In der Realität des Filmemachens brauchen gezeichnete Bilder mehr Zeit als gefilmte. Und da auch für VERWÜNSCHT für die handgezeichnete Animation mehr Zeit veranschlagt wurde als für die reinen Dreharbeiten, begann man mit den animierten Teilen des Films (die insgesamt rund zehn Minuten ausmachen) gut neun Monate, bevor die Kameras anfingen zu surren.
„Einer der Gründe, warum ich dabei unbedingt mit James Baxter zusammen- arbeiten wollte, war seine Geschichte in der Firma“, erläutert der Regisseur. Baxter spielte bei fünf Spielfilmen und einem Kurzfilm von Disney eine Schlüsselrolle als Animator. „James weiß genau, worum es geht, wenn man ein Disney-Zeichner ist. Und er kennt sich mit den ikonischen Ideen aus. Außerdem ist er ein fantastischer Schauspieler mit seinem Bleistift, der einer Figur schon auf dem Papier Leben einhauchen kann. Wir haben zusammen mit dem Design-Prozess der Figuren angefangen – die Storyboards waren schon fast fertig, als er mit an Bord kam.“
Die Sammlung von „Development Art“ – Bilder, die von den Animatoren als Referenz für ihre Designs und Zeichnungen genutzt werden – begann ca. ein Jahr vor der ersten Klappe. Es wurde Lima und seinem Team schnell klar, dass ihre Idee, eine Reihe erkennbarer Strukturen aus früheren Zeichentrickfilmen (ein bestimmtes Schloss, ein bestimmtes Haus) im Film unterzubringen, die Kreation eines geschlossenen Designs zu einer wahren Herausforderung machen würde. Und während sich verschiedene Menschen die Köpfe darüber zerbrachen, wie Andalasien wohl aussehen könnte, schälte sich ein gemeinsamer Stil heraus, jene „kondensierte Dosis Disney“, die aus dem Design der Art nouveau besteht –einem Stil aus dekorativer Kunst und Architektur, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts populär war, berühmt für ihre fließenden, aus der Natur stammenden Linien. Dieser sanfte, kurvige Stil kontrastierte sehr reizvoll mit den horizontalen und vertikalen Linien von New York City.
Der Schlüssel des Erfolges von VERWÜNSCHT – darüber waren sich alle einig – musste die nahtlose Verbindung von animierter und realer Welt sein. Um dies zu gewährleisten, mussten die Designer von Andalasien und Manhattan sozusagen im Tandem arbeiten. Kevin Lima erklärt: „Amy war schon besetzt, als wir mit den Animationen begannen – also machte sich James daran und gestaltete alle Figuren, und wir fingen an, die handgezeichnete Welt zu erschaffen. Er schloss sich auch laufend mit unserer Kostümdesignerin kurz, um sicherzustellen, dass das, was er zeichnete, auch mit echtem Stoff zu gestalten wäre. Die Kostüme sollten natürlich auch die Individualität unserer Charaktere unterstreichen. Edward sollte zum Beispiel in beiden Welten das gleiche Kostüm tragen. Eine Zeichentrickfigur wechselt typischerweise nie ihre Kleidung, und auf diese Idee haben wir zurückgegriffen. Als die Animation begann, waren alle Rollen besetzt, nur die von Pip nicht, aber das war nicht so wichtig. Wir mussten kein echtes Streifenhörnchen casten, das ihm ähnelt.“
Darüber hinaus wurden Live-Action-Aufnahmen mit den Schauspielern gedreht, die in beiden Welten auftreten (Amy Adams, Susan Sarandon, James Marsden, Timothy Spall und Idina Menzel), die von den Animatoren als Referenz genutzt wurden. So sehen die animierten Versionen der Figuren nicht nur aus wie ihre lebenden Pendants, sie spielen und bewegen sich auch wie ihre Live-Action-Ebenbilder. In den animierten Versionen konnten die Zeichner so das Aussehen und die Manierismen der Schauspieler übernehmen.
Der Animationsregisseur und Disney-Veteran James Baxter, der auch an MADAGASCAR („Madagaskar“, 2005) und SHREK 2 („Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück“, 2004) gearbeitet hatte, stellte ein erstklassiges Team aus traditionellen Animationskünstlern zusammen, um sicherzugehen, dass Andalasien und seine Bewohner herausstechen. Die meisten Animationskünstler sind langjährige Disney-Mitarbeiter. Zeichner Andreas Deja (LILO & STITCH – „Lilo & Stitch“, 2002; FANTASIA 2000 – „Fantasia 2000“, 1999) und Art Director Lisa Keene (ATLANTIS: THE LOST EMPIRE – „Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt“, 2001; THE HUNCHBACK OF NOTRE DAME – „Der Glöckner von Notre Dame“, 1996; THE LION KING – „Der König der Löwen“, 1994) stießen zu Baxters Team, zusammen mit dem Animations-Produzenten Ron Rocha (BEAUTY AND THE BEAST, OLIVER & COMPANY – „Oliver & Co.“, 1988), der Animation Production Supervisor Todd Popp (CLIFFORD’S REALLY BIG MOVIE, 2004), der Hintergrund-Zeichner Christopher Vacher (SHARK TALE – „Große Haie – Kleine Fische“, 2004; TREASURE PLANET – „Der Schatzplanet“, 2002), der Layout-Künstler Craig Elliott (CHICKEN LITTLE – „Himmel und Huhn“, 2005; SHARK TALE), der Konzeptberater Troy Quane (OSMOSIS JONES – „Osmosis Jones“, 2001; POCAHONTAS II: JOURNEY TO A NEW WORLD – „Pocahontas 2 – Reise in eine neue Welt“, 1998) und der Storyboard-Zeichner Kevin Farrell (HERBIE FULLY LOADED – „Herbie Fully Loaded – Ein toller Käfer startet durch“, 2005; I ROBOT – „I, Robot“, 2004).
„Was mich an VERWÜNSCHT so gereizt hat, war der Sinn für Nostalgie“, sagt Baxter. „Die Idee, dass die klassische Art der Animation real wird und dass wir damit etwas Neues und ungemein Aufregendes erschaffen. Wir stellen neue Charaktere und neue Ideen hinter diesen Charakteren vor, aber gleichzeitig vermitteln diese Charaktere ein bekanntes, warmes, klassisches Gefühl. Ich bin sehr glücklich, dass ich in diese Welt eintreten durfte, und das war an diesem Projekt so aufregend für mich.“