Thriller,
Action
| Frankreich / Großbritannien / USA 2006
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| Produktion: Brutale Kerle und heiße Kampfbr&
Bei einer Produktion von der Größe wie „Smokin’ Aces“ würde es eigentlich darauf ankommen, eine große Besetzung zu finden, eine Mischung aus unbekannten Gesichtern und erfahrenen Profis. Doch noch wichtiger war es den Verantwortlichen, wirklich passende Darsteller für die Rollen zu finden, anstatt nur auf den großen Starrummel zu setzen.
Liza Chasin, die Ausführende Produzentin, erklärt dazu: „Joe hat in seinem Buch ein vielschichtiges Figurenensemble erfunden, indem es mehr bedeutungsvolle Dialoge gibt als in irgendeinem anderen Film, bei dem ich bisher mitgearbeitet habe. Gleichzeitig steht jede Figur auch für sich allein, ist ganz individuell und hat einen vollkommen eigenen Charakter.“
Zunächst schien es ein ausgesprochen schwieriger Akt zu werden, den richtigen Darsteller oder die richtige Darstellerin für die entsprechende Rolle zu finden. Doch am Ende lief alles viel einfacher ab, als erwartet. Produzent Fellner beschreibt die Situation folgendermaßen: „Es war eine Erfahrung, die uns besondere Freude bereitete, weil es so viele Interessenten für die Rollen gab. Wir hatten die freie Wahl und konnten uns für diejenigen entscheiden, die wir haben wollten.“
„Schlussendlich hatten wir die besten Leute gefunden“, sagt Carnahan. „Dabei machte es keinen Unterschied, ob die Person bereits ein Star oder noch unbekannt war. Es hat mich wirklich gefreut, eine so durchmischte Besetzung bekommen zu können.“ Im Gespräch über seine Hauptfigur - den großen Magier Buddy „Aces“ Israel - sagt Carnahan: „Buddy ist das Resultat aus zwei Dingen, die mich schon lange faszinieren: Zum einen das Las Vegas der sechziger und siebziger Jahre, zum anderen der etwas verruchte Frank Sinatra. Irgendwie habe ich immer geglaubt, dass Sinatra, wenn er sein Talent als Entertainer irgendeiner anderen Sache gewidmet hätte, ein wahrer Verbrecher hätte werden können. Ich fand, das würde eine besonders interessante Figur abgeben, der man gern dabei zusieht, wie sie alle dazu bringt, durchzudrehen.“
Der Schauspieler Jeremy Piven interessierte sich bereits für eine Zusammenarbeit mit Carnahan, nachdem er dessen Film „Narc“ gesehen hatte. „Ich fand diesen Film absolut authentisch, und er hat mich komplett umgehauen,“ sagt Piven. „Für mich gibt es nur sehr wenige Leute, wo schon die Erwähnung des Namens reicht, damit ich sofort zur Stelle bin. Als ich den Namen Joe Carnahan hörte, sagte ich sofort: ‚Ich bin dabei!’“
Carnahan fügt hinzu: „Durch einen Darsteller wird eine Figur, die du erfunden hast, erst vervollständigt, und gelegentlich kommt dann etwas ganz anderes dabei heraus als du eigentlich vorhattest. Genau an dieser Stelle setzt meine Aufgabe als Regisseur ein. Bei Jeremy war es jedoch eine Freude, mitzuerleben, wie er sich in Buddy Israel verwandelte und aus ihm eine richtige Person machte.“
Als Hüter des Gesetzes brauchte Carnahan drei männliche Darsteller mit einem Widererkennungswert, damit man den FBI-Mitarbeitern, die Aces in Schutzhaft nehmen wollen, eine ganz besondere Note verleihen konnte. Mit Ryan Reynolds, Ray Liotta und Andy Garcia fand er die richtigen Leute dafür. Dabei stellte sich heraus, dass der extrem patriotische FBI-Agent Richard Messner das Herzstück des Drehbuchs war. „Messner hat einen wirklich vorbildlichen Charakter,“ sagt Canahan. „Und ich gehe davon aus, dass sich die Zuschauer am ehesten mit ihm identifizieren werden.“
Für die Besetzung dieser Rolle wendete man sich an den Schauspieler Ryan Reynolds, der aufgrund des „ungewöhnlichen Drehbuchs“, wie er sagt, umgehend zusagte. „Jede Figur in „Smokin’ Aces“ birgt ein Geheimnis und steckt voller Überraschungen,“ so Reynolds weiter. „Joe erlaubt ihnen, nach ihren eigenen Moralvorstellungen zu handeln und verwischt damit die Grenze zwischen Protagonist und Antagonist, zwischen Gut und Böse.“
Reynolds, den man aus so unterschiedlichen Filmen wie „Wild X-mas“, „Blade: Trinity“ und „Amityville Horror“ kennt, über seine Rolle: „Für mich war es etwas vollkommen Neues, den FBI-Agenten Richard Messner zu spielen. Er ist nicht gerade ein Draufgänger, erfüllt seinen Job aber wirklich gut und ist von dem, was er tut, absolut überzeugt.“
Die engste Beziehung hat Messner zu seinem Kollegen Donald Carruthers, einem ehemaligen FBI-Spezialagenten. Reynolds meint, dass Carruthers für Messner gleichermaßen „Freund, Bruder und Vaterfigur ist. Die Grenze zwischen einer brüderlichen und einer väterlichen Freundschaft ist ausgesprochen schmal. Jedenfalls empfindet meine Figur für Carruthers große Zuneigung.“ Die Rolle von Donald Carruthers ging an Ray Liotta: „Ich habe früher schon Polizisten gespielt, und in diesem Fall sah ich eine weitere Möglichkeit, wieder mit Joe zusammenzuarbeiten.“ Liotta hatte „Narc“ produziert und darin zusätzlich eine der Hauptrollen übernommen, nämlich die Figur des abtrünnigen Polizisten Henry Oak. „Seit der gemeinsamen Arbeit an ‚Narc’ fühle ich eine tiefe Verbundenheit zu Joe, und ich glaube, ihm geht es genauso.“
Messner und Carruthers werden von Stanley Locke, dem stellvertretenden FBI-Direktor und Leiter dieser Untersuchung, damit beauftragt, Aces zu verhaften. Locke wird von Andy Garcia gespielt, der bereits für den Oscar und den Golden Globe nominiert war. „Andy hat das Drehbuch auf Anhieb gefallen“, betont Liza Chasin. „Er hatte ein Treffen mit Joe, und kurz darauf war er im Team.“ Dazu Garcia: „Ich glaube, der Film ist eigentlich eine rabenschwarze Komödie. Alles ist so schrecklich absurd, aber gerade das macht ihn so interessant. Locke ist der Leiter der Untersuchung und von Zeit zu Zeit scheint er der einzige zu sein, der sich dessen bewusst ist. Außerdem gibt es im Laufe der Geschichte eine unerwartete Wendung.“
Carnahan brauchte aber noch drei weitere Schauspieler für die Besetzung eines Trios von Kopfgeldjägern und ehemaligen Polizeibeamten. Denen geht es nur darum, auf die Schnelle ein paar Dollar zu verdienen, indem sie Aces dem FBI und den Killern vor der Nase wegschnappen, sich aber ansonsten genauso ihrem Land verbunden fühlen und gerade noch so auf der richtigen Seiten des Gesetzes stehen wie die Kollegen von der Staatspolizei. Ben Affleck, Peter Berg und Martin Henderson schienen für diese Rollen wie gemacht.
Affleck gefiel das ungewöhnliche Casting, weshalb er umgehend zusagte, die Rolle des auf Kaution freigelassenen Zeugen Jack Dupree zu übernehmen. „Joe hat einen wunderbaren Job gemacht, indem er sowohl unbekannte Darsteller auswählte, die wirklich gut sind, als auch auf Stars zurückgriff, die man allerdings auf diese Art noch nie erlebt hat. Man muss es diesem kreativen Geist hoch anrechnen, dass er nicht einfach angesagten Trends hinterherläuft,“ meint Affleck und fügt augenzwinkernd hinzu: „Einen Kerl, der einen Ring am kleinen Finger trägt, sollte man unbedingt spielen.“
Affleck weiter: „Die meisten Autoren und Regisseure haben nur eine Sprache, in der sie sich ausdrücken können. Joe hingegen hat die Fähigkeit, in unterschiedlichen Sprachen zu schreiben, die gleichzeitig interessant und sonderbar sind. Sein Stil hat etwas vom Film Noir. Die Dialoge sind erfrischend unkonventionell, und jeder von uns ließ sich durch Joes Arbeit inspirieren.“
Peter Berg alias „Pistol“ Pete Deeks, ein hoffnungsloser Bulle, der im Film von Jack Dupree engagiert wird, stimmt dem zu: „Dieser Mann liebt die Sprache. Es war eine richtige Herausforderung, fast so, als würde man auf einer Theaterbühne stehen. Joe glaubt wirklich daran, dass es keine unbedeutenden Charaktere gibt. Genau deshalb hatten hier alle so viel Spaß. Jeder wurde so behandelt, als wäre seine Figur der eigentliche Star des Films.“ Übrigens hatte Matthew Michael Carnahan, der Bruder von Joe, zufälligerweise das Drehbuch für Bergs letzten Film „Operation: Kingdom“ geschrieben.
Martin Henderson, der den schweigsamen Ex-Cop Hollis Elmore spielt, las das Drehbuch und war sofort davon angetan, dass seine Figur die einzige aus dem unglückseligen Trio ist, die den Plan, Aces zu erwischen, von Anfang an nicht nur für eine verrückte Idee hält, sondern auch für wahnsinnig gefährlich. Henderson muss zugeben, dass „der Film extrem gewalttätig und schräg ist, aber ebenso lustig.“
Für die Besetzung der bösen Jungs brauchte Carnahan Schauspieler, die in der Lage wären, aus dem Stehgreif in ihre Rolle zu schlüpfen. „Ich glaube, die größte Angst eines Autors ist, dass sich jeder Charakter, den du erschaffen hast, exakt nach ihm selbst anhört. Meine Herausforderung bestand also darin, ein Gehör für meine Figuren zu entwickeln, um zum Beispiel den Dialog zwischen den zwei jungen schwarzen Frauen überzeugend herüberbringen zu können.“
Als Sängerin und Songschreiberin Alicia Keys diesen Dialog auf dem Papier las, erschien er ihr ziemlich authentisch. Sie gibt mit „Smokin’ Aces“ ihr Kinodebüt und übernahm die Rolle der bösen Auftragsmörderin Georgia Sykes. Produzentin Liza Chasin erinnert sich noch daran, wie sie Alicia das Rollenangebot machte: „Ich bin mir nicht sicher, ob Alicia je damit gerechnet hätte, dass ihre erste Rolle die einer Frau sein würde, die sich wie eine Nutte kleidet und mit Gewehren hantiert. Ich rechne ihr hoch an, dass sie meinen Befürchtungen zuvorkam, indem sie mir sagte: ‚Mein Publikum kennt mich als Sängerin, aber als Schauspielerin will ich ihnen etwas bieten, dass sie nie erwarten würden.’“
Alicias erste Reaktion auf das Drehbuch war folgende: „Je mehr ich davon las, desto spannender fand ich es. Es faszinierte mich nicht nur, wie jede Figur zum Leben erwachte, sondern wie die verschiedenen Geschichten miteinander verknüpft wurden. Die Dinge sind nicht das, was sie zu sein scheinen, und zum Schluss war ich sogar ganz hingerissen von der Geschichte.“
Um Aces auszulöschen, bekommt Keys von ihrem Agenten, dem Zuhälter Loretta Wyman, eine Partnerin an ihre Seite gestellt, die ebenso gnadenlos ist wie sie selbst: Sharice Watters, eine kleine Frau mit einer gewaltigen Kanone. Sie wird von Taraji Henson gespielt, die bereits für ihre Rolle als Shug in dem Film „Hustle & Flow“ große Anerkennung bekam. Was ihr an der Rolle der Sharice Watters ganz besonders gefiel, war die Möglichkeit, sich in dem rauen Stil und Verhalten der Figur zu üben. Hierfür verabschiedete sie sich von ihrem Image der von Natur aus überzeugenden, kleinen Schauspielerin. Denn Taraji musste sich körperlichen Veränderungen unterziehen. Sie durfte kein Make-up tragen, musste sich ihr Haar zu Cornrow-Zöpfchen flechten und sich die Haltung eines richtigen Fieslings aneignen. Außerdem erwischte sie sich dabei, plötzlich im übelsten Straßen-Slang zu reden. Henson über das Drehbuch: „Am meisten bewundere ich Autoren, die wirklich gute Dialoge schreiben können. Joe hatte es geschafft, für Gangster, für Mädchen aus der Gosse und für stock konservative Typen gleichermaßen überzeugend zu schreiben. Das fand ich einfach brillant.“
Zu Keys gesellte sich der für einen Grammy nominierte Hip-Hop-Künstler Common, der als Buddys rechte Hand in seinem Kinodebüt die Rolle des unerschütterlichen Sir Ivy übernommen hat. Von dem Moment an, wo sein Boss in immer größere Schwierigkeiten gerät, muss der Bodyguard wichtige Entscheidungen treffen. Deshalb suchte Carnahan einen Schauspieler, der in der Lage wäre „den ruhenden Pol inmitten des Chaos und den ehrenvollen Mann, der weiß, dass es 5 vor 12 ist, darzustellen.“
Common über seinen ersten Auftritt als Schauspieler: „Seit über 20 Jahren schreibe ich Songs. Das hier war absolut neu für mich. Man spricht plötzlich Sätze, die eigentlich zu einer ganz anderen Person gehören. Man muss so tun, als wären es die eigenen, und manchmal trifft man ins Schwarze und findet den richtigen Ton. Es ist eine wunderbare Weise, sich selbst auszudrücken, alles aus sich herauszuholen und Dinge zu tun, die man als Musiker niemals machen würde.“
Mit den Tremor-Brüdern nehmen Carnahans Schurkenfiguren schließlich eine irre Wendung. Sie sind nicht nur Fieslinge, sondern auch noch vollkommen durchgeknallt. Es sind die drei grässlichsten und seelenlosesten Neo-Nazis, die das ländliche Tahoe je gesehen hat. Kaum haben sie davon Wind bekommen, dass auf Aces ein Kopfgeld ausgesetzt ist, schwingen sich Darwin, Jeeves und Lester Tremor in ihren schwarzen 66er Bonneville, der mit Abzeichen der Luftwaffe versehen ist, und machen sich auf den Weg, um Unheil und Verderben zu verbreiten. Auf absonderliche Weise – was noch gelinde ausgedrückt ist – werden die drei Brüder von den noch relativ unbekannten Schauspielern Chris Pine, Kevin Durand und Maury Sterlin verkörpert. Keine noch so ausführliche Beschreibung würde reichen, um ihre Kleidung, ihren Frisuren und Tätowierungen, ihrer einzigartigen Ausdrucksweise und ihren Zusammenhalt als Brüder zum Ausdruck zu bringen. „Das sind die Typen, die den ganzen Laden in Schutt und Asche legen, um einen einzigen Kerl zu erwischen - und sie haben dabei auch noch so richtig Spaß“, amüsiert sich Carnahan über sein „dreiköpfiges Höllenmonster“.
Chris Pine, der das Vorsprechen für sich entscheiden konnte und die Rolle des Darwin bekam, meint dazu: „Ich glaube, es liegt am Make-up und an den Outfits. Es reicht zweifelsohne aus, sich das ganze Zeug anzuziehen, um in die Rolle zu schlüpfen. Im Grunde muss ich nur meine Filmbrüder ansehen. Wir sind alle wahnsinnig irre.“
Und als gäbe es nicht schon genug drohende Gewalt, um Aces auszulöschen, gesellen sich in Carnahans Welt noch weit finstere Gestalten hinzu, die aus ihren Verstecken hervor kriechen, um die Million zu ergattern. An erster Stelle steht da der eiskalte Folterexperte Pasqual Acosta, den Nestor Carbonell mit erstaunlich nüchterner Präzision spielt. An zweiter Stelle kommt der mit unzähligen Masken, Prothesen und Folterinstrumenten ausgerüstete Meister der Maskerade, Lazlo Soot, der abwechselnd von zwei Darstellern gespielt wurde. Dabei handelt es sich um die beiden international bekannten Schauspieler Tommy Flanagan und Joel Edgerton, die sich die Rolle des wortlosen Killers und Schlächters teilten.
Ist soweit alles klar? Ein besonderer Leckerbissen für das Publikum sind natürlich die Auftritte großer Schauspieler in Gastrollen. „Bereits während des Castings war klar, dass es ein paar Rollen geben würde, die nicht mehr als ein oder zwei Arbeitstage erforderten“, so Chasin. „Hier kamen Jason Bateman und M*^&#$! F*%^ (Schau dich nach einem bestimmten Sicherheitsbeamten um) ins Spiel.“ Obwohl es sich nur um kurze Auftritte handelte, sagten beide zu, nachdem sie das Drehbuch gelesen hatten.
Carnahan spricht all diesen unterschiedlichen Talenten seine Dankbarkeit für ihre Teilhabe an seinem Wahnsinnsprojekt mit folgenden Worten aus: „Ich werde es ihnen nie vergessen, dass sie sich dazu entschlossen haben, für ein Weilchen Teil meiner verrückten Welt gewesen zu sein.“