Mittwoch | 30. Mai 2012 | 18:20 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Datenbank > Filmdetails > Filminfos
  • FILMDETAILS | The Hills Have Eyes: Hügel der blutigen Augen
  • The Hills Have Eyes: Hügel der blutigen Augen

    Horror | USA 2006
    WERBUNG
      • | Kampf durch die Wüste

      • Bereits zu Beginn der Drehbuchentwicklung war Alexandre Aja klar, dass die wichtigste Komponente in THE HILLS HAVE EYES - HÜGEÖ DER BLUTIGEN AUGEN sein würde, das Publikum in den grausigen Überlebenskampf der Familie Carter emotional hineinzuziehen. Keine Distanz zuzulassen. Dem Zuschauer den Atem zu nehmen, seinen Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen zu lassen und sein Nervenkostüm aufs ärgste zu strapazieren. So, als würden sie guten Freunden dabei zusehen, wie diese durch die Hölle gehen. Deshalb war es wichtig, glaubhafte, moderne Charaktere zu entwickeln, deren Alltagsprobleme jeder kennt. Der Anfang eines intensiven Castings.

        "Unser Konzept basierte vom ersten Moment darauf, dem Film größtmögliche Authentizität zu verleihen," erläutert Aja. "Deshalb haben wir beim Casting sehr genau darauf geachtet, Darsteller zu finden, die Natürlichkeit verströmen. Deren Qualität es ist, keine besonderen Qualitäten zu haben. Wir wollten eine Familie, dessen Mitglieder die Nachbarn von nebenan sein könnten. Deshalb haben wir bewusst auf Stars verzichtet, auf große Namen, deren Persönlichkeit eventuell zu sehr vom Film-Charakter ablenken könnte. Denn Glamour ist genau das, was unser Film nicht braucht."

        Als erstes wurde nach dem Familienoberhaupt gesucht, der zentralen Figur des Films: Big Bob Carter. Einem rustikalen Patriarchen und Polizisten im Ruhestand, der es sich in den Kopf gesetzt hat, seine zerstrittene Familie auf einer gemeinsamen Reise wieder zu versöhnen. Schließlich lässt sich auf einer schier endlosen Tour durch die Wüste bestens diskutieren. Was Aja suchte, war ein Mann mit autoritärem Auftreten. Bei näherer Betrachtung jedoch sollte er sich ebenso als überaus fürsorglicher Familienvater erweisen. "All das muss in wenigen Dialogzeilen rüber kommen," so Aja.

        Gefunden hat er diesen Charakter in Schauspielveteran Ted Levine, bestens bekannt durch die Rolle des Captain Leland Stottlemeyer in der erfolgreichen TV-Krimiserie "Monk". Zudem spielte er den Psychopathen Jame ‚Buffalo Bill' Gumb im Oscar prämierten Thriller-Meisterwerk THE SILENCE OF THE LAMBS ("Das Schweigen der Lämmer", 1991). Levine vereint alle Wesenzüge eines amerikanischen Durchschnittsdaddys. Aja: "Ted Levine hat Punkt für Punkt unsere Vorstellungen erfüllt und dem Charakter Big Bob Tiefgang und Nuancen gegeben."

        Als Fan von HAUTE TENSION ("High Tension", 2003) war Ted Levine besonders daran interessiert, die Rolle des Big Bob zu spielen, inklusive all der körperlichen Torturen, die damit verbunden sind - brennend am Marterpfahl zu stehen beispielsweise. Zudem bot die Rolle die Möglichkeit, dem Schurken-Image zu entkommen für das Levine in vielen seiner Auftritte steht.

        "Ich mag diesen Typen, weil er bodenständig und handfest ist. Ohne Schnickschnack zu agieren ist für einen Schauspieler eine echte Herausforderung, " so Levine. "Das Böse ist insofern leichter zu verkörpern, als dass man sicher hinter einer Maske verstecken kann. Aber einen geradlinigen Charakter wie Bob darzustellen, der im Angesicht tödlicher Bedrohung auch seine moralischen und ethischen Grundwerte eisern verteidigt, war sehr interessant."

        Bobs unerschütterliches Vertrauen in sich selbst, sogar im Moment allergrößter Not, ist ein Wesenzug, den zu zeigen Levine ebenfalls reizte. "Bob gehört zu der Sorte Menschen, die sich niemals hängen lassen. Auch nach seiner Pensionierung bleibt er im Denken und Handeln Polizist. Und dann wird er mit so einer Katastrophe konfrontiert... Ziemlich tragisch."

        Nach Drehbuchlektüre war Levine klar, dass Fans von Horror- und Psychothriller-Filmen an THE HILLS HAVE EYES - HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN nicht vorbeikommen werden. "Dieser Film arbeitet im Gehirn des Betrachters weiter, er stellt unbequeme Fragen zum Thema Schicksal und Todesangst, "bemerkt Levine. "Die finstere Reise der Carters wird den Leuten gehörig in die Knochen fahren!"

        Vom Flower-Power-Girl der 60er Jahre zur verantwortungsvollen Vorstadtmama. Diesen Bogen hat Kathleen Quinlan (APOLLO 13 / "Apollo 13", 1995) zu spannen in der Figur Ethel Carter, jener Frau, deren positive Lebenseinstellung besonders hart auf die Probe gestellt wird, als es um Leben und Tod geht. Kathleens schauspielerische Klasse hat Aja stets tief beeindruckt: "Ich liebe ihre Arbeit, immer schon. Kathleens Art zu spielen berührt. Sie ist fantastisch in der Rolle einer uramerikanischen Mutter."

        Quinlan hatte bis dato noch nie in einem Horrorfilm mitgespielt. Höchste Zeit also, es zu tun? Erst der Zuspruch und die Begeisterung von Aja und Levasseur machten den Deal perfekt. "Horror ist tatsächlich das einzige Genre, mit dem ich zuvor nie in Berührung gekommen bin. Nach anfänglichem Zögern, dachte ich: Riskier es einfach, was hast du schon zu verlieren," sagt die Schauspielerin. "Zudem war ich sehr beeindruckt, mit welcher Leidenschaft diese beide jungen Filmemacher zu Werke gegangen sind. Das sind echte Überzeugungstäter."

        Ethel Carter ist es gewohnt, Rücksicht auf die Bedürfnisse ihrer Familie zu nehmen. Sie tut das gern. Nun muss sie mit ansehen, wie ihre Liebsten von ekligen Kreaturen auf jegliche erdenkliche Art tyrannisiert werden. "Ethel ist nicht der Frauentyp, den man normalerweise in einem Horrorfilm zu sehen kriegt", sagt Quinlan. Sie ist auch nicht das wehrlose Opfer, dafür hat sie mit ihrer Familie schon zu viele Kämpfe ausgetragen. Nach der Pensionierung ihres Mannes ist Ethel an einem Wendepunkt in ihrem Leben angelangt. Sie hat noch Träume und sie ist die Einzige in jener schicksalhaften Nacht, die fest daran glaubt, dass alles gut wird."

        Auge in Auge mit dem Schrecken: Als Ethel erstmals mit den brutalen Mutanten in Berührung kommt, entsteht ein unerträgliches Schreckensbild. "Das darzustellen, hat mir alles abverlangt", gibt Quinlan unumwunden zu. Denn die Art und Weise, wie Ethel sich in dieser Extremsituation verhält, musste absolut echt wirken. So wie jemand, der alles tut, um seinem schrecklichen Schicksal zu entkommen. Das war wirklich heftig - und ich hoffe, das kommt auch auf der Kinoleinwand rüber."

        Nachdem die Rollen von Bob und Ethel besetzt waren, begann die Suche nach einem geeigneten Schwiegersohn. Eine knifflige Angelegenheit, weil Doug Bukowski den heftigsten Wandel im Laufe des Films durchlebt. Der herzensgute Telefonverkäufer ist nämlich gefordert, sein Baby aus den Krallen der Kreaturen zu befreien. Nach intensivem Vorsprechen fiel die Wahl auf Aaaron Stanford, dessen Performance als Pyro in X MEN 2 ("X-Men 2", 2003) nachhaltig beeindruckte. Stanford beherrscht das Schauspielhandwerk wie nur wenige, seine Wandlungsfähigkeit ist sprichwörtlich.

        "Eine tolle Entscheidung, Aaron Doug spielen zu lassen", meint Koproduzent Cody Zwieg. "Er wird das Publikum vom ersten Moment an auf seiner Seite haben. Die Verwandlung vom gemütlichen Gutmenschen zum Helden, der sich von nichts und niemandem stoppen lässt, um seine Familie zurückzubekommen, ist einfach unwiderstehlich."

        Stanford war augenblicklich angetan von der Rolle, da er Vergleichbares noch nicht gespielt hatte. Zudem entdeckte er an Doug leicht eigenwillige Züge, die auch ihm nicht fremd sind. Der besondere Kick aber war, Dougs unbekannte Seite zum Vorschein zu bringen während der sich zuspitzenden Auseinandersetzungen in der Wüste. Dazu Stanford: "Doug ist der bequemliche Typ, der es nicht besonders schätzt, wenn sein Leben außer Kontrolle gerät. Umso aufregender ist es, zu zeigen, wie da plötzlich jemand seine Sicherheitszone verlässt, um Verantwortung zu übernehmen. Mit allen Konsequenzen ..."

        Stanford fährt fort: "Aus Doug wird in dieser grauenvollen Nacht ein völlig anderer Mensch. Alles, was er geglaubt hat über das Leben und die Menschen zu wissen, ist von einer Minute auf die andere hinfällig. Unten ist oben, oben ist unten. Fortan zählt für ihn noch eines: irgendwie diesem Fegefeuer zu entkommen. Alex und ich haben lange darüber gesprochen, dass Doug, um zu überleben, letztendlich ebenso kaltblütig handelt wie die Kreaturen in den Hügeln. Seine Heldenhaftigkeit ist ein zweischneidiges Schwert, so wie im richtigen Leben."

        Stanfords Einsatzbereitschaft am Set war genau das, was sich die enthusiastischen Filmemacher erhofft hatten. Und umgekehrt! "Mir kamen die zwei vor wie große Jungs in einer Schokoladenfabrik", beschreibt Stanford die Zusammenarbeit mit Aja und Levasseur. Wir hatten unglaublich viel Spaß und es tat gut, zu sehen, wie wichtig den beiden der Film ist. Nur so kann am Ende etwas wirklich Aufregendes dabei herauskommen."

        Bevor die erste Schlacht gedreht wurde, bat Stanford darum, vorab nicht das Make-up der Mutanten sehen zu wollen - damit die Schrecksekunde in seinem Gesicht absolut echt wirkt. So etwas nennt man wohl realen Horror. "Das hat bestens funktioniert, " so Stanford, " mir stockte der Atem beim Blick in ihre entstellen Gesichter. Dougs Angst musste ich nicht mehr spielen..."

        Dougs temperamentvolle Ehefrau Lynn wird von Vinessa Shaw verkörpert. Seit Aja die junge Schauspielerin in Stanley Kubricks letztem Film EYES WHITE SHUT ("Eyes Wide Shut", 1999) sah, wollte er unbedingt mit ihr arbeiten. Als dann schließlich das Angebot kam, in THE HAVE EYES - HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN mitzuspielen, war Shaw zunächst zögerlich.

        Um eine Ahnung davon zu bekommen, auf was sie sich einlassen würde, sah sich Shaw HAUTE TENSION ("High Tension", 2003) an. "Normalerweise schlottern mir die Knie bei Horrorfilmen, umso mehr hat mich die psychologische Ebene des Streifens überrascht. Dieses Wechselspiel aus Grauen und Faszination. Das ist ja fast schon Arthauskino, " bemerkt die Schauspielerin anerkennend. "Nachdem ich dann ausgiebig mit Alex und Greg gesprochen hatte, entschied ich mich, mitzumachen. Denn die Story macht viel mehr, als nur Gruselstimmung zu verbreiten. Sie ist Spiegelbild eines zutiefst verunsicherten Amerikas, das sich vor Dingen fürchtet, die nicht sichtbar oder unbekannt sind."

        Im ersten Teil von THE HAVE EYES - HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN wird Shaws Figur Lynn als vermittelnde Ehefrau und treu sorgende Mutter eingeführt. Ständig im Stress wegen des Säuglings Catherine, aber auch stets bemüht, das angespannte Verhältnis zwischen ihrem Mann und ihrem Vater zu entschärfen. "Lynn ist Familienharmonie wichtig", erklärt Shaw, "deshalb versteht sie sich auch als Friedenstifterin. Bis es um das Leben ihres Babys geht, da entwickelt sie eine ungeheure Stärke und Härte."

        Lynns Schwester Brenda entwickelt ebenfalls eine erstaunliche Durchsetzungskraft während der wilden Reise durchs menschliche Jammertal. Dabei wünscht sie sich zu Anfang des Films nicht sehnlicher, als mit ihren Freundin in Cancun Partys zu feiern statt mit ihrer Familie durch die Wüste zu zuckeln. Für die Rolle der Brenda schwebte den Filmemachern eine Schauspielerin vor, die jugendlichen Charme, aber auch Charisma verströmt. Und stießen dabei auf Australiens neuen Star Emilie de Ravin, die in der Fernsehserie "Lost" die Rolle der Littleton spielt. Auch Aja war wie vom Donner gerührt bei der ersten Begegnung: "Emilie betrat den Vorsprechraum, sah umwerfend aus und brauchte nur eine Zwei-Minuten-Szene, um neben Schönheit auch Talent zu demonstrieren. Uns blieb gar keine andere Wahl, als sie zu nehmen."

        Ravin war zwar mit dem Genre vertraut, hatte bisher aber nur Teenager-Horrorstreifen gesehen und war daher ziemlich überrascht, wie komplex die Charaktere in THE HILLS HAVE EYES - HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN angelegt sind. "Die meisten Horrorfilme überzeugen ja nicht gerade durch Tiefgang oder vielschichtige Charaktere", so die Schauspielerin. "Mir gefällt an Brenda, dass sie eben nicht so ein Wischiwaschi-Typ ist. Sie ist eine starke junge Frau mit ausgeprägtem Überlebenswillen, zudem kämpft sie wie ein Löwe für ihre Familie. Was man sich zu Beginn des Films gar nicht vorstellen kann, da ist sie noch der typische rebellische Teenager. Doch als es darauf ankommt, wird Brenda sehr schnell erwachsen."

        Warum gerade junge Leute Gruselstimmung im Kino bevorzugen erklärt Ravin sich so: Extreme Gefühle üben eine ungeheure Faszination auf junge Menschen aus, mich eingeschlossen. Und Horrorfilme gucken, ist wie Achterbahn fahren: Adrenalin schießt durch deinen Körper, dein Herz schlägt wie wild, du fühlst dich total lebendig. In solchen Momenten vergisst du den Alltag und selbst wenn du dich zu Tode fürchtest - du wirst es wieder tun..."

        Jüngstes Mitglied der Familie Carter ist Bobby, ein pubertierender Scherzkeks, der so seine eigenen Vorstellungen von einem Familienausflug hat. Zumindest, bevor der Trip jene üble Wendung nimmt... Die Filmemacher ließen Dutzende Nachwuchsakteure für den Part von Bobby vorsprechen. Dabei hatten sie jemanden im Auge, der einerseits total durchschnittlich ist, andererseits etwas Besonderes darstellt. "Als Dan Byrd an der Reihe war, war sofort klar: er ist Bobby, " sagt Alexandre Aja. "Dan hat nämlich gar nicht erst versucht, besonders originell zu sein. Er ist ein liebenswerter kluger Junge mit dem gewissen Etwas."

        Byrd ist bestens vertraut mit Horrorfilmen, obwohl er noch so jung ist. Bereits mit einem kleinen Auftritt in der Stephen King-Verfilmung SALEM'S LOT ("Salem's Lot", 2004) macht er auf sich aufmerksam. "Ein Gruselstreifen muss vor allem gut unterhalten," sagt Byrd, "die Leute lieben es, sich vor Angst im Kinosessel festzukrallen. Bei THE HILLS HAVE EYES - HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN werden sie sehr oft die Gelegenheit dazu haben."

        Auch Bobby bleibt nicht davor verschont, dem Bösen ins Antlitz zu blicken. Mit Verlust zurechtzukommen und um die eigene Existenz zu fürchten. Das darzustellen, war für Dan Byrd ein hartes, aber auch aufregendes Stück Arbeit. "Bobby muss viel schneller erwachsen werden, als ihm lieb ist", sagt er. "Das eigentlich interessante aber ist, dass der Kampf mit den Mutanten bei jedem Familienmitglied eine andere Reaktion auslöst. Bobby will nur eines: Rache."

        Sehr hilfreich war für Byrd das vertraute Verhältnis zu Ted Levine, Kathleen Quinlan, Aaron Standford, Vinessa Shaw und Emilie de Ravin. "Die Chemie zwischen den Protagonisten muss stimmen, damit man als Filmfamilie glaubwürdig ist", notiert Dan, "und wir waren alle heilfroh, dass die Atmosphäre vom Start weg super war. Das sind echt nette Leute, von denen ich eine Menge lernen konnte, und die bereit waren zu experimentieren, damit eine Szene perfekt wird."

        Um diese gute Stimmung zu ermöglichen, sorgte Aja dafür, dass alle sechs Akteure frühzeitig am Set in Marokko waren, um sich vor Drehbeginn in Ruhe kennen zu lernen.

        Dazu Produzentin Marianne Maddalena: "Während dieser Zeit redeten die Beteiligten ausführlich miteinander, probten und gingen abends gemeinsam Essen. So hat sich langsam ein familiäres Gefüge verfestigt, ein unsichtbares Band, welches jede Familie zusammenhält. Innige Verbundenheit war die Zauberformel für eine überzeugende Performance."

      • | Userwertung

      Wertung: 8.0/10 (2 votes)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN