Donnerstag | 31. Mai 2012 | 12:26 Uhr
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  • Blood Diamond

    Thriller, Abenteuer, Drama | Deutschland / USA 2006
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      • | Infanterie heißt Kindersoldaten

      • Mithilfe von Maddys Kontakten entdeckt Solomon seine Familie in einem Flüchtlingslager. Dort erfährt er auch, dass sein zwölfjähriger Sohn Dia – ein guter Schüler, der Arzt werden möchte – von den Rebellen entführt worden ist, um ihnen als Kindersoldat zu dienen. Dia wird von dem jungen Schauspieler Kagiso Kuypers gespielt, den die Filmemacher in der National School of Art im südafrikanischen Johannesburg entdeckten. Zwick wählte ihn unter Hunderten von Jungen aus den Townships der Region aus. „Viele dieser Kids beeindruckten uns, aber Kagiso profilierte sich besonders“, sagt Zwick. „Ich habe ihn beim Vorsprechen hart rangenommen, und ich war beeindruckt, dass er durchaus verstand, was mit Dia geschieht und wie er sich als Kind und Sohn verändert.“

        Zwick weiter: „Ich habe selbst einen Sohn im Teenageralter, und ich kann mir nichts Grausigeres vorstellen, als dass mir mein Kind genommen und von einer Bande skrupelloser, kaltblütiger Killer einer Gehirnwäsche unterzogen wird.“

        Leider gibt es auf der Welt Tausende Väter und Mütter, die diesen Horror selbst erlebt haben. Sorious Samura bestätigt: „Kindersoldaten gab es schon lange vor dem Krieg in Sierra Leone, und es gibt sie nach wie vor, denn immer gibt es auch Leute, die begreifen, wie effektiv man Kinder gegen ihre Feinde einsetzen kann. Diese Leute brechen den Willen der Kinder und bringen ihnen schreckliche Dinge bei.“

        „Wenn man analysiert, was mit einem Jungen passiert, den man zum Töten zwingt, kann man das nur als Zerstörung einer Menschenseele bezeichnen“, sagt Herskovitz. „Das ist ein unfassbares Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

        Gillian Gorfil stimmt ihm zu: „Was Kinder vor allem auszeichnet, sind ihre Ehrlichkeit und Unschuld. Wenn man dem Kind seine Unschuld nimmt, ist sie unrettbar verloren. Das ist unverzeihlich.“

        „Was nimmt man diesen Kindern, wenn man ihnen ein Gewehr in die Hand drückt und das Töten beibringt – in wessen Namen auch immer?“ fragt Weinstein. „Ich bewundere Ed dafür, dass er diesen Aspekt der Story unbedingt ehrlich und aufrichtig zeigen will.“

        Auch wenn die Filmemacher nicht davor zurückschreckten, die Indoktrinierung der Kindersoldaten zu zeigen, so achteten sie doch sorgfältig darauf, ihre jungen Darsteller in diesen Szenen nicht nur körperlich, sondern auch seelisch zu schützen. „Es gab beim Dreh jede Menge Vorschriften und Regeln, was man den mitwirkenden Kindern zumuten kann und was nicht“, berichtet Herskovitz. „All das wurde unter dem Gesichtspunkt konzipiert, die Kinder zu schützen, und natürlich haben wir uns sehr gern daran gehalten.“

        Zwick kümmerte sich auch ganz direkt um die Kinder. „Ich habe lange mit ihnen über die Szenen gesprochen und ihnen erklärt, was es mit den Kindersoldaten auf sich hat. Sie mussten unbedingt verstehen, was wir vorhatten, und diese Kids haben das durchaus kapiert.“

        Der beste Beweis dafür, dass die jungen Schauspieler „kapierten“, ist vielleicht der Kommentar von Kagiso Kuypers, der nach Abschluss der „Blood Diamond“-Dreharbeiten sagte: „Ich habe nie eine Waffe benutzt, um jemandem zu schaden, und ich werde das auch nie tun.“

        Was die filmische Darstellung von Dias brutaler Rekrutierung angeht, ist Samura optimistisch: „Das wird helfen, unsere Welt zu verändern. Manche Leute in Sierra Leone können den Kindersoldaten nicht vergeben, aber wenn sie miterleben, dass die Kinder keine Schuld haben, verstehen sie vielleicht, dass man diesen Kids unbedingt verzeihen muss.“
        Zwei Erwachsene stehen im Film für das Grauen und die Hoffnung der Kindersoldaten: David Harewood spielt den gnadenlosen Rebellensoldaten, der Captain Poison genannt wird. Er ist für die Gefangennahme und Versklavung von Solomon Vandy ebenso verantwortlich wie für die Verschleppung seines Sohnes Dia. Dazu Harewood: „Wahrscheinlich kann man Poison mit einem Satz charakterisieren: ,Du hältst mich für den Teufel – aber nur, weil ich in der Hölle gelebt habe. Ich will hier raus.‘“

        Auf der anderen Seite des Spektrums steht der engagierte Lehrer Benjamin, der eine Schule für die jüngsten Kriegsopfer leitet – darunter sind auch ehemalige Kindersoldaten. Hier kann man sie laut Benjamin „ins Leben zurückholen“. Die Rolle des Benjamin übernimmt Basil Wallace. Er sagt: „Obwohl diese Kinder Grauenhaftes durchgemacht haben, sind sie aus Benjamins Sicht immer noch unsere Zukunft. Wir müssen sie lieben und hegen, denn wenn die Kindergeneration nur noch Leid kennt und anderen Schmerzen zufügen kann, gibt es für uns keine Zukunft.“

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