| Produktion: Die MacGuffs - Eltern des 21. Jahrhund
Ein Darsteller, der sowohl in THANK YOU FOR SMOKING als auch in JUNO auftritt, ist J.K. Simmons. Simmons spielt Nick Naylors knallharten Chef am Institut für Tabakstudien, und auch in JUNO ist er wieder ein kantiger Kerl: Junos Vater Mac. Aber trotz seines harten Auftretens hat Mac eine zärtliche Seite, die laut Reitman der Persönlichkeit Simmons’ entspricht.
„Für jeden Regisseur gibt es einen Schauspieler, mit dem er jeden Film drehen möchte“, sagt Reitman, „und für mich ist das J.K. Simmons. Wir ergänzen uns gut, sprechen dieselbe Sprache. Er hat auf den Satz ‚Mr. President, die Raketen sind in der Luft’ seine Karriere aufgebaut und so viele harte Kerle gespielt, dass mir die Idee gefiel, ihn hier als Junos Vater Mac zu besetzen. In Wirklichkeit ist J.K. ein großer Teddybär, ein Familienmensch, und es war wunderbar, diese Seite aus ihm herauszuholen.“
Zuschauern, die beide Filme gesehen haben, wird womöglich die Bedeutung auffallen, die Reitman Vater-Kind-Beziehungen beimisst. In THANK YOU FOR SMOKING macht Nick Naylor sich viele Gedanken, was sein Sohn von ihm halten mag, während die Hauptfigur in JUNO sich oft in den Armen ihres Vaters trösten lässt.
„Die Beziehung zwischen mir und meinem Vater ist wunderbar“, sagte Reitman. „Er hat mir soviel mit auf den Weg gegeben, für das ich ihm dankbar bin. Ich versuche, mein Leben so zu leben wie er. Es lässt sich wohl nicht verhindern, dass diese Dynamik sich auch in meinen Filmen wieder findet.“
Sowohl Allison Janney, die Macs Ehefrau und Junos Stiefmutter spielt, wie auch Reitman stellten unabhängig voneinander fest, dass sie in zwei Filmen seines Vaters mitspielte: in SIX DAYS, SEVEN NIGHTS („Sechs Tage, sieben Nächte“, 1998) und PRIVATE PARTS („Private Parts“, 1997).
Reitman fällt zu Janney ein: „Ich bin schon lange ein Fan von ihr. Ich liebte ihre Performances in AMERICAN BEAUTY („American Beauty“, 1999) und in der TV-Serie ‘The West Wing’. Sie kann alles spielen.“
Janney sagt: „THANK YOU FOR SMOKING gefiel mir außerordentlich gut. Und dann traf ich Jason und war sofort begeistert von ihm. Mir ist es enorm wichtig, mit einem Regisseur gut auszukommen und das Gefühl zu haben, dass wir einer Meinung sind. Jason ist sehr klug, unkompliziert und auf eine so nette Art und Weise zugänglich, dass ich dachte: ‘Okay, mit dem kann ich gut arbeiten.’“
Diablo Cody hat über Janneys Charakter, eine Stiefmutter, die vielen Erwartungen widerspricht, die mit einer solchen Rolle einhergehen, einiges zu sagen. „Ich liebe Allisons Figur“, sagt sie, „und es gibt einen ziemlich narzisstischen Grund, warum sie in dem Film mitspielt. Ich bin selbst Stiefmutter, und wann immer ich mir Filme mit Stiefeltern ansehe, sind sie mit ihren Kindern zerstritten, stehen als Hindernis da oder sind schlichtweg böse. Es ist frustrierend, gemeinsam mit meiner Stieftochter, die ich abgöttisch liebe, solche Filme anzusehen. Also nahm ich mir vor, eine coole Stiefmutter zu schreiben. Sie ist nach wie vor ein strenger Elternteil, aber sie ist liebevoll und jemand, mit dem man mitfühlen soll.“
Janney bemerkt, dass Cody in Bezug auf die weiblichen Charaktere in JUNO „alle Möglichkeiten durchspielt. Jede Art von Frau ist in dem Film repräsentiert. Ich spiele eine Stiefmutter aus einer früheren Generation. Jennifer Garners Rolle ist die einer modernen Figur, vielleicht die femininste im ganzen Film, die ein Baby und eine traditionelle Familie möchte. Und Juno ist natürlich eine Frau, die gerade erwachsen wird und der alle Optionen zur Verfügung stehen.“
Über die Vielzahl unterschiedlicher Frauenrollen im Film sagt Cody: „Frauen werden oft stereotyp als sehr emotionale, melancholische Wesen dargestellt, die Gefühle in die Welt tragen sollen, aber das ist Kokolores: Frauen sind clever, Frauen sind witzig, Frauen haben’s drauf. Ich wollte zeigen, dass diese Mädchen vielschichtige Menschen sind und keine klischeehaften Teenie-Girls, wie wir sie oft in den Medien sehen, wo sie als wilde, hormongesteuerte, boshafte, Image-besessene Zicken dargestellt werden.“