Thriller,
Abenteuer,
Drama
| Deutschland / USA 2006
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| Augenzeugen
Zwick bezeichnet sich selbst als „ewigen Studenten“. Er stürzte sich in die Recherchen und sammelte alle verfügbaren Informationen über die Geschichte und Auswirkung der Konfliktdiamanten, Kindersoldaten und die Revolution in Sierra Leone, bevor er die ersten Filmmeter belichtete. Über das Internet bekam er Kontakt zu einem anderen Filmemacher, der sich in jeder Produktionsphase von „Blood Diamond“ als unschätzbare Hilfe erwies: den preisgekrönten Dokumentarfilmer Sorious Samura.
„Ich suchte online eine Doku, von der ich gehört hatte: Sie heißt ,Cry Freetown‘“, erinnert sich Zwick. „Ich bestellte sie per Kreditkarte, und eine Woche später erhielt ich einen Brief: ,Wir konnten den Namen auf ihrer Karte nicht übersehen und fragen uns, ob sie ein Projekt über Sierra Leone planen. Wenn ja, rufen Sie uns doch gerne an.‘ Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Sorious Samuras Doku über Sierra Leone ist das authentischste Dokument über die Ereignisse des Bürgerkriegs. Viele Journalisten verließen damals das Land, und ein Großteil der Welt ignorierte die Vorfälle einfach. Doch er blieb dort und hielt sogar alles auf Film fest.“
Samura gesteht, dass künstlerische Erwägungen keine Rolle spielten bei seinem Entschluss, im Jahr 1999 die Gräueltaten um sich herum zu filmen – viel eher war es „ein verzweifelter Hilfeschrei in der Dunkelheit. Ich hatte miterlebt, was die Medien bewirken konnten, als sie über den Kosovo-Krieg berichteten. Also beschloss ich, mit der Kamera in der Hand festzuhalten, was in Sierra Leone passierte. Das war sehr gefährlich – etwa neun Journalisten waren vor Ort bereits umgekommen. Aber ich dachte nur daran, dass ich überleben musste, damit die Welt sich ein Bild machen konnte. Falls man die internationale Gemeinschaft aufrütteln konnte, würde sich vielleicht etwas ändern.“
So entstand „Cry Freetown“, der Samura weltweit Anerkennung und etliche renommierte Preise einbrachte. Er konnte sich allerdings nicht vorstellen, dass er Jahre später an einem großen Spielfilm mitwirken würde. Dazu Samura: „Als ich erfuhr, dass Ed Zwick an einem Spielfilm über Sierra Leone arbeitete, wollte ich sichergehen, dass alle Einzelheiten stimmen. Es geht darin zwar um fiktive Figuren, aber dennoch soll vermittelt werden, was tatsächlich schiefging, als es passierte, wie es passierte und warum. Ich sprach mit Ed und merkte, dass ihm genauso viel an der Authentizität lag wie mir selbst. Das hat mich schwer beeindruckt, und deshalb wollte ich an dem Film mitarbeiten.
„Gott hat uns Sorious geschickt“, sagt Zwick voll Dankbarkeit. „Er stellte sich mir zur Verfügung, und ich habe ihn voll und ganz in Anspruch genommen. Es ist einfach unschätzbar, jemanden dabei zu haben, der die Zeiten selbst miterlebt hat. Das ging weit über die Funktion des technischen Beraters hinaus: Er beriet uns nicht nur in Bezug auf praktische Dinge wie Kostüme und Requisiten, sondern brachte uns auch mit Leuten zusammen, die die Mende-Sprache und den Krio-Dialekt sprechen oder die sich mit den kulturellen Feinheiten in Sierra Leone auskennen. Er hatte Kindersoldaten, Schmuggler und Söldner begleitet. Unsere Schauspieler verließen sich voll und ganz auf ihn, besonders Leo und Djimon. Er war unser Freund, unser Berater, unsere Autorität. Er war die Seele der Produktion.“