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  • Wo ist Fred !?

    Komödie, Sport, Romanze | Deutschland 2006
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      • | Produktionsnotizen

      • Die ursprüngliche Idee für WO IST FRED ? geht auf ein Script der US-amerikanischen Filmautoren Cinco Paul und Ken Daurio zu-rück, die u.a. das erfolgreiche Drehbuch zu SANTA CLAUSE 2 – EINE NOCH SCHÖNERE BESCHERUNG (2002) mit Tim Allen in der Hauptrolle schrieben. Ursprünglich wollten Paul und Daurio ihren Film in Hollywood auch gleich selbst inszenieren, aber es haperte an der Finanzierung. So fiel der Stoff dem deutschen Producer Matthias Ehmke in die Hände, der bereits die US-Vorlage zu MÄD-CHEN MÄDCHEN! erfolgreich in Deutschland etablieren konnte. Ehmke bot das Buch dem Münchner Produzenten Philip Voges an, der sich mit seiner Firma Hofmann & Voges im Jahr 2003 die deutschen Rechte sicherte. Nach einjähriger Überarbeitungsphase, an der vor allem der Autor Bora Dagtekin (u.a. die TV-Serie „Türkisch für Anfänger“) beteiligt waren, konnten im September 2005 die Dreharbeiten beginnen.

        Produzent Philip Voges verpflichtete als Regisseur den Max-Ophüls-Preisträger Anno Saul. „Mir hat vor allem Annos Film KEBAB CONNECTION gut gefallen, vor allem deshalb, weil darin wild-komischer Slapstick mit liebevoll-emotionalen Szenen gekonnt ver-quickt waren“, erinnert sich Voges. „Denn WO IST FRED ? hat eine ähnlich polarisierte Thematik. Die Hauptfigur lernt durch eine vorgeschwindelte Behinderung, Verantwortung zu tragen und endlich auf sich selbst zu hören, um die richtigen Weichen zu stellen – vor allem sich für die richtige Frau, die wahre Liebe zu entscheiden.“

        Regisseur Saul hat vor allem dieser „herrlich unkorrekte und wahnsinnig lustige Stoff“ gereizt, um bei diesem Projekt einzustei-gen. Saul: „Ich finde gut, dass hier einmal sozial gesehen richtig auf die Pfanne gehauen wird, ohne ungerecht zu wirken. Der Hu-mor des Films rekrutiert sich aus der mitunter absurden Unsicherheit, die unsere Gesellschaft Behinderten entgegenbringt. Unser Film führt dem Zuschauer also den blanken Wahnsinn vor, wenn man meint, mit behinderten Menschen anders als mit nicht behin-derten Menschen zu kommunizieren. Diese Gesellschaft tut sich irrsinnig schwer, auf eine normale – sprich: geradlinig ehrliche Weise mit behinderten Menschen in Kontakt zu treten. Dieses Manko filmisch umzusetzen, hat schon sehr viel Spaß gemacht.“ Für Produzent Voges ist wichtig, dass sich der Film niemals auf Kosten Behinderter lustig macht. „WO IST FRED ? ist vielmehr das Martyrium eines ‚normalen‛ Menschen, der Fehler auf Kosten anderer macht, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Allerdings wird jede seiner asozialen Aktionen gleich mit einer körperlich sehr belastenden Strafe beantwortet“, fügt er lachend hinzu. Zudem haben bei WO IST FRED ? etliche behinderte Komparsen bzw. Profi- Nebendarsteller mitgespielt. Einer davon war der aus der ARD-Serie „Marienhof“ bekannte Schauspieler Erwin Aljukic („Frederik Neuhaus“).

        In Kontakt getreten ist das Drehteam auch mit einem echten Sportverein, dem mehrfachen deutschen Basketball-Meister „Alba Berlin“ respektive die „Berliner Albatrosse“. „Alba, deren Spieler in Berlin extrem populär sind, wollte schnell bei unserem Projekt mitmachen. Und da wir unsererseits für die filmische Handlung eine authentische Sportwelt darstellen wollten, waren wir sehr erleichtert über die Zusage“, erzählt Produzent Philip Voges. Zudem verfüge Alba seit Bestehen über eine eigene Rollstuhl-Mannschaft und engagiere sich auch sonst sehr stark für soziale Randgruppen.

        Jetzt galt es nur noch, die „Spielerfrage“ zu klären – sprich: den Filmcast zusammenzufügen. Letztlich stellte sich das als fast federleichte Aufgabe heraus. Während Produzent Voges Freds Kumpel-Darsteller Jürgen Vogel (DER FREIE WILLE) vor allem noch von der gemeinsamen Arbeit an BUDDIES (1996) kannte und mit Til Schweiger (BARFUSS) in engem Kontakt stand, wurden Alexand-ra Maria Lara (VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE) und Christoph Maria Herbst durch den Casting-Agenten Emrah Ertem „ent-deckt“, der u.a. Herbst bereits für den deutschen Sommer-Kinoerfolg HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST besetzen konnte.

        Mit diesem „absoluten Traumcast“ (Voges) wurde schließlich die Chaos-Mannschaft mit und um den liebenswerten Schwindler und Bauarbeiter Fred lebendig. „Schweiger funktioniert wunderbar als Fred, da er diesen All-German-Guy kongenial verkörpert. Dabei erlebt er das Dilemma, sich ausgerechnet als Simulant in eine Frau zu verlieben, die ihn doch als ‚Behinderten’ anhimmelt.“ Der vielbeschäftigte Profi Schweiger, der auch selbst als Filmproduzent und Regisseur tätig ist, hat sich noch während des Scriptle-sens in das Screwball-Thema des Stoffes regelrecht verliebt und wollte unter allen Umständen mitmachen.

        Demgegenüber hat seine Filmpartnerin Alexandra Maria Lara als treuherzige Werbefilmerin Denise eine sehr gefühlsbetonte Rolle übernommen, da sie eine elementar arglose Person verkörpert und daher bei ihrem schwindelnden „Schützling“ Fred/Til Schwei-ger eine gehörige Portion Seelenpein auslöst. „In den von uns gemachten Testvorführungen auch vor behinderten Zuschauern haben sich eigentlich alle gewünscht, dass am Ende Fred/Til Schweiger und Denise/Alexandra Maria Lara zusammen kämen“, erzählt Voges.

        Ambivalente Parts hatten demgegenüber Anja Kling ((T)RAUMSCHIFF SURPRISE – PERIODE 1) und Christoph Maria Herbst zu spielen. „Anja in der Rolle von Freds Verlobter Mara verkörpert ein Dilemma, das viele alleinerziehende Mütter heute haben. Viele dieser Frauen fragen sich nämlich, was muss ein Mann erfüllen, um meinem Kind zu gefallen. Andererseits besteht dabei die Gefahr, sich hinter solchen Partnerwünschen zu verstecken und den Mann immer perfekter und damit immer unrealer machen zu wollen.“ Der Basketball-Freak und Behinderte Ronnie wiederum ist für Voges eher eine „tragikomische Figur“, da er alles daransetzt, als „nor-mal“ anerkannt zu werden und deshalb ein übles Spiel mit Fred treibt: „Letztlich macht er aber seinen Egoismus am Schluss wieder gut, da er Fred und Lara zusammenbringen will.“

        Last, but not least ist man zudem sehr stolz auf das Engagement von Jürgen Vogel gewesen, der sich nach vielen und preisgekrön-ten ernsten Rollen auch wieder einer „leichten Rolle“ (Voges) wie die von Freds vorlautem, aber sympathischem Bauarbeiter-Kumpel Alex gewidmet habe. „Jürgen spielt den Freund, der alles immer nur noch schlimmer macht. Die Amerikaner sagen dazu nur ‚Goof Boy’“, erklärt Voges das dramaturgische Konzept.

        Im September 2005 fanden schließlich die Dreharbeiten in und um Berlin statt, unter anderem im malerischen königlich-preußischen Gartenschloss Sacrow bei Potsdam für die Aufnahmen im despotischen Behindertenheim. Dabei hatten die Schauspie-ler, vor allem die Gegenspieler Fred/Til Schweiger und Ronnie/Christoph Maria Herbst einiges an körperlichem Einsatz abzuleis-ten. „Ich bin Anhänger einer größtmöglichen Realität beim Drehen“, gibt Regisseur Anno Saul im Nachhinein grinsend zu. Das be-deutete zum einen den Einsatz etlicher Stuntleute, aber gleichzeitig auch, dass die Hauptdarsteller Schweiger und Herbst selbst Hand mit anlegen mussten. „In einer Szene auf dem Dach des Behindertenheims hängt wirklich Christoph Maria Herbst in der Luft, und Til Schweiger ist denn auch den größten Teil der Wendeltreppe mit den Rollstuhl ‚heruntergefallen’“, sagt Saul.

        Seinen größten Auftritt während des Drehs hatte Hauptdarsteller Schweiger im Berliner Stadion der „Albatrosse“ zu absolvieren. „Wir hatten nur einen Tag, an dem Alba ein echtes Spiel hatte und mussten innerhalb von zwei Minuten alles im Kasten haben. In einer Spielpause kündigte der Stadionsprecher an, dass gleich Til Schweiger auf dem Spielfeld erscheine und eine Rede halte. Dann kam Til, und er erklärte noch einmal, dass an einer Stelle seines Textes die Zuschauer zu klatschen und an einer andern Stelle sie „Buh“ rufen müssten. Schließlich hat er seinen Text gesprochen – und Til war einfach phänomenal. Es ist alles unglaublich gut geworden!“ erzählt Regisseur Saul.

        Insgesamt sind die Stadionszenen als Mix aus realen Spielbildern, die Saul mit insgesamt vier Kamera-Units an einem Spieltag aufnahm, ferner aus nachgedrehten Setaufnahmen mit Komparsen sowie mittels Hilfe der digitalen Nachbearbeitung im Rahmen der Postproduktion zu einem sehr realen und atemberaubenden Sportgeschehen vermengt worden.

        Produzent ist Hofmann & Voges Entertainment mit Neue Bioskop Germany, Senator Film Produktion und SevenPictures in Zusammenarbeit mit ProSieben. Gefördert haben das Medienboard Berlin-Brandenburg, der FilmFernsehFonds Bayern und die FFA – Filmförderungsanstalt. Senator Film Verleih bringt WO IST FRED ? am 16. November in die deutschen Kinos.

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