Donnerstag | 31. Mai 2012 | 08:08 Uhr
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  • Das Imperium der Wölfe

    Thriller, Action, Drama | Frankreich 2005
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      • | Die Dreharbeiten

      • Regen, immer nur Regen

        Im Film regnet es praktisch immer, die meisten Szenen wurden nachts gedreht und es gibt einen großen Anteil an Kampfszenen – drei Faktoren, die die Dreharbeiten sehr geprägt haben. Der nächtliche Regen ist ebenso atmosphärisches Leitmotiv, wie allegorisches Moment der Story, aber auch Katalysator für die Intensität des Films: „Es war mir klar“, so Chris Nahon, „dass ich damit den Wohlfühlfaktor bei den Dreharbeiten sehr klein halten würde: beim Produzenten, weil dieser permanente künstliche Regen natürlich nicht umsonst zu haben ist, aber auch bei allen Mitarbeitern, deren Arbeitsbedingungen zwangsläufig erschwert wurden. Die klamme Nässe am Set sickerte praktisch in jede Person und erzeugte zwangsläufig eine klamme Befindlichkeit. Außerdem muss man sich vorstellen, dass Regen und Wind für die Kamera erst sichtbar werden, wenn sie die zehnfache Wucht einer Dusche haben. Es war ein harter Weg, aber ich sehe nicht, welchen einfacheren Weg es gegeben hätte.“

        Dreharbeiten in der Türkei

        Das gesamte Finale von DAS IMPERIUM DER WÖLFE wurde in der Türkei gedreht, in jenem Teil Anatoliens, der auch als Ursprungsgebiet der Terrororganisation der Grauen Wölfe gilt. Das Kerngebiet der heutzutage als Kappadokia bezeichneten Region liegt im zentralanatolischen Hochland, etwa 300 km südöstlich von Ankara auf einer Meereshöhe von 1000 - 1200 Meter. Die geographischen Grenzen dieser Tuffregion sind der Berg Hasan Dag (3253 m) im Südwesten, die Flüsse Kizilirmak im Norden, der Melendiz Suyu im Südwesten, der Mavruncan im Südosten und der 3916 Meter hohe Vulkan Erciyas Dagi im Osten nahe der Stadt Kayseri. Das einmalige Gesicht dieser Landschaft wird von erodierenden Gesteinsformationen bestimmt. Die so entstandenen Zacken, auch Stoßzähne oder Feenkamine (peri bahcalari) genannt, sind veritable Naturwunder. Viele dieser oft bizarr anmutenden Tuff-Gebilde wurden zu Wohnzwecken ausgehöhlt. Zwar stellt diese Form der Höhlenarchitektur ein grandioses Beispiel schöpferischen menschlichen Wirkens dar, unter geologischen Gesichtspunkten jedoch ist es eine Katastrophe, da die statisch oftmals unbedachten Aushöhlungen die Erosion enorm beschleunigen. Pessimistische Schätzungen geben dieser Landschaftsformation noch eine Lebendsauer von maximal 200 Jahren. Seit zehn Jahren gehören die Feenkamine zum Weltkulturerbe der UNESCO. Weiterer Aushöhlung sollte damit Einhalt geboten werden.

        Zwischen dem Abschluss der Dreharbeiten in Frankreich und dem Dreh des aufwendigen Show Down in der Türkei lagen drei Monate. Beeindruckt von der Großartigkeit dieser Bergkulisse war es für Chris Nahon ein absolutes Muss in Kappadokia zu drehen. „Viele Bestechungsgelder sind dafür geflossen“, erinnert sich Patrice Ledoux. „Wir mussten permanent das Drehbuch anpassen, Verantwortliche ablenken oder unter Begleitschutz drehen. Die Grauen Wölfe agieren dort teilweise ganz offen, auch mit Tolerierung durch die Polizei. Letztlich war dort niemand am genauen Inhalt unserer Geschichte interessiert – dass die Grauen Wölfe den Drogenhandel kontrollieren, das wird alljährlich von Geheimdiensten und Regierungen in aller Welt veröffentlicht. Zwei andere Leichen in ihrem Keller durften aber auf keinen Fall auch nur angedeutet werden: niemals sollte von ihrer Verstrickung in den Völkermord an den Armeniern die Rede sein und auch nicht von ihrer Beteiligung am Attentat auf Pabst Johannes Paul II. im Jahr 1981.“ Und Chris Nahon fügt hinzu: „ Der türkische Teil der Dreharbeiten war wie eine Impfung durch die Wirklichkeit. Sie hat uns im Nachhinein die Möglichkeit und Plausibilität unserer Fiktion greifbar gemacht.“

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