JUNO hätte es ohne die unermüdliche Arbeit der Filmemacher, die an dieses Projekt glaubten, niemals bis auf die Leinwand geschafft. Alles nahm seinen Anfang mit Produzent Mason Novick, der beim Surfen im Internet auf einen Blog von Diablo Cody stieß. Ihr humorvoller Stil, der unverkennbar weiblich, stets am Puls der Zeit und absolut ehrlich war, nahm ihn sofort gefangen. „Als Produzent lese ich viel, das lustig sein soll und in Wahrheit ziemlich furchtbar ist“, sagt Novick. „Ich las ihren Blog ein halbes Jahr lang jeden Tag und musste jeden Tag lachen. Also rief ich sie eines Tages aus heiterem Himmel an und sagte: ‚Hi, ich bin Produzent, lebe in Los Angeles, lese täglich Ihren Blog und lache mich scheckig darüber. Haben Sie schon mal daran gedacht, ein Drehbuch zu schreiben?’ Sie antwortete: ‚Daran gedacht schon, aber ich habe es noch nie versucht.’“
Doch sie hatte bereits ein Buch geschrieben mit dem Titel: Candy Girl: A Year in the Life of an Unlikely Stripper. Die beiden sprachen über diesen Wälzer und Novick sandte Candy Girl an einen New Yorker Literaturagenten, der das Buch an Gotham Books verkaufte. „Mittlerweile diskutierten wir über eine Adaption von Candy Girl für die Leinwand“, erinnert sich Novick, „und ich erwähnte, dass Diablo den Studios ein Exposé vorlegen müsse. Wenige Monate später rief sie an und sagte: ‚Das Exposé ist fertig“, und sie schickte mir JUNO. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen, und es haute mich um. Das Buch, nach dem wir schließlich drehten, weicht kaum davon ab. So etwas gibt es selten, das Herz der Geschichte und die Charaktere springen einen förmlich von der Seite an.“
Novick brachte das Projekt im Mai 2005 zu Jim Miller, dem Creative Executive bei Mandate. Joe Drake und Nathan Kahane sagten sofort ihre Mitarbeit für alle Phasen der Produktion zu und das war eine Bestätigung, dass dies ein Drehbuch von großer Originalität war.
Kahane brachte dann zusammen mit Drake und Novick das Projekt zu Lianne Halfon, Russell Smith und John Malkovich von der Firma Mr. Mudd. Deren vorheriger Film GHOST WORLD schien perfekt zu Codys ähnlich markanter Sprache zu passen.
Dann begaben sich alle gemeinsam, Mandate, Novick und Mr. Mudd auf die anstrengende Suche nach einem Regisseur, der Codys Drehbuch perfekt ergänzen sollte. Das Ganze entwickelte sich fast wie die Suche nach einem geeigneten Hauptdarsteller, bis im August 2006 Jason Reitman an Bord kam.
„Wir wurden von Mandate ausgewählt, weil sie wussten, dass sie ein ganz besonderes Drehbuch hatten. Und sie wollten Produzenten, die diese Besonderheit unverfälscht auf die Leinwand bringen konnten“, sagt Lianne Halfon. „Obwohl die Studios vom Drehbuch beeindruckt waren, waren sie misstrauisch wegen des Themas und sie waren nicht sicher, ob ein Regisseur es schaffen würde, die nötige Authentizität und die Gefühle dieser Geschichte einzufangen. Wir trafen uns mit fünfzig Regisseuren und als wir uns mit Jason trafen, wussten wir sofort, wir haben den Richtigen gefunden.“
„Es war einfach, sich für Jason zu entscheiden. Seine Leidenschaft für dieses Projekt war enorm. Wir entdeckten einen lustigen, gefühlvollen Filmemacher, der ein unglaubliches Talent hat“, sagt Russ Smith von Mr. Mudd.
„Diablos Sprache hat uns bei Mandate sehr angesprochen und berührt und mit Jason Reitman als Regisseur erfüllten sich all unsere Erwartungen an dieses Projekt“, stimmt Kahane zu.
Diablo Cody war begeistert, dass Jason Reitman ihr Drehbuch auf die Leinwand bringen würde. „Ich habe es nicht erwartet“, sagte sie, „darum war ich so aufgeregt, als ich hörte, er sei interessiert. THANK YOU FOR SMOKING hat gezeigt, was für ein talentierter, selbstsicherer Filmemacher Jason ist. Ich war sicher, dass der Stoff bei ihm in guten Händen sein würde, und das war dann auch der Fall. Ich weiß bis heute nicht genau, was ihn zum Drehbuch hingezogen hat, aber ich bin einfach froh, dass es so war.“
Novick meint, dass die im Film beschriebenen Gefühle und Situationen für die heutige Gesellschaft aktuell und relevant sind. „Diablo weiß wirklich, wie diese Kids reden und wie Erwachsene in ihrer Gegenwart sprechen. So hat sie sehr präzise Figuren erschaffen, die niemals verlogen wirken. Wir haben es ihr zu verdanken, dass JUNO ein Teenie-Film ist, der nicht auf Teenager herabsieht.“