Mittwoch | 30. Mai 2012 | 21:49 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Datenbank > Filmdetails > Filminfos
  • FILMDETAILS | Wanted
  • Wanted

    Thriller, Action | USA 2008
    WERBUNG
      • | Produktion: Killer-Workout

      • Bei der Beschreibung der Mitglieder der Bruderschaft und ihres Lebens kann man gar nicht genug betonen, wie wichtig die körperliche Fitness ist. Ihre Körper sind Teil ihres Waffenarsenals. Obwohl die Mitglieder der Bruderschaft keine übermenschlichen Fähigkeiten besitzen, verfügen sie doch über bestimmte, jeweils spezifische Fähigkeiten, die von einem auch noch so eingefleischten Sportstudio-Stammkunden nur schwer nachzuahmen wären.

        Dazu brauchte es eine gehörige Portion Training, gerade für die aktivsten Mitglieder der Bruderschaft, also McAvoy und Jolie. Insbesondere James McAvoy musste überzeugend sein, indem er seinen Couch-Potato-Körper in Rekordzeit in einen gestählten Athletenleib verwandelte.

        Personal Trainer Glenn Chapman wurde engagiert, um den von Natur aus sehr schlanken Schauspieler auf die Rolle des Wesley vorzubereiten: „Die größte Herausforderung lag darin, McAvoy an Gewicht zulegen zu lassen. Bei Trainingsbeginn in London, rund zwei Monate vor Beginn der Dreharbeiten, wog er so um die 62 Kilo; zu seinen kräftigsten Zeiten in Prag wog er dann fast 74 Kilo. Da wir nur wenig Zeit zur Verfügung hatten und er an Muskelmasse zulegen musste, haben wir mit einer Kombination aus unterschiedlichen Trainingseinheiten gearbeitet: Gewichtheben, Intervall-Training und wechselndes Tempo.“

        Auch nachdem er bereits für die Rolle zugesagt hatte, war sich McAvoy nicht wirklich bewusst, welche körperlichen Anstrengungen vor ihm lagen, und gibt zu: „Lieber esse ich Hundekot als ins Fitnessstudio zu gehen! Das Training war eine große Veränderung für mich; manchmal hat mich der Trainer so angetrieben, dass ich auf Knien lag und mich fast übergeben musste. Er zwang mich dazu, wirklich ganz, ganz ekliges Zeug zu essen, zu den unmöglichsten Tageszeiten – aber es schien zu wirken. So bekam Wes den Körper, den er brauchte.“

        Innerhalb kürzester Zeit zeigte McAvoys Körper dramatische Veränderungen. Obwohl sein Trainingsprogramm sehr streng und intensiv war, sollte Wesley doch niemals zum Muskelprotz umgestylt werden. McAvoy berichtet: „Das Publikum sollte in Wesley immer jemanden sehen, der vom schlaksigen Loser zu einem sehnig-muskulösen Typ wird… aber nicht mit solchen Muskelbergen, die das Hemd zum Platzen bringen.“

        McAvoys persönlicher Trainingsrhythmus musste umgestellt werden, als er zu den Dreharbeiten nach Prag reiste, und der Sport wurde um die Dreharbeiten herum organisiert. Kampftraining und Kickboxen ersetzten Teile des täglichen Workouts, denn er sollte sich auf die Kampfszenen im Film konzentrieren. McAvoy meint: „Mehr Masse bedeutet nicht immer auch mehr Kraft. Das hat mir in diesem Film wirklich geholfen. Es ist eigentlich egal, ob man muskulös aussieht oder nicht: es geht darum, ob man einen bestimmten Sprung schafft oder sich selbst mit der Kraft seiner Beinmuskeln stemmen kann. Sobald wir begannen die Actionszenen zu drehen und ich keine Zeit mehr hatte, am Ende des Tages mein Training zu absolvieren, konnte ich richtig fühlen, wie meine Muskeln wieder schrumpften. Die Kostüme saßen gleich lockerer als zu Beginn der Dreharbeiten.“

        McAvoy ist in fast jeder Szene des Films präsent; so wurde „WANTED“ für ihn zur größten körperlichen Beanspruchung seiner Schauspielkarriere. Und dennoch wollte er unbedingt viele seiner Stunts selbst übernehmen; die Stunt-Koordinatoren waren der Überzeugung, dass der Schauspieler den Anforderungen gewachsen war, der dann oft für sein Stunt-Double einsprang. McAvoy ging davon aus, dass das Publikum diesen Einsatz von ihm erwartet.

        Unter den vielen Einsätzen gab es ein Manöver, das ihm besonders gefiel: „Mein Lieblingsstunt war der Sprung über die Hochbahn, den ich selbst geschafft habe. Ich hatte natürlich ein Stunt-Double, der die gefährlicheren Sachen übernommen hat und mich unglaublich gut aussehen ließ… aber ich bin selbst über die Brücke gesprungen, und das war total cool.“

        Seine Bruderschafts-Mentorin kam in vielen Action-Szenen dazu; Angelina Jolie sagt: „In einer Szene wird Wesley von mir als Fox verprügelt. Das gesamte Stunt-Team versicherte mir, dass James über echte Stuntman-Qualitäten verfügt wenn es darum geht, einen Schlag wegzustecken oder sich auf den Boden zu schmeißen – und das stimmt. Es ist toll, mit James zusammenzuarbeiten. Eine Szene zu drehen, in der man herumspringen und Leute schlagen kann, macht immer Spaß, aber man will ja nicht zu hart zuschlagen, besonders wenn man einen Schlagring trägt. Es kann lustig, eigenartig oder sogar gefährlich werden, aber alles hängt davon ab, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der so gut wie McAvoy ist.“

        Unglücklicherweise wird Wesley nicht nur von Fox verprügelt… sondern auch von den Bruderschafts-Mitgliedern Repairman (dargestellt vom britischen Schauspieler Marc Warren) und Butcher (Dato Bakhtadze).

        Bakhtadze unterzog sich für seine Messerkampf-Szene mit McAvoy einem harten, zweiwöchigen Stunt-Training und berichtet: „Nach Prag kam ich erst zwei Wochen bevor mein Dreh stattfinden sollte, daher hatte der Fight-Koordinator nicht viel Zeit, um aus mir eine Killermaschine zu machen! Das Stunt-Team hat mir sehr dabei geholfen zu verstehen, wie man kämpft – nicht nur mit der Waffe, sondern besonders bezüglich der Emotionen. Es geht nicht nur um die Bewegungen und das Schwingen der Klinge, sondern darum, was einen überhaupt dazu bringt, genau diese oder eben eine andere Bewegung zu machen.“

        Produzent Marc Platt fügt hinzu: „Alle unsere Schauspieler haben gerne ihre eigenen Stunts gemacht, besonders McAvoy und Jolie. Für diesen Film wurde intensiv trainiert, vor allem mit McAvoy, der sich im Film ja buchstäblich verwandeln muss. Man wird genau erkennen können, wie sich sein Training ausgezahlt hat, denn alles ist realistisch und damit eine aufregende Erfahrung für das Publikum.“

        Viele der Stunts wurden mit 150 Bildern pro Sekunde gedreht, in Super-Slow-Motion. Das bedeutete für die Darsteller (Stunt-Crew und Schauspieler), dass man absolut nichts vor den Kameras verbergen konnte. Wenn ein Schlag nicht richtig saß oder man sich eigenartig fallen ließ, wäre das auf einen Blick zu erkennen. Bekmambetov und Kameramann Amundsen waren hier gnadenlos. Deshalb musste immer und immer wieder geprobt werden… bis jedes Detail stimmte.

        Eine der herausragenden Sequenzen in „WANTED“ ist eine Verfolgungsjagd, in der Fox mit Wesley in einer roten Viper durch die Stadt saust, um Cross, der am Steuer eines Kleinlasters sitzt, zu entkommen. Jolie alias Fox fährt die Viper. Stunt-Koordinator Mic Rodgers erklärt, was man brauchte, um die vom Regisseur gewünschten Einstellungen zu verwirklichen: „Wir haben die Viper so ausgestattet, dass sich Angelina – bei fast 60 Stundenkilometern – seitlich an das Fahrzeug hängen konnte. Sie war zwar angeseilt, aber zur gleichen Zeit auch ziemlich „freischwebend“. Die Kamera war am Heck der Viper montiert, wo sich unsere Kamera-Plattform befindet, und wir haben mit einem Kamera-Motorrad die Verfolgung aufgenommen. Angelina entgeht als Fox haarscharf einem Zusammenprall mit einem entgegenkommenden Fahrzeug, und das wirft sie auf die Fahrerseite der Viper. Dann feuert sie aus allen Rohren auf den Laster von Cross.“

        Für einige der Schauspieler waren es nicht nur die Bewegungen, die zu einem Teil ihrer Rollen wurden, sondern besonders die Waffen. Waffenspezialist Richard Hooper hatte die Aufgabe, die Schützen mit ihren neuen Waffen vertraut zu machen, und erklärt: „Wir haben mit den Schauspielern intensiv trainiert, damit sie sich auf die im Film verwendeten Waffen einstellen konnten. Sie wurden auf zweierlei Arten geschult: Sie lernten die Handhabung der Waffe, wie sie jeder Schütze lernen würde, und dann den speziellen Bruderschafts-Stil, der sich über die Jahrhunderte entwickelte. Damit kann ein Schütze die Kugeln in einer Kurvenbahn um Menschen und Gebäude herumlenken, um niemanden zu treffen, der nicht getötet werden soll. Jedes der Mitglieder der Bruderschaft hat eine ganz eigene Schusstechnik; alle Schauspieler waren hochkonzentriert bei der Sache und sich der Sicherheitsvorkehrungen stets bewusst.“

        Thomas Kretschmann berichtet: „Das Schusswaffentraining war sehr hart für mich. Ich bin erst spät dazugekommen und war deshalb sehr angespannt, denn ich hatte nicht viel Zeit für das Training. Ich hatte wirklich keine Ahnung, wie aus mir innerhalb von nur einer Woche der beste Killer der Welt werden sollte. Meiner Meinung nach hätte ich mindestens ein halbes Jahr Vorbereitung gebraucht. Ich will, dass es gut aussieht, und wenn der Film in die Kinos kommt, werde ich deswegen noch immer nervös sein.“

        McAvoy war einer der Ersten, die von Hooper ausgebildet wurden: „Wenn wir Wesley zum ersten Mal sehen, weiß er absolut nichts über Schusswaffen; er sollte anfangs also ziemlich ungeschickt, tollpatschig und unerfahren wirken. In den verschiedenen Phasen der Ausbildung entwickelt er sich dann weiter, wird immer besser und ist dann irgendwann der Top-Killer.“

        Zur Vorbereitung auf die Rolle des Gunsmith studierte Common das gesamte Waffenarsenal: „Ich habe unterschiedliche Dinge über Schusswaffen gelernt, die ich zuvor nicht wusste. Die Leute denken bei Waffen immer an etwas Böses; entscheidend ist jedoch, wie die Menschen eine Waffe einsetzen – das macht die Waffe zu etwas Gutem oder Bösem. Der Gunsmith setzt seine Waffenkenntnisse als Kunstform ein, um den Auftrag des Webstuhls zu erfüllen.“

        Die in „WANTED“ eingesetzten Waffen sind eine Kombination aus sehr modernen und sehr altertümlichen Waffen – erneut ganz im Einklang mit dem Gesamtkonzept des Films. Denn die Bruderschaft hat jahrhundertealte Traditionen, Sitten, Codes… und Waffen. In „WANTED“ gibt es rund 200 verschiedene Waffentypen. Als uralter Geheimbund hat die Bruderschaft im Laufe der Zeit auch viele Waffen gesammelt und diese dann jeweils umgebaut und verändert, statt immer nur neue anzuschaffen. Diese so entstandenen besonderen Waffen mussten erst entworfen, umgestaltet und dann weiterentwickelt werden, bis sie zum Filmeinsatz kommen konnten.

        Hooper erklärt: „Bekmambetov hat eine etwas eigenartige Sicht auf diese Truppe, und er denkt gerne um die Ecke. Schon sehr bald wurde deutlich, dass er die Fähigkeiten der Bruderschafts-Mitglieder anders sieht – und das sollten die Schusswaffen und Messer auch widerspiegeln.“

        Myhre fügt hinzu: „Moderne Waffen finde ich überhaupt nicht interessant, aber Bekmambetov kam mit seinen fantastischen Einfällen auf die Idee, eine Art Flinte zu benutzen (bei denen ein Feuerstein gegen den Waffenstahl gerieben wird, um Funken zu erzeugen, die die Lunte entfachen). So entwickelten wir das Designkonzept, um eine Flinte in eine Halbautomatik zu verwandeln. Wir erschufen den visuellen Stil und adaptierten so etliche ältere Waffen – fast so, als illustrierten wir ein Manuskript. Der Stil war so außergewöhnlich, dass wir ihn auch auf die zeitgenössischen Waffen übertrugen, indem wir die Gewehrläufe gravierten.“

        Nachdem das Art Department mit den wunderschönen Gravuren der Waffen begonnen hatte, tauchte der Vorschlag auf, das Design auch als Tattoo auf einer Hand fortzuführen. Wenn also ein Mitglied der Bruderschaft nach seiner Waffe greift, setzten sich die Muster auf der Waffe auch auf seiner Haut fort. Haar- und Makeupdesignerin Hannon meint: „Es sollte das Markenzeichen aller Mitglieder der Bruderschaft sein, aber dann entschloss man sich, es nur für eine der Figuren einzusetzen… und das war Fox.“

        Oberste Priorität des Waffenmeisters ist es immer, die Sicherheit der Schauspieler und Crew zu gewährleisten. Die Darsteller müssen nicht nur lernen, mit den Waffen umzugehen und die Handhabung im Film realistisch wirken zu lassen, sondern auch dafür zu sorgen, dass keiner der Beteiligten jemals gefährdet wird. Deshalb wurden nicht nur die Hauptdarsteller in der Handhabung von Schusswaffen geschult, sondern auch die vielen Statisten. Hooper berichtet: „Wir haben große Anstrengungen unternommen, um sicherzugehen, dass sämtliche Statisten für jede Szene trainiert wurden. Sie haben immer und immer wieder geprobt, damit jeder einzelne genau wusste, was er zu tun hatte.“

        Gibt es also wirklich eine Möglichkeit, altertümliche Waffen zu modernisieren oder Kugeln eine Kurve fliegen zu lassen? Hooper lacht: „Ach, wir hatten einfach Spaß. Ich fürchte, das ist reine Fantasie – aber eine verdammt gute!“

      • | Userwertung

      Wertung: 5.7/10 (7 votes)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN