Mittwoch | 30. Mai 2012 | 18:11 Uhr
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  • Rocky 6: Rocky Balboa

    Drama, Sport | USA 2006
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      • | Das Phänomen

      • Die Ursprünge der „Rocky“-Ikonographie sind gut dokumentiert. Sylvester Stallone kämpfte als Schauspieler und Autor um einen Platz im Filmgeschäft, als er den Boxkampf zwischen Chuck Wepner und Muhammad Ali sah. Ein Kampf, in dem der absolute Außenseiter und Durchschnittsboxer Wepner gegen den großen Ali fast die kompletten 15 Runden durchstand. Stallone, damals ohne Job und pleite, beeindruckte diese unglaubliche Leistung so sehr, dass er sich hinsetzte und „Rocky“ schrieb.

        Stallone identifizierte sich so sehr mit seinem Drehbuch, dass er es nur verkaufen wollte, wenn er selbst die Hauptrolle spielen konnte. Die Studios erwogen die großen Stars dieser Tage, Burt Reynolds, Ryan O’Neal oder James Caan, und konnten sich nicht vorstellen, Geld für einen unbekannten Schauspieler mit einem merkwürdigen Namen auszugeben. Ratschläge ignorierend und wider besseren Wissens blieb Stallone seiner Linie treu, und heute kann man sich im Grunde keinen anderen in dieser Rolle vorstellen.

        Einige halten „Rocky“ für den besten Boxfilm aller Zeiten, aber was den Film bei den Zuschauern wie auch bei den Kritikern gleichermaßen hervorhob, war, dass es um reale Menschen in einer alltäglichen, verzweifelten Situation ging, die sich nach etwas Besserem sehnen. Sogar ohne das Boxen hat die Geschichte allgemeingültige Relevanz, doch das Wesentliche ist, wie Amerikas Topkritiker Roger Ebert schrieb, das Folgende: „Sie will uns auf einer elementaren, manchmal schonungslos wilden Ebene miteinbeziehen. Es geht um Heldentum und darum, sein Potenzial zu verwirklichen, darum, dass man sein Bestes versucht und zu seinem Mädchen hält. Das hört sich nicht nur klischeehaft, sondern schmalzig an, und trotzdem ist es das überhaupt nicht, denn die Geschichte funktioniert wirklich auf diesen Ebenen. Sie involviert uns emotional. Sie erreicht, dass wir uns auf sie einlassen: Wir erkennen, vielleicht zu unserer eigenen Überraschung, nachdem uns so viele Filme vergleichsweise kalt gelassen haben, dass es uns dieses Mal berührt.“

        Wie Rocky wagte es Stallone zu träumen, obwohl so vieles gegen ihn sprach, und erreichte aus dem Nichts kommend schnellen und weltweiten Ruhm. Dank des Drehbuchs, der Inszenierung und der darstellerischen Leistungen, allesamt außergewöhnlich, standen die Zuschauer auf der Seite aller Figuren, drückten nicht nur dem Mann die Daumen, der in den Ring treten musste. Genau dieser Geist ist es, der den ersten mit diesem letzten Teil der Reihe verbindet.

        Auch in „Rocky 2“, der 1979 in die Kinos kam, war Stallone wieder an der Seite von Talia Shire, Burt Young, Carl Weathers und Burgess Meredith zu sehen. Rocky und Weltmeister Apollo Creed treten im Ring zum Revanchefight an – und sowohl Rocky als auch seine Frau Adrian kämpfen in verschiedenen Arenen um ihr Leben. Besonders in Erinnerung sind die Boxszenen im finalen Höhepunkt des Films, den Stallone inszenierte, der - einfach gesagt - Rocky besser kennt als jeder andere.

        „Rocky II“ aus dem Jahr 1982 führte wieder Stallone, Talia Shire, Burt Young, Burgess Meredith und Carl Weathers vor die Kameras, ergänzt von Mr. T. Hier nimmt die Gewinn bringende Formel eine überraschende Wende, wird der „Italian Stallion“ von seinem ehemaligen Gegner Apollo Creed trainiert, nachdem dieser von einem widerwärtigen Fighter entthront wurde. Vom Erfolg weich geworden, muss Rocky ganz tief graben, um noch Motivation zu finden, die ihn an der Spitze hält. Erneut führte Stallone Regie bei dieser Fortsetzung, deren populärer Themesong „Eye Of The Tiger“ für einen Oscar® nominiert wurde.

        Auch bei „Rocky IV“ aus dem Jahr 1985 stand Stallone vor und hinter der Kamera, führte eine Besetzung an, zu der Dolph Lundgren, Carl Weathers, Talia Shire, Burt Young, Brigitte Nielsen, Michael Pataki und James Brown zählten. Dieses Mal rächt Rocky den Tod eines Freundes und kämpft für Amerika gegen einen übermenschlich starken russischen Champion, reist sogar nach Sibirien, um wie sein Gegner trainieren zu können.

        „Rocky V“, 1990 in die Kinos gebracht, führte John G. Avildsen, der für das Original mit dem Oscar® ausgezeichnet worden war, auf den Regiestuhl zurück. Neben Stallone spielten Shire, Young, Sage Stallone, Burgess Meredith, Tommy Morrison und Richard Gant. Hier ist der „Italian Stallion“ zurück in seiner alten Wohngegend in Philly, trainiert einen viel versprechenden jungen Boxer, der sich schließlich als undankbar herausstellt. Obwohl alles gegen ihn spricht und die Kräfte nachgelassen haben, setzt Rocky alles aufs Spiel, um einen weiteren Kampf zu wagen.

        ROCKY BALBOA schließlich ist der vierte Film der Reihe, den Stallone auch inszeniert hat – mit ihm selbst, Burt Young, Antonio Tarver, Geraldine Hughes, Milo Ventimiglia und Tony Burton in den zentralen Rollen.

        Die einzige Hauptfigur, die den ganzen Weg mit Rocky ging, ist Paulie, gespielt von Burt Young, der für die Einführung dieses Charakters im Original eine Oscar®-Nominierung erhielt. In allen sechs „Rocky“-Runden der Rekorde brechenden Serie ist auch Tony Burton, der als Trainer von Apollo Creed begann und dann in Rockys Ecke wechselte, mit von der Partie. Marie, als Teenager im Original von Jodi Letizia verkörpert, taucht als Figur auch im Abschluss der Serie wieder auf, ist nun eine erwachsene Frau, die von Geraldine Hughes gespielt wird. Und alle richtigen Filmfans, die jedes Detail aufsaugen, wird es vielleicht interessieren, dass es ein weiteres Wiedersehen gibt. Denn die Tauben Cuff und Link, zu Beginn des Originals vielleicht Rockys beste Freunde, sind aus dem Ruhestand zurück, um ihre Rollen auch in ROCKY BALBOA zu spielen.

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