Mittwoch | 30. Mai 2012 | 18:28 Uhr
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  • Kung Fu Panda

    Action, Abenteuer, Komödie, Animation | USA 2008
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      • | Produktion: Fünf kämpfende Krieger

      • Pos Idole, die Furious Five, sind die Schüler von Shifu. Sie sind die Superstars der Kung-Fu-Welt – und Pos Helden. Sie sind das Ergebnis intensiver, lebenslanger Ausbildung unter der Anleitung ihres Meisters, und ihr Kampfgeschick ist weltweit unerreicht. Sie sind die coolsten, besten Actionstars aller Zeiten. Sie beschützen das Tal des Friedens und deren Einwohner, die wiederum die Fünf, ehren als Verkörperung der Macht und Spiritualität, die fünf symbolträchtigen Kreaturen innewohnt.

        Als die Zeit kommt, den Besten der Fünf auszuwählen – den prophezeiten Dragon Warrior – in einer Zeremonie, die nur einmal in einer Lebensspanne stattfindet, blicken alle Augen im Tal des Friedens, auch die von Po, auf dieses Ereignis. Dabei wird deutlich, welche herausragende Rolle diese Fünf im Leben eines jeden Einwohners dort spielen.

        Im Einklang mit dem Respekt, den die Filmemacher vor Kung Fu haben, wählten sie fünf tierische Vertreter einiger echter Kampfstile. Osborne erklärt: „Wir haben den Tiger-Stil, den Kranich-Stil, den Schlangen-Stil, den Gottesanbeterinnen-Stil und den Affen-Stil, die alle von den jeweiligen Tieren verkörpert werden. Früher sah man in Kung-Fu-Filmen typischerweise, wie Menschen mit diesen Kampfstilen die jeweiligen Tiere nachahmen; in diesem Film sehen wir zum ersten Mal, wie diese Tiere selbst die Stile einsetzen, die nach ihnen benannt sind, wenn ein Kämpfer z.B. den Schnabel eines Kranichs oder den Schwanz eine Schlange imitiert. Man gewöhnt sich an die jeweiligen Tiere und es erübrigt sich zu sagen, dass sie ganz unterschiedlich kämpfen.“

        Der Stil der Tigerin ist sehr direkt und aggressiv, weshalb die Animations-Spezialisten genau diese Eigenschaften auch in der Figur verwirklichten. Die Tigerin ist sehr kraftvoll und setzt bei ihren Angriffen besonders die Kraft ihres Oberkörpers ein. Sie ist eine starke Figur, vertritt offen ihre Ansichten und spricht aus, was sie denkt. Etliche dieser guten Eigenschaften finden sich auch in ihrer Darstellerin Angelina Jolie.

        Osborne erklärt: „Angelina als Regisseur zu führen ist ziemlich surreal. Ich meine, sie ist umwerfend. Man muss eigentlich wegschauen, so toll ist sie. Man kann sie einfach nicht dabei beobachten, wenn sie schauspielert, sonst schmilzt einem das Gehirn zu Brei. Aber noch beeindruckender ist das, was sie der Figur mitgibt. Denn bei all unseren Entwürfen und Gedankenspielen haben wir versucht, die Rolle auszuarbeiten. Die Tigerin war auf dem Papier wirklich eine Nebenrolle… doch mit Angelina als Stimme ist sie so viel mehr. Sie wurde so vielschichtig, und es gab eine Menge guter Gründe für jede Entscheidung. Angelina verlieh der Figur Wärme; die Tigerin ist nicht mehr länger nur die ausgebootete Mitbewerberin, die böse auf Po ist, weil er ihr den Platz streitig gemacht hat. Sie sollte doch Dragon Warrior werden, aber wegen Po ist sie es nicht. Angelinas Seele und ihre Talente als Darstellerin verleihen der Tigerin all diese Nuancen, so dass die Figur unter ihrer Fittiche wirklich wuchs und an Tiefe gewann.“

        Großes Lob also für eine Schauspielerin, die zunächst gar nicht genau wusste, welche Rolle sie spielen sollte. Jolie erinnert sich: „Als ich zum ersten Mal kam und all die Figuren sah, wusste ich noch nicht, wer ich sein sollte, hoffte aber insgeheim, die Tigerin sprechen zu können. Ich liebe sie. Sie ist so cool. Eigentlich ist sie diejenige, die wir alle insgeheim sein wollen. Wenn ich selbst nur halb so tough und geradeheraus wie die Rolle wäre, das wäre toll. Auf meinem Rücken habe ich ein riesiges Tiger-Tattoo, das sich meine Kinder ständig anschauen, also war es sehr wichtig für mich, die Tigerin sein zu können. Ich sah dann auch die wunderschöne Schlange mit den bildhübschen Augen, und den Affen und all die anderen Figuren… die allesamt sehr cool sind. Zunächst dachte ich, die Tigerin wäre ein männlicher Tiger, und fragte mich, wer den wohl sprechen würde… wahrscheinlich Jackie Chan. Als man mir dann sagte, ich solle die Tigerin spielen, war ich begeistert.“

        Angelina Jolie hatte viele Gründe, für die Rolle der Tigerin zuzusagen (abgesehen von der Tatsache, dass sie wirklich eine coole Rolle ist), und zu den wichtigsten gehörte ihre Familie. Jolie hatte ihre Stimme bereits der Lola in DreamWorks „Große Haie – Kleine Fische“ geliehen und viel Freude daran gehabt. „Es war eine so schöne Erfahrung. Das hat großen Spaß gemacht, nicht nur, weil ich Kinder habe. Es klingt zwar wie eine tolle Ausrede – ‚Ich mache das für meine Kinder’ -, aber eigentlich bin ich selbst ein großes Kind. Die Animation hat sich in den letzten Jahren so stark weiterentwickelt, und die Geschichten sind einfach großartig. Dieser Film schien mir besonders interessant, denn er ist wie eine Rückkehr zu den Klassikern. Die Geschichte wird auf die klassische Weise für Kinder erzählt, und sie beinhaltet nicht haufenweise moderne Bezugspunkte, sondern schöne Botschaften und wirklich unterhaltsame Figuren. Es ist ein Film voller Herzenswärme. Außerdem ist das Setting absolut wunderbar; ich liebe die Welt darin. Zwei meiner Kinder stammen aus Asien, also ist es besonders toll und cool, dass ich in „KUNG FU PANDA“ - der ja in China spielt – eine Tigerin darstellen kann.“

        Auf die Frage, ob Tigerin und Viper, die zwei weiblichen Rollen unter den fünf Kriegern, als Vorbilder für junge Mädchen taugen, überlegt Produzentin Cobb kurz: „Wenn junge Mädchen Schlangen oder Tigerinnen nacheifern, dann sind das gute Vorbilder. Interessant ist eigentlich die Tatsache, dass sie zwar weibliche Figuren mit weiblichen Stimmen sind, im Film aber in keinster Weise isoliert dargestellt werden. Sie gehören zu den Furious Five; sie sind genauso wichtig wie die männlichen Mitwirkenden. Ihre Rollen werden niemals kleiner gemacht, weil sie Frauen sind. Tatsächlich ist die Tigerin sogar die stärkste unter den fünf Figuren.“

        Jolie stimmt zu: „Tigerin ist sehr direkt. Man erklärte mir, dass es um die verschiedenen Kung-Fu-Stile geht, und sie symbolisiert den Angriff. Es gibt keine Verteidigung – sondern Angriff, Angriff, Angriff… und das macht einen sehr interessanten Charakter aus ihr.“

        Während die Tigerin also zum Angriff übergeht, ist die Figur des Affen eher aufbrausend. Als Kämpfer ist er sehr unberechenbar und spielerisch. Er setzt alle vier Gliedmaßen und den Schwanz in fließenden Bewegungen ein, um den Gegner abzulenken und auszutricksen. Ein Affe kann Arme, Beine und Schwanz gleichzeitig einsetzen, ist sehr beweglich und flink und kann daher in kürzester Zeit eine ganze Reihe von Treffern landen.

        Und wer wäre besser geeignet, einem solchen Wesen die Stimme zu leihen, als der internationale Star Jackie Chan, der gute Laune, Witz und Charme mit einer unumstrittenen Meisterschaft in der Kampfkunst in sich vereint? Melissa Cobb meint: „Wir mussten Jackie Chan einfach in unserem Film haben. Er ist eine absolute Ikone der Kung-Fu-Filme, und die Rolle des Affen war wie maßgeschneidert. Jackie kam vorbei, wir haben ihm den Film beschrieben und die Figuren gezeigt. Er war begeistert davon, dass ein US-amerikanisches Studio an einem Kung-Fu-Film arbeitete, und sah die Gelegenheit, ein breiteres Publikum für das Genre zu gewinnen.“

        Chan sagt: „Seit vielen Jahren liebe ich Comedy; ich setze sie auch gemeinsam mit meinem Kung-Fu ein. Meiner Meinung nach steht mir das gut. Und in all diesen Jahren, in denen ich herum gesprungen bin und gekämpft habe, war ich genau wie Affe... Wahrscheinlich haben die Autoren und Animations-Fachleute meine Bewegungen beobachtet, sich meine Rollen angeschaut,… alles! Es scheint, als hätten sie mich kopiert, was sehr schön ist. Affe ist akrobatisch, spielerisch, und kann den Gegner sehr leicht verwirren.“

        Chan sieht sogar für sich selbst eine Zukunft in der Verschmelzung seiner Tätigkeit mit einer animierten Figur: „Ich hoffe, dass ich in der Zukunft die Animation gemeinsam mit meiner Action einsetzen kann – das würde meine Actionszenen noch toller machen! Gerade jetzt ist Animation wirklich von großer Bedeutung. Sie können all diese Dinge erschaffen und sie in eine echte Kampfsequenz einbauen. Ich hoffe wirklich, dass sich eines Tages meine Darstellung mit der Technologie von DreamWorks vereinbaren lässt und meine Filme auf das nächste Level bringt.“

        Während der Affe Verwirrung stiftet, kann die Schlange sich lautlos anschleichen und den Gegner überwältigen. Zu ihrem Stil gehören Überraschungsangriffe und ungezähmte, blitzschnelle Treffer. Es wirkt sich nicht negativ aus, dass die Schlange in „KUNG FU PANDA“ auch wunderschön und charmant ist – denn auch auf diese Weise kann sie ablenken und sich heranschleichen. Indem sie dann ihren Leib um den Gegner schlingt, leitet sie den von ihm ausgeführten Schlag ab.

        Genau wie Jolie war auch Lucy Liu anlässlich ihres ersten Besuches bei DreamWorks noch unsicher, was dieses Projekt betraf, und abgelenkt von den exquisiten Bildern, die man ihr zeigte – eigentlich ganz genau wie ihre zukünftigen Filmgegner. Liu erinnert sich: „Als ich zum ersten Mal dabei war, zeigte man mir einen ganzen Raum voller unglaublicher Bilder. Sie hatten auch eine Computerversion dessen, was sie für die jeweilige Figur vorgesehen hatten, darunter auch Viper. Alles sah so unglaublich üppig und wunderschön aus. Sie erzählten von der Geschichte, und ich war begeistert von der Idee, dass ein Underdog über etwas verfügt, von dem er selbst gar nichts weiß: großes Potential. Es war sehr aufregend, an einem solchen Projekt teilzunehmen und diese Rolle übernehmen zu können. Als ich die Zeichnungen von Viper sah, trug sie diese beiden wunderbaren Lotusblüten auf dem Kopf. Man musste mich erst gar nicht lange überreden.“

        Stevenson berichtet: „Bei jeder Aufzeichnung mit den Schauspielern gewannen die Figuren an Tiefe, auch wenn wir nur kurze Stücke einspielten. Es braucht einen wirklich guten Schauspieler, um darin einzutauchen und solche kurzen Stückchen hinzukriegen. Jede Sitzung mit Lucy war ein Genuss. Die Zusammenarbeit mit ihr ist toll, und sie ist wirklich sehr talentiert.“

        Trotz des schrecklichen Rufes, den sich Schlangen erworben haben, gibt Lucy Liu zu, dass „Viper zwar lebensgefährlich, eigentlich aber ziemlich lieb ist. Sie ist die erste unter den Fünf, die mit Po sympathisiert und etwas Mitgefühl für ihn zeigt.“

        Genau wie Jolie gibt auch Liu zu, dass sie im Herzen ein großes Kind geblieben ist; aufgewachsen ist sie mit Zeichentrickfilmen, die sie sehr mochte. Auch heute noch sieht sie gerne Zeichentrickfilme mit ihrem Patensohn: „Es ist erstaunlich, denn man sieht dann das, was die Kinder sehen; genau wie dieser Film ist das so frisch und wundervoll. Es nimmt einen mit an einen Ort im eigenen Inneren, an dem man Kind sein kann; dort werden diese Figuren zu echten Personen, zum Teil des eigenen Lebens. Und heutzutage ist die Animation schon so weit fortgeschritten und visuell so überwältigend, dass man sich ins Kino setzen und diese Filme als Erwachsener genauso genießen kann, wie ein Kind das vermag.“

        Während Vipers Stil kompakt und spannungsreich ist, funktioniert der Kranich im Kampf genau umgekehrt. Im traditionellen Kranich-Stil setzen die Kämpfer ihre Hände in der Art eines Schnabels ein. Schon früh trafen die Filmemacher die Entscheidung, dass Kranich seinen Schnabel jedoch nicht im Kampf einsetzen würde – die Wirkung hätte zu brutal sein können. Stattdessen konzentrierten sie sich auf andere Merkmale dieses Kampfstils: der Kranich ist anmutig und setzt seine enorme Spannweite ein, um den Gegner abzuwehren. Trotz seiner Schönheit ist mit dem Kranich als Gegner nicht zu Spaßen.

        David Cross wurde für die Rolle als Kranich engagiert. Sein Markenzeichen, der trockene Humor, verlieh dem eleganten Vogel eine unverwechselbare Ausdruckskraft. Kranich fungiert innerhalb der Gruppe auch als Vermittler. Cross’ komödiantisches Gespür für Timing wird hervorragend genutzt; er verkörpert einen leicht verstörten Kung-Fu-Kämpfer, der den Frieden bewahren will… auch wenn er lieber in Ruhe gelassen werden würde.

        „Meiner Meinung nach repräsentiert Kranich den Durchschnittstypen“, meint Cross, „in diesem Fall also den Durchschnittskranich. Schauspieler reden ja ständig davon, in ihren Rollen etwas von ihren eigenen Persönlichkeiten wieder zu erkennen, aber ich will ehrlich sein: Ich habe mich selbst noch nie als Vogel mit so spindeldürren Beinchen gesehen. Als Adler vielleicht, oder sogar als Vogelstrauß, aber niemals als Kranich. Und fürs Protokoll: Ich habe tolle Beine. Dies gesagt, würde ich jetzt doch zugeben, dass die Stimme von Kranich der meinigen ziemlich ähnlich ist. Er ist sehr cool. Also sind wir uns auf gewisse Weise doch recht ähnlich. Allerdings ist mein Kung Fu weitaus besser als seins.“

        Kranich ist also der entspannte Kumpel, während Gottesanbeterin hingegen ein aufgedrehtes Insekten-Kerlchen ist. Klein und sehr, sehr schnell. Gottesanbeterin ist außerdem extrem präzise – und das macht ihn praktisch unsichtbar. Er kann sich dir nähern und dich treffen ohne dass du mitbekommst, was dir da zugestoßen ist. Präzision und blitzschnelle Treffer – das ist Gottesanbeterin, gesprochen von Seth Rogen.

        „Als sie mich anriefen, dachte ich: Perfekt! Ich wollte schon immer mal eine Gottesanbeterin spielen, also schien es wie ein wunderbarer Zufall, dass man mich fragte. Tatsächlich hatte ich gerade an jenem Tag mit jemandem darüber gesprochen und gesagt: Weißt du, bisher habe ich noch nie eine Gottesanbeterin gespielt. Da klingelte das Telefon, und ich glaube, es war einfach Kismet, Schicksal“, meint Rogen.

        Die Produzentin sagt: „Seth ist wunderbar. Wir haben die Figur Gottesanbeterin, also ein kleines Insekt. Und lange Zeit während des Entwicklungsprozesses dachten wir, den kleinen Kerl wird doch niemand auf der Leinwand wahrnehmen. Er ist doch nur ein klitzekleines Insekt. Dann aber konnten wir Seth besetzen, und seine Stimme ist so fantastisch, sein Lachen so witzig und unvergesslich - und dieses Gelächter kommt aus diesem kleinen Tierchen, das macht es umso einprägsamer.“

        Rogen beschreibt seine erste Reaktion beim Kennenlernen seines Alter-Egos: „Er ist vielleicht knapp 15 Zentimeter klein, hat sechs Beine und sieht mir ziemlich ähnlich. Wenn meine Nase größer wäre und ich eine Brille tragen würde, wären wir fast identisch. Als Jugendlicher habe ich nämlich Karate gekämpft. Das wirkt sich meines Erachtens sehr auf meine Stimmakrobatik aus. Jahrelang habe ich am jüdischen Gemeindezentrum in Vancouver Karate gemacht. Und ich war gut. Ich weiß nicht, ob ich meine gegenwärtigen Karate-Fähigkeiten an einem Haufen jugendlicher Juden messen sollte… auf der großen Bühne der Kampfkunst weiß ich nicht genau, wo sie rangieren. Aber ich war ziemlich gut darin.“

        Rogen hatte einen seiner Schauspielkollegen bereits zuvor getroffen: mit Jack Black hatte er einen Pilotfilm für HBO verfasst. Also fühlt er sich sicher, wenn er sagt: „Jack als Panda… das machte Sinn, als ich es hörte. Ich konnte es mir vorstellen. Denn ich hatte schon immer gedacht, dass zu seinen Vorfahren irgendwann einmal ein Panda gehört haben muss… ein Ur-Ur-Ur-Ur-Großonkel vielleicht. Jack hat schon ziemlich pandamäßige Eigenschaften. Er ist in dieser Rolle wirklich großartig; sogar an seiner Stimme kann man erkennen, dass er zugänglich, freundlich und offen ist. Es ist meiner Meinung nach auch sehr hilfreich, dass er zu einem Achtzehntel wie ein Panda aussieht. Ganz bestimmt fließt Panda-Blut durch seine Adern.“

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