Thriller,
Abenteuer,
Drama
| Deutschland / USA 2006
WERBUNG
| Der Fischer
Im Gegensatz zu Archer bildet Solomon Vandy laut Zwick „den moralischen Fixpunkt des Films. Wie so viele Menschen leidet er unter der Verwahrlosung, die der Krieg mit sich bringt. Sein Dorf wird überfallen, er gerät in Gefangenschaft, verliert seine Familie, und für ihn beginnt eine Odyssee, ohne dass er je die Hoffnung verliert. Sogar in dieser fremdartigen Umgebung können wir seine Situation bestens nachvollziehen… die Liebe zu seinen Kindern, der unerschütterliche Zusammenhalt der Familie. Ich merkte, dass man die Story nur durch seine Augen angemessen erzählen kann, mit seiner Wut, seinem Leid, Frust und Mut. Denn es geht um seine Heimat, um sein Land. Obwohl wir auch Archers Sicht der Dinge nachvollziehen können, erzählt der Film im Grunde Solomons Geschichte.“
„Ich finde die Story wunderbar, denn sie gibt uns die Gelegenheit, so schwierige Themen wie die Konfliktdiamanten, Kindersoldaten und Flüchtlingslager auf den Punkt zu bringen“, sagt Djimon Hounsou. „Mir haben die unterschiedlichsten Aspekte des Films angesprochen. Weil ich selbst Afrikaner bin, gefiel mir natürlich besonders, dass die Geschichte aus Solomons Sicht erzählt wird.“
Hounsou lebt zwar schon seit etlichen Jahren nicht mehr in Afrika, beweist aber immer wieder, dass er seine Heimat nicht vergessen hat, indem er Organisationen wie Oxfam und Amnesty International unterstützt. Aktuell nahm er für die AI-Kampagne „Make Some Noise“ einen Werbespot zum Thema illegaler Waffenhandel auf.
„Immer kann man etwas tun“, bekennt der Schauspieler. „Es geht also vor allem darum, ob wir das überhaupt wollen. Ich habe mir sagen lassen, dass man nur die Hälfte des Geldes bräuchte, das dem Kontinent gestohlen wird, um die Probleme der Hungersnöte, Bildung und medizinischen Versorgung in den Griff zu bekommen…“
Gillian Gorfil erinnert sich: „Ich habe gespürt, wie sehr Djimon von dieser Filmerfahrung bewegt war. Er stammt aus Afrika, reagierte also sehr persönlich auf Solomon und sein Schicksal.“
„Djimon liefert eine wunderbare Darstellung“, bestätigt Zwick. „Dass er aus Afrika stammt, den Kontinent in seinen Genen trägt, hat deutlich zu seiner Leistung beigetragen. So etwas lässt sich nicht imitieren.“
Auf dem Weg zum Diamanten bleiben Solomon und Archer durch unüberbrückbare, seit Generationen bestehende Rassen- und Klassenschranken voneinander getrennt. „Beide stammen aus Afrika, sind aber völlig unterschiedlicher Herkunft“, sagt Zwick. „Dennoch verbindet sie der Kontinent, den sie Heimat nennen. In mancherlei Hinsicht überlagert diese Gemeinsamkeit ihre Herkunft. Auf dieser gemeinsamen Ebene begreifen sie schließlich, dass sie beide Menschen in einer unmenschlichen Situation sind.“
Dennoch, so hält Marshall Herskovitz dagegen, „verfolgen die beiden gegensätzliche Ziele, durch die sie Opponenten bleiben, auch wenn sie verständlicherweise motiviert sind, an einem Strang zu ziehen. Ein Buddy-Movie ist dies also ganz und gar nicht: Archer und Solomon interpretieren die Welt auf völlig konträre Weise, und das wollen wir auf keinen Fall verwässern.“