Donnerstag | 31. Mai 2012 | 08:48 Uhr
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  • Jugend ohne Jugend

    Thriller, Drama, Romanze | Deutschland / Frankreich / Italien / Rumänien / USA 2007
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      • | Produktionen: Parallelen

      • Da JUGEND OHNE JUGEND ein sehr persönliches Unterfangen ist, ist es keine Überraschung, Parallelen zwischen Francis Ford Coppola und seinem Protagonisten zu finden. Was sie teilen, ist eine Chance, ihre jüngeren Ichs noch einmal zu entdecken, während sie in der Gegenwart bleiben und die Weisheit der Erfahrung und des Erwachsenseins genießen. Bei Dominic passierte es durch einen Blitzeinschlag. Das Äquivalent für Coppola war schlicht die Entdeckung der Erzählung.
        „Die Story hat mein Leben berührt. Ich war 66 und begann, mich wie am Ende des Weges zu fühlen. Ich hatte seit acht Jahren keinen Film gedreht und wollte nicht noch einen weiteren von der Sorte machen wie zuvor. Ich war frustriert über meine Unfähigkeit, das Drehbuch für mein Traumprojekt ,Megalopolis‘ fertigzustellen. Da ich mich mit den philosophischen Ideen über Zeit und Bewusstsein beschäftigte, schickte ich es an jemanden, die, wie ich glaubte, etwas Interessantes darüber zu sagen hatte – Wendy Doniger, eine Freundin aus der Highschool, die heute Vergleichende Mythologie und Hinduismus an der Universität von Chicago lehrt. Sie schickte ein paar Zitate zur Zeitbeschreibung von ihrem Mentor, Mircea Eliade, zurück und schlug mir vor, dessen Erzählung ,Youth Without Youth‘ zu lesen. Sie war nicht einfach aufzutreiben, aber wir konnten sie schließlich doch finden. Beim Lesen wusste ich, dass ich meinen Stoff gefunden hatte.“

        Der Protagonist der Story hat eine andere Erfahrung gemacht. Nachdem er von einem Blitz getroffen wird, kommt Dominic in ein Krankenhaus, in dem er wie eine Mumie in Verbände gewickelt wird. Sein Arzt – gespielt von dem großartigen Schweizer Schauspieler Bruno Ganz – erklärt ihm, dass er sich in einem „Larvenstadium“ befindet. Als die Verbände abgenommen werden, hat sich Dominic in einen vierzigjährigen Mann mit neuen Zähnen verwandelt – „wiedergeboren“ wie eine Offenbarung oder ein Schmetterling, je nach kultureller oder religiöser Betrachtung. Und das ist nur der Anfang der Geschichte. „Ich liebe es, wie hier eine verflixte Sache nach der nächsten passiert“, so Coppola.

        Zur Genesung wird Dominic in eine Klinik geschickt, wo er erotische Träume hat, die sich aber als nächtliche Schäferstündchen mit einer anderen Patientin entpuppen – mit der „Frau aus Zimmer 6“. Aber die Dinge sind nicht, was sie scheinen. Das hübsche, junge Ding ist in Wahrheit eine Spionin, die mit eugenischen Wissenschaftlern unter einer Decke steckt – mit Nazis! Eines Tages verschwindet sie. Kurz darauf suchen SS-Offiziere nach Dominic. Der Professor hält sie lange genug in Schach, um einen falschen Pass vorzubereiten und seinen Patienten ins Exil schicken zu können – in die Schweiz, ein neutrales Land. Die heuchlerische „Frau aus Zimmer 6“ wird von Alexandra Pirici gespielt, einer rumänischen Schauspielerin und Choreographin, die hier ihr Leinwanddebüt gibt.

        „Du kannst den Film wie eine ,Faust‘-Variante lesen: Ein alter Mann wird jung, hat die Möglichkeit, sein Meisterwerk zu vollenden und sich wieder zu verlieben, aber er kann wegen der Liebe die Arbeit nicht abschließen – das ist sein ultimatives Opfer. Aber er kann auch als aufklärerischer Stoff gesehen werden, von dem man mehr über östliche Philosophien lernt“, sagt Coppola.

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