Action,
Komödie
| Frankreich / Großbritannien 2007
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| Über den Film
Als Nachfolger ihrer preisgekrönten Zusammenarbeit bei der Channel 4-Sitcom „Spaced” schufen Edgar Wright und Simon Pegg 2004 die eigensinnige Zombiekomödie „Shaun of the Dead - Ein Zombie kommt selten allein”. Der weltweite Kassenerfolg (Kinoeinspiel von mehr als60 Millionen Euro) gewann zahlreiche Preise, darunter Bestes Drehbuch bei den 2004 British Independent Film Awards, Bester Horrorfilm bei den Saturn Awards und Bester Britischer Film bei den 2005 Empire Awards. Nominiert wurde „Shaun of the Dead - Ein Zombie kommt selten allein” für zwei 2005 BAFTAS und für den Alexander Dorda Award als Bester Britischer Film. Nira Park wurde zudem für den ‚Carl Foreman Award for Most Promising Newcomer’ nominiert. Der große Beifall sorgte bei Pegg, Wright und ihrem kreativen Team allerdings auch für spontane Kopfschmerzen. Wie sollten sie jetzt weitermachen?
Die Antwort auf diese Frage – so stellte sich heraus – hatte offensichtliche Wurzeln in Wrights Jugend. Als Heranwachsender in der Kleinstadt Wells in Somerset war Wright ein eingefleischter Cop-Film-Fan, der oft bis spät in der Nacht wach blieb, um seine Dosis zu bekommen. „Bis zu meinem 17. Lebensjahr hatte ich keinen Videorecorder”, lacht Wright. „Ich blieb auf und schaute Fernsehen. Ich hatte ein besonderes Faible für Cop-Filme, insbesondere alle „Dirty Harry”-Filme, die Filme der 60er und 70er wie „Bullitt” und „French Connection – Brennpunkt Brooklyn” und 80er Jahre-Filme wie „Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis” oder „Stirb Langsam”.
Wright hatte schon mit 18 Jahren als erfahrener Amateur-Filmemacher einen Cop-Film namens „Dead Right” gemacht. Als er und Pegg über ihr erstes Projekt nach „Shaun” diskutierten, hatten sie viele verschiedene Ideen, aber Wright hatte immer noch eine offene Cop-Film-Rechnung. Er schlug vor, dass sie das, was sie mit „Shaun of the Dead - Ein Zombie kommt selten allein” für die Zombies getan hatten, nun für das ‚hart gekochte’ Actionkino wiederholen. Also ein typisch-amerikanisches Genre durch ein eigentümlich britisches Sieb zu schütten, ein paar Brocken Humor zuzufügen und das Ganze dann heiß zu servieren. „Der britische Kriminalfilm hat eine lange und ehrenwerte Tradition, aber es gibt kaum britische Cop-Filme. Genau diese Lücke wollten wir füllen”, erklärt Wright. „Hinzu kommt, dass nur wenige britische Cop-Filme auch tatsächlich uniformierte Polizisten zeigen. Wenn Leute aus anderen Ländern über unsere Polizisten sprechen, hört man immer wieder: ‘Ach sind die nicht süß mit ihren Helmen und ist es nicht putzig, dass sie keine Waffen tragen?‘
Die Frage war also, wie wir erstens einen britischen Genrefilm über unsere Bobbies machen können und zweitens einen Haufen Waffen hinein bekommen.”
Die Antwort war, noch größer als bei „Shaun of the Dead - Ein Zombie kommt selten allein” zu denken, und einen extrem ehrgeizigen Actionfilm mit Simon Pegg als missionarischem Kreuzritter-Bobbie Nicholas Angel zu machen. Working Title, die bei „Shaun of the Dead - Ein Zombie kommt selten allein” glücklicherweise das Produktionsrisiko eingingen, nachdem Wright und Pegg ihren Film in einem Satz als ‚Richard Curtis bekommt einen Kopfschuss von George Romero’ vorgestellt hatten, waren nun mehr als bereit, sich erneut mit dem Shaun-Team einzulassen, auch wenn die Vorstellung des neuen Projekts diesmal nicht ganz so gewagt formuliert war.
„Simon und Edgar stellten die Idee mündlich vor, Working Title sagte sofort ja, und sie begannen mit dem Schreiben”, erklärt Nira Park, die „„Hot Fuzz - Zwei Abgewichste Profis“ gemeinsam mit Eric Fellner und Tim Bevan von Working Title produzierte und außerdem Produzentin von „Shaun of the Dead - Ein Zombie kommt selten allein” und der Pegg/Wright-Sitcom „Spaced” war. „Diesmal fühlte es sich völlig anders an, denn jetzt wussten wir, dass nach dem Schreiben des Drehbuchs definitiv ein Film entstehen würde. Bei ‚Shaun’ wussten wir das nicht und in dem Jahr nachdem FilmFour (die ‘Shaun of the Dead’ entwickelt hatten) in sich kollabierte, hatten wir große Probleme, die Finanzierung aufzustellen, und fast hätten wir den Film nicht drehen können. Working Title hinter uns zu wissen, hat es von Anfang an leichter gemacht.”
Der Schreibprozess begann mit einer intensiven Recherche und einer langen Filmliste. Pegg und Wright wateten knöcheltief durch Stapel von Cop-Filmen und schauten sich ihre Favoriten zur Inspiration nochmals an. „Es ist klasse, sich Filme bei HMV kaufen zu können und zu wissen, dass man sie von der Steuer absetzen kann”, lacht Wright. Zu den 200 Filmen auf dieser Filmliste gehören so bekannte Titel wie „Die Superschnüffler”, „Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis”, „Stirb Langsam”, „Nur 48 Stunden”, „Spur der Gewalt”, „Last Boy Scout”, „Leben und Sterben in L.A.”, „Ausgelöscht”, „Die Supercops – zwei irre Hunde”, der britische Klassiker „Die blaue Lampe”, „Gefährliche Brandung” und „Bad Boys 2”. Wobei es im Film direkte Anspielungen auf die zwei letzt genannten gibt, die zu Danny Buttermans DVD Sammlung gehören. „Es gibt diese Szene, in der Nicholas und Danny sich „Bad Boys 2” anschauen und das, was Martin Lawrence da sagt, hat eine Bedeutung in unserem Film”, kichert Pegg. „Als wir das Drehbuch geschrieben haben, hatten wir diese Szene, in der Martin Lawrence sagt: ‚Dieser Mist ist gerade Wirklichkeit geworden!’ So als würde er unsere Handlung kommentieren.”
Wirklich Gestalt an nahm der Film allerdings erst nach einer intensiven Zeit, in der Wright und Pegg Polizisten in London, Somerset, Gloucestershire und Wiltshire bei ihrer Arbeit begleiteten. „Wir sind durch 15 ländliche Wachen getourt. Anschließend haben wir eine Woche damit verbracht, viele Polizisten zu interviewen, was einfach großartig war. Sie waren extrem hilfsbereit und offenherzig. Und wir haben reihenweise faszinierende Details aus diesen Gesprächen mitgenommen”, so Wright.
Viele dieser Details schafften es auch tatsächlich in den Film, so wie die kurze Erwähnung einer Rangfolge von süßen Snacks, die verspätete Beamten mitbringen müssen, oder Angels Beamtennummer, die von einem echten Polizist stammt, den Wright und Pegg an einem ereignisreichen Nachmittag begleiteten. „Wir fuhren auf einer kleinen Landstraße in Somerset als aus dem Funkgerät plötzlich ein Einsatzalarm kam. Der Polizist packte das Blaulicht aufs Dach und raste mit 150 Sachen über die Landstraße. Edgar und ich haben uns fast in die Hosen gemacht.”
Voll ausgerüstet mit Anekdoten und Fakten machte sich das Duo ans Drehbuch und breitete zunächst den – wie Pegg es nennt - ‚vorsätzlich labyrinthartigen’ Plot auf einer Reihe von Karteikarten und Flipcharts im Büro ihrer Londoner Produktionsfirma Big Talk aus. Das Leben und Arbeiten in London stellte sich jedoch schnell als ziemlich ablenkend heraus. Um das Drehbuch zu vollenden, zogen sich die beiden in eine Wohnung in Wells zurück.