Donnerstag | 31. Mai 2012 | 08:23 Uhr
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  • Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden

    Science Fiction, Komödie | Großbritannien 2006
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      • | Die Nachbildung des Aliens

      • Der eigentliche Star in „Alien Autopsy“ ist natürlich der Alien. Hätte der Original-Alien nicht so überzeugend gewirkt, hätten auch die Filmbilder von der Autopsie nicht eine derart hitzige Debatte ausgelöst – und diese Geschichte wäre nie erzählt worden. Wer ihn geschaffen hat, bleibt weiterhin ein Geheimnis. Bis heute hat sich niemand dazu bekannt – er oder sie zieht es vor, anonym zu bleiben. Als es dann daran ging, den Alien für den aktuellen Film nachzubilden, verließen sich die Produzenten auf das außergewöhnliche Talent des Bildhauers und Spezialeffekte-Experten John Humphreys.

        Humphreys’ wohl bekannteste Schöpfung ist Max Headroom, der sein Debüt in „The Max Headroom Show“ auf dem britischen Channel 4 gab, bevor er jenseits des Atlantiks in den USA berühmt wurde. Die Zuschauer beiderseits des Großen Teiches ließen sich täuschen und glaubten, Max Headroom sei im Computer generiert worden. Tatsächlich wurde er aber von Schauspieler Matt Frewer dargestellt, der eine Gummischaummaske und einen Glasfaseranzug trug und in einen animierten Hintergrund mit geometrischen Mustern einkopiert wurde.

        Humphreys standen als Anhaltspunkt nur grobkörnige Schwarzweißbilder zur Verfügung – nach dieser Vorlage schuf er einen „lebensgroßen“ Alien für die nachgestellte Autopsie. Wie er das bewerkstelligte, erklärt er Schritt für Schritt:

        „Ich habe mir den Film stundenlang immer wieder angesehen, machte Standfotos von dem Alien und vergrößerte sie so, dass ich die Konturen besser erkennen konnte. Als Erstes fertigte ich ein Tonmodell des Aliens, das dann als Vorlage für die Gussformen dienen sollte. Ich baute also ein dreidimensionales Skelett aus Aluminiumdraht und formte drum herum die Figur aus Ton. Dafür brauchte ich etwa drei Wochen. Als die Figur geformt war, glättete ich die Oberfläche und verpasste ihr mit einem feinen Schwamm eine Hautstruktur. Dann besprühte ich sie mit Silbervinyl-Dichtungsmittel und Wachs, um die Oberfläche zu stabilisieren und zu verhindern, dass sie an der Glasfaser-Gussform kleben blieb. Die Glasfaser-Gussformen bestanden aus mehreren Teilen – als sie komplett waren, brauchten wir das Tonmodell nicht mehr: Die Gussformen bildeten nun das Negativ der Figur. Dann mischte ich eine farbige Silikon-Gummimischung zusammen, und zwar in einem Hautton, mit dem ich später arbeiten konnte, und pinselte sie in die Gussform – so entstand eine etwa sechs Millimeter dicke Haut. Die Hohlräume der Gussform wurden dann mit Hartschaum aufgefüllt, der der Haut Halt gab. Es dauerte ein paar Stunden, bis die Haut und der Schaum getrocknet waren. Dann nahmen wir die Gussformen ab und hatten den Alien vor uns. Anschließend bemalten wir den Alien von oben bis unten mit Silikonfarben. Ich arbeite immer hyperrealistisch, und wenn ich die Haut bemale, benutze ich nur transparente Farben, die Schicht für Schicht übereinander aufgetragen werden.“

        Weil Humphreys nur unscharfe Schwarzweißvorlagen zur Verfügung standen, schuf er eine Hautfarbe, die sich an seiner eigenen orientiert. „Die Hautfarbe des Aliens entspricht zwar nicht ganz der menschlichen, aber doch fast“, erklärt er. „Es gibt subtile Abweichungen – so subtil, dass sie glaubwürdig wirken.“

        Das Gehirn wurde in Silikon-Gummi gegossen. Man überzog es mit Kunstblut und deckte es mit feiner Gaze ab, um den Eindruck zu erwecken, es sei von einer Membran überspannt. „Dann befestigten wir eine Angelschnur daran“, berichtet Humphreys. „Als das Gehirn Ray aus der Hand rutscht, während er es aus der Hirnschale hebt, ziehen wir an der Schnur, und es flutscht über den Fußboden.“

        Die schwarzen Kontaktlinsen bestanden aus Silikon, das auf die Augenflächen der Figur aufgetragen wurde. Als es getrocknet war, saß es buchstäblich wie angegossen. „Die Augen füllten wir mit Gleitcreme, um den Gallerteffekt zu erreichen. Das ist ein alter Trick, ein wichtiges Handwerkszeug, das sich im Werkzeugkasten jedes Spezialeffekte-Experten findet.“

        Der Knochen, der aus dem Bein herausragt, ist der einzige Körperteil, der nicht künstlich angefertigt wurde. „Ich besuchte meine Freunde, die Cosbys, auf dem Fleischmarkt Smithfields in London. Sie haben mir schon früher oft ausgeholfen, und diesmal erhielt ich von ihnen den Beinknochen eines Lamms, mit dem ich die Beinwunde nachgebildet habe.“

        Die Gleitcreme und die Lammknochen sind nur einige Tricks, die Humphreys parat hat: „Als Junge habe ich bei einem Schlachter gejobbt, und einer der ersten Tricks, die man als Schlachter lernt, gehört inzwischen zum Standardrepertoire aller Spezialeffekte-Experten. Man nimmt ein stumpfes Messer und taucht es in Blut. Dann hält man das Messer zwischen die Kamera und den jeweiligen Körperteil und führt es über die Haut. Aus Sicht der Kamera sieht es dann so aus, als ob aus dem Schnitt in der Haut Blut hervorquillt.“

        Diese Technik wurde in den Autopsie-Szenen angewendet. „Mit feinen chirurgischen Skalpellen haben wir im Körper des Aliens drei Einschnitte gemacht“, erklärt Humphreys. „Ich war auf viele Wiederholungen eingestellt, weil die Skalpelle so schwierig zu handhaben sind, aber wir haben jede Einstellung beim ersten Mal hinbekommen.“

        Der Alien-Typ, der bei der Autopsie zum Einsatz kommt, wird allgemein als Grauer bezeichnet. Die Grauen werden üblicherweise als kleine, schlanke Humanoide mit haarloser grauer Haut, großen Köpfen und riesigen schwarzen, mandelförmigen Augen dargestellt. Der Graue hatte seinen ersten Auftritt in einer Episode der Science-Fiction-TV-Serie „The Outer Limits“ aus den 60er-Jahren. Bald nach der Ausstrahlung der Episode entwickelten die Grauen die meisten ihrer Charakteristika. Seitdem tauchen sie immer wieder in Berichten von Begegnungen der unheimlichen Art und von Entführungen durch Aliens auf.

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