Mittwoch | 30. Mai 2012 | 18:28 Uhr
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  • Kung Fu Panda

    Action, Abenteuer, Komödie, Animation | USA 2008
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      • | Produktion: Der Meister

      • Ein großartiges Team ist nicht gerade das, was Meister Shifu vor Augen hat, als Po ihm vor die Füße geworfen wird – und angeblich der vorhergesagte Dragon Warrior sein soll. Eigentlich sollte diese Ehre doch einem der hochtalentierten Zöglinge des Meisters zuteil werden, also einem der Furious Five. Also setzt der kleine rote Panda Shifu sofort alles daran, den großen schwarz-weißen Panda so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Melissa Cobb berichtet: „Da Po aber schlicht zu glücklich ist, einfach dort sein zu können, wo er gerade ist – nämlich bei seinen Idolen, den Furious Five, im Jade-Palast -, hindert ihn seine Begeisterung daran aufzugeben. Ihre Beziehung ist von Anfang an kämpferisch. Das ändert sich aber schließlich, als sie feststellen, dass der Einsatz für die Rolle des Dragon Warriors weitaus höher ist, als Po zunächst annahm. So haben wir dann zwei Figuren, die wirklich gemeinsam ein Problem lösen müssen - allerdings keine Ahnung haben, wie sie das bewerkstelligen sollen.“

        Shifu ist klein von Statur und hat auch keine große Geduld. Um den 60 Zentimeter kleinen Kung-Fu-Meister zum Leben zu erwecken, fragten die Filmemacher bei einem der renommiertesten Kinodarsteller der Gegenwart an: dem zweimaligen Oscar-Preisträger Dustin Hoffman.

        „Shifu ist eigentlich die emotional vielschichtigste Figur des Films“, sagt Stevenson. „Er hat die komplizierteste Vergangenheit und durchläuft wahrscheinlich auch die größte emotionale Wandlung, denn auf gewisse Weise wird er von Geistern der Vergangenheit heimgesucht. Wir wussten, dass Shifu eine schwierige und komplexe Figur werden würde, die nach einem wirklich großen Schauspieler verlangte.“

        Als Hoffman angesprochen wurde, teilte man ihm mit, er werde auch Vorschläge zu seiner Figur machen können. Der Schauspieler meint: „Mir gefiel die Vorstellung, Shifu in kreativer Zusammenarbeit ausgestalten zu können. Sie fragten mich zum Beispiel: ‚Gefällt dir das Gesicht?’ Ich wusste nicht viel über Animation; sie stellen eine Videokamera auf, während man die Rolle spricht, und beobachten deine Gesten, und daraus bauen sie dann die Figur, die auch kleine Teile deiner Angewohnheiten und Gesten aufweist. Das fand ich interessant. Ich habe dann ein paar Vorschläge gemacht, denn ich habe eine ausgeprägte Sensibilität für Nasen. Warum das so ist, weiß ich nicht. Ich wollte also eine kleine Nasenkorrektur. Also sagte ich, dass ich eine Nasenveränderung verlangte – das sollte eigentlich nur ein billiger Witz werden. Sie haben aber den Mund erweitert und die Zähne breiter gemacht. Ich glaube, das war ihre Idee.“

        Produzentin Cobb gefiel der Widerspruch zwischen Shifus Statur und der Macht, die ihm innewohnt: „Was uns an Shifu begeisterte, war die Tatsache, dass er zwar klitzeklein ist, aber gleichzeitig unglaublich große Macht hat. Mit seinem kleinen Finger kann er Po zum Stillstand bringen. Allein dieses Zusammenspiel zu beobachten, wo eine winzige Figur die Macht über eine riesengroße Figur hat, lässt einen das nie vergessen. Man hat stets das Gefühl, dass Shifu alles unter Kontrolle hat, sogar wenn Po auf der Bildfläche erscheint.“

        Hoffman sah die Anweisungen, die er von Osborne und Stevenson erhielt – die eindeutig genau wussten, wer Shifu sein sollte – als Erleichterung seiner Aufgabe: „Sie versprachen mir zu Beginn, dass ich alles, was mir nicht gefallen sollte, neu einsprechen konnte – das ist bei einem herkömmlichen Film nicht möglich. Wenn man als Schauspieler vor der Kamera steht, muss es beim ersten Mal sitzen, ein echter Drahtseilakt; wenn es nicht klappt, fällt man ins Netz, aber die Kameras laufen weiter. Diese Jungs haben vier Jahre Arbeit in das Projekt gesteckt und dabei immer gesagt, man kann es wieder ändern, reanimieren… Also habe ich es mir gestattet, von ihnen an die Hand genommen zu werden. Denn sonst wäre ich in ein bestimmtes Fahrwasser geraten, das nicht annährend so gut gelaufen wäre wie ihre Vorstellung es ermöglichte.“

        Als die Filmemacher Hoffman dann die ersten animierten Szenen zeigten, erinnerte er sie an ihr Versprechen – aber seine Anmerkungen waren minimal. „Ich war sehr beeindruckt davon, wie sie die Figur die ganze Zeit über auf einer Linie gehalten hatten.“

        Aus Sicht der Regisseure war Hoffman stets der perfekte Profi, stets einsatzbereit: „Jedes Mal, wenn wir mit Dustin im Studio waren, machte er einen außergewöhnlich guten Beitrag und fand eine neue Herangehensweise an den Text, der unsere Erwartungen übertraf“, sagt Osborne.

        Regisseur Stevenson erkennt eine direkte Parallele zwischen dem Darsteller und der Figur, die er spricht: „Shifu ist eine Figur, der man einfach Respekt erweisen muss. Und er ist sehr mächtig, sehr stark. Er ist vollkommen ehrbar und sehr diszipliniert. Manchmal ist er ziemlich unnachgiebig und verzeiht nichts. Er ist ein harter Lehrer, allerdings auch jemand, der von allen respektiert wird. Es war daher sehr wichtig, für Shifus Stimme einen Schauspieler gewinnen zu können, dem man ebenfalls ehrerbietig gegenübertritt und den man respektiert. Dustin verkörpert genau das, zusätzlich zu einer gewichtigen Bedeutsamkeit.“

        Hoffman und Black hatten die seltene Gelegenheit, zusammen ins Studio zu gehen (die meisten Aufnahmen werden einzeln gemacht und die Schauspieler haben kaum Gelegenheit, ihren Mitdarstellern zu begegnen). Der gegenseitige Respekt war mit Händen zu greifen, wobei Hoffman anmerkte, dass Jack und Po praktisch ein und dieselbe Person seien.

        Hoffman sagt: „Ab und an geschieht es, dass ein Schauspieler in seinem Leben eine Rolle bekommt, bei der der Regisseur so etwas sagt wie: ‚Komm einfach vorbei und sei du selbst.’ Jack ist die perfekte Besetzung für Po. Er geht mit seinem komödiantischen Talent sehr intelligent um und macht einem nichts vor. Ich war überrascht, als wir uns zum ersten Mal trafen und er ganz ernst war, genau wie die größten Komödianten es zu sein pflegen. Er nimmt das ernst und macht seinen Job einfach wunderbar.“

        Für Black war das Treffen ein Fall, bei dem die Kunst das Leben imitiert: „Shifu ist der große Kung-Fu-Meister, und Dustin Hoffman ist der große Meister der Schauspielkunst. Ich erinnere mich noch daran, wie ich in meiner Schulzeit das Video seiner Produktion von „Tod eines Handlungsreisenden“ sah. Ich habe es mir zig Mal angesehen, seine Darstellung hat mich total umgehauen. Dustin Hoffman ist genau so großartig wie Shifu, denn er ist ein Meister, und man erkennt das Zen in seiner Herangehensweise. Sein Handwerk geht er mit einem spirituellen Ansatz an, soviel konnte ich bei der persönlichen Beobachtung seiner Arbeit feststellen. Es strömt aus einer ruhigen Quelle in seinem Inneren. Er wird die Wahrheit in einer Szene finden und sich auf reale Weise daran machen, sie zu offenbaren… aber außerdem ist er genau wie Shifu stets ein bisschen mürrisch. Einfach perfekt.“

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