Donnerstag | 31. Mai 2012 | 08:23 Uhr
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  • Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden

    Science Fiction, Komödie | Großbritannien 2006
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      • | Dreharbeiten

      • Die Reise führt Ray und Gary aus den Londoner Gassen nach Beverly Hills und Washington/DC. Die wesentliche Handlung entwickelt sich zwar in Großbritannien, aber natürlich stellen die USA einen Schlüsselschauplatz dar, denn dort entdeckt Ray das Originalfilmmaterial von der Alien-Autopsie. „Wir wollten die amerikanischen Szenen unbedingt vor Ort drehen, um die Dimensionen ins richtige Verhältnis zu setzen“, sagt Thompson. „Der Film beginnt in einer kleinen Londoner Wohnung, führt die Helden aber bis nach Hollywood, und ich halte es für sehr wichtig zu zeigen, dass die Jungs wirklich dort gewesen sind.“

        Diese Reise in Bilder umzusetzen und die Unterschiede der beiden Lebensräume aufzuzeigen überließ der Regisseur dem Talent des Produktionsdesigners Grenville Horner.

        „Wenn man ein neues Drehbuch liest, entwickelt man auf der Stelle eine Vorstellung davon, wie der Film aussehen könnte“, sagt Horner. „Die Geschichte findet an vier sehr unterschiedlichen Schauplätzen statt: Omas Haus, Garys Wohnung, die Wohnung von Rays Schwester und Harveys Haus in den Staaten. Ich kann es nicht ausstehen, wenn man einen Film anschaut und gar nicht mitbekommt, in welchem Haus man sich gerade befindet. Also versuche ich diese Lebensräume klar und einfach zu definieren. Omas Haus steht für eine vergangene Zeit. Es bietet eine Zeitreise, die uns in die 1940er-Jahre zurückführt. Rays Schwester wohnt in einem Haus, das in den 1980er-Jahren renoviert worden ist – dort herrschen klare, gerade Linien vor. Gary wohnt in einer verwohnten Studentenbude, in der man noch die Hippie-Farben im Bad ausmachen kann, wie sie damals angesagt waren. Die entscheidenden Szenen finden also in drei Privatwohnungen statt – entsprechend wichtig ist es, dass sie klar gegeneinander abgegrenzt werden und gut zu ihren Bewohnern passen. Ich habe mich mit Jonny ausführlich über die Figuren und ihre Lebensräume unterhalten – das war meine Vorgabe für die Einrichtung. Denn wenn dann die Dreharbeiten beginnen, hat Jonny vollauf mit den Schauspielern und dem Kameramann zu tun. Alle wichtigen Informationen muss ich also schon in der Vorbereitungsphase aus ihm herausholen.“

        Die Sets für Garys Wohnung, Omas Haus und die Wohnung von Rays Schwester wurden komplett in den Ealing Studios gebaut. „Durch die Aufnahmen in den Ealing Studios konnten wir den Dreh völlig selbst bestimmen“, sagt Horner. „Wenn man an Originalschauplätzen dreht, kann man zwar ein vorhandenes Haus entsprechend einrichten, was wir teils auch gemacht haben. Aber anschließend muss man den Originalzustand wieder herstellen. Insofern ist es also viel einfacher, im Studio zu drehen. Dort können wir in jeder Hinsicht autonom arbeiten.“

        Die Ealing Studios sind das älteste Filmstudio der Welt. Die Hallen und Büros stehen bereits auf historischem Boden – sie haben den Wechsel zum Tonfilm, zwei Weltkriege und die späteren Veränderungen durch die technischen Revolutionen in Film und Fernsehen überstanden.

        Der britische Filmpionier Will Barker erwarb das Grundstück 1902. Basil Dean, Eigentümer der Associated Talking Pictures, übernahm es Anfang der 1930er-Jahre, und die Ealing Studios wurden gegründet. 1938 kam Michael Balcon neben Dean als Produktionschef hinzu. Die goldene Ära der Ealing Studios begann: Filme wie „The Ladykillers“ (Ladykillers), „The Lavender Hill Mob“ (Einmal Millionär sein), „Passport to Pimlico“ (Blockade in London) und „Kind Hearts and Coronets“ (Adel verpflichtet) entstanden und bildeten die Prunkstücke der erstaunlichsten britischen Produktionsfirma aller Zeiten.

        „,Alien Autopsy‘ entstand ganz im Geist der alten Ealing-Komödien – wunderbar, dass wir sogar hier drehen konnten. Wir treten in die Fußstapfen der berühmtesten britischen Komödien überhaupt“, sagt Thompson.

        Nachdem die britischen Szenen abgedreht waren, zog das Team in sonnigere Gefilde um: nach Los Angeles, was Campbell und Crew als große Chance begriffen, was sie aber gleichzeitig mit neuen Problemen konfrontierte. „Ich fühlte mich äußerst privilegiert, gleich meinen ersten Spielfilm in L.A. zu drehen“, sagt Campbell. „Andererseits übernahm ich damit die ungeheure Verantwortung, den hohen Erwartungen zu entsprechen. Die in L.A. gedrehten Szenen bilden die wichtigsten Elemente der Story. Hinzu kam unser Anspruch, originelle Drehorte in einer Stadt zu finden, die insgesamt einen gigantischen Drehort darstellt – wir hatten also eine Menge Arbeit vor uns.“

        „Wir drehten zwar in L.A.“, erklärt Horner. „Aber wir mussten dort Drehorte entdecken, die unsere gesamten Schauplätze in den USA doubeln können, denn wir hatten nicht die Zeit, durchs ganze Land zu reisen. Also suchten wir Locations, die uns das Publikum als Cleveland/Ohio, Florida und die Ostküste abnimmt. Die einzigen Szenen, die tatsächlich in L.A. spielen, zeigen den Obdachlosen – es ist also sehr wichtig, dass man L.A. sofort erkennen kann. Die meisten dieser Außenaufnahmen drehten wir in der Gegend um den Hollywood Boulevard, mit dem Hollywood-Zeichen im Hintergrund. Ein größerer Kontrast zu dem schmuddeligen Londoner Norden, in dem unsere Helden wohnen, ist kaum vorstellbar!“

        Horners wichtigste Aufgabe war, ein Haus aufzutreiben, in dem der ehemalige Militär-Kameramann Harvey leben kann. In Harveys Haus sieht Ray den brisanten Film zum allerersten Mal. „Wir suchten Harveys Haus in den Gegenden von L.A., die der Atmosphäre von Miami entsprechen“, erklärt Horner. „Ich war früher schon einige Male in L.A. und erinnerte mich an Gegenden in Richtung Wüste, die so entlegen wirken, wie wir uns das für Harveys Haus vorstellten. Doch nachdem wir uns etliche Häuser angeschaut hatten, merkten wir, dass die Landschaft gar nicht so entscheidend ist. Viel wichtiger war, wie das Haus selbst aussieht. Wir suchten nach einem heruntergekommenen einstöckigen Holzhaus, das schon bessere Zeiten erlebt hat. Ich habe Hunderte von Fotos der Motivsucher in L.A. durchforstet und fand schließlich ein spektakulär heruntergekommenes, baufälliges Haus. Es steht in Sun Valley, wo früher Orangen angebaut und Landwirtschaft betrieben wurde. Offenbar hat dort früher mal ein Farm-Manager gewohnt, wahrscheinlich wurde das Haus in den 1920er-Jahren gebaut. In Los Angeles findet man derart alte Häuser äußerst selten, weil all die Vororte erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Zu dem Haus gehört eine ebenso baufällige Scheune, in der wir dann Harveys geheime Welt einrichteten.“

        Eine der interessantesten Aufgaben meisterte die Ausstattungsabteilung, als es galt, einen Kornkreis anzulegen. Im Film stellt der russische Drogenhändler Voros das Geld zum Ankauf des Autopsie-Films zur Verfügung. Er trifft sich mit Ray an einem Kornkreis, weil er sich für alle paranormalen Phänomene interessiert. Ausstatter Chris Wyatt wurde die Anlage des Kornkreises anvertraut. Er begann seine Recherche in der Kornkreis-Hochburg im britischen Wiltshire. Erste Hinweise führten ihn zu einem Pub in Alton Barnes, wo sich die Kornkreis-Enthusiasten gern treffen. Wyatt sprach mit dem Gastwirt, der ihm in seinem schweren westenglischen Akzent erklärte, er solle Dan the Man aufsuchen. Dadurch wurde Wyatt erst recht neugierig: Er folgte der Spur und stand schließlich dem geheimnisvollen Dan the Man gegenüber.

        „Wenn du einen Kornkreis brauchst, bin ich genau der Richtige“, behauptete Dan. „Das ist meine Spezialität.“ Es stellte sich heraus, dass Dan the Man Hunderte von Kornkreisen geschaffen hat, die Wissenschaftler aus aller Welt ins Grübeln brachten. Dan war tatsächlich genau der Richtige.

        Dan fertigte einige Entwürfe für Regisseur Campbell an, und als man sich auf ein konkretes Design geeinigt hatte, tat sich das Filmteam mit Dans Crew zusammen und stellte den Kornkreis her. Doch weder Wyatt noch Dan sprechen über die Methoden, die dabei angewendet werden. Ganz im Sinne des Filmthemas gibt es eben bestimmte Geheimnisse, die nie gelüftet werden sollten.

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