Action,
Komödie
| Frankreich / Großbritannien 2007
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| Popcorn-Logik: Stil und Struktur des Films
„Hot Fuzz - Zwei Abgewichste Profis” vermeidet die übliche Drei-Akt-Struktur vieler Actionfilme und geht einen völlig anderen Weg. Pegg und Wright haben den Film in zwei sehr unterschiedliche Hälften geteilt. Teil Eins ist bestimmt durch Zurückhaltung und Inaktivität für Angel, der sich höchstens mit vermissten Schwänen, Kirchenfesten und der Nachbarschaftswache eines verschlafenen Dorfes herumschlagen muss, abgesehen von ein paar seltsamen Todesfällen, bei denen Angel schnell beginnt, nicht mehr an Unfälle zu glauben.
Die zweite Hälfte des Filmes zeigt einen Angel, der sich waffenstarrend einer Armee von Problemen und Widersachern stellt. Das Ganze präsentiert mit einer Reihe von Schießereien, Autoverfolgungsjagden, Explosionen und John Woo-würdiger Waffenkunst. „Wir wollten die Idylle des friedvollen englischen Landlebens nicht zerstören, indem wir gleich zu Anfang richtig loslegen”, erklärt Wright. „Der Ton verändert sich langsam. Letzlich baut der Film auf der Entwicklung von Simons und Nicks Rollen auf. Die Beziehung der beiden ist das Herz des Filmes. Die große dramatische Wendung setzt eigentlich ein, bevor es richtig losgeht. Danny lässt Nicholas hintereinander „Gefährliche Brandung” und „Bad Boys 2” schauen. Weil es schon spät ist, schlafen beide schließlich bei ‚Bad Boys’ ein. Mir gefällt die Idee, dass sich die Michael-Bay-Welt in das Unterbewusstsein der beiden Schlafenden drängt. Nach dieser Nacht wird Nicholas viel deutlicher zum knochenharten Cop!”
Von Anfang an war Pegg and Wright klar, dass dieser plötzliche Wechsel im Tonfall das Publikum ziemlich überraschen könnte. Um die Entwicklung von einem drolligen englischen Krimi zum explosivem, eher amerikanisch wirkendem Actionkino zu erklären, kam das Duo auf ein simples, aber wirkungsvolles Anwendungsprinzip: Popcorn-Logik.
"Es ist Bruckheimers Gesetz", lacht Pegg und spielt selbstverständlich auf den Actionfilmproduzenten Jerry Bruckheimer an. „Popcorn-Logik ist unsere Entschuldigung für schlechte Continuity. Wir passen schon darauf auf, dass alles irgendwie funktioniert und glaubwürdig ist, aber mit der Popcorn-Logik haben wir zusätzlich das in vielen übertriebenen Actionfilmen verwendete und eher dehnbare Realitätskonzept mit an Bord genommen. Wir wollten beides gleichzeitig und manchmal haben wir ganz bewusst Dinge gemacht, die sehr unwahrscheinlich sind. Beispielsweise fliegen wir 10 Sekunden durch die Luft und schießen dabei. Und das Ende ist einfach völlig verrückt. Es ist wie ein Videospiel: es gibt viele Level, die man erstmal erledigen muss, bevor man am Ende zum Big Boss kommt.”
Auch wenn die erste Hälfte des Filmes sehr ruhig verläuft, sorgt Wrights Inszenierung trotzdem dafür, dass sie alles andere als langweilig ist. „Er schafft es immer, mich zu überraschen. Er ist eine Maschine und er ist niemals bereit aufzugeben”, sagt Pegg. „Was wir an Kränen und Kameragefährten bei diesem Film hatten, habe ich noch zuvor gesehen. Wir hatten eine Kamera auf einer Rikscha, wir hatten eine Kamera auf einem Segue-Scooter wie ihn GOB, dieser Typ in ‚Arrested Development’ fährt. Edgar arbeitet ständig an seinem Stil. Es gibt ein paar fabelhafte Rückblenden im Film und es gibt diesen Brian De Palma-Klassiker, wo man wie in „Dressed To Kill” eine bestimmte Szene noch mal besucht und etwas bemerkt, das man beim ersten Mal nicht gesehen hat.”
De Palma ist aber nicht der einzige Regisseur, dem der ungeheuer talentierte Wright Tribut zollt. Der ganze Film ist verziert mit Anspielungen auf Regisseure - von Tony Scott bis Dario Argento. „Ich wollte ein weiteres Mal in die Welt meiner liebsten Cop- und Actionfilme hinabtauchen und in diesem Stil arbeiten, so dass diese Kleinstadtgeschichte den gigantischen Leinwandlook eines Michael Mann-Filmes bekommt”, erklärt Wright. Wobei es nicht unbedingt die Schießereien sind, die die Hollywood-Behandlung bekamen. „Bei unseren Gesprächen mit Polizisten haben wir auch gefragt, welcher Teil ihres Jobs auf der Leinwand zu kurz kommt. Die Antwort war einhellig: der Papierkram”, lacht Wright. „Wenn man in eine Wache geht, sieht man sie dort, gebeugt an ihren Schreibtischen über endlosen Formularen, die bei jeder Anzeige, bei jedem Vergehen ausgefüllt werden müssen. Also gibt es auch im Film eine Menge Schreibarbeit, allerdings im „Mann unter Feuer”-Stil! In Sachen visueller Umsetzung geht es um den Versuch, ziemlich alltägliche Aspekte der Polizeiarbeit extrem lässig und männlich aussehen zu lassen.”