Action,
Komödie
| Frankreich / Großbritannien 2007
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| Die Besetzung
Die Dreharbeiten zu „Hot Fuzz - Zwei Abgewichste Profis“ sollten im April 2006 beginnen und noch kurz davor mussten 56 Sprechrollen besetzt werden. Beeindruckend ist dabei vor allem, wen das Duo für diese Rollen gewinnen konnte. Einige Schauspieler stammten aus den privaten Adressbüchern von Wright und Pegg - Bill Bailey hatte einen Auftritt in „Spaced” (und in „Black Books”, produziert von Park) während Bill Nighy und Martin Freeman beide schon bei „Shaun of the Dead - Ein Zombie kommt selten allein” dabei waren. Für die meisten anderen Rollen warfen sie ihre Netze jedoch etwas weiter aus (zwei Oscargewinner sind in Cameos zu sehen) und besetzten ehrwürdige britische Schauspieler wie Timothy Dalton als Supermarktleiter Simon Skinner und Jim Broadbent als Sandfords Polizeiinspektor Frank Butterman. Glücklicherweise war ihre gesamte erste Wahl bereit und willens. „Wir haben immer eine Besetzung im Kopf”, so Pegg. „Ich kann mich an einen Tag im Green-Screen-Studio erinnern. Ich habe mich umgesehen und da waren Belloq aus „Jäger des verlorenen Schatzes” [Paul Freeman], Mrs. Baylock aus „Das Omen” [Billie Whitelaw] und „Der Equalizer” [Edward Woodward]. Ich war in meinem persönlichen Fanhimmel.”
"Die Idee ist, dass es in Sandford neben der Polizei außerdem einen wichtigtuerischen Nachbarschafts-Wachschutz gibt”, sagt Pegg. „Sie sind die Ältesten des Dorfes. Fast jeder Name in Sandford hat eine Verbindung zu überholten ländlichen Professionen wie Hatcher, Shooter, Weber, etc.“
„Wir wollten das Gefühl vermitteln, dass es sich um ein Dorf handelt, das die Leute nie verlassen haben, in dem schon Generationen ihrer Vorfahren gelebt und als Handwerker gearbeitet haben. Auch die beiden Figuren von Paddy Considine und Rafe Spall (ein Rückkehrer aus „Shaun of the Dead - Ein Zombie kommt selten allein”), Kriminalpolizisten Wainwright und Cartwright, sind Teil dieser Tradition, obwohl sie sich gerne davon distanzieren. Wir wollten das Gefühl verstärken, dass Angel in eine in sich geschlossene, traditionsbewusste und fast schon inzestuöse Gemeinde gerät.”
Und was das Buddy-Copduo Nicholas Angel und Danny Butterman angeht, gab es niemals einen Zweifel, wer diese Schuhe füllen würde: Pegg und sein bester Freund und Trauzeuge Nick Frost. „Sie sind auf der Leinwand überaus komisch, also müssen sie Buddy-Cops sein!”, lacht Wright. „Wobei sie ja nicht in jeder Hinsicht Buddy-Cops sind, denn Danny Butterman mag Nicholas Angel von Anfang an. Nur wird dieses Gefühl eben nicht erwidert!”
Dieser kleine Dreh der üblichen Buddyfilm-Formel beschreibt im Grunde das „Hot Fuzz“-Wirkungsmodell: man nimmt sich die Genrekonventionen vor und stellt sie auf den Kopf. Dieses Prinzip zeigt sich auch bei Nicholas Angel, der am Anfang des Filmes nach Sandford versetzt wird, weil er seinen Job zu gut macht. „In all diesen Cop-Filmen wird jemand normalerweise degradiert oder versetzt, weil er irgendwelchen Mist gemacht oder jemanden umgebracht hat”, lacht Wright. „Wir haben das Drehbuch mit einem Nicholas Angel geschrieben, dessen Verhaftungsquote viermal so hoch ist wie die seiner Kollegen von der Metropolitan Police, und der anstelle befördert zu werden, aufs Abstellgleis für Streberpolizisten kommt.”
Für Pegg war Angel die bislang größte Herausforderung seiner Karriere. „Ich konnte mich auf keinen meiner alten Tricks verlassen, weil Angel einfach in keiner Weise albern ist", erinnert er sich. „Er ist ständig absolut konzentriert. Man sieht ihn erst nach der Hälfte des Filmes das erste Mal lächeln. Er ist wie ein Roboter. Man könnte beispielsweise darüber diskutieren, ob ich in ‚Shaun’ nur eine etwas andere Version von Tim aus ‚Spaced’ gespielt habe oder eine treffendere Version von mir selbst, aber bei “Hot Fuzz - Zwei Abgewichste Profis“ war die Rolle völlig anders.”
Ein entscheidendes Element stammt jedoch aus „Spaced” und „Shaun of the Dead - Ein Zombie kommt selten allein”: Pegg und Frost spielen (auch wenn es seine Zeit braucht) beste Freunde und die echte Chemie zwischen den beiden hinter der Kamera war sehr hilfreich für Pegg vor der Kamera. „Nick war immer ein Teil der Gleichung. Immer, immer. Wir sind mit ihm verbunden. Nick ist eine Geheimwaffe”, erklärt Pegg. „Es ist leicht, Szenen für Nick zu schreiben. Ich habe ihn schon immer für den witzigsten Kerl gehalten, den ich kenne. Er ist ein Naturtalent und wir haben eine gute Leinwandbeziehung, weil wir beste Freunde sind und uns hervorragend ergänzen.”
Auch wenn Frost nicht direkt am Drehbuch beteiligt war, wurde er von Pegg und Wright die ganze Zeit auf dem Laufenden gehalten und konnte Vorschläge einbringen. „Ich bin auf den Namen Danny Butterman gekommen", verrät Frost. „Ich sagte, dass ich ihn nur spielen würde, wenn er Danny Butterman heißt. Das war ein Name, den ich schon eine ganze Zeit mit mir herumgetragen habe. Er hat so einen schönen ‚Hobbit’-Klang. Simon und Edgar waren jedenfalls ganz froh über meine Vorschläge.”
So wie Angel für Pegg, war auch Butterman für Frost etwas, das er nie zuvor gespielt hatte. Der Sohn des von Broadbent gespielten Polizeichefs ist ein liebenswerter, aber naiver junger Beamter und ein großer Filmfan, der noch nie in seinem Leben irgendwelche echte Action gesehen hat und es kaum erwarten kann, dass es endlich losgeht. „Danny ist begeistert davon, am Leben zu sein”, lacht Frost. „Jim Broadbent sagte, er habe noch nie in seinem Leben einen enthusiastischeren Mann als Danny gesehen. Ich glaube, damit trifft er es sehr gut. Er ist mit seinem Dad unterwegs, aber es gibt kein Verbrechen und er muss nicht arbeiten, kann aber eine Uniform tragen. Er spielt Rugby, geht zu den Bristol Rovers, er hat ein schönes Leben. Als dann Nicholas Angel nach Sandford kommt, sieht er in ihm all das, wonach er sich immer gesehnt hat. Ich denke, Danny würde sofort wegrennen, wenn jemand eine Kalaschnikow auf ihn richtet, aber er stellt sich gerne vor, dass das nicht so wäre. Er redet eine Menge!”
IN FORM FÜR „HOT FUZZ - ZWEI ABGEWICHSTE PROFIS“
Mit der geforderten Kombination aus Autoverfolgungsjagden, Faustkämpfen, Schießereien, Reiten und allgemeiner Athletik stellte „Hot Fuzz - Zwei Abgewichste Profis” für Pegg als Schauspieler eine ungewohnte körperliche Herausforderung dar. Nicht dass ihm das beim Schreiben schon klar gewesen wäre. „Wenn man schreibt, denkt man nur an die Szene oder den Charakter”, erklärt er. „Als ich aber voller Schmerzen mit zwei gezerrten Waden die High Street lang rannte, dachte ich nur: ‚Du verdammter Idiot! Warum schreibst du auch eine 15 km lange Verfolgungsjagd für Angel ins Drehbuch!’ Beim Schreiben denkt man wirklich nur daran, was auf der Leinwand gut aussieht. Man vergisst fast, dass man selbst derjenige sein wird, der rennen muss.”
Um sich für die Dreharbeiten fit zu machen, begann Pegg mit einem intensiven Training, das von nicht weniger als drei persönlichen Trainern begleitet wurde und eine strenge Diät erforderte, die ihm während des Drehens jede Nahrungsaufnahme nach 20 Uhr verbot. Zudem entschloss er sich, bei den Dreharbeiten in Wells jeden Morgen 3 km von seinem angemieteten Cottage zum Drehort zu rennen. Frost dagegen entschied, dass seine Rolle kein Training erforderte, und nahm das Auto. „Ich habe Simon immer gewunken, wenn wir an ihm vorbeifuhren”, erinnert er sich. „Ich habe nicht ein einziges Mal angehalten, um ihn mitzunehmen!”
Frosts selbständige Herangehensweise an die Rollenvorbereitung ließ ihn auch die Filmliste ignorieren, die ihm Pegg und Wright zur Einstimmung gegeben hatten. „Ich habe mir „Bad Boys 2” angeschaut und das war’s”, gibt er zu. Beim ernsthaften Umgang mit Waffen allerdings konnte Frost jede Minute genießen. „Ich liebe Waffen. Ich liebe harte Action”, sagt er. „Ich übe seit 25 Jahren, ein Actionheld zu sein. Ich habe das immer recht locker gesehen, aber wenn man zwei hübsche Waffen in der Hand hält, eine kugelsichere Weste trägt und seinen besten Freund an Seite hat, kann man nicht anders, als großspurig durch die Gegend zu stolzieren.” Tatsächlich haben sich Frost und Pegg so sehr mit ihren Waffen angefreundet, dass sie diese auf die Namen Emma und Sarah tauften...