„Mache Dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech innen und außen“ (Genesis 6:14)
Vier Jahre nach „Bruce Allmächtig“ bleibt Tom Shadyac seinem Thema treu. Obwohl er mehrfach Fortsetzungen abgelehnt hatte, wollte er sich mit einem neuen Kapitel der „Allmächtig“-Serie wieder auf vertrautes Gebiet begeben. „Wir dachten schon immer, dass verschiedene Kapitel einer Gott-Serie viel komischer sind als eine klassische Fortsetzung von ‚Bruce Allmächtig’“, erzählt der Regisseur, „es ist viel ergiebiger und kreativer, die verschiedenen Figuren auszubauen.“
Mit „Evan Allmächtig“ präsentiert Shadyac erneut jene großartige Komik, die er mit Filmen von „Patch Adams“ bis zu „Der verrückte Professor“ bereits überzeugend unter Beweis gestellt hat – auf einzigartige Weise verbindet er Humor mit moralischem Anspruch. Während „Bruce Allmächtig“ die Frage nach dem Ursprung wahrer Macht zum Thema hatte, handelt die neue Episode davon, welche Opfer es beim Streben nach dem Glück bisweilen geben kann – und welche Komik in diesem Dilemma liegt.
Die Suche nach dem passenden, vielseitigen Schauspieler für die Hauptrolle gestaltete sich einfacher als erwartet. Eine 40jährige Jungfrau, die schon bei „Bruce Allmächtig“ mitspielte, erwies sich als die Antwort auf die Gebete der Filmemacher.
Steve Carells überzeugende Darstellung des eitlen Nachrichtensprechers und Gegenspielers von Bruce Nolan prädestinierte ihn als perfekten Kandidaten für das nächste Kapitel. Sein Erfolg mit „Jungfrau (40), männlich, sucht“ und seine Popularität als Manager Michael Scott in der NBC-Serie „The Office“ (dessen Darstellung ihm einen Golden Globe einbrachte), eröffneten ideale Möglichkeiten für die Filmemacher.
„Steve hat eine so eindrucksvolle Leistung in ‚Bruce Allmächtig’ abgeliefert, dass sich jeder an seine Szenen erinnert“, erläutert Shadyac. „Er lieferte einige der witzigsten Szenen des Films. Deshalb wollten wir diese Figur hier weiterentwickeln. Am Anfang war die Idee, dass Gott zu jemandem kommt und sagt: ‚Baue eine Arche’.“
Für die erfahrenen Filmemacher sollte ihr Held zum einen ein aalglatter, selbstverliebter Karrierist sein, zugleich aber sollte er den wahrhaften Wunsch haben, die Welt zu verändern – Bedingungen, die Evan Baxter aus „Bruce Allmächtig“ bestens erfüllte.
„Für diesen Film haben wir den amerikanischen Traum ins Extrem geführt, was albtraumhafte Konsequenzen nach sich zieht“, erläutert Shadyac. „Evan will das größte Haus, das größte Auto, den besten Job, das größte von allem – aber er versteht nicht, dass die Dinge nicht umsonst sind. Bis er schließlich entdeckt, dass er für alles einen Preis zu zahlen hat.“
Produzent Michael Bostick ergänzt: „Wir dachten, dass es sehr witzig werden würde, wenn Gott in das Leben von Evan tritt. Das hat nicht nur für die Story selbst funktioniert, sondern auch für den Hauptdarsteller, der gerade zum Star aufstieg als wir das Projekt entwickelten.“
Für Carell war es ein unwiderstehliches Angebot, noch einmal in die Rolle des arrogant komischen Evan Baxter zu schlüpfen. Er fand es faszinierend, diese Figur, die im ersten Teil relativ kurz vorkommt, in eine neue Richtung zu entwickeln.
„Diesmal geht es darum, dass Evan herausfindet, wer er wirklich ist und nicht mehr, wer er vorgibt zu sein“, erläutert Carell. „Seine Wahlkampfversprechen, die Welt zu verändern, waren leeres Gerede. Jetzt findet er heraus, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen diesen Plattitüden und aktivem Handeln – was durchaus anstrengend und schmerzhaft sein kann.“
Nachdem der Titelheld gefunden war, ging es darum, jenen Oscar®-Preisträger zu überzeugen, der als einziger für die Rolle von Gott in Frage kam: Morgan Freeman.
Schon 2002, als sich die Filmemacher Gedanken über die mögliche Besetzung von Gott machten, stand Morgan Freeman für Shadyac als einziger Kandidat für die Rolle fest. Dass Freeman für die Fortsetzung zur Verfügung stand, war für die Filmemacher unabdingbar. Seine elegante Würde sowie sein berüchtigt guter Sinn für Humor machten Freeman für Regisseur und Produzenten zur einzigen Option für Gott.
„Es gibt nur einen Gott. Und es gibt nur einen Morgan“, erläutert Produzent Bostick. „Freeman verfügt über diese unglaubliche, imposante Leinwandpräsenz.“
Ausschlaggebend für die Zusage von Freeman war seine gute Erfahrung mit dem Regisseur: „Tom genießt seine Arbeit regelrecht. Und Leute, die Spaß bei ihrem Job haben, liefern meistens gute Ergebnisse ab. Tom gehört definitiv zu jenen Menschen, mit denen ich ein ganz unkompliziertes Verhältnis habe.“
Der anerkannte Schauspieler macht keinen Hehl daraus, dass Comedy nicht unbedingt zu seinen Spezialitäten gehört. „Ich bin kein Komiker. Schreibt mir die Texte auf und ich werde sie sprechen“, erläutert er lächelnd. Seine Philosophie klingt einfach: „Lerne die Dialoge und sei so ehrlich wie möglich. Wenn das Material komisch ist und das timing stimmt, dann wird auch die Szene witzig werden.“
Die Aussicht, mit einer Legende zu arbeiten, wirkte für das Team und die Crew zunächst ein wenig einschüchternd. Aber Freeman sorgte schnell für eine entspannte Atmosphäre und erwies sich als wahrer Witzbold am Set. „Morgan wollte normal wie jeder andere behandelt werden und hatte keinerlei Sonderwünsche“, erläutert Carell. „Er strahlt eine große Gelassenheit aus, seine Selbstsicherheit ist frei von jeder Arroganz.“
Wie schon bei „Ace Ventura - Ein tierischer Detektiv“ und „Der Dummschwätzer“ steuerte Shadyacs bewährter Partner Steve Oedekerk wieder das Drehbuch bei. Mit seinem Skript sowie der Besetzung von Carell und Freeman hatten Shadyac und die Produzenten die beste Basis, erneut jene Magie zu erschaffen, die „Bruce Allmächtig“ zum weltweiten Kassenerfolg gemacht hatte. Jetzt benötigten sie nur noch eine Arche voller Tiere.