Thriller,
Action
| Frankreich / Großbritannien / USA 2006
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| Produktion: Wie man ein erfahrener Killer wird
Um die für den Film ausgesuchten Darsteller trainieren zu können, wurde höchster Einsatz und äußerste Disziplin vorausgesetzt. Das galt selbst für diejenigen in den kleinsten Rollen. Denn selbst mit Hilfe von CGI können sich Kettensägen, 50-kalibrige Präzisionswaffen in Monstergröße und Numchuck-Schlagstöcke nicht von allein selbständig machen. Dasselbe traf auch auf die 52 Spielkarten zu, die elegant durch die Luft fliegen mussten.
Für Jeremy Piven als der lüsterne Magier Aces war es unerlässlich, sich beibringen zu lassen, wie man Spielkarten vor der Kamera gleichmäßig wegschnipst. Er sagt: „Joe hatte uns überzeugt, dass man unbedingt sehen muss, wie Aces mit den Karten hantiert, ansonsten würden wir in Schwierigkeiten geraten.“ Piven trainierte so lange mit dem schottischen Zauberkünstler R. Paul Wilson, bis es aussah, als würde er die Karten wie ein Profi beherrschen.
„Wir mussten bei Null anfangen“, gesteht Piven. „Es war wirklich sehr kompliziert. Ich bin es gewohnt, mich zu verstellen. Ich spiele Schlagzeug und arbeite sogar mit den Händen. Aber mit Karten umzugehen, ist etwas ganz anderes. In einer Szene muss ich während eines Monologs drei Tricks vorführen, was eine unglaubliche Herausforderung für mich war!“ Für den Umgang mit Karten benötigt man eine gute Koordination, das hat nichts mit Magie oder Zauberei zu tun. „Die eigentliche Aufgabe ist dabei nicht etwa, einen Zaubertrick zu vollführen, sondern mit dem Publikum zu arbeiten, um es Teil vom Ganzen werden zu lassen“, betont Wilson. Um Piven einen Eindruck davon zu geben, wie es sich anfühlt, in seiner Rolle als Buddy auf einer Bühne in Las Vegas zu stehen, wurde er eines Abends in dem berühmten Hollywood-Zauberclub The Magic Castle als Special Guest mit den Namen Buddy Israel nach oben geholt. „Es ist eine Sache, sich nur vorzustellen wie es wohl sein könnte, auf einer solchen Bühne zu stehen. Aber wenn man es nur einen Augenblick schafft, das Publikum tatsächlich von sich zu überzeugen, hat man viel Selbstvertrauen gewonnen“, berichtet Piven über seine neue Erfahrung. „Es war ein beeindruckendes Gefühl, die erstaunten Gesichter zu sehen, als ich meine Tricks vollführte. Ich glaube zwar nicht, dass ich jemals besser sein werde als Paul oder David Copperfield, aber...“
Doch nicht nur Zauberei stand auf dem Programm. Bis auf Reynolds, der bereits für „Blade: Trinity“ durch eine harte Schule gehen musste, war keiner der anderen Darsteller mit Actionrollen vertraut. Von ihnen wurde einiges an körperlicher Kraft abverlangt.
Besonders die Tremor-Brüder mussten sich physisch auf ihre Rollen in „Smokin’ Aces“ vorbereiten. „Seitdem habe ich größten Respekt vor Actiondarstellern, die wie selbstverständlich mit Waffen und hoch technisierten Gewehren umgehen können“, gesteht Maury Sterling alias Lester Tremor. „Ich musste ein Gewehr mit zwei Kugeln laden, es abfeuern, leeren und erneut laden, um dann meine Pistole zu ziehen und den in Flammen geratenen Stuntman zu erschießen. Ich war noch nie so aufgeregt wie in dieser Situation.“
Auch Kevin Durand alias Jeeves Tremor erinnert sich: „Meine größte Herausforderung kam eigentlich erst an den letzten beiden Drehtagen. Ich musste Darwin und Lester zusammen mit meinen drei Waffen und dem ganzen Zeug aus hitzebeständigen Kevlar, das schrecklich steif und schwer ist, schleppen. Die Gewehre der anderen beiden kamen auch noch hinzu, so dass ich letztendlich ein Gewicht von 180 Kilo auf den Schultern fortbewegte und dabei auch noch mit der eigenen Knarre herumballern musste.“
Dagegen gerät Chris Pine alias Darwin Tremor beim Erzählen richtig ins Schwärmen: „Ich fand es toll, ein Maschinengewehr zu bedienen und mit Macheten zu hantieren. Eigentlich war ich nie daran interessiert, in derartigen Filmen mitzuspielen. Als ich aber das Drehbuch gelesen hatte, indem ständig von Ballereien und Blutspritzen die Rede ist, ohne dabei jedoch die großartigen Figuren zu vergessen, gefiel mir diese Welt.“
Während Piven also Zaubertricks lernte und die Tremor-Brüder sich zunehmend zu Psychopathen entwickelten, wurden Taraji Henson und Ryan Reynolds darin unterrichtet, eine Waffe zu bedienen und Geschossen auszuweichen. Auch Ben Affleck und Peter Berg machten sich mit den Besonderheiten von Spezialeffekten wie explodierende Knallkörper und Kunstblut vertraut. „Von jetzt an ist dieses Gewehr die Verlängerung meines Arms“, so Reynolds. „Für einen jungen Kanadier ist es ziemlich seltsam, sich so intensiv mit Waffen zu beschäftigen, aber wir mussten so gut mit ihnen umgehen können, dass selbst ein noch so erfahrener Schütze sagen würde: ‚Wow, der versteht was von seinem Handwerk.’“
Darüber hinaus musste Reynolds lernen, sich wie ein FBI-Agent zu verhalten, der in der Klemme sitzt. Mit Blick auf die wilde Schießerei im Nomad, dem Höhepunkt des Films, erinnert sich Reynolds: „Der Trainer sagte zu uns: ‚Das ist das Schlimmste, was euch passieren kann: Ihr kommt aus dem Fahrstuhl und steht in einem Gang, an den sich drei weitere Gänge anschließen, die ihr jedoch nicht einsehen könnt.’ Er brachte uns bei, wie wir aus dem Fahrstuhl herauskommen sollen und dann den Raum durchschreiten. Obwohl wir schon mit uns selbst genug beschäftigt waren, mussten wir gleichzeitig 24 Kugeln abfeuern und zwei Magazine nachladen, und das alles in weniger als 10 Sekunden!“
Über das extensive Training mit dem Präzisionsgewehr vom Kaliber 50 bemerkt Henson: „Außer einem Luftgewehr oder einer Spielzeugpistole hatte ich nie zuvor eine Waffe in der Hand gehabt. Zwar war ich schon mal als Polizistin in einer Fernsehserie dabei, aber das hier war wirklich intensives und hartes Training. Der Rückschlag und die Schallwelle dieser Waffen können dich richtig umhauen.“
Larz Anderson war verantwortlich für das Team der Spezialeffekte, das dafür sorgen musste, dass die Gewehre auf den Punkt genau schossen, Glas splitterte und Blut spritzte. In der entscheidenden Szene des Films musste sein Team etwa 400 Knallkörper zünden und 20 Menschen ‚abmurksen’. „Alle Spezialeffekte fanden am Set vor der Kamera statt,“ beteuert Anderson. „Es ist alles echt.“
Auch wenn für die gewünschten Effekte nicht ganz auf CGI verzichtet werden konnte, meint Carnahan, dass es dennoch vor allem auf das harte Training seiner Darsteller ankam: „Ich finde es viel besser, die echten Effekte in die Arbeit zu integrieren. Es ist einfach überzeugender, wenn man jemanden sieht, der eine Pistole abfeuert und ein Knallkörper explodiert, während in derselben Einstellung im Hintergrund eine Lampe wackelt. Das hohe Niveau des Films ist vor allem den Leuten von der Spezialeffekt-Abteilung zu verdanken, das für die tollen Tricks gesorgt hat.“