Produzentin Melissa Cobb beschäftigte nicht nur der Inhalt des Films, sondern auch die Art und Weise wie Pos Geschichte erzählt werden würde: „Von Beginn an visualisierten die Regisseure den Film in CinemaScope. Dieses Format, mit seiner expansiven Perspektive, gab uns die Gelegenheit einen epischeren Film zu verwirklichen, der ganz im Einklang mit dem Kung-Fu-Genre steht. Außerdem hatten wir so die Möglichkeit, China auch visuell auszuloten. Unser Ziel war es, dem Film einen unverkennbaren Look zu verleihen, indem wir uns die neuesten technologischen Errungenschaften im Animationsbereich zu Nutze machten. Eines der Grundelemente basierte von Anfang an auf chinesischer Kunst: das Prinzip der „Schönheit der Leere“. Wir haben versucht, in den Einstellungen und dem Design diszipliniert zu bleiben. Die Szenen sollten schlicht gehalten werden und es dem Auge gestatten, sich auf die Figuren und die beeindruckenden Sets zu konzentrieren.“
Black unterstützte die Vision der Filmemacher von ganzem Herzen: „Wenn man einen Film an einem bestimmten Ort spielen lässt, ist es wichtig, die Szenerie auch gut zu treffen. Und zwar nicht nur deswegen, weil die Menschen, die wirklich dort leben, sonst denken, ‚So sieht es hier aber nicht aus!’, sondern auch deswegen, weil das interessant ist. Denn wenn man es richtig macht, nimmt man die Zuschauer des Films mit auf eine Reise an den Ort des Geschehens. Das Publikum soll an einen spezifischen, realen und besonderen Ort geführt werden. Die Art und Weise, wie hier die Schönheit der chinesischen Landschaft, der Architektur und der Kunst eingefangen wurde, ist beeindruckend. Ich muss zugeben, dass ich noch nie in China war, aber ich stelle mir vor, dass wenn ich mal dort bin, ich sagen können werde: Wow, das ist doch genau wie in „KUNG FU PANDA“!“
Regisseur Stevenson erklärt: „Wir wollten dem Publikum das Gefühl geben, eine große Geschichte zu sehen, nicht einfach nur viel Action, und hoffentlich auch viel Gelächter und große Gefühle. Wir wünschten uns eine große Leinwand, auf der unsere Geschichte zur Geltung kommt, und CinemaScope war dafür das beste Format. Der Maßstab von 2.35: 1 von CinemaScope ist meiner Meinung nach das Format, das alle Filme haben sollten. Alle Kung-Fu-Filme, die ich in meiner Jugend gesehen habe, waren in ‚Scope’, denn es ist das perfekte Format um ausladende, dynamische Action darzustellen.“
Regisseur Osborne fährt fort: „Sämtliche epische Kung-Fu-Filme haben CinemaScope eingesetzt. Es vermittelt eine breitere Perspektive der Welt. Außerdem kann man auch persönlichere Geschichte in CinemaScope erzählen, die scheinbar diesem sehr breit angelegten Format widersprechen. Das liegt jedoch daran, dass man mit diesem Format richtig nah und eng an die Figur herankommt. Gleichzeitig kann man aber auch das gesamte Umfeld der Figur zeigen.“
Produktionsdesigner Raymond Zibach und Art Director Tang Heng machten schon zu Beginn des Projekts intensive Recherchen für den Look des Films. Der Schlüssel lag darin, sich von chinesischer Kunst, Landschaften und Architektur inspirieren zu lassen, um auf ganz eigene Weise der chinesischen Kultur gerecht zu werden. In einer Geschichte, in der die Wesen mit meisterhaften Kung-Fu-Fähigkeiten ausgestattet sind, war es umso wichtiger, eine gewisse Realitätsnähe als Bodenhaftung zu haben. Das Ziel war durchgehend Glaubwürdigkeit und kulturellen Reichtum zu vermitteln. Das Ergebnis dieser monatelangen, intensiven Recherchen ist ein Film, der mit etlichen Details gespickt ist, die wahrscheinlich nur ein geschultes Auge entdecken kann.
Als Produktionsdesigner zeichnete Zibach für sämtliche visuelle Elemente verantwortlich – angefangen von den Figuren über die Locations und Farben bis hin zum Styling des gesamten Films. Vor rund fünf Jahren begann er mit ersten Zeichnungen und Entwürfen, hauptsächlich zu den Tieren und der Landschaft. Gemeinsam mit Character Designer Nicolas Marlet arbeitete er am Design der Tiere mit halb menschlichen Haltungen, damit sie Kung Fu praktizieren konnten. Das Team setzte sich auch mit der klassischen Architektur chinesischer Paläste und Tempelanlagen auseinander. Zibach sagt: „Dieser Film hat einen ganz eigenen Charme und individuellen Charakter, und unterscheidet sich deutlich von dem, was alle anderen im Bereich der Computeranimation so machen. Als wir unsere Arbeit an den Figuren mit der schönen, traditionellen Architektur in China abglichen, betonte das nur noch, wie gut uns die Figuren gelungen waren und wie ausgefeilt die gesamte Fantasiewelt von „KUNG FU PANDA“ wirkte. Meiner Meinung nach gibt dieser Kontrast ein ganz neues Gefühl dafür, was Computeranimation wirklich leisten kann.“
Aus Respekt dem Land China und seiner Bevölkerung gegenüber lehnte es Zibach ab, real existierende chinesische Drehorte einfach zu übernehmen. Vielmehr wollte er die quintessentielle Schönheit des Landes heraufbeschwören und auf die Weise zusammensetzen, die für den Film richtig war. Auch die Auswahl der Bekleidung der Figuren wurde an chinesischen Vorbildern orientiert getroffen, strebte aber nicht nach historischer Genauigkeit, sondern sollte es vielmehr jeder Figur ermöglichen, Kung Fu auszuüben und sich gleichzeitig in das Gesamtdesign einzufügen.
Während die Landschaften immer mehr Form annahmen, bekamen manche Elemente eine größere Bedeutung. Anfänglich fand sich im Drehbuch lediglich eine Zeile zum Jade-Palast: ein Raum innerhalb einer größeren Anlage, in dem Po eine Nacht verbringt. Da sich das Element „Jade“ aber auf weitere Bereiche des Designs erstreckte und immer weiter entwickelte – u.a. zu „Jade-Bambus“ – sahen sich die Filmemacher der Aufgabe gegenüber, die Bedeutung dieser Umgebung zu betonen. Der Palast wurde so zu einem der Hauptschauplätze, was wiederum die Designer dazu beflügelte, diesen Ort noch intensiver auszugestalten.
Die Außenaufnahmen waren stark beeinflusst von den Landschaften um den Fluss Li sowie von der an seinem Westufer liegenden Stadt Guilin. Zibach erklärt: „Wir wollten genau diese Zuckerhut-förmigen Hügel haben, die einfach wundervoll sind: gerundete, grüne, üppig bewachsene Felsformationen wie im Tal des Flusses Li, und diese dann noch dramatischer machen. Unser Art Director Tang Hang brachte diese Idee auf legendäre Ausmaße. Außerdem sollte alles schön rund wirken, wenn die Dorfbewohner auftreten. Deshalb basieren die Grundformen sämtlicher Einwohner auf der Kreisform – und das vermittelt ein nettes, angenehmes, abgerundetes Gefühl. Sobald die Action dann gefährlicher wird, werden die Dinge spitzer und kantiger. Diese einfache Formentheorie hat das gesamte Design geregelt.“
Art Director Heng kam an Bord, als der Film bereits seine Storyline gefunden hatte, und einige seiner ersten Maßnahmen beeinflussten den Look sehr stark – so sehr, dass diese Vorgaben zu einer Art Handbuch und Leitfaden wurden, das man im Verlauf der gesamten Produktion zu Rate ziehen konnte. Zibach lobt Hengs Bemühungen: „Ich sehe in Tang eigentlich einen Partner, denn was er dazu beigetragen hat, beeinflusste auch mich, und ich hoffe, ich ihn auch.“
Visual Effects Supervisor Markus Manninen war in Zusammenarbeit mit Zibach für die visuellen Elemente verantwortlich. Die Aussicht auf einen computeranimierten Action-Spielfilm begeisterte Manninen, genau wie die visuellen Möglichkeiten und die bodenständige Story. „Das ist etwas, womit sich jeder identifizieren kann – genau die Art Film, die ich selber gerne anschaue.“
Manninen war sich der allgegenwärtigen Einschränkungen, die das Filmemachen beinhaltet – Ressourcen, Budget, Zeitplan – nur allzu bewusst, und bewunderte das Engagement aller Beteiligten, um den besten Weg zu finden, auf dem diese Geschichte erzählt werden konnte, auch wenn dies zunächst ein Ding der Unmöglichkeit zu sein schien. Hingebungsvolle Spezialisten verbrachten ihre Zeit damit, zu erforschen, ob dieser ersehnte Teil einer Szene auf noch smartere Weise verwirklicht werden könnte – und so bekam der Film noch etwas Extra-Pepp fürs Geld - oder sogar etwas ganz Außergewöhnliches, noch nie zuvor Dagewesenes.
Das Schlüsselelement für solch herausragende Leinwandmomente lag in der Mitwirkung von Hewlett-Packard, die für die Animationskunst von „KUNG FU PANDA“ unverzichtbar war. Manninen meint: „HP ist ein großartiger Partner, für das Unternehmen und das Studio. Für uns war die Zusammenarbeit ausschlaggebend. Auf halbem Weg während der Produktion entdeckten wir, dass manche der Dinge, die wir zu tun versuchten, wirklich schwer zu verwirklichen waren. Die teilweise allerneueste HP-Hardware hat uns gerettet. Wir waren am Rande unserer Möglichkeiten angekommen und hätten einige Szenen nicht wie geplant verwirklichen können; dies hat es uns ermöglicht, den erwünschten Produktionswert für diesen Film zu gewährleisten.“
Heng hatte so, zusammen mit einem ganzen Team, die Möglichkeit, bei der Entwicklung des gesamten Looks und Stils des Films mitzuwirken. Da der Film in China spielt, wollte man eine altertümliche chinesische Umwelt erschaffen, in der alle Tiere und die Vegetation harmonisch zusammenleben. Als Richtlinie bediente sich Heng der alten chinesischen Keramik: „Ich trage dazu bei, die Vision der Regisseure und des Produktionsdesigners zu verwirklichen. Nachdem wir uns über das Setting und die Landschaften unterhalten haben, verbringe ich zwei bis drei Wochen damit, ein visuelles Konzept zu entwerfen, das ihre Vorstellungen sichtbar macht. Das schauen wir uns dann gemeinsam an und machen die nötigen Anpassungen.“
Heng untersuchte nicht nur die chinesische Mythologie und Architektur, sondern analysierte mit seinem Team auch renommierte chinesische Spielfilme wie „Hero“ und „Tiger and Dragon“. Da die meisten Mitarbeiter aus dem westlichen Kulturkreis stammen, war es wichtig, so viele Einflüsse aus der asiatischen Welt wie nur möglich in sich aufzunehmen.
Einige Entdeckungen überraschten Heng: „Einer der coolsten Einfälle zur chinesischen Architektur ist meiner Meinung nach, dass man nach dem Vorbild der Nomadenzelte baut. In früheren Zeiten sollten diese Zelte verhindern, dass sich das Wasser auf dem Dach sammelt. Die Form dieser Dächer beeinflusst noch heute die Bauweise in China.“
Nicht nur die Formen, sondern auch die Farben wurden mit chinesischen Assoziationen verwendet – Gold für den Kaiser, Rot symbolisiert Glück. Dies waren die zwei Hauptfarben, die im Film eingesetzt wurden. Das Tal des Friedens ist natürlich üppig grün (Grün ist die Farbe des Guten), und Tai Lungs Welt zeigt viel Blau (eine kalte Farbe, denn er ist schließlich ein Schneeleopard).
Heng und sein Team berieten sich auch mit Xiaoping Wei über chinesische Kunst und Architektur, um sämtliche Fakten abzuchecken; Wei ist nicht nur Künstler bei DreamWorks, sondern auch einer der größten Experten zum Thema China in Hollywood. So wurden frühere Entwürfe mit asiatischen Designs, die nicht der chinesischen Kultur entsprachen, verworfen und ersetzt.