Das 1. Buch Moses erzählt, dass sich die Kreaturen Gottes ganz instinktiv und paarweise um Noah versammelten. Für „Evan Allmächtig“ musste der erfahrene Tiertrainer Mark Forbes dafür sorgen, dass 177 verschiedene Tierarten aus dem ganzen Land sich bei den Dreharbeiten einfanden. Um dieses riesige Schiff von Evan tierisch zu bevölkern, musste Forbes seine Leistungen für „Dr. Dolittle 2“ noch übertreffen.
„Es ist die Arche Noah. Dafür benötigen wir viele Tiere“, erklärt Shadyac trocken. „Wir präsentieren in ‚Evan’ die größte Anzahl von Tieren in der Kinogeschichte. Dabei wirkt jedes Tier völlig nahtlos eingebunden, weil jede Aufnahme individuell aufgenommen wurde.“
Über den Cheftrainer, der diese Magie möglich machte, sagt der Regisseur: „Mark Forbes ist ein wunderbarer Profi, ohne ihn hätten wir diesen Film nicht machen können. Er musste mit jedem Tier ganz individuell arbeiten, um so auf die verschiedenen Eigenheiten zu reagieren. Mark arbeitet sehr präzise.“
Zum veritablen Zoo von Forbes gehörten Löwen, Tiger, Pelikane, Leoparden, Giraffen, Elefanten, Kodiak-Bären, Paviane, Zebras, Rentiere, Kamele, Waschbären, Katzen, Stachelschweine, Hunde, Büffel und Schlangen, um nur einige zu nennen. Täglich von dieser Menagerie umgeben zu sein, faszinierte Crew und Schauspieler gleichermaßen.
Selbstverständlich wurden alle Dreharbeiten mit Tieren von Mitgliedern der Tierschutzorganisation AHA überwacht.
Für die Filmemacher war es entscheidend, dem Thema von Noahs biblischer Erzählung treu zu bleiben. Shadyac wollte, dass die Tiere nach ihren naturgegebenen Möglichkeiten beim Bau der Arche helfen sollten. So transportierten die Elefanten mit ihrem Rüssel das Holz, die Krähen brachten mit ihren Krallen die Nägel. Gleichzeitig sollte auf die üblichen Tierfilm-Gags mit sprechenden Schimpansen oder keifenden Papageien verzichtet werden.
Carells Filmgattin Lauren Graham erinnert sich an die surrealen Aspekte der Dreharbeiten mit ihren tierischen Partnern: „Es ist erstaunlich, was diese Tiere alles können. Sie sind unglaublich gut trainiert. Man sagt bestimmte Dinge zu den Elefanten und sie verstehen es: ‚Rosie, bewege deinen rechten Fuß. Dixie, zurück in die Arche.’ Seltsamerweise gewöhnt man sich schnell daran, so nahe bei diesen wunderbaren Tieren zu sein und mit ihnen zu kommunizieren.“
Die meiste Zeit mit den pelzigen oder gefederten, zwei- oder vierbeinigen Darstellern verbrachte Carell. „Ich hatte es vermutlich schwerer, meine Dialoge zu lernen als die Tiere, die irgendwelche Aktionen ausführen sollten“, amüsiert sich der Schauspieler.
Carell war erstaunt über die Fähigkeiten, mit denen die Tiere beim Bau der Arche halfen und hegt für einige ganz besondere Gefühle: „Die Elefanten und Giraffen waren sehr gefühlvoll, man kann in den Augen ihre Intelligenz erkennen. Die Alpakas und Kamele hingegen sind eher eklig, von ihnen geht ein wenig göttlicher Geruch aus.“
Das Training mit den Tieren begann schon Wochen, bisweilen sogar Monate vor den Dreharbeiten. Bei den Einsätzen der Tiere stand ihr natürliches Verhalten im Mittelpunkt und danach orientierten sich die Drehpläne. Forbes und sein Trainer-Team mussten beim Drehen penibel ihre Sicherheitsvorkehrungen einhalten, vor allem wenn Jäger- und Beutetiere ins Spiel kamen. „Man kann nicht einen Wolf einsetzen, wenn man zugleich mit Schafen drehen will“, erläutert Forbes. „Wir konnten Jäger und Beute immer nur getrennt vor die Kamera bringen, um die Sicherheit der Tiere und der Crew nicht zu gefährden.“
„Für die Szenen mit den Eulen stellten wir im Hintergrund eine Bluescreen-Wand auf“, fährt Forbes fort. „Danach filmten wir auf diese Weise die Tauben, gefolgt von den Möwen und schließlich den Adlern.“ Oft wurden trainierte Haustiere als Licht-Doubles verwendet. So dienten zum Beispiel zwei Pferde als Vorlage für die Nashörner, die später wiederum separat vor einer Bluescreen-Wand aufgenommen wurden. Das Visual Effects-Team steuerte viele computergenerierte Vögel und Säugetiere für diesen wahnwitzigen Zoo bei, die später mit Hilfe von Schnittmeister Scott Hill sorgfältig in den Film eingebaut wurden.
So gut Regisseur Shadyac auf die ungewöhnlichen Herausforderungen vorbereitet war, hat ihm dieses Abenteuer gute Nerven abverlangt: „Wie bringt man einen 1.000 Pfund schweren Bären in Position? ‚Bitte noch fünf Zentimeter nach links, Mr. Bär? Können Sie auf die Markierung gehen?’ Es ist und bleibt ein Bär, mit dem man es zu tun hat.“
Das Glück der Tiere sorgte bisweilen für kleinere Schäden bei den menschlichen Darstellern. Über Carell amüsiert sich Forbes: „Seinen ersten Drehtag hatte er mit Tauben und Möwen. Die Vögel flatterten ganz wild um ihn herum, landeten auf seinem Kopf – und hinterließen dabei natürlich auch reichlich Spuren. Aber Steve hat sich dabei ganz wunderbar verhalten.“