Thriller,
Drama,
Romanze
| Deutschland / Frankreich / Italien / Rumänien / USA 2007
WERBUNG
| Produktion: Der Osten - Der Westen
„Youth Without Youth“, erstmals 1988 in englischer Sprache veröffentlicht, reflektiert den kulturübergreifenden Zeitgeist der Moderne und natürlich das Diesseits, in dem Indien nur einen Telefonanruf entfernt ist. In allegorischer Form verweist die Story auf kulturelle, historische und religiöse Traditionen des Ostens wie des Westens – beispielhaft erläutert durch das Leben und die Arbeit von Mircea Eliade.
1907 in Rumänien geboren, war Eliade ein Suchender und Abenteurer, der sich viele Aspekte des Hinduismus zu eigen gemacht hat, ohne jemals seine christliche Abstammung zu leugnen. Seine Erfahrungen in Indien, wo er als junger Mann einige Jahre verbrachte, haben seinem Leben einen unauslöschlichen Stempel aufgedrückt. Ebenso haben ihn die Theorien von Carl Jung angezogen. Er kannte Jung persönlich und arbeitete mit ihm für eine Weile in der Schweiz zusammen.
„Youth Without Youth“ ist fiktiv und nicht per se eine Autobiografie, auch wenn darin bestimmte Schlüsselelemente aus Eliades Leben und seine Absichten widergespiegelt werden. Wie Dominic war Eliade ein Intellektueller, besessen vom Lernen und vom Schreiben darüber und was er in über 1.300 Büchern und Zeitungen im Laufe seines Lebens zum Ausdruck gebracht hat. Eros war ein omnipräsentes, manchmal umstrittenes Thema. 1938 nahmen Behörden Anstoß an den Elementen einer seiner Kurzgeschichten. Unglaublicherweise verbrachte er daraufhin einige Zeit im Konzentrationslager.
Nach diesem Vorfall verließ Eliade Bukarest, zog kreuz und quer als Kultur-Attaché, Lehrer und Dozent durch Europa, bevor er 1956 in die Vereinigten Staaten kam. Er kehrte jedoch nie in seine Heimat zurück, obwohl das Ende von „Youth Without Youth“ darauf schließen lässt, dass er mit Sicherheit davon geträumt hat.
Der Weg, auf dem die Arbeit eines bekannten Religionswissenschaftlers des 20. Jahrhunderts einen genauso bekannten Filmemacher erreicht, beginnt mit Professorin Doniger. Sie arbeitete mit Eliade an der Universität von Chicago zusammen und kannte ihn gut. „Er sprach leise, aber war sehr mutig in seinen Ansichten“, sagt sie. „Er hatte einen netten, leicht boshaften Sinn für Humor, war koboldhaft, vornehm und übermütig – eine großartige Gesellschaft, ein großartiger Erzähler.“
Eliade setzte auf einen frei fließenden cinematografischen Stil in vielen seiner Erzählungen, auch in „Youth Without Youth“. Er liebte Filme und Doniger ist sich sicher, dass er auch Coppolas Adaption „wegen ihrer technischen Innovationen, der Besetzung mit rumänischen Schauspielern – er war ein echter Patriot –, der Sanftheit der zeitlichen Übergänge und vor allem wegen der allgegenwärtigen geheimnisvollen und unerklärlichen Bedeutungen geliebt hätte.“