FILMDETAILS | The Hills Have Eyes: Hügel der blutigen Augen
The Hills Have Eyes: Hügel der blutigen Augen
Horror
| USA 2006
WERBUNG
| Entstehung der Mutanten
Parallel zum Casting der Mutantenfamilie recherchierten Aja und Levasseur, welche fatalen Folgen - körperliche und geistige - atomare Strahlung für Menschen hat. Geschockt von Unterlagen und Bildern, entwickelten sie das Schreckensszenario einer Minenarbeiterfamilie, die auf einer Atomtestanlage mitten in der Wüste lebt und arbeitet.
"Alex und Gregory hatten sehr konkrete Vorstellungen, wie Make-up, Prothesen und Computer animierte Effekte aussehen sollen", erinnert sich Produzent Peter Locke. "Sie schleppten Unmengen von Büchern an, die sich mit der Anatomie des Menschen auseinandersetzen. "Ihnen war wichtig, dass die körperlichen Schäden so realistisch wie möglich aussehen. Zutiefst abschreckendes Bildmaterial von echten Reaktorunfällen gibt es ja genug, leider."
Für Aja war Authentizität der Schlüssel, um einen Horrorfilm zu machen, der im Hier und Jetzt spielt und keine Gewaltfantasien bedient. "Was wir zeigen, basiert auf offiziell anerkanntem Material über die Nuklearkatastrophen in Tschernobyl und Hiroshima. Die Spezialeffekte orientieren sich deshalb strikt an Fakten."
Es ist eine Sache, genetische Mutationen zu beschreiben, eine ganz andere ist es, sie zu visualisieren. Mit der Darstellung anatomischer Veränderungen beauftragte man denn auch die Spezialeffekte Schmiede K.N.B. EFX Group Inc. Eine Firma mit exzellenten Referenzen - das zeigt die Beteiligung an visuell und technologisch Bahn brechenden Hollywoodproduktionen wie MINORITY REPORT ("Minority Report", 2002), LEMONY SNICKET ("Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse", 2004), SIN CITY ("Sin City", 2005) und THE CHRONICLES OF NARNIA ("Die Chroniken von Narnia", 2005).
K.N.B. verbrachte allein sechs Monate damit, den Look der Mutantenfamilie realitätsnah zu entwickeln - anhand der von Aja und Levasseur angefertigten Zeichnungen. Auf diese Weise entstanden digitale 3-D Doubles an Hochleistungsrechnern. Der perfekte Ausgangspunkt, um die Kreaturen zu formen, in jeder erdenklichen Weise und annährend ohne technisches Limit. "Wir haben Skulpturen programmiert", erklärt K.N.B. Mitarbeiter Scott Patton. "Das hat den Vorteil, dass Fehler korrigiert werden können. Bei einer herkömmlich hergestellten Skulptur wäre das unmöglich."
Digitales Horrorkabinett: Nachdem die Entwürfe gerechnet waren, konnten Make-up Team und Kostümbildner loslegen. Vor ihnen lag zeitintensive Fleißarbeit, um alles passgenau anzufertigen. "Am Entstehungsprozess waren alle drei Abteilungen quasi zeitgleich beteiligt waren. So war es möglich, auf Änderungswünsche kurzfristig zu reagieren, " ergänzt Patton.
Für einige der heftigsten Splatter-Sequenzen wurden Computer gesteuerte Doppelgänger benötigt. Um diese zu bauen, mussten zuvor die Schauspieler komplett eingescannt werden. "Für
den so genannten "Cyber Scann" steigen die Akteure auf eine Plattform und ein Laser scannt jeden Zentimeter ihres Körpers ab, " schildert Patton den Ablauf. "Das ist imminent wichtig, denn für ein perfektes 1-zu-1 Duplikat ist jedes Detail vonnöten. Fürs Gesicht ist die Datenerfassung via Laser leichter nicht präzise genug, das ging nur mit Handarbeit."
Folterkammer Garderobe: Für die Darsteller war der Scann-Vorgang lediglich Einstieg in ein zeitaufwändiges Prozedere der Verwandlung. Vier quälend lange Stunden wurde jeder Einzelne bearbeitet, bevor er als Monster-tauglich galt. Und das jeden Tag. Damit nicht genug, gab es, ebenfalls täglich, einen speziellen Farbanstrich, der die Haut halbverwest erscheinen lässt.
Leicht war es nicht, die notwendigen Rituale zu überstehen. Andererseits halfen sie dabei, allmählich in dämonische Gefilde abzutauchen. Hinzu kam der hohe Respekt vor der Arbeit der Make-up-Spezialisten. Dazu Robert Joy alias Lizard: "Diese Leute sind wahre Künstler! Jeden Tag haben sie in mühsamer Kleinstarbeit aus mir einen Alptraum auf zwei Beinen gemacht. Ihre hervorragende Arbeit hat mir geholfen, noch tiefer in die Welt der Mutanten einzudringen. Dabei habe ich herausgefunden, dass nicht nur ihre Körper, sondern auch ihre Seelen deformiert sind."
Auch Alexandre Aja ist voll des Lobes bezüglich der Künste der Make-up-Abteilung von K.N.B. "Gred Nicotero, Kevin Wasner und Scott Patton haben einen tollen Job gemacht und alles daran gesetzt, damit unsere Vorstellungen Wirklichkeit werden", betont Aja. "Ich denke, mit unserem Film haben wir K.N.B. dazu angespornt, ihre Fertigkeiten auf einem noch höheren Level zu festigen. Die Atem beraubenden Resultate sprechen jedenfalls für sich selbst."
Jamison Goei, Leiter der Abteilung Spezialeffekte, war indes nicht weniger engagiert bei der Arbeit. Er und sein Hightech-Team hatten 130 Effekte für THE HILLS HAVE EYES - HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN zu entwickeln. Effekte, die so real sind, dass man sie gar nicht bemerkt. Dieses hohe Niveau hat natürlich auch seine Vorgeschichte - zu sehen in Gore-Klassikern wie HELLRAISER: HELLSEEKER ("Hellraiser 6: Hellseeker, 2002) und HALLOWEEN: RESURRECTION ("Halloween: Resurrection", 2002).
Einer der größten Herausforderungen war der Bau des Ortes, in dessen Nähe die Atomtests stattfinden. Natürlich nicht in real, sondern am Computer. Was letztlich nicht weniger Arbeit bedeutet. "Unsere kleine Stadt sollte so überzeugend echt aussehen, dass sich die Zuschauer fragen, wo sie wohl liegen könnte", erzählt Goei. "Dafür haben wir einen Straßenzug gebaut, alles andere entstand digital."
Besonders heikel war die Bearbeitung der Mutanten-Gesichter. "Wir wollten ja keine irrealen Fratzen, " erklärt Goei, " sondern entstellte Gesichter. "Deshalb mussten wir sehr behutsam vorgehen. Beim digitalen Double von Ruby haben wir beispielsweise lediglich leichte Veränderungen an Augen, Nase und Kinn vorgenommen. Das bedeutet, man kann den Menschen hinter den Deformationen erahnen, dass macht das Ganze noch viel gruseliger."
Kommentar Alexandre Aja: "Ich denke, die Zuschauer werden wirklich beeindruckt sein von unseren anatomischen Manipulationen. Aber auch die übrigen Effekte verfehlen ihre Wirkung nicht. Unser erklärtes Ziel war es, die Grenzen zu verwischen zwischen Computer-Animation und gefilmten Szenen, damit es ein unvergessliches Kinoereignis wird. Ich denke, das ist uns gelungen."