Mittwoch | 30. Mai 2012 | 18:20 Uhr
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  • FILMDETAILS | The Hills Have Eyes: Hügel der blutigen Augen
  • The Hills Have Eyes: Hügel der blutigen Augen

    Horror | USA 2006
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      • | Die Gestaltung der Hügel

      • Von den Hügeln geht eine enorme visuelle Energie aus - sie sind die ideale Kulisse, um Gefühle wie Einsamkeit und Bedrohung zu erzeugen. Und sie sind der geeignete Zufluchtsort für Strahlen verseuchte Mutanten. Regisseur Alexandre Aja brauchte einen Kameramann, der diese Naturgewalten in faszinierenden und schockierenden Bildern festhält. Deshalb entschied er sich für Maxime Alexandre, der bereits bei HAUTE TENSION ("High Tension", 2003) vorzügliche Arbeit geleistet hatte - und der mit Aja und Levasseur seit langem freundschaftlich verbunden ist. In enger Zusammenarbeit entwickelte das Trio den schaurig-schönen Look des Films.

        "Wie ließen Maxime aber auch viel Spielraum, weil wir uns auf seine Fähigkeiten und seinen Instinkt verlassen können", betont Aja. Und Maria Maddalena fügt hinzu: "Maxime ist traumhaft eingespielt mit Alex und Greg, deren Vorstellung von Bildsprache setzt er perfekt und effektiv um."

        Bevor es an die Arbeit ging, studierte Maxime sehr genau den Schmuddel-Look und die Handkamera-Ästhetik des bewusst trashig inszenierten Originals. Er wusste aber auch, dass seine französischen Freunde die Leinwand am liebsten explodieren lassen würden - mit sehr hart, sehr schnell geschnittenen Bildern. Den Sehgewohnheiten einer jungen Horror-Fangemeinde entsprechend, die auf der Überholspur lebt. "Alex und Greg haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt und den klassischen Gruselstoff in ein super gestyltes Gewand gekleidet."

        Weil die meisten Genrewerke schwarz als Farbe der Angst einsetzen, hat Maxime den Spieß umgedreht. Mit verblüffendem Ergebnis, denn das gleißende Wüstenlicht wirkt noch bedrohlicher in seiner Intensität. "Der größte Teil des Films spielt bei Tageslicht", verrät Maxime, " das macht es nicht eben einfach, eine Stimmung permanenten Schreckens heraufzubeschwören. Doch wir wollten beides, dass man alles sieht und sich trotzdem in ständiger Angst befindet, weil man nicht weiß, was sich hinter dem nächsten Felsen, dem nächsten Gebüsch verbirgt. Es hat funktioniert und es war aufregend, es herauszufinden. Nur mit Experimentierfreude bekommt man solche Ergebnisse."

        Für innovatives Denken steht auch Produktionsdesigner Joseph Nemec, in dessen Portfolio Hollywoodhits wie der Politthriller PATRIOT GAMES ("Die Stunde der Patrioten", 1992) und der Katastrophenstreifen TWISTER ("Twister", 1996) zu finden sind. Nun war es seine Aufgabe, die Wüste zum Leben zu bringen. "Ich bin mit Alex und Greg jede einzelne Szene durchgegangen, um zu ergründen, welche spezifische Gefühlswelt jeweils gefragt ist: Angst, Mitgefühl, Besorgnis und so weiter, " erläutert Nemec die Herangehensweise. "Auf dieser Grundlage haben wir gearbeitet und waren uns vollkommen einig darüber, dass das Geheimnis des Erfolgs im Detail liegt. Ganz egal, ob Kulisse, Garderobe, Naturhintergrund oder sonst irgendetwas - jedes noch so kleine Detail muss stimmen, um einen glaubwürdigen Film zu machen."

        Beim Design des Wohnmobils der Familie Carter arbeiteten Nemec und die Filmemacher besonders eng zusammen. Das Gefährt wird zum Refugium der Carters, es bietet zunächst Unterkunft und später Schutz vor den massiven Attacken der Mutanten. Für die Außenaufnahmen benötigte man drei verschiedene Versionen des US-Kult-Oldtimers Airstream. Für die Innenaufnahmen wurde eine fast doppelt so große Sonderanfertigung gebaut, um ausreichend Platz für Kamerafahrten zu haben.

        Die drei Fahrzeuge haben eine edle Herkunft: Die drei Airstreams stellte der König von Marokko zur Verfügung. Der Adelsmann setzt die Luxusfahrzeuge ansonsten bei Jagdausflügen ein. Da die Innenausstattung viel zu teuer und chic war für eine Mittelklassefamilie wie die Carters, wurde alles komplett entfernt und angemessen umdekoriert. "Das Wohnmobil verkörpert dennoch den einziges Lichtblick in einer ansonsten düsteren, verseuchten und verlassenen Umgebung", verrät Nemec, "Zudem ist es der einzige Ort, an dem ich moderne Produkte und Farben einsetzen konnte. Darin spiegelt sich das Leben der Carters wider und bildet einen Kontrast zur Lebenssituation in den Hügeln."

        Dort, wo die Menschen fressenden Mutanten hausen, ist es nämlich alles andere als behaglich. Für einen Platz der Verdammnis war folglich ein zutiefst abstoßendes Set-Design gefragt, das auch sämtliche Ausmaße der Atomtest illustriert. "Die Verstoßenen flüchten sich in Hochmut, um ihr Leben zu ertragen. Zugleich betrachten sie sich als Auserwählte in einer finsteren, lebensunwürdigen Welt, " verdeutlichtet Nemec die Gründe für ein grausiges Umfeld der Mutanten. "Sämtliche Gegenstände symbolisieren Verrohung, alles ist modrigbraun oder todschwarz. Genauigkeit und die Details am Set hatten für mich höchste Priorität, um zu zeigen, was eine Atomexplosion anrichten kann," so Nemec, "und was die Mutanten unternehmen, um diesen grausigen Lebensbedingungen zu entkommen."

        Verfall, Todessehnsucht und nackte Angst gehen vom Dorf der Mutanten aus - exakt jene Aura, die sich Alexandre Aja und Gregory Levasseur vorgestellt haben. "Joseph hat dem Look des Films den letzten Schliff gegeben, alle passt wunderbar zueinander", lobt Aja. "Selbstverständlich war das keineswegs, denn wir standen alle unter ungeheurem Zeitdruck, hatten eine Menge schwieriger Szenen zu bewältigen, inklusive aufwändiger CGI Spezialeffekte. Von der Herstellung der Kostüme, Prothesen und Make-up-Masken ganz schweigen. Aber wir wussten, dass jeder einzelne Baustein für die Tragfähigkeit des Films unverzichtbar ist."

        Alexandres Aja fasst noch einmal zusammen: "Wes Cravens Originalversion von THE HILLS HAVE EYES ("Hügel der blutigen Augen", 1977) wird mich stets begleiten und auch zukünftig einen großen Einfluss auf weitere Projekte haben. Ich werde mir den Film sicher noch x-mal ansehen. Unser Film ist weniger ein Remake, als der Versuch, mit einem neuen Ansatz ein ganz eigenes Spannungsfeld aufzubauen, das dem Zuschauer aufregende Unterhaltung garantiert."

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