Am 14. August bringen Lucasfilm Ltd. und Warner Bros. Pictures den allerersten animierten „STAR WARS“-Spielfilm in die Kinos: „STAR WARS: THE CLONE WARS“. Dieses monumentale Weltraumabenteuer handelt von den Klonkriegen, die die Galaxis nachhaltig verändern – die Epoche erbitterter Schlachten und gewaltiger Abenteuer ist zeitlich zwischen „STAR WARS: Episode II – Angriff der Klonkrieger“ und „STAR WARS: Episode III – Die Rache der Sith“ angesiedelt.
Im Interview sprechen „STAR WARS“-Schöpfer George Lucas und „CLONE WARS“-Regisseur Dave Filoni über diesen innovativen neuen Film von Lucasfilm Animation.
Wie hat sich die Idee eines animierten „STAR WARS“-Films entwickelt?
GEORGE LUCAS: Interessanterweise werden die Klonkriege und alles, was in dieser Epoche passiert ist, im Verlauf der sechs „STAR WARS“-Filme, die die Skywalker-Saga erzählen, nicht gezeigt, sondern einfach übergangen. Ein wenig erfahren wir darüber am Anfang von Episode II und etwas auch am Ende von Episode III. Aber natürlich gibt es während eines Krieges jede Menge Geschichten zu erzählen – äußerst spannende Action, Dramatik, herzzerreißende und sogar lustige Ereignisse. Die Idee, „THE CLONE WARS“ als animierten Film zu drehen, hat mich gereizt, denn dadurch können wir ganz andere Storys erzählen, andere Jedi-Ritter zeigen, neue Figuren vorstellen und sogar Geschichten über die Klone selbst erzählen. Einige habe sehr interessante Storys erlebt. Dadurch erweitern wir die Bandbreite des „STAR WARS“-Universums.
DAVE FILONI: Mich hat immer wieder überrascht, wie viele Geschichten es in dieser scheinbar doch so kurzen Zeit zu berichten gibt. Zwischen den Episoden II und III liegen nur etwa drei Jahre. Trotzdem können wir sehr viele neue Storys erzählen, neue Figuren und neue Welten vorstellen – wir erforschen ein Terrain, das ich mir nicht mal vorstellen konnte.
Was bringt die Animation für die „STAR WARS“-Saga?
GEORGE LUCAS: Von Anfang an stand fest, dass wir die im Computer generierten Bilder auf ganz neue, bahnbrechende Art einsetzen wollen. Wir sind überzeugt, dass wir etwas Innovatives, Ungewöhnliches geschaffen haben. Stilistisch unterscheidet sich ein im Computer animierter Film völlig von einem Realfilm. Durch die Animation werden die Möglichkeiten ungeheuer erweitert. Animation ist wie ein Skizzenblock.
DAVE FILONI: Beim Gestalten einer Szene ergeben sich unendliche Möglichkeiten. Wir müssen weder Originalrequisiten auftreiben noch die Schauspieler zum Nachdreh bestellen. Bei der Animation können wir uns die Szene in der Rohfassung ansehen und sie am nächsten Tag noch einmal völlig neu gestalten. Das wäre bei einem Realfilm unmöglich. Doch hier stehen uns alle Sets, alle Schauspieler rund um die Uhr zur Verfügung. Wir gestalten alles genauso, wie wir uns das vorgestellt haben – das ist richtig spannend.
Was können Sie uns über die neueste „STAR WARS“-Heldin Ahsoka sagen?
GEORGE LUCAS: Anakin und Obi-Wan verbindet eine wunderbare Beziehung, die wir aber aus den Filmen bereits kennen.
DAVE FILONI: Wir waren der Meinung, dass wir unbedingt eine Figur einführen müssten, deren Temperament irgendwo in der Mitte zwischen Anakin und Obi-Wan angesiedelt ist. Anakin stürzt sich kopfüber ins Getümmel, während Obi-Wan erst überlegt, bevor er handelt. Ahsoka weiß Anakins Frechheit zu schätzen, bewundert aber auch Obi-Wans Geduld und Überlegtheit. Sie kann von beiden eine Menge lernen, bringt aber eigene Stärken und Fähigkeiten mit, sodass sie Anakin manchmal damit überrascht, wie sie plötzlich auftauchende Situationen meistert. Sie bildet einen tollen Gegenpol zu Anakin – rein optisch, aber auch in ihrer Persönlichkeit, in ihrem Auftreten. Sie treibt ihn manchmal zum Wahnsinn, wächst ihm aber auch ans Herz, wie der Film zeigt.
GEORGE LUCAS: In den „STAR WARS“-Filmen gibt es die Tradition, dass jemand eine erstaunliche Erfahrung macht und auf diese Weise lernt, ein Jedi zu werden. Luke war ein Farmerjunge, der in die Allianz der Rebellen aufgenommen wurde. Anakin war ein kleiner Junge auf Tatooine. In „THE CLONE WARS“ ist Anakin kein Padawan mehr, sondern ein Jedi. Also übernimmt Ahsoka die Rolle der jüngeren Person, die ausgebildet werden muss und als „Schülerin“ der Story Dynamik verleiht. Wir haben lange überlegt, was für ein Wesen sie sein soll: Mensch oder Alien, Mann oder Frau? Und wir waren der Meinung, dass ein Mädchen in der Story wohl am meisten Spaß bringen wird.
„THE CLONE WARS“ gibt Ihnen Gelegenheit, Figuren außerhalb der Skywalker-Saga vorzustellen. Haben Sie besondere Favoriten?
GEORGE LUCAS: Die Duros mochte ich immer schon – die blauen Aliens aus der Kantine in „Eine neue Hoffnung“. Sie stammen von den Neimoidianern ab – die Neimoidianer sind grüner. Runzliger.
DAVE FILONI: Für mich ist es der Jedi-Rat. Ich freue mich über die Chance, diese Figuren auszugestalten, die wir nur so kurz zu sehen bekamen, die aber Legenden ihrer Epoche sind: Kit Fisto, Ki-Adi-Mundi, Luminara, Plo Koon…
GEORGE LUCAS: Wenn es nach Dave ginge, wäre Plo Koon in jeder Szene dabei! Wunderbar, dass Dave bestimmte Figuren besonders am Herzen liegen und dass die jetzt nicht mehr nur in Schlachten oder kurz irgendwo im Hintergrund auftauchen.
DAVE FILONI: Gerade das ist von besonderer Bedeutung. Ich nehme diese Figuren ernst – was mit ihnen passiert, wie sie sich im Laufe der Handlung entwickeln. Dieses Abenteuer im Film zu zeigen finden wir besonders spannend.
Wie würden Sie den Look von „THE CLONE WARS“ beschreiben?
GEORGE LUCAS: In „THE CLONE WARS“ sehen alle Figuren und ihre Umgebung fast so aus, als ob sie gemalt wären – das verleiht dem Film einen prägnanten Stil. Beim Inszenieren haben wir uns in bestimmten Bereichen auch von Mangas und Animes beeinflussen lassen, die von dramatischen Lichteffekten und sehr aggressiven Bildausschnitten bestimmt werden.
DAVE FILONI: „STAR WARS“ wurde immer schon von einem brillanten Design geprägt – man muss sich nur mal die Ausstattung der Spielfilme anschauen. Natürlich war es äußerst wichtig, dieses Konzept zu übernehmen, aber dem Publikum gleichzeitig auch etwas zu bieten, was es noch nie gesehen hat. Der Look ist also eher stilisiert. Um Fotorealismus geht es dabei nicht, vielmehr um die Schaffung einer eigenen visuellen Realität, etwas in der Art, in der ein Maler mit verschiedenen Maltechniken unterschiedliche Stile kreiert. Wir benutzen die Computerbilder, um eine stilisierte Realität zu gestalten.
GEORGE LUCAS: Wir haben eine ungewöhnliche, kinogerechte Erzählstruktur geschaffen, etwas, das sich von der gängigen Animation total unterscheidet.