Donnerstag | 31. Mai 2012 | 11:02 Uhr
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  • Der Klang des Herzens

    Drama, Liebesfilm | USA 2006
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      • Hör mal! Hörst du sie? Die Musik. Ich höre sie überall!
        Im Wind ... In der Luft ... Im Licht. Sie ist überall.
        Man muss sich ihr nur öffnen. Man muss nur zuhören.

        Walden County Home for Boys – ein Waisenhaus in Neu-England. Der elfjährige Evan (Freddie Highmore) ist hier aufgewachsen und wird von den anderen Jungs im Heim ständig gepiesackt – sie halten ihn für einen Freak, da er immer wieder steif und fest behauptet, seine Eltern hören zu können. In jedem Geräusch in der Natur hört Evan Melodie und Rhythmus. Er glaubt daran, dass seine Eltern dieselbe Musik hören wie er und irgendwo da draußen auf ihn warten.

        Als eines Tages der freundliche Mr. Jeffries (Terrence Howard) von der New Yorker Jugendfürsorge das Heim besucht, findet Evan erstmals Gehör. Vor exakt 11 Jahren und 16 Tagen hat Richard Jeffries den Jungen der Obhut des Waisenhauses übergeben. Evans unerschütterlicher Optimismus in Bezug auf seine imaginären Eltern rührt den Betreuer. Deshalb tut er etwas, was er sonst bei keinem anderen seiner kleinen Schützlinge machen würde: Er gibt ihm seine Telefonnummer – falls Evan einmal jemanden zum Reden braucht. Jeffries spürt, dass dieser Junge etwas ganz besonderes an sich hat, und möchte ihm gern helfen.

        „Manchmal wollen die Menschen einem etwas austreiben. Aber ich glaube an die Musik, so wie manche an Märchen glauben. Ich stelle mir gerne vor, das, was ich höre, käme von meiner Mutter und meinem Vater. Vielleicht sind die Töne, die ich höre, dieselben, die sie gehört haben, als sie sich kennen lernten. Vielleicht haben sie sich so gefunden. Und vielleicht finden sie mich so.“

        * * *

        11 Jahre zuvor in New York: Auf dem Dach eines Wolkenkratzers im Greenwich Village begegnen sich der irische Rocksänger Louis Connelly und die junge vielversprechende Cellistin Lyla Novacek. Beide haben an diesem Abend ein erfolgreiches Konzert gegeben und sind nun auf derselben Party gelandet. Es funkt sofort zwischen ihnen, und während unten am Washington Square ein Straßenmusikant „Moondance“ von Van Morrison intoniert, nimmt eine magische Nacht voller Leidenschaft ihren Lauf.

        Welch wunderbare Nacht, um im Mondlicht zu tanzen, während die Sterne sich in deinen Augen spiegeln. Eine phantastische Nacht um sich zu lieben.

        Louis und Lyla vereinbaren ein Wiedersehen am nächsten Tag. Doch Lylas Vater, der verbissen an der Karriere seiner Tochter arbeitet, vereitelt das Rendez-vous. Für Louis bricht eine Welt zusammen, weil er glaubt, Lyla wolle ihn nicht mehr sehen. Und wenn Lyla ihm nicht zuhört, will er von nun an auch nicht mehr singen.

        Die Nacht ist nicht ohne Folgen geblieben: Lyla ist schwanger! Sie freut sich auf ihr Kind, doch ihrem ehrgeizigen Vater passt das gar nicht ins Karrierekonzept. Nach einem Streit läuft Lyla kopflos fort, direkt in ein vorbeifahrendes Auto. Als sie im Krankenhaus wieder zu Bewusstsein kommt, eröffnet der Vater ihr, dass sie eine Fehlgeburt erlitten hat.

        * * *

        Ich weiß, sie sind irgendwo da draußen. Ich weiß nicht, woher es kommt. Aber daran halte ich fest. Das darf ich nicht aufgeben. Irgendwo in meinem Innern weiß ich, dass sie mich immer wollten. Vielleicht haben sie einander verloren.

        Evan will nicht länger untätig im Waisenhaus ausharren. Er will sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und in die Welt hinaus ziehen, um endlich seine Eltern zu finden. Er macht sich auf den Weg. Den Klängen folgend, die er überall um sich herum wie wunderbare Musik wahrnimmt – U-Bahn, Verkehr, Skateboards, Hundegebell, Mülltonnen und Drehtüren – gelangt er nach New York. Hier will er Mr. Jeffries aufsuchen und um Hilfe bitten. Aber Evan verliert den Zettel mit der rettenden Telefonnummer und ist nun ganz auf sich allein gestellt.

        Er trifft auf den Straßenmusikanten Arthur (Leon G. Thomas III), einen etwa gleichaltrigen Jungen, der eine perfekte Michael-Jackson-Nummer abzieht. Als dieser seine Sachen zusammenpackt und geht, heftet sich Evan an seine Fersen und folgt ihm in ein leerstehendes Gebäude. Arthur ist auch ein Waise und lebt mit anderen obdachlosen Kindern und Jugendlichen in einem riesigen alten Theater. Der „Direktor“ dieser ungewöhnlichen Institution nennt sich Wizard (Robin Williams). Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Kindern die Magie der Klangwelt zu vermitteln und ihre musikalischen Talente zu fördern. Natürlich nicht ganz uneigennützig, denn er lässt seine Schützlinge als Straßemusikanten Geld verdienen und „vermietet“ sie für Konzerte. Dafür gewährt Wizard den Kids zwar Kost und Logis, steckt sich den größten Teil der Einnahmen jedoch in die eigene Tasche.

        Evan ist völlig fasziniert von Wizards Gitarre, und obwohl er noch nie ein Instrument in der Hand gehalten oder eine Note gespielt hat, beginnt er, darauf zu spielen. Allerdings nicht auf herkömmliche Art – er bearbeitet die Saiten in mitreißendem Rhythmus mit den Handflächen. Alle hören gebannt zu, und Wizard weiß sofort: Er hat ein absolutes Naturtalent entdeckt, das für sein kleines Business so wertvoll wie ein Rohdiamant werden könnte. Fortan soll Evan den Platz von Arthur als Straßenmusikant am Washington Square übernehmen.

        Wie machst du das? Wie kommt die Musik in deinen Kopf?
        Ich höre sie. Manchmal wache ich auf, und sie ist da. Oder ich höre sie beim Gehen. Es ist, als ob jemand nach mir ruft. Und wenn ich sie spiele, ist es, als ob ich ihnen antworte.
        Wem?
        Denen, die sie mir geschenkt haben.

        * * *

        Louis arbeitet mittlerweile als Broker in San Francisco. Die Band hat er schon vor Jahren verlassen. Als er eines Abends auf einer Party seine ehemaligen Kumpel aus Musikertagen wiedertrifft, reißen alte Wunden auf. Beim Anblick eines Videos vom letzten Konzert der Band rastet er völlig aus. Das Bild von Lyla und die Melodie des Songs, den er damals für sie komponiert hat, gehen ihm von diesem Moment an nicht mehr aus dem Kopf.

        Auch Lyla hat ihre Musikerkarriere inzwischen aufgegeben und schon seit langem keine Cello-Konzerte mehr gegeben. Sie lebt jetzt in Chicago und arbeitet als Musiklehrerin. Doch dann wird auch sie von der Vergangenheit eingeholt: Auf seinem Sterbebett gesteht ihr Vater, dass Lylas Kind damals gar nicht tot zur Welt kam. Ohne seine Tochter darüber zu informieren, hatte er es einfach eigenmächtig zur Adoption freigegeben. Lyla trifft dieses Geständnis ihres Vaters wie ein Schlag. Als sie dann auch noch das Angebot bekommt, noch einmal mit den New Yorker Philharmonikern aufzutreten, steht ihr Entschluss schnell fest: Sie muss nach New York zurückkehren und nach ihrem Kind suchen.

        * * *

        Auch Wizard verfolgt einen Plan – er ist entschlossen aus Evan einen Star der Straße zu machen. Doch die überall vom Waisenhaus aushängenden Suchmeldungen nach Evan könnten zum Problem werden. Deshalb muss Wizard dem Jungen schnellstmöglich eine neue Identität verschaffen, will er nicht riskieren, ihn bald schon wieder zu verlieren. Er erklärt Evan, wie wichtig es für seine Karriere sei, einen Künstlernamen anzunehmen. Gerade in diesem Moment fährt ein Truck vorbei auf dem ein Werbeslogan verkündet, dass im August alle an den Strand eilen: August Rush to the Beach. Das ist die Idee: Fortan heißt Evan August Rush. Mit diesem Künstlernamen steht seiner Karriere als Straßenmusiker nun nichts mehr im Wege.

        * * *
        Nach seinem Zusammenbruch ist Louis manches klar geworden, und so hat auch er einen Entschluss gefasst: Er muss Lyla unbedingt wiedersehen. Im Internet stößt er auf ihre Biografie und macht ihre aktuelle Adresse ausfindig. Er bricht sofort nach Chicago auf, doch die Spur scheint in einer Sackgasse zu enden. Erst wartet er eine ganze Weile erfolglos vor Lylas Wohnung, dann wimmelt ihn eine fürsorgliche Nachbarin mit der Information ab, dass Lyla auf Hochzeitsreise sei. Enttäuscht kehrt Louis Chicago den Rücken und macht sich auf nach New York. Hier will er sich mit den Mitgliedern seiner alten Band treffen, denn er hat erkannt, wie wichtig ihm die Musik immer noch ist und wie gern er wieder an seine alten Erfolge als Sänger anknüpfen würde.

        Auch Lyla ist mittlerweile in New York angekommen und sucht fieberhaft nach Hinweisen über den Verbleib ihres Kindes. In der Adoptionsbehörde trifft sie auf Richard Jeffries. Von ihm erfährt sie, dass Evan ihr Sohn ist. Zum ersten Mal sieht sie auch ein Foto von ihm. Doch Jeffries muss Lyla auch berichten, dass Evan vor einiger Zeit aus dem Heim ausgerissen ist und trotz massiver Bemühungen bislang nicht gefunden werden konnte.

        Es scheint, als habe tatsächlich die Kraft der Musik August, Lyla und Louis nach New York geführt – an den Ort, wo alles begann. Nun muss nur noch ein Wunder geschehen, damit sich die drei wieder finden und sich die Klänge ihrer Herzen zu einem Akkord verweben...

        Musik ist überall.
        Wir müssen nur zuhören.

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