Donnerstag | 31. Mai 2012 | 08:15 Uhr
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  • FILMDETAILS | Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford
  • Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

    Drama, Western, Krimi | USA 2007
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      • | Auf die Details kommt es an

      • Wenn Mythen und historische Umstände sich widersprachen, entschied man sich für Schusswaffen, die nach Faktenlage am wahrscheinlichsten waren. Zum Beispiel wird abwechselnd berichtet, Robert Ford habe Jesse James mit einem Smith & Wesson Model 3 American oder einem Kaliber 36 erschossen. Die Filmemacher entschieden sich für das Model 3, eine nickelbeschichtete Pistole, mit der man 44er-Geschosse abfeuert. Es war nicht einfach, ein solch seltenes Sammlerstück aufzutreiben – was auch für das ähnliche Schofield Model 3 gilt, das Jesse James benutzte. Das Filmteam fand einige Exemplare in sehr schlechtem Zustand: Sie wurden bei Smith & Wesson instand gesetzt, und Brad Pitts Filmwaffe erhielt sogar genau die Seriennummer, die auf Jesse James’ Waffe eingraviert war.
        Als Schauspieler und Produzent legte Brad Pitt größten Wert auf authentische Requisiten, vor allem natürlich all die Dinge, die Jesse betreffen. In dem silbernen Ring, den Jesse am kleinen Finger trug und der seine Zugehörigkeit zur ehemaligen Bürgerkriegs-Partisanenbrigade Quantrill’s Raiders ausdrückte, ließ Pitt sogar Jesses Zeichen eingravieren. Auch von dem goldenen Ring, der angeblich an Jesses Leiche gefunden wurde und in den sein voller Name eingraviert war, ließ man ein Duplikat anfertigen, obwohl der Zuschauer es nie zu Gesicht bekommt.

        Dazu Requisiteur Dean Goodine: „Brad machte oft seinen Einfluss geltend und brachte seine Ideen mit ein, um die Echtheit der Requisiten zu gewährleisten. Ob der Zuschauer jedes Detail wirklich mitbekommt, war nicht so entscheidend – Brad selbst wollte sicher sein, dass es echt ist. Wir haben uns sehr um Realismus bemüht und uns wirklich ins Zeug gelegt.“

        Jesse James informierte sich bekanntlich genau über alles, was in der Welt vorging, und las regelmäßig die Lokalblätter. Er ging sogar so weit, Leserbriefe zu schreiben, falsche Angaben in den Berichten über seine Verbrechen zu korrigieren und seine eigene Rolle aufzubauschen oder zu dramatisieren. Alle Zeitungsausgaben, die im Film zu sehen sind, zeigen exakte Faksimile-Reproduktionen tatsächlicher Blätter. Die Groschenromane mit den weitgehend frei erfundenen Abenteuern des berühmten Outlaws wurden ebenfalls nachgedruckt und finden sich in Robert Fords Schuhkarton, in dem er die Andenken an sein Idol sammelt. Ebenso authentisch sind die Bescheinigungen der Chicago-Alton-Eisenbahn und die damaligen Münzen und Banknoten.

        Bei der Herstellung verschiedener historischer Fotografien für den Film – vor allem Aufnahmen von Jesses Leiche, die später zum Preis von zwei Dollar angeboten wurden oder in stereoskopischen Bildgeräten in Drugstores betrachtet werden konnten – verzichteten die Filmemacher bewusst auf die Computertechnik. Vielmehr engagierten sie Experten für die historische Glasplatten- und Zinnplattenfotografie, die das authentische Verfahren verwendeten.

        Diese minutiöse Sorgfalt bis ins letzte Detail ist laut Dominik „absolut angemessen, weil wir uns ja vornahmen, die Story und ihre Figuren so realistisch wie nur irgend möglich zu schildern. Bestimmte Elemente im Film tragen gar nichts Entscheidendes zur Handlung bei, sorgen aber für den Gesamteindruck, mit dem wir ein komplettes Bild bieten. Der Unterschied besteht eben darin, dass man keinen Set baut, sondern eine ganze Welt erschafft.“

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