VERWÜNSCHT wird beflügelt von der Musik und den Texten der unvergleichlichen Komponisten Alan Menken und Stephen Schwartz. „Ich kam schon vor Jahren zum ersten Mal mit dem Film in Berührung“, erinnert sich Menken. „Damals befand er sich in einem frühen Entwicklungsstadium. Ernst wurde es für mich dann im Herbst 2006. Ich nahm mit Stephen unsere frühere Zusammenarbeit wieder auf, und für uns beide war es eine großartige Möglichkeit, wieder einmal zusammen Musik zu schreiben.“
„Alan rief mich an und fragte, ob ich Interesse hätte, die Texte für dieses Projekt zu schreiben“, ergänzt Schwartz. „Ich las das Drehbuch, und mir gefiel es auf Anhieb. Dann traf ich mich mit Kevin Lima und Chris Chase. Alles griff ineinander, und ich konnte mich glücklich schätzen, hier mit an Bord zu kommen, auch wenn es schon relativ spät war.“
Die langjährigen Partner und Oscar®-Gewinner haben stets klare Vorstellungen davon, was sie von einem Projekt erwarten. Menken, der den Score und fünf Songs für VERWÜNSCHT beisteuerte, erläutert: „Erstmal sucht man nach einer Geschichte, in der die Musik eine Schlüsselrolle spielen kann. Die muss einen Stil haben, der es den Charakteren erlaubt, zu singen, und das ist der Fall, wenn ein Film in einer verzauberten Zeichentrickwelt beginnt und dann seinen Weg in die reale Welt findet. Das war eine der besten Möglichkeiten für einen Film-Score, die ich mir vorstellen konnte, denn er kann sich auf die Magie der Animation stützen und sich dann im gleichen Atemzug in Richtung zeitgenössische Musik bewegen.“
„Das größte Problem von Live-Action-Musicals ist die Rechtfertigung dafür,dass die Charaktere innerhalb realer Sets und realer Situationen auf einmal anfangen zu singen und zu tanzen“, gibt Schwartz zu bedenken. „Das Großartige bei VERWÜNSCHT war, dass das Konzept des Films bereits den Figuren erlaubte, zu singen, und zwar auf eine Weise, die im Plot der Geschichte schon fest eingebaut war.“
Unter den neuen Songs sind drei, die sich besonders gut in dieses Konzept einfügten: „Das Flotte Aufräumlied“ zeigt uns, wie Giselle ihre Fähigkeit, die Tiere um Hilfe zu bitten, nutzt, um Roberts Apartment auf Vordermann zu bringen; „Wie Zeigst Du Deine Liebe?“ verwandelt New York in eine riesige Bühne, als Giselle Robert ihr Ideal der wahren Liebe erklärt und dafür in einer großartigen „Rattenfänger von Hameln“-Manier mehr als 150 Tänzer und Sänger bezaubert, die in dieser mitreißenden Nummer buchstäblich den Central Park übernehmen; und „So Nah“, im Original gesungen von dem Sänger Jon McLaughlin, spiegelt Giselles innere, emotionale Reise wider. Es hat eine große Symbolkraft, dass sie dieses Lied nicht selbst singt, denn sie hat sich von einer animierten Figur zu einer emotional gereiften Frau aus Fleisch und Blut entwickelt – und wie fast alle realen Menschen in unserer Welt fängt sie nicht mehr aus heiterem Himmel an zu singen.
Ebenso wie für die anderen Filmemacher waren auch für Menken und Schwartz die Disney-Klassiker von großem Einfluss. „Wir haben versucht, das Publikum mit in die Ära von SCHNEEWITTCHEN und CINDERELLA zurückzunehmen, zurück zu den frühesten Zeiten der Animation“, sagt Menken.
„Es machte uns unglaublichen Spaß, einerseits den großen Disney-Klassikern unseren Tribut zu zollen und sie andererseits liebevoll ein bisschen zu veräppeln“, bemerkt Schwartz. „Wir haben uns an ein paar Stellen auch über uns selbst lustig gemacht. Wir waren ein bisschen respektlos, und wir hatten definitiv unseren Spaß dabei, aber wir lieben dieses Genre aus tiefstem Herzen. Und unsere Arbeit hat uns auf allen Ebenen große Freude bereitet.“
Für Lima wurde dank der Zusammenarbeit mit dem musikalischen Duo ein Traum wahr. „Ich fühle mich wirklich gesegnet, dass ich die Möglichkeit hatte, mit Alan und Stephen zu arbeiten“, sagt er. „Sie brachten das perfekte Rüstzeug mit, um das musikalische Herz von VERWÜNSCHT zum Leben zu erwecken – niemand anders wäre dazu in der Lage gewesen. Ich habe die beiden mein ganzes Leben lang bewundert, und wenn man mit so jemandem an so einem besonderen Film arbeiten kann, ist das eine reine Freude.“ Sein ausführender Produzent Chase ergänzt: „Alan und Stephen sind das perfekte Beispiel dafür, dass man mit großartigen Talenten auch die größten Herausforderungen meistern kann. Niemand versteht diese Art von Musicals besser als die beiden.“
Der Regisseur begann rund neun Monate vor den Dreharbeiten mit den Partnern zu arbeiten. „Die Songs schlagen einen Weg ein, der all das reflektiert, was Giselle als Person durchlebt“, kommentiert Lima. „In der Zeichentrickwelt fängt sie an zu singen, und es interessiert niemanden. Die Tiere singen sogar mit – als wäre das die normalste Sache der Welt. Aber nachdem sie in der realen Welt angekommen ist, findet sie heraus, dass es dort keinen Soundtrack gibt. Sie muss an diesem Ort ihren Soundtrack sozusagen selbst schaffen. Und als sie am Ende schließlich richtig menschlich geworden ist, verlässt der Song ihre Kehle, und im Finale des Films wird das Lied von jemandem auf einer Bühne gesungen und wird so zu einem Voice-over-Song. Alan und Stephen haben fünf Stücke geschrieben, die ihren Charakter absolut perfekt wiedergeben.“
Für den Produzenten Barry Josephson war die Einbeziehung dieser Musikstücke die wahre Magie im Herzen von VERWÜNSCHT. „Ich glaube, als ich das erste Mal das Rohmaterial der Musical-Szenen sah und wie sie zusammengeschnitten waren, war dies für mich ein Schlüsselmoment“, erinnert er sich. „Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass sich Amy – die perfekt in dieser Rolle ist, wenn sie mit den Tieren spricht, mit den anderen Schauspielern spielt – absolut wohl fühlt. Aber als all die Elemente zusammengefügt waren, wusste ich: Wow, das funktioniert! Es ist die Kombination all dieser Dinge – das Skript, die Regie, die Darsteller, das Design, die Effekte und die Musik –, die mich absolut überwältigt hat. Und diese wunderbaren musikalischen Stücke, die echte Emotionen hervorrufen und auf jeden überspringen - reine Freude und Leidenschaft! Alan und ich haben die Dreharbeiten von , Wie Zeigst Du Deine Liebe?‘ im Central Park beobachtet, und wir waren begeistert. Es fügte sich alles wunderbar zusammen.“
Ein großer Teil dieser Freude ergab sich aus der Tatsache, dass die Filmemacher nicht wirklich darauf vorbereitet waren, ein so hohes musikalisches Niveau zu erreichen – obwohl sie sich im Klaren darüber waren, dass Amy Adams und James Marsden sehr wohl singen können. Adams hatte im Laufe ihrer Karriere immer wieder in Theater-Musicals gespielt, und Marsden hat in der Highschool viel Zeit im Schulchor verbracht und außerdem leidenschaftlich gerne Sinatra und andere große Schlagersänger gehört. Ihr melodischer Gesang wurde von dem Vocal Coach John Deaver noch etwas aufpoliert, der mit dem Prinzen und der Prinzessin an ihrer Stimmbildung arbeitete. „Wir haben Jimmy und Amy als Schauspieler engagiert, und als wir herausfanden, dass die beiden auch noch sehr gut singen können, war das für uns wie ein Geschenk des Himmels“, bringt es Chris Chase auf den Punkt.
Aber was wären diese großen musikalischen Nummern ohne Tanzeinlagen? Für den Choreografen John „Cha-Cha“ O’Connell, der für MOULIN ROUGE („Moulin Rouge“, 2001) mit dem American Choreography for Film Award ausgezeichnet wurde, war VERWÜNSCHT die Gelegenheit, mal etwas komplett anderes zu tun als alles, was er bisher getan hatte. „Die Szenen im Central Park waren sehr schwierig, denn dabei hatte ich es mit einer unglaublichen Bandbreite verschiedenster Talente zu tun“, erinnert er sich. „Es ist eigentlich die Nummer von Giselle – sie hat auf die Menschen diesen “Rattenfänger“-Effekt, wenn sie durch den Park hüpft und ihre Geschichte erzählt, wobei die Leute in Gruppen zusammenstehen, wenn sie singt und tanzt. Wir haben alle möglichen Typen: Turner, Stelzenläufer, Rollerblader, authentisch-bayerische Schuhplattler, Broadway-Tänzer, Kinder und sogar eine Bauchtänzerin – ein großartiger Mix. Das alles endet in einer gewaltigen, universellen, vielseitigen Nummer. Und dann ist da die Ball-Szene – das mitreißende und sehr, sehr romantische Finale des Films. Ich habe mir alle Disney-Zeichentrickfilme angesehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Art von Walzer da getanzt wird. Ich habe mir DIE SCHÖNE UND DAS BIEST, CINDERELLA und DORNRÖSCHEN angesehen. Sie alle haben fantastische Tanzszenen. Und zusammen mit unserer tollen Musik haben wir unsere ganz eigene Choreografie entwickelt, die sich an diese Klassiker anlehnt.“
„Amy Adams und Idina Menzel kommen beide vom musikalischen Theater, also waren ihre Fähigkeiten beim Tanzen ein absoluter Glücksfall für mich“, fährt O’Connell fort. „Sie fühlten sich wohl dabei wie ein Fisch im Wasser. Patrick hat ein bisschen getanzt, als er Anfang, Mitte zwanzig war. Und Jimmy Marsden hatte fast keine Erfahrung, aber mittlerweile ist er als Walzertänzer fast preisverdächtig. Man baut auf dem auf, was die Schauspieler bereits können. Und weil sie eben Schauspieler sind, wissen sie genau, wie sie es verkaufen können – das ist sehr wichtig und schon mal die halbe Miete.“
Für Kevin Lima war die Gelegenheit, einen neuen Zugang zu einer klassischen Disney-Fabel zu finden, der Reise seiner Hauptfigur Giselle, die sich in zwei Welten erstreckt, nicht unähnlich – allerdings musste der Regisseur die Welt seiner Kindheit vom Standpunkt eines erwachsenen Filmemachers aus neu erfinden.
Dennoch ist es die Liebe zu all dem, was Disney ausmacht, was den Regisseur bei der Reise von VERWÜNSCHT letztlich angetrieben hat. „Ich glaube, es ist so wie bei MARY POPPINS, als der Film herauskam: Er erinnert uns daran, was man an Disney-Zeichentrickfilmen liebt, und er überträgt dies dann in eine reale Welt“, sagt er. „Unser Film leistet das Gleiche: Er nimmt all diese Bildideen und stellt sie in einen neuen Kontext. Das ist es, was eine solche Freude daran macht – das Gefühl der Entdeckung, das man als Zuschauer hat, wenn man hinsieht und denkt: Oh, jetzt machen sie also dies!“
„Obwohl wir Ähnliches tun wie Walt Disney seinerzeit mit MARY POPPINS, fühlt es sich für mich an, als seien wir Pioniere“, schließt Lima. „Wir arbeiten mit unserer Technologie und den Möglichkeiten des modernen Geschichtenerzählens, und gleichzeitig sind wir in der Lage, etwas Reines und Wunderschönes zu schaffen. Es klingt vielleicht kokett, aber der Welt fehlen diese Dinge hin und wieder. Der Begriff der wahren Liebe, ein Stück Naivität und der Glaube, dass man nicht unbedingt ein Zyniker sein muss, wenn man in der heutigen Welt lebt - es ist wichtig, dass man immer wieder daran erinnert wird. Und genau das ist es, was uns Walt Disney mit jedem einzelnen seiner Filme gesagt hat.“