Mittwoch | 30. Mai 2012 | 18:28 Uhr
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  • Kung Fu Panda

    Action, Abenteuer, Komödie, Animation | USA 2008
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      • | Produktion: Die Autoren

      • Die Reise, die unternommen wurde, um die ersehnte zeitlose Fabel „KUNG FU PANDA“ zu erschaffen, ähnelte in gewisser Weise den Abenteuern, die der Panda, um den sich alles dreht, selbst durchlebt. Der Film war über Jahre hinweg entwickelt worden, hatte es jedoch kaum geschafft, jemanden für sich zu interessieren. Doch mit den akribischen Bemühungen des Produktionsteams waren die Filmemacher nun (bildlich gesprochen) auf eine reiche Ader gestoßen – so reich, dass die Mine sogar überproduzierte. Bei dieser Fülle von Material war es nötig, das Produkt spezifischer zu umreißen.

        Der Auftritt zweier Minenarbeiter, d.h. Autoren, in Person des talentierten Duos Jonathan Aibel und Glenn Berger. Aibel erklärt: „Ursprünglich hatten sie tolles Material. Wir kamen für eine Woche als Story Consultants, um das Ganze in Form zu bringen. Welche Szenen braucht man und welche nicht? Stimmt die Reihenfolge? Wie können wir die Geschichte fokussieren? Also haben wir uns angeschaut, was sie vorbereitet hatten, und machten ein paar Vorschläge. Aus der Woche wurde ein Monat, aus dem Monat wurden drei Monate, die dann zu insgesamt 19 Monaten wurden – dermaßen waren wir in den Prozess eingetaucht.“

        Glenn Berger meint: „Wir hatten die Qual der Wahl – es gab hinreißende Kampfszenen, viel wunderbare Comedy. Unsere Aufgabe war es, den üppig wuchernden Ideenwald zurechtzustutzen, um das Herz des Films freizulegen, den sie zu kreieren wünschten. Aber mit einer so schönen Welt und witzigen Figuren hatte sich natürlich vieles auf organische Weise ergeben… und der Wildwuchs hatte die zentrale Geschichte überwuchert. Dazu waren wir vor Ort: um dazu beizutragen, den richtigen Schwerpunkt zu setzen und die Geschichte zu erzählen, die alle erzählen wollten.“

        Und diese Geschichte, darin waren sich alle einig, drehte sich um Po. Deshalb kamen die Filmemacher darin überein, die Story einzugrenzen: Wer ist Po? Was will er? Wie bekommt er es? Was passiert? Und wie geht es aus? All dies musste beantwortet werden, ohne auf eine bestimmte Sequenz oder einen bestehenden Gag abzustellen, damit die Erzählung flexibel blieb. Nachdem die genannten Punkte geklärt waren, so Berger, „wurden sie zur Richtlinie bei jedem Schritt im Verlauf des Arbeitsvorgangs. So konnten wir an jedem Punkt des Entstehungsprozesses – und es gab Meinungsverschiedenheiten bei bestimmten Elementen -, ganz egal woher die Zweifel stammten, die richtigen Schlüsselfragen stellen.“

        Aibel fährt fort: „Trägt dieses Element dazu bei, die Geschichte zu erzählen? Wenn ja, großartig. Dann kommt die Frage: Okay, können wir dieses Element ausarbeiten – es noch lustiger, dramatischer oder actionstärker gestalten? Falls es aber nichts zum roten Faden der Geschichte beitrug, spielte es auch keine Rolle, ob es witzig sein könnte oder nicht. Genau so lief es bei fast jedem Projekt, an dem wir gearbeitet haben: man meint, etwas sei ein toller Einfall, und das ist es auch, aber es treibt die Story nicht voran, also wird es geschnitten.“

        Und anders als Po, der nicht immer an sich glaubt, war das Studio während des langwierigen Entwicklungsprozesses immer von diesem Projekt überzeugt. Bill Damaschke, Co-Präsident der Produktionsabteilung für Animationsspielfilme und ausführender Produzent von „KUNG FU PANDA“ sagt: „Wir wussten genau, dass dies ein besonderer Film werden könnte. Im Laufe der Entwicklungsphase waren wir oft überwältigt vom Talent und der Beharrlichkeit der Filmemacher. Kurz gesagt: Wir haben immer an den Film und die Filmemacher dahinter geglaubt.“

        Produzentin Cobb stimmt zu: „Jonathan und Glenn haben das Team auf großartige Weise ergänzt. Sie halfen uns dabei, die Story herauszudestillieren, sie wirklich solide zu machen, und die Figuren sowie den Grundton des Projekts einzustellen. Außerdem hatten sie schon früh ein tiefes Verständnis für die Figuren entwickelt und widmeten sich dem Projekt mit ganzer Hingabe.“

        Die etwas auf Panda-Rhythmus, also schleppend laufende Entwicklungsphase kam auf einen dynamischeren Kurs, als das Studio einen beeindruckenden „Aha!“-Durchbruch erlebte – von der Art, die über den Köpfen eine strahlend helle Glühbirne aufblitzen lässt. Head of Character Animation Dan Wagner zeichnete einige Tonaufnahmen mit Jack Black auf und fertigte damit eine animierte Version von Po. Diese Vermählung von Ton und Bild war ein ungeheuerer Erfolg.

        Osborne sagt: „Jack Black hat alles unter Dach und Fach gebracht. Er war die Idealbesetzung. Ich bin ein großer Fan von Jack Black und seiner Band Tenacious D. Seine Arbeit hat mich immer sehr inspiriert, er ist unglaublich. Als er an Bord kam, dachte ich: Das ist es! Anfangs sagten wir, dass dies ein Vehikel für Jack werden sollte, und wir haben es ihm ermöglicht, die bestmögliche Version von Jack Black sein zu können… was natürlich thematisch mit dem Film verbunden ist. Es geht ja darum, die beste Version seiner selbst zu sein.“

        Stevenson meint: „Jack ist ein wunderbarer Mensch, einfach ein toller Kerl. Meiner Meinung nach versteht man das schon durch seine früheren Filme, sogar wenn er darin einen sehr ätzenden Charakter spielt. Er ist immer witzig, und - egal wie nervig seine Rolle auch sein mag - immer sehr ansprechend. Solche Rollen verkörpert er außergewöhnlich gut; wir wollten, dass Po begeisterungsfähig, liebenswert und eifrig wirkt – all die besten Tugenden, die fast immer auch den Kern von Jacks Rollen ausmachen.“

        Nun hätte man leichtfertig annehmen können, dass die Besetzung mit dem zugänglichen und witzigen Black bedeutete, aus „KUNG FU PANDA“ eine Art Parodie zu machen. Doch weit gefehlt!

        Regisseur Stevenson erklärt: „Eines der Dinge, die für mich wichtig waren – genauso wie für jeden, der an diesem Film mitwirkte –, war die Tatsache, dass wir absolut keine Parodie machen wollten, denn alle Beteiligten bewundern Kampfkunst-Filme. Wir wollten das Genre respektieren und ehren.“

        „KUNG FU PANDA“ – das Spielfilm-Regiedebüt sowohl von Stevenson als auch von Osborne – sollte ein spannender, animierter Kung-Fu-Film werden, obwohl er auch viele köstliche Lacher bietet.

        Osborne sagt: „Ein Animationsfilm ist ein großes Werk der Liebe, aber auch ein großes Werk, also viel Arbeit! Man arbeitet jahrelang daran, im Fall von „KUNG FU PANDA“ wohl ganze fünf Jahre, wenn alles geklärt wurde. Also ist es sehr hilfreich, diese Last mit jemanden gemeinsam schultern zu können. John und ich arbeiten gut zusammen. Und letztendlich haben wir einen Weg gefunden, jeweils verschiedene Aspekte des Films in Angriff zu nehmen, um die Arbeitslast etwas aufzuteilen.“

        Produzentin Cobb fügt hinzu: „John Stevenson ist ein fantastischer Regisseur. Er arbeitet seit vielen Jahren im Animationsbusiness. Anfangs war er bei Jim Henson als Puppenspieler, außerdem hat er als Storyboard Artist an einigen beeindruckenden Filmen mitgewirkt. Zu „KUNG FU PANDA“ kam er ausgestattet mit einem tiefen Verständnis und einer großartigen Einstellung bezüglich des Animations-Ablaufs. Nachdem er bei so vielen Filmen Erfahrung gesammelt hatte, sagte er ständig: ‚Vertrau in den Ablauf. Vertrau in den Ablauf.’ Und das war wirklich hilfreich. Er hatte eine Art Zen-Haltung bezüglich der Regiearbeit an diesem Film: ‚Es wird am Ende alles klappen, wir müssen nur weiterhin einen tollen Job machen.’ Er widmete sich intensiv dem Look des Films und dem Design der Figuren; ständig hat er das Design-Team dazu angehalten, über sich hinauszuwachsen, alles noch weiter zu verfeinern und wirklich auszuloten, wie weit man die Animation wirklich treiben kann.“

        Sie fährt fort: „Bevor Mark Osborne bei „KUNG FU PANDA“ Regie führte, hatte er bei dem Oscar-nominierten Kurzfilm „More“ Regie geführt – falls man diesen Film noch nicht gesehen haben sollte, darf man ihn sich nicht entgehen lassen! Es ist ein spektakulärer Stop-Motion-Animationsfilm ohne Dialog, mit beeindruckenden Darstellern und einer emotional tiefempfundenen Story. „KUNG FU PANDA“ ist jetzt sein erster Spielfilm. Wegen seiner Erfahrung mit Stop-Motion war er besonders an der Zusammenarbeit mit den Animations-Spezialisten interessiert und verbrachte viel Zeit Schulter an Schulter mit ihnen. Er hat verstanden, Einstellung für Einstellung, woran sie beim Animationsprozess arbeiteten, und wurde so zu einem großartigen Mitwirkenden.“

        Aus Cobbs Perspektive wuchsen beide Regisseure zu einem eingespielten Team zusammen, indem sie ihre unterschiedlichen Backgrounds und Geschmäcker zu einem ausbalancierten „Yin-Yang“-Arbeitsstil verschmelzen ließen. Das Ergebnis? Cobb meint: „Wir haben große Anstrengungen unternommen, um die talentiertesten Autoren, Darsteller und Künstler zusammenzubringen. Mit John und Mark an der Spitze entstand so eine der besten Arbeitserfahrungen, die ich jemals erleben durfte. Wir haben diesem Film alles mitgegeben, was in unserer Macht lag, und wir hoffen, dass das Publikum ihn genauso liebt, wie wir es tun.“

        Drehbuchautor Berger sagt: „Es gibt viele unterschiedliche Stimmen in diesem Film, und es geht darum, mit allen dieselbe Vision zu teilen. Die Autoren müssen die Szenen schreiben und das ausdrücken, was zum Ausdruck gebracht werden soll. Die Künstler müssen die Szenen entstehen lassen, die Schauspieler die Stimmen einsprechen, die Animatoren die Figuren zum Leben erwecken, es braucht Lichteffekte, Schnitt, Musik… Bei DreamWorks ist es keine Autokratie, sondern man möchte all diese Stimmen unisono zu einem harmonischen Ergebnis führen.“

        Aibel erzählt: „Und manchmal läuft dieser Prozess wahrhaft demokratisch ab. Wie eine Bürgerversammlung, bei der jeder eine Stimme hat. Der Job der Regisseure und Produzenten ist es dann, all diesen Stimmen zuzuhören und sicherzustellen, dass alle die gleiche Geschichte erzählen. Dabei geht es immer darum, abzuwägen, worüber gesprochen wird und wie das mit der vereinbarten Geschichte zusammengeht, wobei man immer die Erfahrungen der Mitwirkenden im Hinterkopf behalten muss.“

        Von Anfang an hatten sich die Produzentin und beide Regisseure vorgenommen, „einen der bestaussehendsten Filme zu erschaffen, die dieses Studio jemals produziert hat“. Das war kein Größenwahn, sondern eine Zielsetzung, die ihnen die beiden ersten Worte des Titels – Kung Fu – vorgaben. Obwohl diese Worte – zumindest in westlichen Ohren – unweigerlich mit der Kampfkunst verbunden sind, bezieht sich „Kung Fu“ auch auf die Vervollkommnung des eigenen Ich sowie auf das Erreichen dieses Ziels durch harte Arbeit. Die Quintessenz von „KUNG FU PANDA“ lautet, zum besten „Ich“ zu werden, das man nur werden kann… also sein eigener Held zu sein.

        Diese Botschaft begleitete Mark Osborne über prägende Zeiten seines Lebens. Sein Vater hat Autos verkauft; es wäre für den jungen Osborne ein Leichtes gewesen, den gleichen Berufsweg einzuschlagen. „Stattdessen bestärkte mich mein Vater darin, einen Beruf zu ergreifen, der mich glücklich machen würde, und bezahlte mir mein Kunststudium. Als ich meinen ersten animierten Kurzfilm machen wollte, hat mein Vater das finanziert. Mein Oscar-nominierter Kurzfilm „More“ wurde von seinem Arbeitgeber, der darin die Gelegenheit sah, mir bei der Erfüllung meines Traums zu helfen, finanziert und produziert. Also spricht mich die Vorstellung, sein eigener Held zu sein, wirklich ganz tief an.“

        Nachdem Stevenson und Osborne mit an Bord waren, gaben sie sich selbst und dem Team ein Versprechen: „Mit diesem Projekt wollten wir die höchsten Ansprüche erfüllen – jeder sollte sein Bestes geben. Das haben wir uns zum Ziel gesetzt – wir würden dann schon sehen, wie nahe wir diesem hochgesteckten Ziel kommen würden. Meiner Meinung nach gehört die Animation von „KUNG FU PANDA“ zum Besten, was wir je gemacht haben, und Mark hat viel dazu beigetragen, die Messlatte noch höher zu setzen, als er mit den Animations-Spezialisten zusammenarbeitete, indem noch subtilere Nuancen, raffiniertere Ebenen und ausgefeiltere Realität ins Spiel kam“, berichtet Stevenson. (Eines ihrer Mottos lautete: „Wenn es einfach oder eindeutig ist, dann ist es nicht im Film!“)

        Osborne fügt hinzu: „Eines der Dinge, die wir für interessant hielten, war die Erschaffung von ausladend gezeichneten, Cartoon-ähnlichen Tierfiguren. Sie sollten aber nicht im typischen Zeichentrick-Stil agieren, sondern stilisierte Figuren sein, die auf glaubwürdige Weise handeln… dazu gehörte natürlich trotzdem eine gewisse Portion Slapstick und Zeichentrick-Gags, wie die Tatsache, dass man eine Figur hunderte Meter tief stürzen lassen kann, sie dabei aber nicht stirbt.“

        Ihr Ziel war es, eine visuelle Sprache für den Film zu finden, die den Übergang zwischen ganz unterschiedlichen Momenten ermöglichte: vom Blick in die Augen einer Figur und der Feststellung, dass sie sich in einem inneren Konflikt befindet, zu einer breit angelegten, komödiantischen Situation, in der jemand ein Schlag auf den Kopf bekommt und eine Treppe hinunterpurzelt. Die echte Herausforderung lag darin, diese beiden Aspekte auf glaubwürdige Weise im selben Film, manchmal sogar in derselben Szene zur Geltung zu bringen. „Mark hat viel dazu beigetragen, das zu ermöglichen. Und die Tatsache, dass die Animation so gut ist, haben wir zum großen Teil seinen Führungsqualitäten zu verdanken“, meint Stevenson.

        Alle Beteiligten betonen, dass „KUNG FU PANDA“ zwar eine Familien-Kömodie ist, aber dennoch über die Actionladung und Abenteuerqualitäten verfügt, die jene Kampfkunstfilme der 70er Jahre zu einem so packenden Genre machten. Stevenson meint: „Die Comedy-Prämisse unserer Films beginnt bereits beim Titel „KUNG FU PANDA“. Als Kampfkunstform ist Kung Fu sehr athletisch und verlangt große Selbstdisziplin und körperliche Fitness. Aber bei einem Panda – na ja, da denkt wohl jeder erst einmal an diese weichen, schläfrigen, knuddeligen Tiere, wahrscheinlich das größte, lustigste und anschmiegsamste Wesen, das man sich vorstellen kann. Praktisch jeder, der an diesem Film mitgearbeitet hat, ist auch ein großer Fan der Kung-Fu-Filme, und wir wollten alle einen echten Kung-Fu-Film machen… aber er sollte auch witzig sein, mit der Art Witz, die aus den Figuren entsteht, und eben nicht durch eine Parodie, die sich über das Genre lustig macht. Mit einem Panda, der Kung Fu lernt, bekommt man genau das. Und jeder einzelne der Furious Five, Shifu, Tai Lung – sie sind alle mitreißende Charaktere. Es ist ein lustiger und schneller Film geworden, der eine sehr berührende Geschichte erzählt.“

        Osborne fährt fort: „In dieses Projekt ist viel Herzblut geflossen, und alles stammt direkt von Jack Black. Anfangs haben wir versucht zu verstehen, warum Po das Kung Fu so sehr liebt und ein Held sein will, seine Wünsche aber vor seinem Vater und der ganzen Welt geheim hält. Inspiration fand ich dann bei Jacks Band Tenacious D mit dem Sond „Cosmic Shame“, denn der handelt davon, wie wichtig es ist, seinem eigenen Herzen zu folgen, und dass der Schlüssel zum wahren Glück darin liegt, den eigenen Träumen zu folgen. Dennoch liegt die ultimative Ironie darin, dass wenn man dabei versagt, den eigenen Traum wahr werden zu lassen, es eine ungeheuer große Niederlage ist. Das war die perfekte Basis für Pos inneren Konflikt: er zieht es vor, seine Kung-Fu-Träume als sicheren Hafen zu bewahren, in den er sich bei Bedarf flüchten kann, statt die „Cosmic Shame“, also die exorbitante Scham zu riskieren, die es bedeuten würde, einen Versuch zu starten, nur um zu versagen… Wenn man sich auf einem Ast weit nach vorne wagt, kann man abstürzen (insbesondere wenn man ein übergewichtiger Panda ist), und Po glaubt nicht genug an sich selbst, um davon überzeugt zu sein, dass er seinen Traum wahr werden lassen könnte. Seine Reise zum Heldenmut aber führt ihn letztendlich an einen Ort, wo er mit ganzem Herzen einen Versuch wagen muss.“

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