„Das Tolle an diesem Film ist, dass man sämtliche Maschinen von Skynet zu sehen bekommt“, sagt McG. „Das ist wie beim aktuellen Militär: Man hat Kampffahrzeuge im Wasser, auf dem Land, in der Luft… Es war schon ein gewaltiges Abenteuer, allein die verschiedenen Terminatoren dieser Welt zu beobachten, weil man wissen will, wobei Skynet Erfolge und Fehlschläge zu verbuchen hatte, als es auf dem Weg zum T-800 – dieser wahnsinnig effizienten Tötungsmaschine – experimentierte.“
Die Armee der Maschinen, die ihren Vernichtungszug durch TERMINATOR – DIE ERLÖSUNG antreten, wurde aufgrund der Zeichnungen von Produktionsdesigner Martin Laing und seinem Team von Art Directors unter der Regie von Stan Winston angefertigt, dem legendären „creature creator“, der schon den Original-T-800 designt hatte. Leider verstarb Winston während der Arbeit an dem Film. „Stan erzählte mir, dass er schon als Kind Monster erfunden hatte, die ihm Gesellschaft leisten konnten“, erinnert sich McG. „Er dachte, er sei das einzige Kind auf der Welt, das dies tat. Er konnte nicht ahnen, dass die Freunde aus seiner Kindheit später die Helden von Millionen werden würden. Aber vor allem war Stan ein prima Kerl, der das geliebt hat, was er tat. Es war für mich eine große Ehre, mit Stan Winston arbeiten zu können. Ich werde diesen Film seinem Andenken widmen.“
John Rosengrant, ein Effects Supervisor des Stan Winston Studios, führte das 60-köpfige Team bei der Erschaffung dieser Generation von Terminatoren und überwachte außerdem das Special-Effects-Make-up. Winston engagierte Rosengrant damals für die Arbeit an The Terminator und wurde zum Mentor des Künstlers. Es war der Beginn einer unglaublichen Reise, in deren Verlauf das Duo phänomenale Fortschritte bei der Konstruktion von Animatronics und Special-Effects erzielte.
Für Rosengrant bedeutete das schiere Arbeitsvolumen, das diese Produktion erforderte, schon die Einführung einiger Neuerungen. „Die Herausforderung bei TERMINATOR – DIE ERLÖSUNG war es, ein leichteres Material zu finden, das dem Look von Metall gleicht“, sagt Rosengrant. „Wir haben eine Mischung aus Urethan und Plastik ausprobiert, die mit Hilfe von völlig neuen Techniken angemalt wurde, so dass sie wie Metall aussieht.“
Eine weitere gewaltige Herausforderung von TERMINATOR – DIE ERLÖSUNG war es, Terminatoren zu erschaffen, die im Universum der Saga eine logische Ergänzung sein könnten. „Wir befinden uns in einem Zeitrahmen, der vor den Ereignissen der ersten drei Filme spielt“, erläutert Laing. „Also mussten wir sozusagen rückwirkend konstruieren. Vergleichen wir das mal mit einem Laptop: Der war vor zehn Jahren noch so dick wie ein Ziegelstein und wurde im Lauf der Zeit immer kleiner und schmaler. Die uns bekannten Terminatoren sind nun die dünnen Laptops – und die, die wir für diesen Film designt haben, sind die Ziegelsteine. Sie sind in ihrer Brutalität primitiver und in ihrem Design größer.“
Darüber hinaus hatte McG eine ganz besondere Ästhetik im Sinn, die den ganzen Film bestimmen sollte, aber ganz besonders die Maschinen. „Ich wollte keine glänzende Roboter-Welt“, sagt er. „Ich wollte keine saubere, sondern eine echt verstörende Zukunft. Ich wollte Dreck und Patina auf dem Metall der Maschinen sehen, so, wie auf den Panzern aus der Zeit der Sowjetunion, die eine lange Zeit nicht neu gestrichen wurden.“
Und weil der Film in der postapokalyptischen Zeit nach dem Tag der Abrechnung spielt, enthüllt er eine ganze Palette von Terminatoren, auf die in den ersten Filmen nur hingewiesen wurde. „Wir befinden uns in einer Übergangszeit“, sagt Christian Bale. „In den Ausblicken auf das Jahr 2029, die wir in den vorigen Filmen sehen, beherrscht Skynet die Armeen von T-880 und den Hunter-Killers. Aber hier werden wir Zeuge der Geburt des T-800. In unserer Gegenwart dominieren die T-600, primitive Vorgänger des T-800, und ein gewaltiges Aufgebot an anderen Maschinen.“
Skynets hervorstechender Fußsoldat ist der T-600, den McG als „größer und fieser als den T-800“ beschreibt, „ein 57er-Buick im Vergleich zu einem Mercedes Benz von 2009.“
Die massige, 2,20 Meter große rudimentäre Version dessen, was in absehbarer Zeit zum T-800 werden wird, die eine einfache Gummihaut über dem Gesicht trägt und in zerschlissene Kleidung gesteckt wurde, um das Endoskelett zu verbergen, „streunt durch das Ödland und sucht nach allem mit einem Herzschlag. Es ist eine gnadenlose Maschine, die allein das Töten im Sinn hat“, fährt McG fort.
Die Terminatoren tragen ein Mini-Gewehr, eine M203-Einheit, die pro Minute 3.000 bis 6.000 Schüsse abfeuern kann, sowie einen Rucksack voller Munition. Die Filmemacher wollten ihr Design der Maschinen so gestalten, als würden sie nicht mehr hergestellt, aber weiterhin ihre Patrouillenarbeit auf dem Schlachtfeld leisten – sie sollten heruntergekommen aussehen, ihre Tarnung sollte weitgehend verloren, beschädigt oder von den Elementen zerfressen sein. Oder wie es Kyle Reese im ersten Terminator-Film formuliert: „Die Ersten waren leicht zu erkennen“.
Der T-600 tritt in dem Film in verschiedenen Stadien der Baufälligkeit auf, was mithilfe von bemannten und drahtgesteuerten Puppen in Kombination mit computergenerierten Effekten erzeugt wurde. „Es verleiht ihnen einen gruseligen, Zombie-artigen Look, wenn zum Beispiel ihr Unterkiefer oder Teile ihres Gesichts fehlen“, sagt Rosengrant.
In den Zukunftsvisionen der ersten Filme wurde bereits das Flugzeug der Terminatoren gezeigt – der Hunter-Killer, abgekürzt H-K. Die H-Ks patrouillieren durch die Luft und suchen den Erdboden mit gewaltigen Scheinwerfern ab. Wie die T-600 sind die H-K-Versionen aus TERMINATOR – DIE ERLÖSUNG rudimentärere Ausgaben des mechanischen Biests, das Skynet schließlich entwickelt.
Die Dronen, die nach menschlichen Überlebenden suchen, sind kleine technische Geräte namens Aerostats. Die 1,20 Meter langen fliegenden Wachposten schwirren über das Land und suchen nach Anzeichen menschlichen Lebens. Ausgestattet mit digitalen Kameras und lasergestützter Technologie, schicken sie drahtlos Berichte an Skynet, das schließlich den Harvester aktiviert.
„Einer meiner Lieblings-Terminatoren ist der Harvester, der die Menschen einsammelt“, sagt McG. Der Harvester ist ca. 24 Meter hoch und mutet mit seinen vielen stählernen Armen und Beinen, die mit scharfen krallenähnlichen Enden aus seinem Thorax-ähnlichen Torso hervorstehen, wie eine Spinne an. Er fängt die Beute ein, die seine Vielzahl von Kameraaugen lange vorher bereits fixiert haben. „Sein Job ist es, in jedes Gebäude vorzustoßen, in denen sich Menschen verschanzt haben, seine Beute einzufangen und sie im Transporter zu Skynet zu bringen“, erklärt McG.
Wenn diese Strategie jedoch fehlschlägt, entfesselt der Harvester die Moto-Terminatoren. „Weil der Harvester so ein riesiges Ding ist, gibt es immer wieder ein paar Menschen, die flüchten können“, fährt Laing fort. „Und wie ein Schäfer seine Schäferhunde losschickt, nutzt der Harvester die Moto-Terminatoren, die Motorrädern ähneln, hinter den Menschen her rasen und sie wieder einfangen. Diese Maschinen verfügen ebenfalls über Kanonen und die Fähigkeit zu töten, aber ihre Aufgabe ist es, die Flüchtigen wieder einzufangen und sie zurück zu dem Harvester zu bringen, der sie dann wiederum in den Transporter verfrachtet.“
Diese glänzenden Terminatoren basieren auf den Maschinen von Ducati, McGs persönlichen Lieblings-Motorrädern. Die Filmemacher wandten sich an das italienische Unternehmen, das begeistert war, an dem Film mitzuwirken: Es stellte der Produktion vier hyper-moderne Motorräder zur Verfügung.
„Wir brauchten glaubwürdig aussehende Moto-Terminatoren in dem Film, also wandten wir uns an die Designer und das Team von Ducati“, erinnert sich McG. „Ducatis sind geschmeidige, kraftvolle, agile Maschinen und das war ein guter Start, als wir begannen, den Look der Moto-Terminatoren zu erschaffen.“
Das Visual-Effects-Team war in der Lage, die echten Ducatis mit dem Look der Moto-Terminatoren zu versehen. Die Produktion verfügte darüber hinaus über einen funktionstüchtigen Moto-Terminator, der in Los Angeles hergestellt und im Film benutzt werden konnte.
Mit diesen Maschinen beherrscht Skynet das Land. Aber für die Seen, Teiche und Flüsse hat es einen einzigartigen Unterwasser-Terminator entwickelt: den Hydrobot. Mit seinen 1,20 Meter langen schlangenartigen Tentakeln und deren augenlosen, aber rasiermesserscharfen Köpfen, die sich in seine Opfer bohren können, reagiert der Hydrobot auf Geräusche und Vibrationen in den Gewässern, die er durchstreift. „Die Hydrobots stellten sich als ziemlich witzige, interessante Figuren heraus“, sagt Rosengrant, „eine Art Kreuzung zwischen einer psychotischen Krabbe und einer Seeschlange. Es sind wilde, boshafte Dinger mit diesen gemeinen Krallen vorne und diesem Stangenbohrer. Wenn sie dich damit zu fassen kriegen, bist du erledigt.“
Diese Maschinen stellten Rosengrant und sein Team vor eine besondere Herausforderung, „nicht nur, weil sie so detailliert sind, sondern weil sie auch unter Wasser funktionieren und dabei ziemlich hart rangenommen werden mussten“, fährt er fort. „Wenn man im Wasser arbeitet, kann man keine Funkfernsteuerungen benutzen, sondern muss mit Kabeln oder pneumatischen Mechanismen arbeiten. Und der Hydrobot musste so haltbar sein, dass man mit ihm ringen, ihn herumschleudern, aus Helikoptern abwerfen und durch Dinge hindurchprügeln konnte. Dabei durfte er aber auch nicht so sperrig und schwerfällig sein, dass wir ihn nicht mehr manövrieren konnten.“
Am Ende benutzte das Team eine Kombination aus stählernen Strukturen, die so leicht wie möglich konstruiert wurden, und leichte Urethan-Teile, die wie Metall lackiert wurden. „Wir haben etliche Extra-Aufnahmen gemacht, von denen niemand dachte, dass wir sie je mit einem tatsächlichen Modell zustande bekommen würden“, sagt Rosengrant stolz. „Wir dachten, dass wir mehr mit computeranimierten Bildern arbeiten müssten, also waren wir ganz überrascht, wie gut unser Modell funktionierte.“
Die Puppenspieler von Stan Winston bei der Arbeit mit den verschiedenen Takelagen zu beobachteten, war für Christian Bale eine echte Inspiration. „Sie haben über einen so langen Zeitraum hinweg geübt, bis ihnen die Bewegungen in Fleisch und Blut übergegangen sind“, sagt Bale. „Es ist unglaublich, wie viel Sorgfalt Stan Winstons Mitarbeiter bei den Details in ihrer Arbeit walten lassen, ihre unglaubliche Geduld und die bedingungslose Liebe für das, was sie tun. Ich liebe es, Menschen bei etwas zuzusehen, von dem sie besessen sind. Und diese Jungs sind davon besessen, Modelle zu bauen. Sie wollten es perfekt haben, wie der T-600 aussieht, wenn er seinen Kopf dreht und jemanden attackiert. Sie nahmen das sehr, sehr ernst und ich finde, das Ergebnis ist fantastisch.“
Allerdings besteht die bei weitem größte Innovation von Skynet nicht ausschließlich aus Metall: Marcus, der menschliche Terminator-Hybrid, der erst im Verlauf des Films von seiner Umarbeitung in einen Cyborg erfährt.
Das Special-Effects-Make-up und die Prothesen für Marcus wurden von Rosengrant geschaffen, dessen Team mehrere Variationen entwickelte, um die verschiedenen Zustände, in denen sich Marcus befindet, darstellen zu können, darunter der Anblick auf sein komplettes Endoskelett, nachdem er von dem Widerstand untersucht wird.
Die Kombination von großen Prothesen-Teilen, die mit Hilfe modernster Technik geformt wurden, Make-up und CGI war bei der Kreation von Marcus ein kompliziertes Verfahren, das ein Höchstmaß an Kreativität und Geduld erforderte – vor allem von Sam Worthington, der über sechs Stunden in seinem Make-up-Stuhl verbrachte und von einem dreiköpfigen Team bearbeitet wurde.
So erreichte McG mit Hilfe des kreativen Teams von Handwerkern aus jedem Bereich der Produktion eine ikonische Vision, die ein wahrhaft neues Kapitel in der Terminator-Saga aufschlägt. „Jeder Film aus der Reihe spielt in der heutigen Zeit“, bemerkt der Regisseur. „Unser Film ist ein neuer Anfang. Wir zeigen die Genesis dieser schrecklichen Maschinen, wir dringen in Skynet ein. Wir zeigen den Prozessor, der die Rebellion der Maschinen und ihre spätere Schreckensherrschaft repräsentiert. Es war ein grandioser Thrill für mich, eine Rolle in der Fortsetzung dieser unglaublichen Geschichte zu spielen, die mich mein ganzes Leben hindurch immer wieder inspiriert hat und auch heute noch so visionär und relevant ist.“
Für Christian Bale, der im Verlauf der Produktion das Material sehen konnte, in dem die Terminatoren in Aktion sind, war der Thrill ähnlich aufregend. „Wir haben die Dreharbeiten absolviert und dachten, wir seien die Hauptdarsteller“, bemerkt er mit einem ironischen Lächeln. „Natürlich ist das nicht der Fall. Die Leute kommen nicht ins Kino, um uns zu sehen. Wir müssen eine schlüssige Geschichte abliefern, denn – egal, wie cool die Terminatoren und die Explosionen sind – man muss eine gute Geschichte erzählen, sonst hat ein Film keinen Zweck. Aber mal ehrlich: Die Terminatoren sind die wahren Stars dieses Films. Und sie werden die Zuschauer aus den Sitzen fegen.“