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    Thriller, Drama, Romanze | Deutschland / Frankreich / Italien / Rumänien / USA 2007
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      • | Produktion: Coppola und sein Team

      • Francis Coppola und Walter Murch (Schnitt) haben im Laufe von dreißig Jahren immer mal wieder zusammen gearbeitet. Ein paar von Murchs Academy-Award®-Nominierungen und drei Oscar®-Gewinne stammen aus Filmen, die Coppola inszeniert hat (The Godfather: Part II (Der Pate 2, 1974), The Godfather: Part III (Der Pate – Teil III, 1990), Apocalypse Now (Apocalypse Now, 1979)). Und es wären mehr gewesen, hätte Murchs Karriere damit nicht durchgestartet und ihn zu gewissen Zeiten nicht verfügbar gemacht. „Ich frage immer ihn“, so Coppola. „Ich war derjenige, der Walter den Wechsel vom Tonschnitt zu Film- und Tonschnitt vorschlug. Das war bei The Conversation (Der Dialog, 1974).“

        „Walters einzigartiges Talent besteht darin, dass er wirklich ein in jeder Dimension ausgebildeter Filmemacher ist – ein Autor, Regisseur und ein sehr kreativer Mensch, der Möglichkeiten des Erzählens einer Geschichte besser – sprich: effizienter oder ungewöhnlicher – beurteilen kann.“

        „Wenn er ein Projekt annimmt, taucht er tief darin ein und macht sich mit allem, was man gedreht hat, vertraut“, fährt Coppola fort. „Sein Kopf arbeitet lustigerweise wie meiner, insofern als dass er zwei Dinge betrachtet, die nichts miteinander zu tun haben, und dazu zum Beispiel sagt: ,Was, wenn wir beide miteinander verbinden?‘ Also ist der Arbeitsprozess mit Walter ein wenig davon bestimmt, dass er sich als Full-Time-Kollaborateur sieht, der sehr exzentrische Ideen hat, Ideen, die nicht geplant waren im Hinblick auf das Material. Aber manchmal habe ich auch exzentrische Ideen und dann ist er in der Lage zu sagen: ,Das mag ich‘ oder er schlägt ein exzentrisches Konzept vor, das mir gefällt. So wird das mit uns beiden eine echte, vor Ideen übersprudelnde Entwicklung der Story, die damit auf der einen Seite klarer wird, abenteuerlicher auf der anderen, cinematografischer insofern, als dass wir die Dinge in einen metaphorischen Kontext bringen.“

        „Kino ist in großem Maße eher Poesie als narrative Literatur“, ergänzt Coppola. „Poesie funktioniert vor allem auf verschiedenen metaphorischen Ebenen. Man versucht immer, die Essenz von etwas zu finden, indem man es mit etwas anderem vergleicht. Kino ist am besten, wenn es genau das tut, wenn es eine Emotion oder Idee nicht wörtlich ausdrückt, sondern mit einem Beispiel, mit einem Schnitt auf etwas, das nichts damit zu tun hat, aber das es irgendwie zusammenfasst. Walter ist sehr gut darin. Die Hauptaufgabe des Kinos liegt darin, zu versuchen, das narrative Niveau zu durchbrechen. Dann ist es mehr wie Poesie, und das ist wirklich schön.“

        Und er ergänzt: „Grundsätzlich ist diese Seite von Walters Persönlichkeit meiner sehr ähnlich, aber es gibt einen Aspekt seines Wesens, der anders ist. Er ist sehr sorgfältig und langfristig in seinem Denken. Ich bin wie ein innerer Verbrennungsmotor – ich habe ständig neue Ideen und springe ständig zu der nächsten. Walter ist eher wie eine Turbine, sehr beständig und konstant. Er ist sehr organisiert und methodisch und gleichmäßig bei der Durchführung.“

        Osvaldo Golijov (Musik) erhielt 2003 ein Stipendium der MacArthur-Foundation und war 2007 Composer-in-Residence beim Mostly Mozart Festival im Lincoln Center. Sein Soundtrack für JUGEND OHNE JUGEND markiert den Höhepunkt einer fünfjährigen Zusammenarbeit mit Francis Ford Coppola. „Mit Francis zu arbeiten war ein unglaublicher Traum. Dadurch, dass ich mit jemandem arbeiten darf, der ein großer Held von mir, von meinem verstorbenen Vater und von meinen Freunden in Argentinien ist, habe ich mir meinen Glauben an Wunder bewahrt. Bei jeder Gelegenheit, die ich mit ihm verbrachte, fühlte ich, dass es möglich ist, jeden Traum im Leben zu erfüllen!“

        Aber der Komponist gibt zu, dass er anfangs überwältigt war – nachdem er einen groben Aufbau gesehen hatte. „Der Film explodiert zugleich vor Ideen, Möglichkeiten, Umwegen und mehrdeutigen Ebenen. Großen Dank schulde ich Walter Murch, der ein Stück Papier griff und die wichtigsten Themen und Sub-Themen festhielt und den Rest Ausschmückungen oder Variationen nannte. Und in den meisten Fällen war es so.“

        Golijov und Coppola begannen ihre Zusammenarbeit im Skript-Stadium und sprachen über den „Borges“-Aspekt der Story – die unsichtbare Grenze zwischen Traum und Realität. „Ich skizzierte Themen und schrieb ein vollständiges Klavierstück, das die ,unsichtbare Grenze‘ entlangschritt, indem es sich um zweideutige Harmonien rankte – ein Stück, das sich auf rutschendem Sand bewegt. Ich wollte die musikalische Entsprechung der Story finden, die Dominic erzählt, über ,einen König, der davon träumt, dass er ein Schmetterling ist, der träumt, dass er ein König ist‘ und so weiter.“ Zirkularität. Der Komponist wollte Romantik genauso wie Melancholie ausdrücken – das Bedauern einer verlorenen Liebe, eines Lebens, das vielleicht in eine andere Richtung hätte laufen können.

        Ein anderes wichtiges Thema wurde „Mystical Eastern Powers“ genannt, mit Unterthemen, die sich auf den „Doppelgänger“, „Rupinis“ Wiedergeburt und Dominics Erfindung einer künstlichen Sprache beziehen. „Die Mitte des Films war das, was Francis ,den Movie‘-Aspekt nennt, sprich: die Nazi-Bedrohung. Dafür komponierte ich ein Thema mit dem Idiom der klassischen Bernard-Hermann-Scores (Vertigo (Vertigo – Aus dem Reich der Toten, 1958)). Francis mochte es, wollte aber auch etwas, das den rumänischen Geist einfängt. Er summte ein paar rhythmische Figuren und bewegte seine Schultern wie im Tanz danach. ,Naja‘, dachte ich. ,Jetzt haben wir Dienstagabend und wir müssen Freitag die Aufnahmen abschließen und noch diese ganze andere Musik aufnehmen.‘ Aber Francis hat das Talent, die unmöglichsten Dinge auf die inspirierendste und charmanteste Art zu erbitten. Ich schrieb dann morgens um sieben Uhr noch im Hotelbett ein Thema für Cembalo und Akkordeon, das wir um zehn Uhr aufnahmen und es später mit dem Herrmannesque-Thema, das ich vorher geschrieben hatte, kombinierten. Es wurde eines meiner Lieblingsstücke und definitiv war dies die kürzeste Zeitspanne zwischen Komposition und Aufnahmen, die mir je in meinem Leben gelungen ist – obwohl ich eigentlich immer spät dran bin.“

        Geboren wurde Golijov in Argentinien, wo er auch aufwuchs, aber die Familie seiner Mutter stammt ursprünglich aus Rumänien. Dort hat er schon früher mit verschiedenen rumänischen Musikern zusammengearbeitet. „Ich fühlte mich sehr zu Hause dort und freute mich darauf, zurückzukehren, an dem Score zu arbeiten und auf die Aufnahmen mit dem Bucharest Metropolitan Orchestra unter Dirigent Radu Popa.“

        Peter Swords King und Jeremy Woodhead (Haare und Make-up) sind Meister ihres Fachs, die alleine so gut wie zu zweit zusammenarbeiten. King kam als erster an Bord nach der Empfehlung von Regisseur Philip Kaufman, mit dem er Quills (Quills – Macht der Besessenheit, 2000) gedreht hatte. „Francis und ich trafen uns in London und hatten sofort eine Verbindung. Ich wurde als Verantwortlicher für den Gesamtlook des Films engagiert, aber als ich das Skript gelesen und ausgearbeitet hatte, was dieser erforderte, bat ich Jeremy, mein Partner zu werden.“ Peter King gewann einen Oscar® (mit Richard Taylor) für Lord of the Rings: The Return of the King (Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs, 2003).

        Während Woodhead die Dreharbeiten eines anderen Films zunächst abschloss, unternahm King die vorbereitenden Entwürfe für Tim Roth mit Hilfe einer Company namens „Animated Extras“. Zusammen trafen sie die Entscheidung, die Illusion des Alters mit zahlreichen kleinen Teilen zu kreieren, anstatt das Gesicht des Schauspielers komplett zu bedecken. Nach Beginn der Dreharbeiten war es Woodhead, der die Prothesen anlegte – eine jeweils zwei- bis dreistündige Prozedur. King kümmerte sich um die zwei Alexandras – Alexandra Maria Lara, die Laura und Alexandra Pirici, die „Die Frau aus Zimmer 6“ spielt. Beide trugen auch Verantwortung für allgemeine Aufgaben. „Es war ein großer Spaß, mit Francis und seinem Team zu arbeiten. Und eine echte Herausforderung, da er sich Dinge an Ort und Stelle ausdachte und wir sie dann umsetzen mussten.“

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