Die Dreharbeiten zu „Von Frau zu Frau“ begannen am 5. Dezember 2005 – der Film entstand an unterschiedlichen Schauplätzen im Großraum Los Angeles/California. Das Produktionsteam fuhr kreuz und quer durch die südlichen Stadtteile: vom Japanisch-Amerikanischen Museum (dort lernt Milly Jason auf einer Cocktail-Party kennen, bei der sie für das leibliche Wohl der Gäste zuständig ist) in die Berge des Benedict Canyon (wo Milly und Jason eine Liebesnacht im Haus des Architekten verbringen) und bis zum Strand des Vororts Venice, wo Millys Catering-Firma „Good Enuf to Eat“ (Zum Fressen gern) ihren Sitz hat. Nur eine Straße weiter im Kanalviertel von Venice wohnt Millys anderer Liebhaber Johnny mit seinem kleinen Sohn. Johnnys Musikladen befindet sich am anderen Ende der Stadt im angesagten Viertel Eagle Rock am Silver Lake.
Millys Loft wurde in der Innenstadt von Los Angeles eingerichtet, und mehr als einmal shoppen die Wilder-Girls bei Neiman Marcus am Wilshire Boulevard mitten in Beverly Hills. Daphnes Konditorei befindet sich im Stadtteil Brentwood, und ihr gemütliches Haus liegt im Vorort Hancock Park.
Als Ergänzung der ausführlichen Frauengespräche am Set (die natürlich ausschließlich dem Ausloten ihrer Rollen dienten…), schweißte auch ein anderes Erlebnis die Stars zu einem untrennbaren Team zusammen: ihre gemeinsamen Gesangsauftritte vor der Kamera. In zwei Schlüsselsequenzen erleben wir das Wilder-Quartett bei improvisierten Ständchen.
„Der Musik räumten wir von vornherein große Bedeutung ein“, kommentiert Lehmann. „Denn ich weiß, wie gut Diane singen kann – erinnern wir uns nur an ihre überraschend hochklassige Darbietung (zusammen mit Bette Midler und Goldie Hawn) von Leslie Gores „You Don’t Own Me“ in ,Der Club der Teufelinnen‘. Also bemühten wir uns, diesen Aspekt zu integrieren. Wir haben lange überlegt, welche Art Musik geeignet wäre. Als wir Mandy besetzten, kam uns natürlich zugute, dass sie hervorragend singen kann.“
Als Lauren Graham vorsprach, freuten sich Lehmann und die Produzenten darüber, dass auch sie sehr gut singen kann. Im College war sie mit einem A-cappella-Chor aufgetreten – sie war zuversichtlich, die Musiknummern im Film zu bewältigen, und freute sich ausgesprochen darauf. „Eines der Stücke ist ein vierstimmiger Satz, also wirklich kein Zuckerlecken“, erinnert sich Graham. „Aber das machte richtig Spaß, denn ich habe die Songs im Aufnahmestudio live gesungen. Gerade das liebe ich nämlich ganz besonders am Kino: Ich wünschte mir, die Stars hätten ständig ein Lied auf den Lippen – ob das nun zur Story passt oder nicht.“
„Ich weiß gar nicht mehr, ob wir auch Piper nach ihren musikalischen Erfahrungen gefragt haben“, fährt Lehmann fort. „Wir gingen einfach davon aus, dass zwei oder drei gute Sängerinnen in der Gruppe ausreichen würden – da konnte nichts mehr schiefgehen. Bei der Aufnahme-Session für den ersten Song hat Piper einfach mit eingestimmt und sich hervorragend bewährt.“
Moore war schwer beeindruckt von der Gesangsleistung ihrer Kolleginnen, denn sie ist die einzige professionell ausgebildete Sängerin im improvisierten Quartett. „Alle können sehr gut singen“, berichtet sie. „Augenzwinkernd überlegten wir, ob wir nicht ein Girls-Quartett aufmachen und auf Tournee gehen sollten. Bei den Liedern in einer romantischen Komödie werde ich immer schwach. Ich finde es wunderbar, dass wir in unserem Film nicht nur einen, sondern sogar zwei Songs singen dürfen.“
Wenn sie nicht auf der Bühne steht, hat die Wilder-Familie beruflich alle Hände voll zu tun: Maggie ist als Psychologin ausgelastet, Mae gerät von einem Schlamassel in den nächsten, Daphne hat sich als Konditorin und Dekorateurin selbstständig gemacht, und Milly betreibt den erwähnten Catering-Service. Daphnes und Millys kulinarische Arbeitsplätze spielen in Hopkins’ und Nelsons Skript eine wichtige Rolle. Das Filmteam erkannte also schnell, dass die süßesten Momente des Films nicht ohne professionelle Unterstützung zu bewerkstelligen waren.
Die bekamen sie von den Cake Divas – ein Requisiteur holte die beiden Konditorinnen an Bord, nachdem er mit ihnen bereits an einem früheren Projekt gearbeitet hatte. Die Divas tragen die Namen Leigh Grode und Joan Spitler – seit 1998 führen sie in Los Angeles ihre Firma, die sich auf individuell nach Wunsch gestaltete Desserts spezialisiert hat. Ihre berühmten Torten waren schon in zahlreichen Filmen und TV-Serien zu sehen. Zunächst wurden sie einfach nur engagiert, um die Torten zu backen. Doch bei weitergehenden Diskussionen mit den Produzenten über Filmheldin Daphne schlugen die Filmemacher vor, dass Spitler als Keatons „Dekor-Double“ Daphnes Leidenschaft für Tortenguss ausleben sollte. Daraus ergab sich, dass die Divas vor der Kamera als Daphnes Konditorei-Assistentinnen auftreten.
„Das durchgehende Tortenmotiv dient als Ausdruck für Daphnes Stil“, meint Spitler. „Wir lasen das Drehbuch, sind es von vorn bis hinten durchgegangen und entwarfen Skizzen für jede einzelne Torte. Für alle Figuren im Film entwickelten wir unterschiedliche Ideen.“
Nach vierstimmigem Einsatz im Tonstudio und dem Verzehr eindeutig zu vieler Cake-Diva-Torten drehten die Wilder-Ladys am 3. Februar 2006 ihre letzte Einstellung. „Das hat riesig Spaß gemacht“, erinnert sich Graham. „Wenn man vor der Kamera eine Familie spielen darf, wirkt das wie ein Bonus, denn die gute Stimmung überträgt sich auf die Leinwand. Letztlich entwickelten wir uns zu einer Girl-Clique mit all den Klischees, die man sonst vermeiden will: Wir redeten den ganzen Tag über nichts anderes als Jungs und Shoppen.“
Mal abgesehen von Comedy, Liebe, Sex, Musiknummern und Backwaren geht es in „Von Frau zu Frau“ um eine der Urkräfte des Universums: Elternliebe.
Produzentin/Co-Autorin Jessie Nelson sagt abschließend: „Diane, Karen und ich mögen besonders Dianes Dialogsatz, in dem sie sagt, Mutterschaft bringe eine unmögliche Liebe mit sich. Man will die Kinder niemals loslassen, sie vor allem Ungemach beschützen. Doch eine Mutter weiß natürlich, dass die Kinder auch mal hinfallen müssen, um aus der Erfahrung zu lernen und es das nächste Mal zu vermeiden.“