so weite Teile des Films vor Ort in China zu drehen, war sowohl aus praktischen Erwägungen heraus als auch durch kreative Vorgaben begründet. Brigham erklärt: „Die Shanghai Studios, wo die unglaubliche Verfolgungsjagd gedreht wurde, bieten Möglichkeiten, wie sie sonst nirgends auf der Welt existieren. Nachdem wir beschlossen hatten, hierher zu kommen, mussten wir auch Sets als Cover errichten. Da wir also sowieso vor Ort sein würden, kam dann der Drehort Tian Mo hinzu.“
Für die Drehs der epischen Szenen in China benötigte man auch eine weitaus größere Cast und Crew. Zu einem bestimmten Zeitpunkt waren über 2000 Personen daran beteiligt; die Gruppe bestand aus 200 US-Amerikanern und Kanadiern aus Quebec, 1700 Festlandchinesen und 100 Hongkong-Chinesen, dazu Crew-Mitglieder aus Malaysia, Kroatien, Slowenien und Taiwan.
Obwohl am Set viele verschiedene Sprachen gesprochen wurden, machte sich der Regisseur keine Sorgen über die vermeintliche Missverständnisse: „Ich habe schon immer einen Zusammenhalt unter der internationalen Filmgemeinschaft gespürt“, sagt Cohen. „Jedermann hat dabei die gleichen Probleme: Geld, Zeit, Visionen. Mein C-Kamera-Operator in China, Tony Cheung, stand schon für viele Filme hinter der Kamera. Wenn er, Simon und ich uns über T-Stops, Filter und Linsenwechsel unterhalten, sind die Vokabeln vielleicht unterschiedlich, aber die Aussage ist jedem vollkommen klar.“
Die Dreharbeiten in Asien begannen in der Wüste von Tian Mo. „Wir sind in China. Hunderte Mitarbeiter des chinesischen Art Department haben monatelang gearbeitet, um den Drehort für diesen Tag vorzubereiten“, staunte Cohen in seinem Blog. „Die Sonne geht über der Chinesischen Mauer auf, der echten Mauer aus gestampfter Erde, die sich entlang des Horizonts erstreckt. Die Sonne ist echt; die Mauer habe ich bauen lassen. Der Drachenkaiser höchstpersönlich wird einen 150-Meter-Koloss besteigen, um seine 5000 Terrakotta-Krieger nach 20 Jahrhunderten aus ihrem unterirdischen Grab zu erwecken und sie in die letzte Schlacht zu führen - gegen die O’Connells und die mystischen Kräfte seines alten Feindes Ming Guo, der von Zi Yuan erweckt wurde. Mit anderen Worten: wir haben Montag und sind am Set von „DIE MUMIE 3 - DAS GRABMAL DES DRACHENKAISERS“.“
In Tian Mo wurden etliche Szenen gedreht, darunter der beeindruckende Schwertkampf zwischen Jet Li und Michelle Yeoh, außerdem der Höhepunkt, die epische Schlacht zwischen den Armeen der Untoten. „Um das Schlachtfeld zu erzeugen mussten wir einen geografischen Bezugspunkt einsetzen, damit man genau weiß, woher die Terrakotta-Armee kommt und wer zur Foundation Army gehört“, erklärt Phelps. „Eigentlich gab es dort nur einen großen, leeren Raum; wir haben die Ruinen hinzugefügt, um es interessanter zu gestalten.“
Die Replika der Chinesischen Mauer hätte ohne die Beratung durch den chinesischen Art Director Mr. Yi nicht errichtet werden können; er fungierte sowohl als historischer als auch als technischer Berater der Produktion. Dieser Film ist die sechste Mitwirkung dieses Künstlers bei der Nachbildung eines der Sieben Weltwunder. Zu den weiteren in Tian Mo gedrehten Szenen gehören General Yangs Camp – errichtet in einem Dorf aus der Zeit der Ming-Dynastie, in einem Höhlenkomplex bei Tian Mo – sowie die Innenaufnahmen im schwarzen Zelt, in dem sich der Kaiser mit seinen Generalen trifft.
Während der Dreharbeiten in Tian Mo waren die Filmemacher in der rund eine Stunde mit dem Auto entfernt liegenden Stadt Yanqing untergebracht. Die Straßen in dieser Gegend sind ständig durch Staus und Lkw-Transporte überlastet, daher entwickelte die Produktion mit den Transport-Teams ein Unterstützungs-System, bei dem Personal entlang der Strecke postiert war, um die Fahrzeuge auf der für die jeweilige Tageszeit besten Route ans Ziel zu bringen.
Abgesehen von einem Sandsturm hatte die Produktion mit dem Wetter großes Glück. Gegen Ende der Dreharbeiten sanken die Temperaturen jedoch rapide ab und das Team zog nach Süden, Richtung Shanghai. Die Dreharbeiten wurden in den renommierten Shanghai Film Studios fortgesetzt, die rund eine Stunde von der Stadt entfernt liegen.
In diesem Filmstudio befinden sich riesige Sets, die die Straßen von Shanghai in den 40er Jahren nachbilden, alles in Originalgröße: Kirchen, Bars, Clubs und Restaurants sowie Häuser und ein Oberleitungsbus. Diese Straßen sind die Kulisse für die Verfolgungsjagd zwischen den O’Connells und der Kaiser-Mumie während der chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten. Inklusive Main Unit und Action Unit dauerten diese Drehs drei Wochen. Während die Main Unit in der Inneren Mongolei drehte, kümmerte sich Action Unit-Regisseur Vic Armstrong mit seinem Team um den Großteil der Spezialeffekte, dazu um etliche Stunts, bevor die Main Unit eintraf.
Die Verfolgungsjagd durch die Straßen von Shanghai beinhaltet eine komplizierte Sequenz, in der Schauspieler und Stuntleute sowie Computeranimation eingesetzt werden. Bronze-Pferde ziehen eine Kutsche, die der Terrakotta-Kaiser lenkt (während Alex und Lin sich festkrallen). Hunderte von Statisten in Kostümen aus der Epoche ducken sich in die Art-Deco-Gebäude, während Rick, Evy und Jonathan in einem mit Feuerwerkskörpern beladenen Laster versuchen, den Kaiser aufzuhalten.
Cohen erinnert sich an diese Dreharbeiten, bei denen nicht weniger als acht Kameras eingesetzt wurden: „Vic Armstrong hat in der Shanghai Bund-Sektion einen Oberleitungsbus auf der Hauptstraße in die Luft gejagt. Rick und Jonathan zielten mit der größten aller Raketen direkt auf die flüchtende Kutsche. Jonathan zündete die Lunte mit seinem Dunhill-Feuerzeug; die Rakete zischte über den Boulevard und die Mumie lenkte die Rakete direkt in den Bus. Der flog dann über drei Meter hoch in die Luft und das Feuerwerk konnte man noch aus dem Weltraum sehen.“
„R. Bruce Steinheimer hatte alles mit einem großen Team von amerikanischen und chinesischen Feuerwerks-Spezialisten entworfen“, fährt Cohen fort. „Die Explosion war derart intensiv, dass sämtliche Fensterscheiben in der Straße barsten, und der rote Feuerschweif der Rakete setzte den dritten Stock des Sets in Brand. Es war absolut großartig!“
In den Shanghai Studios befanden sich auch etliche weitere Sets, darunter der Thronsaal des Kaisers, ein Beweis für das große filmische Kunsthandwerk. Ein Team von kulturellen Beratern unterstützte Cohen dabei, die komplexe Sprache, Zeremonien und Verhaltensweisen der Qin-Dynastie zu verstehen. Cohen berichtet: „Diese Film ist randvoll mit neuen Erkenntnissen: Künstler und Intellektuelle standen links vom Kaiser, Militärs rechts von ihm; Musiker durften keine Waffen tragen; niemand durfte dem Kaiser den Rücken zuwenden. Die Filmgötter erfreuen sich an solchen Details; auch wenn man nicht viel über diese Welt weiß, so fühlt sie sich doch echt an.“
Die abschließenden Szenen spielen sich in Jonathans fantastischem Nachtklub im ägyptischen Stil ab, der als Hommage an die ersten zwei „Mumie“-Filme „Imhotep“ getauft wurde. Dieser Klub sollte genau das darstellen, was man sich für die 40er Jahre in Shanghai als Hotspot vorstellt: eine glamouröse und üppig ausgestattete Szene.
Während die Main Unit die Arbeit in den Shanghai Studios beendete, unternahm die Action Unit eine vierstündige Fahrt in den Süden von Shanghai, um in den Hengdian World Studios eine dramatische Schlacht-Szene zu drehen. Hengdian gehört zu den größten Filmstudios in Asien und bietet komplexe Schauplätze, die unterschiedliche Perioden der chinesischen Geschichte darstellen. Dazu gehören lebensgroße Replicas des Palastes von Kaiser Qin, Qing Ming Shang He Tu, die Paläste der Ming- und Qing-Dynastien sowie die Große Halle des Dazhi-Tempels, inklusive einer über 28 Meter hohen Sakyamuni-Statue, die größte überdachte Buddha-Darstellung in China.
Die Filmemacher waren überaus beeindruckt von der Arbeit der Requisiteure, darunter Chueng Kim Wai, der ein Team leitete, das die mystische Welt des Kaisers wieder auferstehen ließ. Es war zum Beispiel nicht ungewöhnlich, einen Kunsthandwerker anzutreffen, der aus einem Styropor-Block einen detailgenauen und ausgefeilten Altar für den Tempelplatz schnitzte – und dabei nur ein grobkörniges Schwarzweißfoto als Vorlage hatte.
Der Produktionsdesigner war sprachlos, als er entdeckte, dass viele der Ausstattungsgegenstände in Hengdian tatsächlich echt waren. „Die Waffen für die Terrakotta-Armee waren wirklich aus Bronze, und sämtliche Armbrüste hatten funktionierende Mechanismen. Bei internationalen Produktionen mag es teilweise Missverständnisse geben, aber niemand hatte Waffen aus Bronze erwartet, denn hinsichtlich des Budgets würde das keinen Sinn ergeben. Aber so, wie es in China gemacht wird… ist es tatsächlich billiger, die echten Bronzewaffen herzustellen als Glasfaser zu verwenden. Das verleiht der Action eine weitaus größere Glaubwürdigkeit, wenn die Schauspieler die Schwerter berühren, die dann wirklich kalt sind.“