Donnerstag | 31. Mai 2012 | 10:54 Uhr
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  • Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia

    Abenteuer, Familie, Fantasy | USA 2008
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      • | Die Charaktere - Alte und neue Bekannte

      • “Diese Geschichte ist wunderbar nostalgisch”, fügt Adamson hinzu. “Im Endeffekt sind die Kinder an einen Ort zurückgekehrt, den sie 15 Jahre lang regiert und nach dem sie sich gesehnt haben. Alles hat sich verändert. Cair Paravel liegt in Trümmern. Die Leute, die sie kennen, wurden in die Wildnis vertrieben. Aslan ist seit über 1.000 Jahren nicht mehr gesehen worden. Damit müssen sie zurechtkommen, und gleichzeitig versuchen sie, das vertraute Narnia wiederherzustellen.”

        Von diesem Thema waren auch die Drehbuchautoren fasziniert. “C. S. Lewis ist kaum darauf eingegangen”, meint Christopher Markus. “Zwar zeigte er auf denkwürdige Weise, wie es sich für ein Schulkind der 40er Jahre anfühlt, König von Narnia zu werden. Aber er verschwendete kaum Gedanken darauf, wie es für den König von Narnia gewesen sein muss, in ein Leben als Schulkind zurückzukehren.” “Das Jahr ihrer Rückkehr nach London kann nicht so toll gewesen sein”, ergänzt sein Schreibpartner McFeeley. “Da die Pevensie-Kinder unterschiedliche Persönlichkeiten besitzen, werden sie auch unterschiedlich mit der Lage fertig. Die plötzliche Rückkehr nach Narnia löst in jedem andere Gefühle aus.”

        Wie lassen sich nun die Erlebnisse der vier jungen Schauspieler mit den Erfahrungen vergleichen, die ihre Filmfiguren in der neuen Geschichte durchmachen?

        Als der Älteste des Quartetts, der 21-jährige William Moseley, vor die Kameras zurückkehrte, erinnerte ihn seine Vorfreude und Aufregung an die Befindlichkeiten seines Peter Pevensie. Denn wie dieser musste der gut aussehende Engländer ans Gymnasium zurückkehren. “Der erste Film war eine außergewöhnliche Erfahrung. Und dann wurde mir alles weggenommen. Auch wenn ich nicht so reagierte wie Peter, kann ich seine Gefühlslage gut verstehen.“ Sobald er nach Narnia zurückkehrt, “wird Peter ein wenig arrogant”, meint der Schauspieler von seiner Figur. “Es gibt Auseinandersetzungen in der Gruppe. Peter kann Kaspian nicht akzeptieren. Seine Pläne kommen nicht von Herzen, sondern von seinem Ego. Obwohl er Selbstzweifel hat, ist er zu stur, um nachzugeben und zu akzeptieren, dass er im Unrecht ist. Und letztlich zahlt er dafür einen sehr hohen Preis.”

        Durch diese Erfahrungen wird Peter laut Moseley zum Mann: “Wenn er nach Narnia zurückkommt, sind 1.300 Jahre vergangen; die Leute wissen nicht, dass er der Hochkönig ist. Sie sehen nur einen Jungen. Daher muss Peter den Narnianern beweisen, wer er ist.”

        “Als wir William besetzten, war die Figur des Peters erst 15 und hatte nie zuvor so etwas erlebt”, erklärt Adamson. “Dann wurde er von einem 17-Jährigen zu einem jungen Mann und Williams Entwicklungsprozess lässt sich mit seinem durchaus vergleichen. Zuvor war er, wie ich glaube, noch nie an einem Filmset gewesen. Er war nur dieser tolle Junge, den man sich als großen Bruder gewünscht hätte. Und jetzt ist aus ihm ein gut aussehender und fähiger junger Mann geworden.”

        Seine Partnerin Anna Popplewell ergänzt: “Obwohl William 21 ist, spielt er einen 16- oder 17-Jährigen. Aber eigentlich ist er erwachsen. Ich sprach zum ersten Mal mit ihm, als ich 13 war. Wir sind wirklich miteinander groß geworden und haben uns ein wenig weiterentwickelt. Das gilt für uns alle.“

        Bei der Lektüre des Drehbuchs erkannte Popplewell auch, wie sich die Rolle der Susan verändert hatte: “Diesmal nimmt Susan stärker an den Action-Szenen teil”, meint sie voller Begeisterung. “Ich liebte die Kampfsequenzen. Ich fand es toll, beim Sturm auf die Burg und bei der Schlacht dabei zu sein und sogar ein paar Stunts zu absolvieren. Im ersten Film habe ich nicht so viel davon abbekommen.”

        Mit diesem Film geht die Geschichte für Peter und Susan, die beiden ältesten Pevensies, zu Ende. Popplewell gibt zu: “Es war ein unglaubliches Glück, dass ich das erleben durfte. Ich hatte eine fantastische Zeit. Aber gleichzeitig bin ich echt traurig, dass ich nicht zurückkommen werde.”

        Nach dem Ende von DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DER KÖNIG VON NARNIA konzentrierte sich Popplewell auf ihren Gymnasialabschluss und ergatterte einen der sehr begehrten Studienplätze am Magdalen College der Oxford University, wo C. S. Lewis von 1925 bis 1954 unterrichtet hatte. Die Schauspielerin erfuhr davon allerdings erst, als sie eine Biografie des berühmten Autors las.

        Ihre Partnerin Georgie Henley ist inzwischen zu einer intelligenten und wissbegierigen 12-Jährigen herangewachsen, die bereits selbst zwei Geschichten verfasste: “The Snow Stag” und “A Pillar of Secrets”. Henley ist von Lewis’ imaginärer Welt sowie deren Geschichte und den Charakteren höchst angetan: “Sie sind großartig, weil C. S. Lewis sie auf die ihm eigene Art konzipiert hat. Er benutzte nicht zu viele Beschreibungen. Deshalb besteht Narnia weitgehend aus unseren Fantasien. Wir können diese Welt interpretieren, wie wir wollen. Und ich denke, dass die Menschen ihre eigene Sichtweise dieser Bücher und ihrer Charaktere haben.”

        Henley weiß, dass es bei ihrer Figur gegenüber dem letzten Film zwei Veränderungen gibt: “Im letzten Film war ich die süße kleine Lucy. Jetzt bin ich ein wenig actionmäßiger drauf und das macht viel Spaß.” Aus diesem Grund lernte sie für diesen Film zu reiten und mit einem Dolch zu kämpfen. “Abgesehen davon steht Lucy stärker für das ein, an das sie glaubt – und zwar ihren Glauben an Aslan. Sie ist tapferer und sie weiß selbst, was sie für richtig hält. Sie sieht Aslan noch vor ihren Geschwistern. Meiner Meinung nach zeigt das, dass sie fester an ihn glaubt als die anderen.” Laut Produzent Mark Johnson steckt hinter Lucy Pevensies Verhalten eine fundamentale Glaubensfrage: “Sie fragt: ‘Wer bin ich? Was soll ich tun?’ Schon im letzten Film waren ihre Entscheidungen sehr stark von ihrem Gewissen geprägt. Jetzt erlebt es noch härtere Bewährungsproben.”

        Skandar Keynes, der Darsteller des Edmund, war beim Dreh des ersten Films zwölf, nach Drehschluss von DIE CHRONIKEN VON NARNIA: PRINZ KASPIAN VON NARNIA 16 Jahre alt. Obwohl fünf Jahre jünger als William Moseley, sieht Keynes seine Figur diesmal in der Rolle des älteren Bruders: “Edmund passt immer auf Peter auf. Er hilft ihm die ganze Zeit, aber nie erfährt er die Anerkennung, die ihm gebührt, und das macht ihm zu schaffen. Das ist auch eines der Leitthemen der Geschichte. Einmal hatten wir sogar eine Dispo, wo die Szene ‘Edmund rettet die Lage’ hieß. Und ich stellte sicher, dass das keiner vergaß. Den ganzen Tag ging ich mit der Dispo rum und sagte ‘Edmund rettet die Lage’. Das war echt cool.”

        Sein Partner William Moseley glaubt, dass die Zuschauer die Pevensies nach DIE CHRONIKEN VON NARNIA: PRINZ KASPIAN VON NARNIA in einem neuen Licht sehen werden: “Ganz besonders Peter und Susan: Im ersten Film hatten sie zwar einige Herausforderungen zu meistern, aber nicht in dieser Größenordnung. Ich denke, dass das Publikum von ihren physischen und emotionalen Konflikten überrascht und gepackt sein wird.”

        "Alle sind wirklich gut herangewachsen”, meint Regisseur Adamson, so als wäre er der stolze Vater der jungen Darsteller des Pevensie-Clans. “Dass ich wieder mit ihnen arbeiten konnte, war ein wichtiger Grund, warum ich iesen zweiten Film drehen wollte. Zwischen den Kindern gibt es eine wunderbare Beziehung. Sie wurden zu einer Familie, und sie ließen uns Teil dieser Familie werden. Indem sie heranwuchsen, haben sie sich sehr positiv entwickelt, und doch sind sie dieselben geblieben. Und darüber bin ich wirklich glücklich.”

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