| Produktion: Agent Maxwell Smart seinen Dienst an..
Bei „Get Smart“ ist Peter Segals Ansatz nicht nur der eines Filmemachers – sondern auch der eines Fans: „Die TV-Serie ,Get Smart‘ (Mini-Max; auch: Super-Max) aus den 1960er-Jahren hat Kultstatus, ist ein echter Klassiker und zählt zu meinen Lieblingsserien. Ich war total begeistert – sie war nicht nur clever, sondern auch respektlos und zum Brüllen komisch.“
Dazu Produzent Charles Roven: „Wir wollen die Serie nicht nachahmen, sondern präsentieren eine aktuelle Version, die in unsere Zeit passt – mit einer modernen Perspektive und Actionsequenzen, die nicht nur dazu dienen, die Gags zu unterbrechen, sondern sich auch in jedem anderen Thriller sehen lassen könnten. Wir möchten die Welt der Super-Spione in eine neue Epoche übersetzen – mit einem Aufwand von echtem Kinoformat.“
Segal merkte schnell, dass sich allein durch die Erinnerung an die berühmten Helden in Kombination mit einigen neuen Figuren unzählige Ideen für Gags ergaben, denn auch die Serie lebte vor allem von ihrem cleveren Humor: Sie war die Kopfgeburt des unangepassten Comedy-Urgesteins Mel Brooks und Buck Henry.
„Wir nahmen uns vor, dem Geist von Mels und Bucks Konzept unsere Reverenz zu erweisen und ihn einer neuen Generation nahezubringen. Der Film bezieht sich liebevoll auf die Schlüsselelemente der Serie: die Respektlosigkeit, die politische Satire und die berühmten Sprüche, die in unsere Alltagssprache eingegangen sind“, sagt Segal. „Gleichzeitig erfinden wir eine neue Geschichte, verpflanzen sie auch stilistisch in die Gegenwart und verleihen ihr eine ganz eigene Dynamik. Wir möchten den neuen Zuschauern ebenso viel bieten wie den langjährigen Fans – unterm Strich soll der Film einfach lustig sein, egal, ob man die Vorgeschichte kennt oder nicht.“
Produzent Alex Gartner bescheinigt Segal „die Fähigkeit, die ,smarten‘ Comedy-Elemente mit ernsthafter Action zu kombinieren. Beide Elemente sind schon für sich allein schwer zu bewerkstelligen, und eine Kombination gestaltet sich noch komplizierter, aber gerade darin erweist sich Peter als Meister – deshalb wollten wir ihm die Regie anvertrauen. Es gibt jede Menge Slapstickszenen, die sich aber vor einem realistischen Hintergrund entwickeln.“
Steve Carell übernimmt die Rolle des Maxwell Smart und verantwortet den Film gleichzeitig als Executive Producer. Er rechnet vor: „80 Prozent sind Comedy, 20 Prozent Action, 15 Prozent Herz, 35 Prozent Romanze, 10 Prozent Abenteuer und sicher weniger als ein Prozent Horror. Wenn man das addiert, ergeben sich über 100 Prozent – mehr kann man von einem Film wirklich nicht erwarten.“
Laut Produzent Andrew Lazar überrascht es niemanden, dass „Steve Carell als Max das entscheidende Puzzle-Stück dieses Projekts darstellt. Als er die Rolle übernahm, passte plötzlich alles zusammen. Seine Vorstellungen von der Rolle haben das Ganze nachhaltig beeinflusst.“
„Mich reizte vor allem die Chance, mit Steve zu arbeiten“, gibt Segal zu, der deshalb sofort zusagte, ohne überhaupt das Drehbuch gelesen zu haben. „Ich kann mir niemanden sonst vorstellen, der dieser Rolle gerecht werden könnte – und wenn wir nicht den richtigen Max haben, können wir das Ganze vergessen.“
„Das Drehbuch ist ganz präzise auf Steves ungeheures Talent als Komiker zugeschnitten – so haben wir die Freiheit, uns in Dimensionen vorzuwagen, die anderen verwehrt bleiben“, berichtet Produzent Michael Ewing. „Mit den Drehbuchautoren Tom Astle und Matt Ember entwickelten Peter und Steve nicht nur die Hauptfigur, sondern auch wesentliche Handlungselemente.“ Carell bringt immense Erfahrungen aus seiner Zeit im berühmten Improvisationsteam Second City mit – immer wieder traf er sich mit den Filmemachern und seinen Schauspielerkollegen zum Brainstorming, um Szenen- und Gagvarianten zu entwickeln.
Um den Stoff angemessen ins 21. Jahrhundert zu übersetzen, kehrten Segal und die Produzenten zunächst zu seinen Ursprüngen zurück. Segal bezieht sich auf eine weitere aktuelle Roven-Produktion, den Hit „Batman Begins“ (Batman Begins), wenn er erklärt: „Mir gefiel diese Neufassung des ,Batman‘-Konzepts, weil dort die Ursprünge der Story auf ganz neue Weise erzählt werden. Unter diesem Gesichtspunkt beginnen wir auch in unserem Fall ganz am Anfang und erzählen, wie Maxwell Smart Agent wurde, wie er 99 begegnete und wie er es erstmals mit dem KAOS-Schurken Siegfried zu tun bekam – alle diese Elemente werden in der TV-Serie bereits vorausgesetzt.“
„Ab diesem Zeitpunkt ist er dann unser Max, wie wir ihn alle kennen und lieben. Aber in unserem Film erfahren wir eben auch, wie er dazu gekommen ist. Das ist eine wunderbare Einführung für neue Zuschauer, und auch die altgedienten Fans kommen auf ihre Kosten, weil die Erinnerungen an ihren Lieblings-Geheimagenten bedient werden“, sagt Drehbuchautor Tom J. Astle.
Zu Beginn des Films arbeitet Max intensiv an der Dechiffrierung von mitgeschnittenen verdächtigen Gesprächen – die verarbeitet er in umfangreichen Berichten für seine CONTROL-Kollegen. Doch er möchte unbedingt in den Außendienst – eine Aufgabe, auf die er sich äußerst gründlich vorbereitet hat. Der Chef muss ihm allerdings diesen sehnlichen Wunsch verwehren, denn Max ist als Analytiker einfach unersetzlich.
Dazu Carell: „Max macht seine Arbeit unglaublich ernsthaft und engagiert, aber eigentlich möchte er sich viel lieber im Außendienst bewähren.“
„Wie in allen seinen Komödien bekommt Steve an dieser Stelle die Gelegenheit, seine menschliche Seite auszuspielen – wir entwickeln echtes Mitgefühl für ihn“, sagt Segal. „Sein Max erlebt diese Gelegenheit als seine letzte Chance – dadurch werden viele seiner Entscheidungen und die daraus folgenden Konsequenzen maßgeblich beeinflusst.“
„Wie viele andere Menschen fürchtet auch er insgeheim, dass er den Absprung verpasst hat, dass der Zug bereits abgefahren ist“, fügt Drehbuchautor Matt Ember hinzu. „Doch aufgrund der Umstände wird sein Traum über Nacht wahr, und er macht Karriere. Plötzlich beginnt für ihn ein neues Leben.“
KAOS, der Erzrivale von CONTROL, startet einen Angriff auf das Hauptquartier der Agentur und lässt so die Tarnung der wichtigsten Agenten auffliegen. Deshalb hat der Chef gar keine Wahl: Er muss Max zum Agenten 86 befördern und ihm eine gefährliche Mission anvertrauen, die selbst ein erfahrener Agent kaum bewältigen könnte.
Obwohl die Situation gar nicht schlimmer sein könnte, ist Max total aus dem Häuschen.
„Ganz offensichtlich muss er noch eine Menge lernen – er macht Fehler“, gibt Lazar zu. „Aber ebenso offensichtlich hat er auch Qualitäten, die im Lauf der Handlung deutlich werden. Und so gelingen ihm Dinge, die sogar seine skeptische Partnerin Agentin 99 überraschen. Max hält sich nicht nur an die Vorschriften – er kennt die Vorschriften auch besser als alle anderen.“
„Doch obwohl Max das Agentenhandbuch auswendig gelernt und alle Prüfungen bestanden hat, hat er noch nie Situationen erlebt, in denen scharf geschossen wird“, sagt Roven.
Da gibt es keine Probezeit, keinen Anfänger-Bonus – er muss buchstäblich ins kalte Wasser springen.
Nur ein Partner kommt für Max infrage: Agentin 99 ist nämlich die einzige CONTROL-Top-Agentin, deren Tarnung trotz des aktuellen Lecks im System nicht aufgeflogen ist. Anne Hathaway sagt über ihre Rolle: „99 ist – gelinde gesagt – enttäuscht, mit einem derartigen Anfänger arbeiten zu müssen. Und als die beiden sich kennen lernen, übertreffen die ersten fünf Minuten ihre schlimmsten Erwartungen. Max muss sich also nicht nur vor seinem Chef bewähren, sondern er muss auch beweisen, dass er sich neben dieser eigenwilligen Frau behaupten kann, die ihm das Leben sicher nicht leicht machen wird.“
Segal behauptet, dass der ebenso tollpatschige wie hartnäckige Geheimagent niemals ein Stümper sein sollte: „Der Humor ergibt sich vielmehr aus Max’ unerschütterlichem Enthusiasmus im Zusammenspiel mit seinem beklagenswerten Mangel an praktischer Erfahrung. Aber er lernt schnell dazu. Seine grauen Zellen arbeiten ständig auf Hochtouren, und selbstbewusst ist er vom Erfolg seines Vorgehens fest überzeugt, auch wenn manches in die Hose geht.“
Genau dadurch wirkt Maxwell Smart so charmant, bestätigt Leonard Stern, der die Original-TV-Serie als Executive Producer und Emmy-preisgekrönter Autor betreut hat und im neuen Film eine Gastrolle als verwirrter Pilot übernimmt, der im Rahmen einer nationalen Sicherheitsmaßnahme aus seinem Flugzeug gezerrt wird. Stern sagt: „Wir sind immer auf Max’ Seite – wir wünschen uns, dass er Erfolg hat. Denn er lässt sich einfach nicht unterkriegen. Wenn er auf die Schnauze fällt, steht er sofort wieder auf und ignoriert das einfach, klopft sich den Staub vom Anzug und packt das Problem von einer neuen Warte aus an.“
„Als ich die TV-Serie anschaute, habe ich Maxwell Smart nie für einen Idioten gehalten“, sagt Max’ langjähriger Fan Carell. „Ich erlebte ihn als ideenreichen und fähigen Typen, der für seine Prinzipien eintritt. Dabei ging er nicht immer den direktesten Weg, aber selbst wenn ihm seine Intuition einen Streich spielte, schwamm er am Ende immer oben.“
Weil Max in der neuen Geschichte ein frischgebackener Agent ist, der sich noch gar nicht bewähren konnte, befand sich Carell in einer anderen Situation als Serienstar Don Adams, über den er sagt: „Don spielte die Rolle so unverwechselbar, dass es einfach unmöglich wäre, seinen Ansatz und Tonfall zu kopieren – ich möchte ihn auf keinen Fall nachahmen. Stattdessen versuche ich der Figur selbst auf den Grund zu gehen und die unzähligen Optionen der Serie auszuloten. Ohne die Vorlage irgendwie einzuschränken, möchte ich eine neue Version schaffen, die dem Original gerecht wird, aber auch auf eigenen Füßen stehen kann.“
Die geheime Agentur CONTROL, der Maxwell Smart sein Leben widmet, kämpft erbittert gegen die gegnerische Agentur KAOS – es gehört zum „Get Smart“-Mythos, dass sich diese rivalisierenden Agententeams ständig bekriegen, wobei ihre Existenz außer in den höchsten Regierungskreisen niemandem bekannt ist.
„CONTROL stellt eine geheime amerikanische Spionage-Agentur dar, deren einzige Aufgabe darin besteht, KAOS auszuschalten, denn diese internationale Organisation setzt alles daran, na ja, eben Chaos zu stiften“, sagt Ewing. „Diese ewigen Kampfhähne repräsentieren auf philosophischer Ebene den ewigen Konflikt zwischen Gut und Böse.“ Was in „Get Smart“ unzählige Möglichkeiten für Gags bietet.
Im Universum von CONTROL und KAOS weiß man nie, ob ein Kugelschreiber nur ein Kugelschreiber oder vielleicht eine Waffe ist. Telefonzellen verwandeln sich in Fahrstühle. Es gibt extrem komplizierte Passwörter und Geheimcodes, fantastische Geräte, die selbst James Bond Kopfzerbrechen bereiten würden, und Undercover-Agenten, die aus dem Nichts auftauchen, wenn man sie am wenigsten erwartet.
„Die Serie lief in der Zeit des kalten Krieges und des Vietnam-Krieges, was sich inhaltlich auch niederschlug. Entsprechend beziehen wir uns auf heutige Schlagzeilen“, sagt Segal in Bezug auf das nachhaltige Interesse der Öffentlichkeit an weltweiten Geheimoperationen. „Allein in den USA gibt es die CIA, das FBI, den Verfassungsschutz und über 100 ähnliche Agenturen – es ist also gar nicht so weit hergeholt, wenn man annimmt, dass Geheim-Organisationen wie CONTROL und KAOS existieren könnten. Es gibt jede Menge politischer Themen, die man für satirische Gags aufs Korn nehmen kann.“
„Anders gesagt: Seit ,Get Smart‘ vor 40 Jahren in einer Atmosphäre internationaler Spannungen und Verdächtigungen im Fernsehen lief, hat sich praktisch gar nichts geändert“, grinst Stern.
Offenbar brauchen wir Maxwell Smart dringender als je zuvor.