Schon zu Beginn des Schreibens machten sich Shadyac und Oedekerk Gedanken, wie die Arche aussehen könnte. Damals ahnten sie noch nicht, welche Ausmaße dieses Projekt annehmen sollte: Konstruktion und Bau einer Arche mit funktionalen Innen- und Außenräumen gerieten zu einer der größten Herausforderungen für die Produktion.
Verantwortlich für diese Herkules-Aufgabe war Produktionsdesignerin Linda DeScenna, die bereits für die vier vorigen Filme von Shadyac gearbeitet hat. Unterstützt wurde sie von art director Jim Nedza und dem erfahrenen Bauleiter Dennis DeWaay, der die Konstruktionsabteilung mit mehreren hundert Mitarbeitern führte. Die Herausforderung für das Team lag nicht nur in der Konzeption und der Konstruktion von etlichen großen Bauten, sondern auch in einem engen Terminplan.
Bei der Recherche für die Baupläne griffen die Planer auf Details der biblischen Erzählung zurück und konstruierten ein Fahrzeug, dessen immense Ausmaße alle Mitarbeiter in Staunen versetzten. Die Arche ist kein rein virtuelles Gebilde, sondern bietet großen Kreaturen wie Elefanten und Giraffen genügend Platz.
Begonnen wurde mit dem Bau im Januar 2006 in der Provinzstadt Crozet in Virgina. Auf dem Betonfundament wurden acht 4.000 Pfund schwere Spanten aus Stahl und Zedernplanken errichtet, dazu kamen die versteckten Stahlträger sowie der imposante Kiel. An der Baustelle wurde rund um die Uhr gearbeitet, damit Anfang April 2006 mit dem Dreh begonnen werden konnte.
Für das endgültige Aussehen der Arche wurde auf Beschreibungen aus der Bibel zurückgegriffen und auch Illustrationen diverser Kinderbücher dienten als Inspiration. „Tom wollte so viel Bühne und zugleich so viel Realität wie möglich haben. Das half ihm und damit half es auch den Schauspielern“, erläutert DeScenna.
„Das stimmt“, bestätigt Shadyac, „ich hatte das Gefühl, dass die Arche für alle wichtig war, insbesondere für Steve, der jeden Tag dort stand und dachte: ‚Oh mein Gott, was tue ich da?’. Unsere Arche war imposant und ich wollte, dass diese Größe auf Schauspieler und Team Auswirkungen hatte.“
Nachdem das riesige Betonfundament gelegt und mit roter Erde bedeckt war, begannen die realen Bauarbeiten, die genau mit Evans parallelem Schiffsbau im Film verzahnt wurden. Nach einem ausgetüftelten Plan wurde sechs Wochen lang die Arche gleichsam doppelt gebaut: Was die Schauspieler am Tag vor der Kamera bauten, wurde in der Nacht zuvor von den Bauarbeitern vorbereitet. „Es war ein enormes Unternehmen“, erläutert Bauleiter DeWaay. „Ich bin stolz, dass wir ein Gebäude von diesem Ausmaß gebaut haben. In Verbindung mit CGI entstand eine Konstruktion, die man so wohl zuvor noch nie gesehen hat.“
Als das Filmteam in Virginia ankam, lagen die vorgefertigten Bauteile für die Arche wie ein massives, dreidimensionales Puzzle auf dem Gelände. Das Konstruktions-Tandem DeScenna und DeWaay wurde unterstützt vom Special Effects Supervisor Dan Sudick, der sich vor allem um die Struktur der Arche kümmerte.
Die stahlverstärkten Spanten der Arche, die die Konstruktion tragen, waren die Idee von Sudick. Er entwickelte auch die zusätzlichen Bauteile für den Bug, der mit einer hydraulischen Vorrichtung bewegt werden konnte. Diese Hydraulik ermöglichte, dass bei den entscheidenden Sequenzen Hunderte Liter Wasser eingeleitet werden konnten – eine Flut, die später von den Effektspezialisten digital noch vergrößert wurde.
Neben der riesigen Arche wurde auch das „McMansion“, das neue Heim der Baxters, sowie drei Nachbarhäuser vom art department entworfen und gebaut. Weil sich die Kulissen direkt neben einem realen Baugebiet befanden, kam es nicht selten zu Verwechslungen von Haus-Interessenten - erst beim Anblick der Arche erkannten sie, dass sie sich auf einem Filmset befanden.
Im späten Frühjahr 2006 kehrte die Produktion nach Los Angeles zurück und beendete die Dreharbeiten auf dem Gelände von Universal Pictures. In den Studios entstanden alle Innenaufnahmen sowie die Szenen vom Bug der Arche. Um die passende Stimmung auf der Arche zu erreichen, wurden im Studio 27 täglich mehrere Hundert Tiere und Statisten mit Sprinklern nass gespritzt.
Während man in Los Angeles noch drehte, wurde in Virginia bereits mit dem Abbau der Arche begonnen, der überraschenderweise in nur einer Woche abgeschlossen werden konnte. Eine weitere Woche dauerte die Beseitigung des Betonfundaments. Am Ende erinnerte nichts mehr an die monatelangen Dreharbeiten, an die Hunderte von Menschen und Tieren, die hier gearbeitet haben.