DANNY OCEAN
Danny Ocean hat versucht, Reuben vor dessen Geschäften mit Willy Bank zu warnen. Doch als der Deal wie erwartet schiefgeht, überlegt Danny nur, wie er seinem Freund helfen kann. Er trommelt den Rest der Jungs zusammen – zunächst nur, um Reuben beizustehen. Dann planen sie gemeinsam, wie man auf die Situation reagieren kann. Doch während die anderen Rachefeldzüge entwerfen, besteht Danny darauf, nach den „Regeln“ vorzugehen: Zunächst will er mit Willy reden und ihm einen „Billy Martin“ anbieten – in ihrem Jargon bedeutet das eine zweite Chance. Erst als Willy Dannys Angebot rundweg ablehnt, entwirft die Bande ihren Plan, „Die Bank“ zu knacken. Diesmal geht es weder um Geld noch um ihre Ehre als Profis – diesmal nehmen sie den Affront persönlich.
„Sie klauen nichts, vielmehr lassen sie alle anderen absahnen. Man könnte sagen, sie sorgen dafür, dass Bank sein Geld loswird“, grinst Clooney. „Es ist toll mitzuerleben, wenn jemand eine Glückssträhne hat – zum Bespiel am Würfeltisch, wenn die Leute gewinnen. Wenn es da voll abgeht, merkt man, wie das Casino explodiert. Alle träumen doch davon, dass die Bank gesprengt wird.“
RUSTY RYAN
Danny Ocean hat die Ideen, und sein engster Vertrauter Rusty Ryan ist der Taktiker – er weiß, wie man Pläne umsetzt. Als unverbesserlicher Dieb führt Rusty gerade einen neuen delikaten Coup durch, als Danny ihm telefonisch von Reuben berichtet. Rusty zögert keine Sekunde, lässt sich die Beute entgehen und fliegt sofort nach Las Vegas.
Rusty macht sich um Reuben Sorgen und will sich ebenso wie der Rest der Bande an Bank rächen. Dennoch trägt er die Entscheidung mit, Bank zunächst einen Billy Martin anzubieten. Denn wie Danny weiß er, dass dies zu den Spielregeln gehört. Doch als Bank das Angebot ablehnt, will er genau wie die anderen „Die Bank“ sprengen. Brad Pitt kommentiert: „Das läuft nach dem Motto: Wenn jemand ein Bandenmitglied übers Ohr haut, dann hat er alle übers Ohr gehauen.“
LINUS CALDWELL
Linus Caldwell, dargestellt von Matt Damon, will von einem Coup zum nächsten immer größere Verantwortung bei der Planung und Durchführung übernehmen. In „Ocean’s 13“ bekommt er endlich seine Chance. Außerdem bekommt er das Mädchen – auch wenn dieses Techtelmechtel zum Plan gehört.
Linus tritt laut Damon in „Der Bank“ „völlig grundlos mit einem lächerlich falschen Namen“ auf: Er tarnt sich als Lenny Pepperidge, „Sprachrohr“ eines megareichen asiatischen Grundstücksmaklers, hinter dem sich niemand anderes verbirgt als das chinesische Bandenmitglied Yen. Linus stellt Yen als sehr risikofreudigen Spieler vor, der im Bank-Casino bis zu zehn Millionen Dollar einsetzen würde – so bekommt Linus die ungeteilte Aufmerksamkeit von Willy Banks rechter Hand Abigail Sponder.
„Endlich darf auch ich mich in einem ,Ocean‘-Film verlieben“, sagt Damon und gibt zu, dass es zwischen Linus und Abigail Sponder (Ellen Barkin) vor allem deswegen knistert, weil Linus mit einem Kunstgriff nachhilft: „Linus verwendet extrem wirksame Pheromone, die wie ein Aphrodisiakum wirken, damit sie ihn möglichst attraktiv findet. Denn laut Plan soll sie ihm Zugang zum Diamantenraum verschaffen.“
Im Diamantenraum hortet Banks die Tiffany-Colliers seiner Frau: Eine Halskette mit fünf lupenreinen Diamanten für jeden der Diamond Awards, mit denen seine Hotels ausgezeichnet wurden. Der Schmuck hat einen geschätzten Wert von 250 Millionen Dollar und befindet sich hinter fünf Zentimeter dickem bruchsicherem Glas. Außerdem ist er in dem bombensicheren Raum im obersten Stock „Der Bank“, zu dem man nur mit einer siebenstelligen Geheimzahl Zugang erhält, mit einem auf Druck reagierenden Alarmsystem gesichert. Falls es Linus gelingt, in den Raum zu gelangen, muss er Ms. Sponder lange genug ablenken, um die Halsketten durch wertlose Imitate zu ersetzen.
TERRY BENEDICT
Der Diebstahl des Diamantenschmucks gehört eigentlich nicht zum Plan der Gruppe. Doch aufgrund eines unvorhersehbaren finanziellen Engpasses bei der Planung müssen die Gauner einen Geldgeber auftreiben. Eigentlich dürfte Terry Benedict wohl der Letzte sein, den Danny Ocean um Hilfe bitten würde. Doch ganz nach dem alten Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ hat Benedict sehr persönliche Gründe, Bank eins auszuwischen.
Dazu Andy Garcia: „Terry kann sich mit Willy Banks neuem Hotel gar nicht anfreunden. Es ist ihm zwar egal, dass der Neubau größer und gewaltiger als sein eigenes Casino ist – doch dadurch liegt plötzlich sein Swimmingpool im Schatten. Und auf den ist Terry sehr stolz. In mancher Hinsicht sind sich Terry Benedict und Willy Bank sehr ähnlich – sie verdienen ihr Vermögen auf die gleiche Art und sind langjährige Rivalen. Terry Benedict weiß ein gutes Spiel immer zu schätzen, vor allem, wenn er gegen einen würdigen Gegner antritt. Seit geraumer Zeit verdient er enorme Summen – er braucht in seinem Leben ein wenig Abwechslung, eine neue Herausforderung. Terry würde Willy Bank sehr gern da treffen, wo es wehtut. Denn Terry glaubt fest daran, dass es nicht verkehrt sein kann, wenn der Rivale blutet. Und wenn man dabei auch noch Geld verdienen kann, ist das ein guter Grund mehr.“
Benedict ist bereit, Ocean und seinem Team das nötige Geld vorzustrecken, allerdings zu harten Bedingungen: Er erwartet, dass sie Banks wertvolle Diamantenkollektion stehlen. Damit ist der Einsatz noch einmal erhöht worden.
Soderbergh kommentiert: „Die Zuschauer schätzen Andy in dieser Rolle ganz besonders – bei unserem neuen Vegas-Abenteuer musste er also irgendwie dabeisein. Und das gelingt uns auf komische und ganz unerwartete Weise.“
BASHER TARR
Der von Don Cheadle gespielte Basher Tarr ist zwar der geniale Mechaniker der Bande, hat aber auch sehr sensible Seiten. Als der deprimierte Reuben das Bett hüten muss, schreibt Basher ihm sentimentale Briefe, versucht ihn mit Appellen an ihre Freundschaft aufzurichten und zu inspirieren. Auch wenn die anderen sich darüber lustig machen, glaubt Basher laut Cheadle dennoch, „dass positive Gedanken bei der Genesung helfen können. Und obwohl er bei der Vorbereitung der Aktion alle Hände voll zu tun hat, nimmt er sich immer wieder die Zeit, um Reuben mit seinen Briefen Mut zu machen.“
Bashers tief gehendes Engagement für die Unternehmung ist in diesem Fall wörtlich zu verstehen: Basher verbringt einen Großteil des Films unter der Erde, wo er die Torpedierung des Eröffnungsabends in „Der Bank“ vorbereitet. Dabei setzt er genau jenen gigantischen Bohrer ein, mit dem der Eisenbahntunnel zwischen England und Frankreich unter dem Ärmelkanal gegraben wurde. Als der erste Bohrer bei der Arbeit mit Getöse sein mechanisches Leben aushaucht, muss die Elf – für lockere 36 Millionen Dollar – Ersatz besorgen. In diesem Moment kommt Terry Benedict dem Team zur Hilfe.
FRANK CATTON
Als meisterhafter Taschenspieler wartet Frank Catton während der Eröffnungsfeier in „Der Bank“ auf seinen Einsatz im Casino. Um an den Wachmannschaften vorbeizukommen, erfindet Frank eine neue Domino-Variante namens „Genug gesagt“. Die Rolle des Frank Catton übernimmt auch diesmal wieder Bernie Mac. Dazu sagt er: „Frank macht die Einführung seines neuen Spiels ausgesprochen Spaß. Wer jemals Domino gespielt hat, weiß, wie intensiv das Spiel geraten kann. Also behauptet Frank, dass dieses neue Spiel noch mehr Zulauf haben wird als Poker – mit entsprechend höheren Umsätzen für das Casino.“
Frank stellt Bank „Genug gesagt“ auf einem Glücksspielkongress in Las Vegas vor und kann dort sein Interesse wecken. Doch als Bank den Köder nicht sofort schluckt, tritt Terry Benedict auf und macht seinerseits ein Angebot: Er will „Genug gesagt“ in einem seiner eigenen Casinos ausprobieren. Natürlich weiß er ganz genau, dass Bank seinem Konkurrenten zuvorkommen will und den Vertrag als Erster unterschreibt.
Mac kommentiert: „Willy Bank hat einen natürlichen Killerinstinkt. Er macht die Gegner platt und lässt sie mit leeren Händen stehen – genau das ist Reuben passiert. Deshalb wollen wir ihn unbedingt fertig machen. Diesmal geht es um eine Abrechnung.“
VIRGIL & TURK MALLOY
Nach monatelangen Vorbereitungen und Intrigen torpedieren die Brüder Virgil und Turk Malloy fast die gesamte Unternehmung – wenn auch mit den besten Absichten.
Aus nahe liegenden Gründen werden alle in den Casinos eingesetzten Würfel auf ihrem Weg vom Hersteller zu den Spieltischen sorgfältig überwacht. Daher weiß die Bande, dass es nur einen sicheren Weg gibt, die Würfel zu manipulieren: während der Herstellung. Virgil wird nach Mexiko geschickt und dort in die Fabrik eingeschleust, wo „Die Bank“ ihre besonders gestalteten Würfel anfertigen lässt. Doch vor Ort verliert Virgil seinen Auftrag aus den Augen, als er Zeuge der Arbeitsbedingungen in der Fabrik wird. Statt die Würfel zu manipulieren, nimmt er das Grundproblem selbst in Angriff und führt seine Arbeitskollegen in den Aufstand. Die Fabrik wird geschlossen – die Zeit wird knapp. Deshalb schickt Danny Turk über die Grenze, um Virgil Feuer unterm Hintern zu machen. Doch der Schuss geht nach hinten los. Turk entfacht zwar ein Feuer, aber nicht ganz das, was Danny sich vorgestellt hat.
Turk wird von Scott Caan gespielt, der berichtet: „Eigentlich soll Turk in Mexiko Virgil wieder auf Vordermann bringen, um die Durchführung des Plans zu gewährleisten. Aber stattdessen engagiert auch er sich kompromisslos für den Streik. Die beiden zanken sich zwar dauernd, aber Virgil ist und bleibt sein Bruder, und der war nun mal diesen schrecklichen Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Für Turk ist damit diese Krise wichtiger als alles andere. Er verliert die Perspektive völlig aus den Augen.“
Casey Affleck spielt Virgil – er erzählt, dass die ständigen Streitereien der Brüder den beiden Schauspielern beim Dreh inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen sind. „Wir kommen überhaupt nicht mehr davon los“, lacht er. „Wenn wir beide in einer Szene zusammen auftreten, geht es sofort los, sogar wenn es nicht im Drehbuch steht. Scott sagt was, und ich reagiere sofort darauf, und schon bald balgen wir uns im Straßenstaub. Das artet manchmal in reichlich albernen Slapstick aus, bringt aber riesig Spaß.“
LIVINGSTON DELL
Der Elektronikexperte Livingston Dell kann selbst das komplizierteste Sicherungssystem anzapfen, muss sich aber bei diesem Coup in einem anderen Bereich bewähren: Er soll die automatischen Kartenmischmaschinen manipulieren, die beim Blackjack verwendet werden, stellt aber fest, dass diese Aufgabe schwieriger ist als zunächst angenommen.
Dell-Darsteller Eddie Jemison gesteht: „Livingston überschätzt sich selbst. So sehr er sich bemüht – immer wieder macht er Fehler. Also sieht er sich gezwungen, seinen alten Kumpanen Roman Nagel (gespielt von Eddie Izzard) um Hilfe zu bitten. Was alle ,Ocean‘-Filme spannend macht: Immer geht etwas schief, und die Elf müssen blitzschnell improvisieren. Das macht die Jungs für die Zuschauer so sympathisch: Sie nehmen sich viel zu viel vor, und das Publikum weiß nie so recht, ob sie ihr Ziel erreichen.“
DER UNGLAUBLICHE YEN
Shaobo Qin arbeitet in China tatsächlich als Akrobat – für ihn ist es in der Rolle als Yen völlig normal, sich in enge Räume zu zwängen und so die gefährlichsten Situationen zu meistern. Doch in „Ocean’s 13“ darf er endlich einmal ganz öffentlich ein luxuriöses Leben führen: Er gibt sich als mysteriöser chinesischer Grundstücksmakler Mr. Weng aus, der zehn Millionen Dollar setzen will und auf diese Weise sich und seinem „Kommunikator“ Linus in „Der Bank“ Zugang zu einer der exklusiven Villen für schwerreiche Spieler verschafft. Aber auch als Akrobat will Yen hoch hinaus, denn als er seine Aufgabe beim Diebstahl der Diamanten übernimmt, muss er in den gefährlichen Fahrstuhlschächten des Hotels nach oben klettern.
Qin sagt dazu: „Meine Rolle in den ersten beiden Filmen war viel einfacher, weil vor allem mein körperlicher Einsatz gefordert war – das ist für mich ein Selbstgänger. In diesem Film muss ich mich viel mehr anstrengen – und viel mehr Dialoge lernen.“
SAUL BLOOM
Der legendäre Komiker Carl Reiner spielt wieder den altgedienten Gauner Saul Bloom, der immer nur Unfug im Kopf hat. In „Ocean’s 13“ stapelt Saul wieder hoch: Als falscher Hotelkritiker Kensington Chubb überzeugt er Ms. Sponder auf nicht gerade subtile Weise, dass er dem Hotel zum begehrten Fünf-Sterne-Status verhelfen kann. Sofort wird Saul als VIP hofiert, während der inkognito reisende echte Hotelkritiker (dargestellt von David Paymer) zum VUP (Very Unimportant Person) herabgestuft und (dank der Ocean-Elf) durch die Mangel gedreht wird. Kein Wunder, dass die Sterne am Eröffnungsabend „Der Bank“ wohl kaum funkeln werden.
„Es gibt nichts Schöneres, als wenn jemand seine wohlverdiente Strafe bekommt“, grinst Reiner. „Umso mehr, wenn er sie so verdient hat wie Willy Bank. Diese Abrechnung gefällt mir am Drehbuch besonders, aber vor allem wollte ich wieder mitmachen, um alle Jungs wiederzusehen. Ich empfinde es als Auszeichnung, wieder dabei zu sein, mit den Kollegen und Steven und Jerry arbeiten zu dürfen.“
Reiner hat mit Jerry Weintraub bereits 1977 bei „Oh, God!“ (Oh Gott…) zusammengearbeitet: Reiner inszenierte, Weintraub produzierte. „Jerry hat sich überhaupt nicht verändert“, sagt der Schauspieler. „Er ist unglaublich hartnäckig und setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um zu bekommen, was er sich in den Kopf gesetzt hat. Was er verspricht, das hält er auch – deshalb habe ich ihm immer blind vertraut. Jerry steht zu seinem Wort.“
REUBEN TISHKOFF
Der erfahrene Schauspieler Elliott Gould ist auch hier wieder als Reuben Tishkoff zu sehen: Aufgrund von Willy Banks Betrug bricht Reuben zusammen, was ihn fast das Leben kostet. Sein Schicksal löst das erneute Treffen der Ocean-Elf aus. Vor „Ocean’s 13“ konnten sich alle seine Freunde auf Reubens Hilfe verlassen: In „Ocean’s 11“ lernten wir ihn kennen, als er den berüchtigten Bruch finanzierte, der Terry Benedict 160 Millionen Dollar kostete. Und als die Bande in „Ocean’s 12“ an Benedict verraten wurde, sprang Reuben ein und kümmerte sich um die Finanzierung ihres europäischen Abenteuers. Diesmal muss sich die Gruppe um Reuben kümmern und ihm neuen Lebensmut geben.
Dazu Gould: „Reuben war immer der Rettungsanker für die Gruppe, wobei er in gewisser Weise immer verdrängt hat, dass inzwischen eine neue, junge Generation das Ruder übernommen hat. Er wollte unbedingt wieder mitmischen, und obwohl Danny ihn ausdrücklich vor Geschäften mit Willy Bank gewarnt hat, wollte Reuben davon nichts hören. Er ist noch ein Mann alter Schule, der Traditionen hochhält. Er meinte, Willy vertrauen zu können, nur weil beide einst Frank Sinatra die Hand geschüttelt haben. Er glaubt tatsächlich, dass Leute, die Ol’ Blue Eyes noch persönlich kannten, auch weiterhin den damaligen Regelkanon befolgen – er ist einfach nicht auf Willys ruinöse Skrupellosigkeit gefasst.“