Thriller,
Abenteuer,
Drama
| Deutschland / USA 2006
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| Mitgefühl beginnt am Set
Nach Abschluss der Dreharbeiten in Mosambik drehte das Filmteam die letzten noch ausstehenden Szenen in London, Belgien und Indien. Doch vor der Abreise aus Afrika hatte sich eine Idee in den Köpfen der Darsteller und Mitarbeiter festgesetzt: Alle waren tief bewegt von der herzlichen Aufnahme durch die Menschen, die sie dort kennen lernten. Gleichzeitig konnten sie die dort herrschende Armut nicht übersehen – und dagegen wollten sie etwas unternehmen.
Während der Dreharbeiten nutzte Djimon Hounsou seine Freizeit, um ein SOS-Kinderdorf in der Nähe von Maputo zu besuchen. (Die SOS-Kinderdörfer sind die international größte Hilfsorganisation für verwaiste und verstoßene Kinder.) Auch andere Schauspieler und Teammitglieder, darunter Leonardo DiCaprio, freuten sich über die Gelegenheit, einige Kinder aus dem Dorf kennen zu lernen, die beim Dreh als Statisten mitgewirkt hatten.
Als das Team die Sets nach Drehschluss abbrach, wurden die meisten Requisiten, Baumaterialien, Kostüme und sogar persönliche Habseligkeiten an die örtlichen Waisenhäuser und Krankenhäuser verteilt. Außerdem erklärte sich das Bauteam freiwillig bereit, Schulbänke und Stühle für die Waisenhäuser und Schulen herzustellen.
„Man kann sich unmöglich länger dort aufhalten, ohne dass einen das mitnimmt, gerade weil wir wissen, dass auch unsere größten Anstrengungen nicht ausreichen werden“, betont Zwick. „Unser Herstellungsleiter Nick Laws hat sich wirklich ins Zeug gelegt, um sich in den Gegenden, in denen wir drehten, umzuhören und herauszubekommen, was man dort am nötigsten brauchte.“
Weinstein bestätigt: „Man kann einfach nicht tatenlos zusehen, wenn man erfährt, dass man nur 1000 Dollar braucht, um den Frauen die 40 Minuten Fußmarsch zur Wasserstelle zu ersparen. Für mich war das gar keine Frage: Wir mussten irgendetwas tun.“
Alle Mitwirkenden – Schauspieler, Crewmitglieder und Filmemacher – spendeten Geld. Manche gaben einen Wochenlohn, andere sogar noch mehr. Diese Spenden kamen den Gemeinden zugute, in denen das Team während der Dreharbeiten zu „Blood Diamond“ so herzlich empfangen wurde. Mit den Summen wurde der Fonds „Blood Diamond Charity Fund“ ins Leben gerufen, in den immer noch neue Gelder fließen.
Außerdem berichtet Zwick: „Als ich bei Warner Bros. von dem Fonds und seinem Zweck erzählte, zögerte das Studio keine Sekunde und sagte zu, die von uns gesammelte Summe zu verdoppeln.“
„Mein Engagement für den Fonds hat mir persönlich sehr viel gebracht“, sagt Marshall Herskovitz. „Ich war schon an Projekten beteiligt, bei denen die Leute viel über ihr Engagement redeten, aber nie wurde etwas daraus. Eigentlich empfinden wir das gar nicht als karitative Arbeit; es geht vielmehr um eine Möglichkeit, unserer Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen und Kontakt zu den Menschen in Afrika zu halten, die uns so freundlich aufgenommen haben.“
Der Fonds hat seine Arbeit gerade begonnen, doch schon hat man sich große Ziele gesetzt: Brunnen sollen gegraben, Straßen und Schulen gebaut, Schulausstattungen und Lebensmittel angeschafft werden; es geht um ärztliche Versorgung und vieles mehr.
„Das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein, wenn man bedenkt, was alles sonst noch geschehen muss. Aber wir haben getan, was wir konnten… und das tun wir auch weiterhin“, sagt Zwick.