Der besondere Zauber von VERWÜNSCHT besteht darin, dass es sich hier nicht um eine einzige Art von Geschichte handelt. „Der Film ist eigentlich jedem Genre zuzuordnen“, sagt Regisseur Lima. „Und das war auch gleichzeitig unsere größte Herausforderung – so viele verschiedene Genres nahtlos zu einem geschlossenen Ganzen zusammenzufügen. Man hat Zeichentrick. Man hat eine romantische Komödie. Man hat ein bisschen Action und Abenteuer. Und man hat eine Musical-Comedy. Und all das geschieht zur selben Zeit. All diese Facetten auszubalancieren – das war die Magie, die diesen Film zustande gebracht hat.“
„Das ist eben die kreative Herausforderung, wenn man mit jemandem wie Kevin Lima zusammenarbeitet“, sagt der ausführende Produzent Chase. „Kevin liebt es, all diese hoch talentierten Musiker, Maler, Schauspieler, Techniker und Zeichner zusammenzubringen – er sucht sich immer die besten ihres Fachs, die ihm dann helfen, seine Ideen zum Leben zu erwecken. Das ist einer der Gründe, warum er und ich so oft mit Disney zusammenarbeiten. Dort versteht man uns, und dort pflegt man die Tradition der Zusammenarbeit mit Künstlern.“
Die Magie begann, als eine aufstrebende junge Schauspielerin namens Amy Adams für den Part der Giselle vorsprach. Lima war zu diesem Zeitpunkt krank, er hatte Fieber und alles andere als Lust auf eine Casting-Sitzung. Adams’ mitreißende Performance in JUNEBUG („Junebug“, 2004) hatte noch niemand gesehen, und somit war ihr Gesicht den Filmemachern damals noch unbekannt. Allerdings wurde aus ihrem 15-minütigen Vorsprechen schnell eine 45-minütige Vorstellung, und sie blieb Lima wegen ihrer unglaublichen Fähigkeit, ein naives junges Mädchen darzustellen, im Gedächtnis. Danach war es keine Frage mehr, wer diese Rolle spielen sollte.
Für Amy Adams ist Lima ein verwandter Geist, und sie sagt über ihren Regisseur: „Er kommt aus dem Bereich der Animation, also hat er einen wunderbaren Sinn fürs Visuelle. Er versteht besser als ich, was eine animierte Figur tut, also konnte er mir sehr dabei helfen, als ich versuchte zu verstehen, wie Giselle ist und wie ich sie darstellen sollte. Er hat die Nuancen festgelegt. Außerdem komme ich aus Colorado und habe die Disney-Filme und -Figuren immer geliebt. Wie fast alle kleinen Mädchen wollte ich immer eine Prinzessin sein. Aber eine Disney-Prinzessin zu sein, ist viel schwerer, als ich mir das je vorgestellt habe. Ich glaube, es ist einfacher, eine Zeichentrick-Prinzessin zu sein. Ich beneide Schneewittchen ein bisschen, weil sie keine eigenen Stunt- und Tanzszenen hatte.“
Für die fleißige Adams war die Rolle der Giselle in keinem Moment eine Selbstverständlichkeit. „Ich war so aufgeregt, dass die Tatsache, dass ich diese Rolle spielen darf, gar nicht richtig sacken konnte“, erinnert sie sich. „Ich habe in vielen Theater-Musicals gespielt, als ich aufgewachsen bin, und das hilft mir nun als Erwachsener. Ich fange in dem Film oft aus heiterem Himmel an zu singen, denn das machen Disney-Prinzessinnen nun mal. Diese musikalische Komponente macht einen solchen Spaß! Und was ich auch absolut geliebt habe, waren die handgezeichneten Animationen im klassischen Disney-Stil. Es ist eine solche Ehre, von diesen talentierten Künstlern als Giselle gezeichnet zu werden.“
Die Schauspielerin, der diese Rolle wie auf den Leib geschneidert war, begeisterte auch den Produzenten Josephson. „Amy steckte stets so tief in ihrer Figur, dass sie jeden Moment genoss – egal, ob sie sprach, sang oder tanzte“, sagt er. „Sie ist so ausdrucksstark, und man spürt genau, was emotional in ihr vorgeht. Sie gibt und gibt und bietet bei jedem Take etwas Neues an – ihre Emotionalität ist es, die auch ihre Figur ausmacht. Sie ist einfach wunderbar.“
Diese emotionale Reise war auch das größte Geschenk dieser Rolle. „Giselle entdeckt, was Liebe wirklich ist und was es bedeutet, ein Mensch zu sein –wie es sich anfühlt, echte Gefühle zu haben“, erläutert Amy Adams. „Sie findet heraus, dass das Leben deutlich komplizierter ist, als sie es bisher erlebt hat. Es geht eben nicht immer nur ums Happy End. Es geht um etwas Tieferes, etwas viel Besseres. Das ist etwas, das ich an dieser Geschichte gemocht habe, und ein Schauspieler genießt es, eine solche Reise lebendig werden zu lassen.“
Tag für Tag eine solche emotionale Reise darzustellen, ist etwas, für das auch der Schauspieler Patrick Dempsey wohl bekannt ist. Als Zentrum im Ensemble der Serie „Grey’s Anatomy“ („Grey’s Anatomy – Die jungen Ärzte“) verkörpert Dempsey Dr. Derek Shepherd, hat etliche Preise eingeheimst und zählt derzeit zu den populärsten Schauspielern Hollywoods. Dempsey schien den Filmemachern der perfekte Darsteller zu sein, der diesen ernsten Scheidungsanwalt Robert Phillip zum Leben erwecken könnte. Robert ist ein Mann, der nicht mehr an Happy Ends glaubt und der einfach versucht, seine Tochter in einer zynischen, modernen Welt zu erziehen. Für Lima ist er das Zentrum des Films – eine verletzliche Figur, die die Wendungen des Lebens nicht nachvollziehen kann. Schon sehr früh im Casting-Prozess wurde ein gemeinsames Vorsprechen von Amy und Patrick arrangiert, um ihre Leinwand-Chemie zu testen. Das Ergebnis war magisch.
„Seine Frau ist ihm weggelaufen, er erzieht seine Tochter allein und dann tritt eine Märchenprinzessin in sein Leben“, erklärt Dempsey seine Figur. „Natürlich denkt er, dass sie einen an der Waffel hat. Später jedoch glaubt er ihr, wer sie ist und für was sie einsteht.“ Für den Schauspieler war dieser feine Grat einer romantischen Komödie die größte Herausforderung: „Das Herz dieses Mannes ist gebrochen. Und er vergöttert seine Tochter. Die Frage für mich war: Wie schaffe ich es, dass mir das Publikum glaubt, dass ich mich in jemanden wie Giselle verlieben könnte? Das war ziemlich haarig, aber ich bin der Typ aus Fleisch und Blut, der in ihre Fantasy-Welt kommt. Und die Filmemacher haben das mit viel Raffinesse gelöst, so dass es auch funktioniert, glaube ich. Die Schwierigkeit und die Herausforderung war es, den Bezug zur Realität glaubhaft zu bewahren, und darauf musste ich mich konzentrieren. Meine Figur ist in allererster Linie ein Vater, und meine Tochter ist meine Motivation. Ich bin durch eine Scheidung gegangen, aber ich repräsentiere auch in gewisser Weise die Zuschauer: Was würden sie in dieser verrückten Situation tun? Warum sollte ich diese Frau in meine Wohnung lassen – und in mein Leben? Und wie überzeuge ich dabei die Zuschauer? Sie ist eine Märchenprinzessin, die in der Realität landet, und ich bin der Mann, der in eine Fantasy-Welt tritt. Das war nicht ganz einfach.“
Als „echter Kerl“ in einer Komödie zu spielen, funktionierte prächtig für Dempsey. Er sagt: „Es geht in dem Film um wahre Liebe. Er ist ein wunderbarer Ausgleich – der Film ist eine kleine Flucht vor dem Alltag, er macht Spaß und ist zeitgemäß, und auf mancherlei Art ist er schön altmodisch, mit all diesen Gesangseinlagen. Er ist quirlig, komisch und herausfordernd. Ich singe nicht, aber ich glaube, dass die Zuschauer dadurch meine Figur besser nachvollziehen können. Schließlich werden sie wahrscheinlich in ihrem Leben auch nicht so viel singen.“
Prinzen andererseits singen durchaus hin und wieder – wenigstens in Zeichentrickfilmen. Prinz Edward singt und stolziert und geht auf die große Suche nach der wahren Liebe. Kurz: Er ist der klassische Disney-Held. Für diese Rolle hatten die Filmemacher James Marsden im Auge, der eher für seine Rolle in X-MEN („X-Men“, 2000) und dessen Fortsetzungen bekannt ist als für prinzliches Verhalten.
Genau das war es, was Marsden an diesem Part reizte: „Für mich war es eine tolle Gelegenheit, mal in einem Film zu spielen, den sich meine Kinder anschauen können. Ich habe einen sechsjährigen Sohn und eine zweijährige Tochter, und ich komme momentan nicht wirklich oft dazu, ins Kino zu gehen. Die einzigen Filme, die ich mir anschaue, sind Kinderfilme, also dachte ich mir, dass es Spaß machen würde, einen Familienfilm zu drehen, speziell für meine Kinder.“
Marsdens Figur ist auf einer Rettungsmission. „Die Nebeneinanderstellung dieser perfekten Disney-Ikonen – Giselle aus Andalasien landet mitten in New York auf dem Times Square, und meine Figur, Prinz Edward, ist ihr dicht auf den Fersen – mit dem heutigen, etwas zynischen New York bietet großartige Möglichkeiten für jede Menge Humor. Eine der größten Schwierigkeiten beim Verkörpern dieser Figur ist das Wissen, dass man einen makellosen Disney-Zeichentrickprinzen spielen muss, und dies muss man auch repräsentieren, wenn man in die wahre Welt kommt. Also fühlt man sich plötzlich, als wäre man unter einer gigantischen Lupe – und alles muss perfekt sein.“
Für Kevin Lima traf Marsden den Ton royaler Aufgeblasenheit und Angeberei, gepaart mit aufrichtiger Ernsthaftigkeit, haargenau. „Jimmy spielt dieses Überlebensgroße absolut traumhaft. Er ist als Prinz sehr attraktiv und strahlt ein inneres Licht aus“, sagt der Regisseur. „Er schaffte es, theatralisch zu sein, aber die Figur nicht herunterzuspielen.“ Und Chase erinnert sich: „Jimmys Vorsprechen hat mich an das von Amy erinnert. Beide kamen herein und trafen ihre Charaktere auf den Punkt. Kevin war nach diesen Terminen unglaublich erleichtert, denn er begann endlich daran zu glauben, dass wir tatsächlich in der Lage sein würden, diese Charaktere zum Leben zu erwecken.“
Marsden sieht VERWÜNSCHT als „…Hommage an die alten klassischen Disney-Märchen. Und dann werden deren Figuren in die wirkliche Welt verfrachtet. Diese Charaktere fühlen sich wie Aliens, wenn sie durch Manhattan gehen. Das ist meiner Ansicht nach unglaublich witzig – mein Prinz ist eine großartige Figur, er ist ein Pfau, der sehr viel von sich hält, aber das auf eine gute, naive, irgendwie gesunde und unschuldige Weise.“
Der renommierte britische Schauspieler und Komiker Timothy Spall brachte ebenfalls einen gesunden Sinn für Humor mit in die Produktion von VERWÜNSCHT. In seiner Rolle als Nathaniel, eines klassischen „komischen Handlangers“ und Lakaien von Königin Narissa (der zu allem Überfluss auch noch heimlich in Narissa verliebt ist), hat er die grimmige Pflicht, in ihrem Auftrag zu handeln und Giselle zu vergiften. Zu seinem Glück hat er keine Ahnung davon, dass ihn die Königin in Wahrheit verachtet und ihn lediglich als Blödmann betrachtet. „Als ich das Drehbuch las, dachte ich: Das ist sehr clever, schlau und witzig“, erinnert sich Spall. „Ich empfand die Geschichte als unglaublich unterhaltsam und habe gleich gemerkt, dass sie ein neues Licht auf all die Disney-Filme warf, die ich als Kind gesehen habe. Aber gleichzeitig sticht sie als sehr eigenständige, smart und spaßig geschriebene, exzellente Geschichte mit wunderbar komischen und romantischen Figuren heraus. Sie ist eine famose Zusammenfassung all dessen, was Entertainment bedeutet. Mir war klar: Wenn die wollen, dass ich mitspiele – dann bin ich dabei!“
„Jimmy und Tim halten sich an der Seite des computeranimierten Streifenhörnchens recht ordentlich“, scherzt Produzent Josephson. „Wenn man so etwas tun muss, braucht man einen bestimmten Sinn für Humor, was seine Arbeit angeht, und den haben die beiden. Und beide strahlen durch ihre Darstellungen ihre Freude aus.“
Eine weitere der vielen schönen Überraschungen in VERWÜNSCHT ist die Tatsache, dass man die Gelegenheit hat, Tony-Gewinnerin und Broadway-Superstar Idina Menzel auf der Leinwand zu erleben. „Ich bin eine echte New Yorkerin – ebenso wie meine Figur Nancy“, gibt sie zu Protokoll. „Ich glaube, ich kenne sie und kann etwas mit ihr anfangen. Man fühlt sich immer etwas angestrengt, wenn man in New York aufgewachsen ist. Und man muss sich immer wieder daran erinnern, dass irgendwo da draußen Menschen sind, die für ihre Träume und Märchen leben. Dieser Film ist eine wunderschöne Erinnerung daran. Es ist eine wunderbare Kombination der Genres: ein Musical – darin fühle ich mich natürlich am wohlsten –, ein Animationsfilm, ein Märchen, ein Actionfilm und vor allem anderen eine großartige romantische Komödie.“
Ausschlaggebend für Menzel war „der Idealismus dieses Films. Wissen Sie, New York wird so oft als finstere, harte Stadt dargestellt, aber Giselle bringt eine bunte, vibrierende Energie nach New York City. Sogar die Charaktere von mir und Patrick werden von ihrem Idealismus gepackt. Und wir versuchen zwar, der Hoffnung und Verzauberung zu widerstehen, aber wir können es nicht ändern: Wir fühlen etwas Besonderes, und wir lernen von ihr. Nancy ist sehr ambitioniert und motiviert, aber sie ist im Herzen auch eine hoffnungslose Romantikerin. Sie verbirgt das ziemlich gut und gibt sich cooler, als sie ist. Sie will sich das nehmen, was sie kriegen kann – egal, wie moderne Liebe aussieht und sich anfühlt.“
Nach der klassischen Formel – besonders wenn Prinzen und Damen im Spiel sind – bleibt eine Geschichte ohne großartigen Schurken auf der Strecke. Die Filmemacher konnten ihr Glück kaum fassen, als sie die Rolle ihrer grandiosen hartherzigen Königin mit einer Schauspielerin besetzen konnten, die ihre Schönheit stets mit Talent, Herz und Verstand kombiniert: Oscar®-Gewinnerin Susan Sarandon.
Von Sarandons Standpunkt aus „ist der Film sehr originell und gleichzeitig inspirierend, denn Giselle ist – anders als in vielen anderen Märchen – nicht nur eine starke, sondern auch eine sehr weibliche Figur. Ich mag VERWÜNSCHT, weil die Prinzessin hier sehr mutig ist und ihren Prinzen rettet. Kevin und sein Team haben einen neuen Zugang zu diesen großartigen Disney-Figuren gefunden, mit denen wir alle aufgewachsen sind. Schon der ganze Stil des Films ist sehr ungewöhnlich. Ich mag die Tatsache, dass der Anfang handgezeichnet ist. Man begegnet in unserem Geschäft nicht mehr allzu vielen originellen Konzepten, aber dieser Film ist originell!“
„Susan kann alles“, bringt es Regisseur Lima auf den Punkt. „Sie meistert den Übergang von der Trickfilm-Figur zu einer überlebensgroßen Schurkin mit dieser wunderbaren Durchtriebenheit und einem grandiosen Sinn für theatralische Gesten. Sie nimmt das, was die Animationsfigur vorgab –sowohl als Königin als auch als alte Hexe – und überträgt es perfekt in ihre reale Performance. Es macht einfach Spaß, ihr zuzuschauen. Selbst unter all dem Make-up kommt ihre Performance ungefiltert zum Vorschein. Allein durch ihre Augen. Und das ist wunderbar erschreckend.“
„In Susans Bösartigkeit liegt viel Freude und Leidenschaft“, bemerkt Josephson. „Wir können uns glücklich schätzen, dass sie fünf Jahre lang darauf brannte, diesen Part zu spielen. Sie hat sich so engagiert, uns Notizen zum Drehbuch geschickt, sie war stets sehr leidenschaftlich, was dieses Projekt betraf. Und das merkte man vom ersten Tag der Dreharbeiten an. Sie wollte bösartig und ausdrucksstark sein, aber sie ist nicht die typische Schurkin. Susan und Kevin haben einen Weg gefunden, Narissa als einzigartig zu zeigen – als jemanden, den wir so vorher noch nicht gesehen haben.“
Die junge Schauspielerin Rachel Covey schließlich bekam die Rolle als Morgan, die sechsjährige Tochter von Robert. Die jüngste Darstellerin im Ensemble enthüllt: „Morgan sollte sechs Jahre alt sein. Aber ich habe keinem verraten, dass ich schon acht war, als wir gedreht haben! Sie ist total süß, und darum habe ich sie so gern gespielt. Sie ist mir nämlich sehr ähnlich.“
Die Filmemacher wollten – neben der Tatsache, dass die Figuren von VERWÜNSCHT viele Qualitäten mit ihren Disney-Vorbildern teilen sollten – im Drehbuch zahlreiche Standards des Genres aufgreifen und parodieren. „Schon sehr früh haben wir uns entschieden, dass das Drehbuch auf die traditionellen Disney-Filme verweisen sollte, und wir haben die Reise unserer Figuren mit etlichen Ideen und Charakteren aus Klassikern wie SNOW WHITE AND THE SEVEN DWARFS („Schneewittchen und die sieben Zwerge“, 1937), CINDERELLA („Aschenputtel“, 1950) und SLEEPING BEAUTY („Dornröschen“, 1959) gepflastert“, erläutert Lima. „Also haben wir nach Wegen gesucht, Dinge wie den gläsernen Schuh in den Film einzubauen oder den vergifteten Apfel – besonders den Moment, in dem die Prinzessin hineinbeißt, der Apfel zu Boden fällt und man den Arm der Figur kraftlos herunterfallen und den Apfel davonrollen sieht. Wir haben das unsere ,Prinzessinnen-Momente‘ genannt – und es gibt ziemlich viele davon, die wir in dem ganzen Film mehr oder weniger versteckt haben.“
„Danach wollten wir noch einen Schritt weiter gehen“, fährt Lima fort. „Also haben wir die Frauen kontaktiert, die in Disney-Filmen die Prinzessinnen gesprochen haben, und wir haben viele davon im Film untergebracht.“
Jodi Benson, die Stimme von THE LITTLE MERMAID („Arielle die Meerjungfrau“, 1989) taucht zum Beispiel als Roberts Assistentin Sam auf. Paige O’Hara, Belle aus BEAUTY AND THE BEAST („Die Schöne und das Biest“, 1991) spielt Trish, eine Schauspielerin in einer Soap-Opera. Und Judy Kuhn spielt eine Frau mit Kindern, für die Prinz Edward leider zu spät kommt.
Darüber hinaus verneigt sich das Skript von VERWÜNSCHT verbal und visuell im Großen und Kleinen vor dem Disney-Studio und seinem Vermächtnis: Roberts Mandanten tragen den Namen Banks, wie die Familie in MARY POPPINS („Mary Poppins“, 1964), in einer Szene spiegelt sich Giselles Gesicht in Seifenblasen wider, so wie bereits in CINDERELLA gesehen, Königin Narissa erscheint in Wasserflaschen oder einem Suppentopf, das kennen wir durch den Zauberspiegel in SNOW WHITE, Giselle begegnet einem sehr kleinen, sehr wütenden Geschäftsmann, den sie versehentlich mit „Grumpy“, also „Brummbär“, der Name eines der sieben Zwerge, anspricht - dies sind nur ein paar wenige der Anspielungen, durch die VERWÜNSCHT Disney seinen Respekt erweist. „Das Schöne daran ist, dass es gar nichts ausmacht, wenn man all dies nicht bemerkt“, sagt Chase. „Es schenkt aber allen, die mit Disney aufgewachsen sind, ein großes Lächeln.“
Und was würde eine hoffnungslos fröhliche Beinahe-Prinzessin (sowohl in gezeichneter als auch in realer Form) ohne einen Begleiter tun – vorzugsweise einer telegenen und amüsanten kleinen Kreatur? Aus dieser Frage erwuchs der Auftritt eines lebhaften Streifenhörnchens namens Pip.
„Ich liebe Pip, denn er entspringt einer jener seltenen Ideen, die ich einfangen konnte, als sie in meinem Kopf aufgetaucht sind“, erklärt Kevin Lima den plappernden kleinen Nager. „Ich erinnere mich daran, dass ich am Set für alle immer Pip spielte, der sagte, was er sagen sollte, und dass ich mich so bewegte, wie er sich bewegen sollte. Das sah dann ungefähr so aus, dass ich rief: ,Und dann springt er auf die Tasse! Und er schaut dich an und sagt: QUIIEK!‘ Die Crew schaute mich an, als hätte ich sie nicht mehr alle.“
„Ich hatte von Anfang an eine klare Vorstellung davon, wie Pip sein sollte“, fährt Lima fort. „Als wir ihn per Computeranimation zum Leben erweckten, hat das meine Erwartungen weit übertroffen. Er ist einfach großartig. Ich liebe die Tatsache, dass wir eine Figur geschaffen haben, die eine tolle Performance abliefert, ohne überhaupt zu sprechen. Man weiß genau, was in Pip vorgeht, wenn er die Schultern oder den Kopf hängen lässt, sich an den Kopf fasst oder wenn sich sein Gesichtsausdruck ändert. Es ist eine Verbeugung vor allen Animatoren, dass Pips Performance so bodenständig und wahrhaftig ist. Das ist die Kunst der Animation in ihrer reinsten Form.“
Der Regisseur ist darüber hinaus stolz darauf, dass Pip die meiste Zeit des Films stumm bleiben muss. Im Gegensatz zu den Gefährten in anderen Filmen, die mit den Stimmen von sehr witzigen, manchmal sogar sehr berühmten Schauspielern gesegnet sind, darf er meist nur quieken - eine Artikulation, die von Lima selbst beigesteuert wurde.
„Das basiert mehr auf purer Notwendigkeit als auf allem anderen“, gibt Lima zu. „Als wir die realen Szenen mit Pip zusammenfügten, schnitten wir auch die Dialoge mit hinein. Und wir merkten, dass wir neben den reinen Zeichnungen ein bisschen mehr Attitüde brauchten. Also nahm ich dafür einen verkratzten Dialog auf. Und es stellte sich heraus, dass dies alle ziemlich lustig fanden und es mochten, also blieb es dabei.“