Die „STAR WARS“-Saga stellt eine Galaxis vor, die inzwischen zu den markantesten Welten der Filmgeschichte zählt – mit hohem Wiedererkennungswert. Durch ikonische Versatzstücke wie Lichtschwerter, Raumkreuzer, Kostüme, Droiden und Planeten entstand ein unverwechselbarer Look, der seit drei Jahrzehnten Generationen von Fans in seinen Bann zieht. Es war also eine ganz besondere Aufgabe für die Crews von Lucasfilm Animation, die „STAR WARS“-Ästhetik in ein völlig neues Format zu übersetzen.
„Wir nahmen uns vor, einen Film zu produzieren, wie es ihn im Animationsbereich noch nie gegeben hat“, sagt Dave Filoni, der „STAR WARS: THE CLONE WARS“ inszeniert hat. „Trotzdem halten wir uns eng an ,STAR WARS‘ und erweisen allem, was George Lucas geschaffen hat, unsere Reverenz. Das sagt sich so leicht, aber wir haben sehr lange gebraucht, um den Look, den Stil und die Atmosphäre eines animierten ,STAR WARS‘ zu entwickeln.“
Lucas persönlich bestand darauf, dass für „THE CLONE WARS“ ein eigener visueller Stil entstehen sollte, der sich von den bisherigen Konzepten absetzt. „THE CLONE WARS“ ist in einer Zeit angesiedelt, die vor Anakins Abstieg in die Finsternis liegt – daher waren Lucas und Filoni überzeugt, dass die Story von positiver Stimmung und Spaß getragen werden soll, die sich auf die Heldentaten des jungen Jedi konzentrieren, statt auf sein düsteres Schicksal zu verweisen. Alles in diesem Universum erhält nun ein unverwechselbares optisches Konzept – von den Schlachten bis zu den einzelnen Figuren. Dadurch bietet „THE CLONE WARS“ ein kühnes neues Konzept – und gleichzeitig eine angemessene Ergänzung der Saga.
„George möchte, dass die Figuren ein Eigenleben entwickeln und sich so von den Darstellern der bisherigen Filme absetzen“, sagt Filoni. „Damit das gelingt, mussten wir den Figuren zunächst auf den Grund gehen, ihnen Leben einhauchen, ohne dass wir einfach nur ihre realen Vorbilder nachahmen. Wir wollen uns von allen bisherigen Konzepten lösen, die man mit ,STAR WARS‘ assoziiert.“
Aus diesem Grund vermieden die Filmemacher bewusst den fotorealistischen Look und entwickelten lieber ein völlig neues Konzept, das sich mit keiner herkömmlichen Kinoanimation vergleichen lässt. Natürlich gibt es bereits Vorläufer, die die „weit, weit entfernte Galaxis“ animiert haben, darunter auch die „Mikro-Serie“ des Cartoon Network, die 2004-2005 über die Epoche der Klonkriege berichtete.
„Uns gefiel das visuelle Konzept der Mikro-Serie, und wir schauten uns die Modelle an, die für die Serie lizenziert wurden – so konnten wir uns gut vorstellen, wie die Figuren als 3-D-Animation aussehen würden“, sagt Produzentin Catherine Winder. „Aber wir wollten einen deutlichen Schritt weitergehen und uns von ,STAR WARS‘ und der bisherigen Animation absetzen. Mithilfe von Computergrafiken integrierten wir solche stilistischen Aspekte in eine Welt mit ganz neuen Dimensionen und neuer Körperlichkeit. Damit war ein Anfang gemacht, das Projekt wurde weiterentwickelt, und das Ergebnis ist jetzt auf der Leinwand zu sehen.“
Das radikal neue Design macht auch eine neue Gestaltung der visuellen Dynamik nötig, die den Fans der Serie seit Langem vertraut ist. Bei Lucasfilm ließ man sich von zahllosen Vorbildern inspirieren, um einen extremen Kamerastil zu entwickeln, der von aggressiver Ausleuchtung und Bildperspektive geprägt wird. So entstand eine angemessene Umgebung für den eleganten neuen Look der Hauptfiguren.
„Mir hat der Look der Animes immer schon gefallen: Die japanische Animation und die Mangas haben bahnbrechende Neuerungen in der Bildkomposition eingeführt – diese Ideen haben wir aufgenommen“, sagt Filoni. „Das ist der eine Aspekt. Aber die Animation bietet generell unerschöpfliche Möglichkeiten – wir wollen uns also nicht auf einen bestimmten Stil festlegen. Auch Gerry Andersons Marionetten in der Serie ,Thunderbirds‘ aus den 1960er-Jahren haben uns inspiriert. All diese höchst unterschiedlichen Einflüsse haben wir dann zu einem wirklich einzigartigen Konzept kombiniert.“
Filoni ist überzeugt, dass sich das von Executive Producer George Lucas angeregte kreative Risiko für Lucasfilm Animation auszahlen wird, weil es nicht nur eingefleischten Fans gefällt, sondern auch neue Fans begeistern wird. „In ,STAR WARS: THE CLONE WARS‘ zeigen wir neue Helden, neue Planeten, neue Fahrzeuge, neue Schlachten und eine neue Story – und alles wird in einem völlig neuen Stil animiert“, sagt er. „Tatsächlich haben wir ,STAR WARS‘ so noch nie erlebt.“