Thriller,
Action
| Frankreich / Großbritannien / USA 2006
WERBUNG
| Produktion: Die Arbeit an der Kamera
Die ständigen Anregungen des Teams waren für Carnahans Arbeit sehr förderlich. Kameramann Mauro Fiore, mit dem der Regisseur bereits für einen BMW-Werbespot zusammengearbeitet hatte, erinnert sich: „Wenn jemand mit einer spontanen Idee kam, war es kein Problem, die eigentlichen Pläne über den Haufen zu werfen und zu improvisieren. Joe ist sowohl ein visueller als auch ein konzeptioneller Mensch. Wenn ich zum Beispiel einen Einfall für einen Schauplatz hatte, musste der definitiv im Sinne des Drehbuchs sein. In dem Moment, wo wir eine Sache sowohl von der visuellen als auch von der inhaltlichen Seite angingen, war die meiste Arbeit schon getan.“
Carnahan pflichtet dem bei: „Es ist großartig, mit jemandem wie Mauro zusammenzuarbeiten. Er ist sehr intelligent und kennt sich in Sachen Film äußerst gut aus. Daraus ergaben sich so viele Gespräche über die Figuren und darüber, wie wir sie in Szene setzen sollten.“
Reynolds fügt hinzu: „Joe neigt dazu, möglichst viel mit der Kamera einzufangen, ohne an den Schnitt zu denken. Denn die Darsteller sollten nicht hinterher wie Helden erscheinen, nur weil es am Schneidetisch so zusammen geschnitten wurde. Im Gegenteil: Er lässt einfach die Kamera laufen, damit sich Aktion und Gefühle frei entfalten können.“
Anhand einer entscheidenden Szene mit dem Killer Acosta und FBI-Agent Carruthers lassen sich die Schwierigkeiten verdeutlichen, die sich für die Kameraarbeit ergaben. Diese Szene wurde ausschließlich in einer Fahrstuhlkabine gedreht, und Kameramann Fiore gesteht: „Das war eine echte Herausforderung für uns. Normalerweise dreht man solche Actionszenen mit zwei Kameras, aber das war in diesem Fall wegen der verspiegelten Wände nicht möglich.“ Dazu Carnahan: „Ich gab mir besonders viel Mühe, diese Szene, in der Ray als Agent Carruthers ahnt, wer der andere Kerl ist, in einem Storyboard zu skizzieren. Beide Figuren sind in der Einstellung festgehalten, Carruthers Spiegelbild wird ebenso wie das von Acostas bis ins Unendliche reflektiert und du siehst auf sein Ebenbild an der Fahrstuhlwand. Du bist es deinem Publikum schuldig, solche Dinge auszuprobieren.“
Larz Anderson, Leiter der Abteilung für Spezialeffekte, erklärt: „Es gibt viele lange Kamerafahrten, die dafür sorgen, dass die Story zusammengehalten wird. Auf diese Weise kann man eine Geschichte sehr wirkungsvoll erzählen, was sich außerdem zu einer neuen Herausforderung für uns entwickelte. Bei all diesen Einstellungen mit langen und aufwändigen Kamerafahrten gibt es einfach keine Möglichkeit, die Kabel und Leitungen zu verstecken. So gesehen wurden selbst die einfachsten Tricks zu einer echten Herausforderung für mein Team. Dadurch, dass wir das Set kabelfrei eingerichtet hatten, konnten schließlich einige sehr komplizierte Einstellungen umgesetzt werden.“