Thriller,
Abenteuer,
Drama
| Deutschland / USA 2006
WERBUNG
| Der Ex-Söldner
Zwick stellt fest, dass DiCaprios Darstellung des Soldaten und jetzigen Glücksritters Danny Archer genau der Filmtradition klassischer Antihelden entspricht, „die große Schauspieler dazu inspirieren, im Dienste ihrer Rolle die tiefsten Abgründe ihrer Seele auszuloten. Begeistert habe ich miterlebt, wie sich Leonardo DiCaprio dieser Herausforderung stellt.“
DiCaprio führt aus, dass Archers Grundsätze durch die in seiner Heimat vorherrschende Gewalt und Habgier gefährlich korrodiert sind. „Er ist eindeutig abgestumpft“, bestätigt der Schauspieler. „Er ist zum Zyniker geworden. Er erlebt Afrika nicht mehr als Heimat – hier beuten die Menschen einander nur noch aus. Recht und Unrecht haben ihre Bedeutung verloren… es geht allein darum, wer als Stärkster überlebt.“
„Archers Gefühle sind verkümmert, er hat sein Ziel aus den Augen verloren“, bemerkt Zwick. „Er hat alle Optionen ausgereizt. Was er erlebt und selbst verbrochen hat, will er nicht einmal sich selbst eingestehen – jetzt will er einfach nur noch weg.“
„Deshalb geht es bei dem Diamanten nicht nur um den Geldwert; für Archer ist er die Verheißung von Freiheit, Flucht vor seiner Vergangenheit“, fügt DiCaprio hinzu. „Doch im Verlauf der Handlung wird er mit Maddys Idealen und Solomons Mut konfrontiert – dadurch meldet sich sein Gewissen: Er stellt sein Leben und seine Tätigkeit infrage.“
„Leo stürzt sich ungeheuer engagiert in seine Rolle“, berichtet Zwick. „Er besitzt die unheimliche Fähigkeit, in eine andere Figur zu schlüpfen und ganz darin aufzugehen. Er traf sich mit Ex-Söldnern, Mitarbeitern von nichtstaatlichen Organisationen und ehemaligen Soldaten und hörte den Leuten stundenlang einfach nur zu. Schließlich war er sogar in der Lage, in dem Dialekt textlich zu improvisieren. Doch er drückt sich nicht nur durch die Sprache aus – er bringt Danny Archer auf den Punkt.“
„Ich halte Leo für einen der besten Schauspieler der Gegenwart“, erklärt Paula Weinstein. „Dabei kommt es mir nicht nur auf seine Dialoge an – viel wichtiger ist, was er ausdrückt, wenn er gar nichts sagt. Ein Gefühl erscheint auf seinem Gesicht, und schon weiß man, was er empfindet. An jedem einzelnen Drehtag bewies er sich als engagierter Profi, immer aufmerksam, immer konzentriert, und ich staunte immer wieder, wie er sich in die Rolle einbrachte.“
Gillian Gorfil zeigt sich ebenfalls beeindruckt darüber, wie DiCaprio den Akzent der Region meisterte. „Leo stellte sich der Herausforderung, mit einem authentischen südafrikanischen Akzent zu sprechen, was nur sehr schwer zu schaffen ist. Was er leistet, ist wirklich verblüffend. Wenn ich manchmal die Augen schloss, konnte ich ihn von den Mitarbeitern der einheimischen Crew nicht mehr unterscheiden. Bald sagte er sogar ,Howzit‘ – die örtliche Variante von ,Hello, how are you?‘, wenn er uns begrüßte.“