Mittwoch | 30. Mai 2012 | 18:27 Uhr
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  • Kung Fu Panda

    Action, Abenteuer, Komödie, Animation | USA 2008
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      • | Produktion: Bang! Kapluff! Uffff! Zack!

      • Im Verlauf der Produktion sahen sich Regisseure Stevenson und Osborne vor einem weiteren Dilemma: „Grundlegend geht es um ausgestopfte Tiere, die aufeinander einhauen, plus all die fantastischen Dinge die in dieser neuen Welt besonders sind“, meint Osborne. „Daher ist eines der wichtigen Elemente für das Publikum das Sounddesign. Es macht bei einem Animationsfilm den großen Unterschied zwischen Flop oder Erfolg aus. Da wir wussten, dass es hier um viel Action gehen würde – nebst großen Emotionen, Poesie, schönen Momenten und epischen Ereignissen -, wollten wir sicherstellen, dass unser Sounddesigner sämtliche Aspekte unserer Geschichte versteht und dazu beitrug, diese noch zu betonen, damit das Publikum nicht nur an diese Welt glaubt, sondern sogar mitfiebert.“

        Stevenson fährt fort: „Beim Streben nach Höchstleistungen visualisierten wir eine große Welt und wollten eine epische Geschichte erzählen. Die Hörelemente machen einen großen Teil der visuellen Erfahrungen aus. Um das Publikum in den Bann der Geschichte zu ziehen, muss man auch die kleinsten Geräusche berücksichtigen: das Rascheln der Blätter an einem Baum auf einem chinesischen Berg, und nicht auf einem Hügel in Burbank. Je spezifischer, desto besser. Ethan Van der Ryn und Erik Aadahl haben bereits an einigen der größten Spielfilme mitgearbeitet („Transformers“, „Der Herr der Ringe-Trilogie“ und „King Kong“). Ethan war sich zunächst nicht sicher, ob dies eine ausreichend interessante Herausforderung werden würde, aber wir ließen nicht locker und überzeugten ihn davon, dass unsere Produktion nicht auf sein Können verzichten konnte, angefangen bei den subtilen Nuancen bis hin zu den riesigen Actionszenen. Glücklicherweise stimmte er zu.“

        Van der Ryn wurde bereits zwei Mal mit dem Oscar ausgezeichnet und meint: „Ich glaube, dieser Film ist eine wirklich interessante Mischung aus unterschiedlichen Elementen. Es ist eine Hommage an die alten Kung-Fu-Filme, was mich sehr anspricht, und zeugt von modernem Einfühlungsvermögen, indem Kung Fu und mystischer Realismus integriert werden. So entsteht eine spannende Mixtur dieser Stile und Themen. Und das wiederum können wir auf einzigartige Weise mit dem Sound spiegeln, denn Ton ist ein plastisches Medium, wir können sehr schnell von dem einen Stil auf den anderen umschalten. Da „KUNG FU PANDA“ eine solche Mischung ist, trägt der richtige Sound viel zum Gelingen des Ganzen bei.“

        Van der Ryn und Aadahl haben ihre Arbeitsweise kaum verändert, obwohl „KUNG FU PANDA“ ihr erster reiner Animationsfilm ist. Da etliche ihrer vorherigen Filme bereits zu großen Teilen auch Animation beinhalteten, war ein vollständig animierter Spielfilm der nächste logische Schritt. Und hierbei genossen sie einen eindeutigen Vorteil: bei herkömmlichen Spielfilmen beginnt die Arbeit mit Tonaufnahmen am Drehort, woraufhin unerwünschte Nebengeräusche herausgefiltert werden müssen… aber der Sound eines Animationsfilms ist „rein“ und wird vollständig im Studio erschaffen – was nachträgliche Reinigungsarbeiten überflüssig macht!

        Die Methode des Teams blieb also grundsätzlich unverändert; sie begannen damit, Geräusche aus der Natur einzufangen und diese am Computer nachzubearbeiten. Um ein vollständiges, organisches und glaubwürdiges Universum zu erschaffen begannen die Sounddesigner mit den organischen Elementen und bearbeiteten diese im Studio, um einen Klangteppich zu kreieren.

        Sie nahmen auch Sonderwünsche entgegen. Die Regisseure zum Beispiel wünschten sich, dass wenn Po getroffen wird ein Klang entsteht, der an eine „Tütensuppe“ erinnert. Dies erreichte man, indem auf erfinderische Weise (teilweise auf primitivem Weg erzeugte) Klänge kombiniert wurden: ein Wasserkrug aus Kunststoff, in der nur eine kleine Menge Wasser herumgeschwenkt wird, und ein „Boing“, das erzeugt wird, wenn man an einer an einem Hohlkörper befestigten Schnur zupft (eine umgedrehte Metallwanne, durch die eine straff gespannte Schnur an einem Stock befestigt ist).

        Bei der Erklärung eines anderen Klanges offenbart Van der Ryn aus Versehen das Geheimnis des Handwerks: „Wir haben gelernt, dass die besten großen Geräusche manchmal aus einem sehr kleinen Geräusch entstehen. Mit einer sehr hohen Auflösung aufgezeichnet, können wir es dann ohne Verzerrungen verlangsamen und daraus einen großen Klang machen. Wenn z.B. Tai Lung aus dem Gefängnis ausbricht, hören wir das Krachen der zusammenbrechenden Felswände – das ist eigentlich der veränderte Klang von einem knackenden Keks.“

        Van der Ryns Mitarbeiter Aadahl erklärt: „Ich bin ein großer Fan von Kung-Fu-Filmen. Das tolle daran ist, dass sie sich beim Sound voll ins Zeug legen. Für jemandem vom Soundfach ist das also eine Gelegenheit, hyper-ausdrucksstark zu sein und jedes noch so kleine Detail zu Gehör zu bringen, jede Drehung und Schwingung, jeden Aufprall wie Musik zu behandeln; das ist so magisch am Kung-Fu-Genre. Es ist überaus musikalisch und rhythmisch. Bei unserer Arbeit an „KUNG FU PANDA“ sind wir deshalb so vorgegangen, als würden wir ein Orchester leiten, das ohne Instrumente, sonder nur mit Geräuschen spielt, und das hat uns geholfen, das Drama zu erschaffen.“

        Genauso viel Konzentration floss auch in die Musik zu „KUNG FU PANDA“ – unter Einsatz eines Orchesters mit Instrumenten! Die Filmemacher setzten auch hierbei auf ein Duo und waren begeistert, als Oscar-Preisträger Hans Zimmer und der preisgekrönte John Powell zustimmten, die Filmmusik gemeinsam zu komponieren.

        „Wir wussten von Anfang an, dass es Orchestermusik werden sollten, ohne zeitgenössische Songs, die das Zeitlose an unserer Geschichte aufheben könnten“, sagt Stevenson. „Außerdem wollten wir eine epische Musiklandschaft, um das spektakuläre Produktionsdesign und die Action zu ergänzen, und gleichzeitig in der Lage sein, auch kleine und persönliche Momente zum Klingen zu bringen. Zu guter Letzt sollte die Musik chinesisch wirken, dem westlichen Zuhörer aber zugänglich sein. Zimmers und Powells wunderbare Kompositionen bereichern und vertiefen die emotionale Erfahrung auf eine Weise, die wir uns nicht hätten erträumen können.“

        Osborne fährt fort: „Mittlerweile haben wir „KUNG FU PANDA“ hunderte Male gesehen – wir kennen ihn wie unsere Westentasche und nichts darin kann uns noch überraschen. Aber beim ersten Mal, als wir ihn mit Hans’ und Johns Musik unterlegt sahen und hörten, waren wir alle mehrmals zu Tränen gerührt. Es sind wahrhaft schöne Kompositionen, die die Welt von „KUNG FU PANDA“ zu einem Universum macht. Wir sind sehr stolz darauf, die Musik von Hans und John in unserem Film zu haben.“

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