FILMDETAILS | Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers
Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers
Thriller,
Action,
Abenteuer
| USA 2008
WERBUNG
| Produktion: Das Design
Schon beim ersten Treffen zwischen Phelps und dem Regisseur wurde deutlich, dass man sich auf eine große kreative Herausforderung eingelassen hatte. Cohen wollte in „DIE MUMIE 3 - DAS GRABMAL DES DRACHENKAISERS“ wahrhaft epische Qualitäten sehen, weshalb Phelps der Produktion eine einzigartige und mythische visuelle Kulisse verleihen musste. Der Lebenstraum des Regisseurs – die großartige Kultur und das beeindruckende Erbe Chinas in einem Film solcher Ausmaße zu verwirklichen – war eine Herausforderung, die keiner der beiden Männer bisher gekannt hatte. Und alles begann mit dem Design.
„Wenn man mit einem solchen Projekt startet und alles sehr groß aussehen soll, muss man entscheiden, wie viel davon wirklich gebaut und wie viel digital erzeugt werden soll“, erklärt Phelps. „Das legt man gemeinsam mit dem Regisseur fest. Dass auch in China gedreht wurde, eröffnete unzählige weitere Möglichkeiten für echte Schauplätze. Wenn man ein Set wie das Mausoleum mit der Terrakotta-Armee entwirft, dann wird das natürlich kein intimes, kleines Set werden.“
Der Stil des Films entwickelte sich auf natürliche Art aus Cohens lebenslanger Leidenschaft für die chinesische Kultur und den Buddhismus. Er legte großen Wert darauf, alles so originalgetreu wie möglich zu gestalten, und seine Mitarbeiter der Designabteilung sorgten für die Darstellung spirituell beseelter Szenen – besonders im Himalaya und auf dem Gelände mit der Stupa. Für Cohen spiegelt das Filmdesign eine Welt, in der „die chinesische Geschichte auf ungewöhnliche Weise dargestellt wird, was uns großen Spaß machte, denn es werden zwei Epochen gezeigt: die wahre Historie um 200 vor Christus und die Lage um das Jahr 1946.“
Cohen arbeitete eng mit Phelps zusammen und verschlang Bücherberge über die Terrakotta-Armee von Xi’an, die Kriegsjahre vor der Vereinigung Chinas, dem Streben des Ersten Kaisers nach dem ewigen Leben und den Bau der Chinesischen Mauer.
Regisseur und Produktionsdesigner kamen überein, dass sie die Kamerabewegungen nicht einengen wollten, wenn es daran ging, den mächtigsten Kaiser der Welt dabei zu filmen, wie er den Kontinent überrollt (innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahrtausenden) – deshalb mussten die meisten Sets dem Kameramann Simon Duggan und seinem Team auch 360-Grad-Einstellungen ermöglichen. Um diese ausladenden Sets in Kanada und China zu erschaffen, recherchierte Phelps vor und während der Dreharbeiten. Ein Recherche-Team in Montreal unterstützte ihn dabei, und alle arbeiteten mit Hochgeschwindigkeit, um das Produktionsdesign zu verwirklichen. Dies setzte sich bei jedem Setwechsel fort, wobei jeweils hunderte von Mitarbeitern für die Errichtung der Sets gemäß der Entwürfe verantwortlich waren.
Die Form war jedoch nicht immer für die im Drehbuch vorgesehene Funktion geeignet; Phelps und Cohen arbeiteten weiterhin gemeinsam daran, das Drehbuch zu erweitern, während sie nach geeigneten Drehorten fahndeten. Der Produktionsdesigner gibt ein Beispiel dafür, wie gegenüber dem Drehbuch der Anfang des Films verändert wurde: „Als wir nach China kamen, um nach Drehorten zu suchen, reisten wir nach Ningxia, um uns diese Sanddünen – die so groß wie Dänemark sind – anzusehen. Ich blätterte gerade in einer Hotelbroschüre vom Typ „Was gerade in Ningxia los ist“, und entdeckte diese absolut genialen Pyramiden.“
„Die Landschaft ähnelt stark den geographischen Gegebenheiten in Tian Mo, einer Wüstengegend im Norden von Beijing; die Hügel, Berge und die gesamte Umgebung“, fährt Phelps fort. „Es stand nicht im Drehbuch, aber ich wusste, dass es Rob gefallen würde, also trug ich ihm die Idee vor und wir beschlossen, sie für den Anfang des Films einzusetzen. Die Zuschauer werden vielleicht glauben, die Pyramiden seien computergeneriert… so etwas erwartet man einfach nicht in China.“
Die massiven Pyramiden liegen in einem Tal mit hunderten von Gräbern, in denen die Überreste eines von den Mongolen ausgelöschten chinesischen Volksstammes liegen – denn Mitglieder dieses Stammes hatten einst den Pfeil abgeschossen, der Dschingis Khan tötete. Erst seit wenigen hundert Jahren begannen die Chinesen diese einst vollkommen vergessene Region wiederzuentdecken. Diese Grabmale sind die letzen Überbleibsel eines Volkes, das einen Furcht erregenden Herrscher zu Fall brachte.
Produktionsdesigner Phelps, der u.a. auch für Epen wie den Blockbuster „Troja“ verantwortlich zeichnete, erläutert seine einzigartige Herangehensweise an einen Spielfilm: „Wenn ich ein Drehbuch lese, beobachte ich die Story bezüglich der Helligkeit und Form. Das eine sehe ich hell, das andere wiederum dunkel; das eine ist lang und dünn, das andere klein und dick. Man braucht eine Vielfalt und ein Gleichgewicht, das sich in die Erzählweise des Drehbuchs einfügt. Es ist ein bisschen wie Musik, und das gleiche Prinzip gilt für die Farbgebung.“
Bei der Arbeit mit seinem Team an den Illustrationen zu „DIE MUMIE 3 - DAS GRABMAL DES DRACHENKAISERS“ bezog Phelps seine Inspiration aus dem goldenen Licht, das die gesamte Farbpalette des Films steuern sollte. Zu den ersten Sets, die er mit seinem Team erschuf, gehörte z.B. das Stupa-Gelände, wo sie „thangkas“, bunt bemalte Pergamentrollen und Freskos einsetzten. Da das Set im Schatten lag und Phelps und Duggan einen Farbtupfer brauchten, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer darauf zu lenken, schlug ein Mitglied des Teams vor, in bestimmten Bereichen des Gemäldes goldene Blätter einzufügen.
„Gold ist eine wundervolle Farbe, die zu allem passt“, meint Phelps abschließend. „Man kann es betonen oder abtönen, es passt auch perfekt zu Erdtönen und Rot. Durch das Gold wurden alle Sets miteinander verbunden – sogar im Imhotep-Nachtklub, wo der Lichtschein alles in Bernsteinfarben schimmern lässt.“