Donnerstag | 31. Mai 2012 | 08:23 Uhr
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    Science Fiction, Komödie | Großbritannien 2006
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      • | nt und Dec bereiten sich auf ihre Rollen vor

      • Zunächst probierten Ant und Dec jeweils beide Rollen aus, bis Campbell entschied, dass Ant Gary spielen sollte und Dec Ray. Sie selbst hatten eher zum Gegenteil tendiert. „Dec und ich gingen davon aus, dass wir jeweils die andere Rolle übernehmen würden“, erinnert sich Ant. „Bei unseren TV-Auftritten übernehmen wir diese Rollen ganz automatisch: Ich bin immer der Zappelphilipp und Dec der Vernünftigere. Es war also sehr inspirierend, das Rollenmuster umzudrehen, weil uns das stärker forderte.“

        „Durch die Rollen gewinnen sie Abstand zu ihren eigenen Persönlichkeiten, was sie als Schauspieler interessanter macht“, sagt Campbell. „Aufgrund der Proben kannten sie beide Rollen so genau, dass wir später bei den Dreharbeiten sehr davon profitierten.“

        „Das bedeutete natürlich, dass wir mit der Materie sehr entspannt umgehen konnten“, sagt Ant. „Weil wir die Dialoge beider Figuren gelernt hatten, konnten wir innerhalb der Vorgaben sehr selbstsicher improvisieren.“

        In den Wochen vor Drehbeginn arbeiteten Ant und Dec intensiv mit Regisseur Campbell – immer wieder gingen sie das Skript durch, entwickelten die Vorgeschichten ihrer Figuren. „Wir sind buchstäblich aus unserer Samstagabend-Fernsehhaut geschlüpft und haben uns in Schauspieler zurückverwandelt“, erklärt Ant. „Das war gar nicht so einfach – aber umso befriedigender fiel das Ergebnis aus. Jonny hat uns enorm unterstützt. Er achtete sehr präzise auf jede Einzelheit, jede Betonung, hörte sich auch sehr geduldig an, was uns selbst zu den Szenen und Figuren in den Sinn kam.“

        „Diese Vorab-Erfahrung hat richtig viel gebracht“, fügt Dec hinzu. „Durch Jonny haben wir unsere Rollen besser durchdrungen, aber er ermutigte uns auch, mit den Figuren spielerisch umzugehen, ihre Möglichkeiten auszuloten. Als wir dann zu drehen begannen, kannten wir die Rollen in- und auswendig und scheuten auch nicht davor zurück, vom Skript abzuweichen und Varianten durchzuspielen. Dass er uns diese Freiheit zugestand, zeigt doch, dass er uns vertraute – als Künstler und Darsteller.“

        Nach den vielen Jahren als Moderatoren von Live-TV-Shows stellte das Duo fest, wie schwierig es war, nicht wie üblich instinktiv à la „Ant & Dec“ auf den Humor des Skripts zu reagieren, sondern sich als Schauspieler neu zu entdecken. „Gleich zu Anfang forderte Jonny uns auf, die Dialoge ganz normal zu sprechen“, erklärt Ant. „Er legte Wert darauf, dass wir unseren Comedy-Instinkt vergessen – aber das dauerte eine Weile. Als TV-Moderatoren betonen wir normalerweise jeden Gag, lassen uns keinen Lacher entgehen.“

        „Das war ein hartes Stück Arbeit, und die Rückverwandlung vom Moderator zum Schauspieler dauerte länger, als wir erwartet hatten“, gibt Dec zu. „Umso toller war es, als wir es schließlich gepackt hatten!“

        Produzent Barnaby Thompson erinnert sich, wie er die beiden erstmals vor der Kamera erlebte: „Wir filmten Ausschnitte aus verschiedenen Szenen, und sofort merkten wir alle, dass sie spielen können. Man brauchte ihnen nur zwei oder drei Minuten zuzuschauen, und schon vergaß man völlig, dass man sie als Moderatoren kannte.“

        Campbell stimmt ihm zu: „Zu den Höhepunkten der Arbeit an diesem Film gehört für mich, dass ich miterleben durfte, wie sich Ant und Dec in Ray und Gary verwandelten, sich von Entertainment-Moderatoren zu talentierten, reifen Schauspielern entwickelten. Dass sie das Potenzial dazu hatten, wusste ich, denn die beiden haben ja schon als Kinderdarsteller angefangen. Aber jetzt können sie sich sogar neben Stars wie Harry Dean Stanton und Bill Pullman behaupten.“

        „Man darf nicht vergessen, dass sie ja als Schauspieler angefangen haben“, fügt Thompson hinzu. „Und den Beruf wollten sie auch nie aufgeben. In der Hinsicht waren die TV-Shows nur ein Umweg. Entsprechend haben sie unser Projekt sehr ernst genommen, und ihre Leistung zeigt, wie wichtig es ihnen ist.“

        „Art und Dec gingen mit großem Engagement und viel Einsatz an die Arbeit – so wie man es von ihnen gewohnt ist“, sagt Campbell. „Hier treten sie in ihrem ersten Film auf, stehen voll im Rampenlicht, was sie unglaublich unter Druck setzt – sie müssen einfach erstklassige Leistungen bringen. Und es zeigt sich, dass ihnen das hervorragend gelingt. Sie sind erstaunlich begabt, und sie haben bewiesen, dass sie wirklich in allen Bereichen voll überzeugen. Was uns zunächst Sorgen machte: Wie sollen wir die Zuschauer davon überzeugen, dass dieser Film nicht auf Ant und Dec zugeschnitten ist? Doch nach ein paar Drehtagen war von ihrem Art & Dec-Image nichts mehr zu merken – uns standen zwei sehr talentierte Schauspieler zur Verfügung. Manchmal muss ich mich selbst daran erinnern, wer sie eigentlich sind!“

        „Wenn wir als Ray und Gary auftraten, wollten wir deutlich machen, wie sympathisch sie sind“, sagt Dec. „Obwohl sie die tollsten Sachen erleben, sind sie eigentlich völlig normale Typen. Sie wollen es im Leben zu etwas bringen, ein bisschen Geld verdienen und das Beste daraus machen. Ray ist der Unternehmer, der Geschäftsmann…“

        „Hält sich für einen Geschäftsmann!“ unterbricht ihn Ant. „Immer feilscht und spekuliert er, hält Ausschau nach dem nächsten Deal, mit dem er Geld zusammenkratzen kann, die nächste große Sache, aber so gerät er immer wieder in zwielichtige Geschäfte“, gibt Dec zu.

        „Ray lässt sich in seinem Enthusiasmus einfach nicht unterkriegen“, sagt Ant. „Jedes neue Projekt erlebt er als großartiger und toller, immer konzentriert er sich mit aller Kraft darauf. Selbst wenn Gary das Gegenteil behauptet, lässt er sich davon nicht abbringen. In seiner Begeisterung schleift er Gary einfach mit, denn Gary ist der Vernünftigere der beiden. Er arbeitet als Angestellter, träumt einfach nur vom normalen Familienleben in einem Vororthäuschen. Doch tief im Innersten hat auch er ein Herz fürs Abenteuer – also lässt er sich von Rays Enthusiasmus mitreißen. Letztlich will er als Anwalt arbeiten, sesshaft werden – mit einer netten Familie, einem schönen Auto, einem schönen Haus, er möchte den Traum der Mittelklasse ausleben. Er scheut das Risiko, aber er lässt Ray nicht im Stich und hilft ihm aus der Bredouille. Immer wieder ruft Ray um Hilfe, braucht juristische Unterstützung, wenn etwas schiefläuft. Was Gary richtig zu schaffen macht: Als Ray in Amerika die fantastischen Filmausschnitte entdeckt, hält Gary das einfach wieder für einen Schwindel. Sein ganzes Leben hat er mit Rays Betrügereien leben müssen, die nie funktionieren. Also ist Gary von Anfang an äußerst skeptisch.“

        „Die beiden sind grundverschieden“, sagt Dec. „Dennoch sind sie unzertrennlich – egal, was passiert. Ray gerät von einem Schlamassel in den nächsten – Gary könnte ihn eigentlich einfach sitzen lassen und das ruhige Leben führen, von dem er träumt. Aber irgendetwas hält die beiden zusammen, sie müssen das gemeinsam durchstehen.“

        Ant sieht das ähnlich: „Es wäre für Gary ein leichtes, einfach abzuhauen, aber ihre Freundschaft ist stärker als jeder rationale Einwand.“

        „Und mit dieser Beziehung steht und fällt das Skript“, sagt Dec abschließend. „Dadurch entsteht die Dynamik. Wenn es diese Freundschaft nicht gäbe, hätten wir wahrscheinlich gar keine Geschichte zu erzählen. Sie ließen sich auf ein Abenteuer ein, mit dem sie in Sphären vorstoßen, die sie nicht für möglich hielten. Beide beneiden einander um die Vorzüge des anderen: Ray wünscht sich insgeheim ein normales Leben mit Frau und Kindern, aber irgendetwas verhindert das immer wieder. Gary lässt sich andererseits von Rays Abenteuerlust anstecken. Was da zwischen den beiden an Energie freigesetzt wird, bestimmt die Handlung ganz entscheidend.“

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